Lessing-Akzente 2012 mit vielfältigem Programm – Im Mittelpunkt: Gebildete Frauen in Lessings Umfeld
In diesem Jahr lädt das Lessing-Museum Kamenz wieder zu den Lessing-Akzenten ein! Die Veranstaltungsreihe findet im jährlichen Wechsel mit den Lessing-Tagen statt. Sie ist sozusagen die kleine Schwester der traditionsreichen Lessing-Tage.Das Programm, das das Literaturmuseum gemeinsam mit der Stadtbibliothek, dem Kamenzer Geschichtsverein und dem Kamenzer Klub organisiert hat, umfasst insgesamt neun Veranstaltungen und möchte wieder verschiedene Interessen ansprechen.
Gebildete und selbstbewusste Frauen des 18. Jahrhunderts bilden diesmal einen Schwerpunkt. Bereits zur Auftaktveranstaltung am 22. Januar, dem Geburtstag Lessings, stellt der Hamburger Autor und Literaturwissenschaftler Thomas Bleitner sein Buch „Hamburgerinnen, die lesen, sind gefährlich“ vor. Die Kapitel zu Lessings Frau Eva König und zur Freundin Elise Reimarus, mit der er während des Fragmentenstreits Briefe tauschte, stehen im Mittelpunkt der traditionellen Geburtstagsfeier. Ein Brückenschlag ins 20. Jahrhundert rückt dann das Leben der Publizistin und langjährigen Herausgeberin der „ZEIT“ Marion Dönhoff in den Blick.
Prof. Martin Bollacher aus Bochum setzt bei diesem thematischen Schwerpunkt noch weitere Akzente mit seinem Vortrag „Dichterliebe(n): Lessing und Eva König, Goethe und Ulrike von Levetzow“, der am 8. Februar stattfindet.
Auch eine Vernissage hält die diesjährige Veranstaltungsreihe bereit: „Einblicke – Durchblicke – Ausblicke“ Fotoimpressionen aus Südtirol von Carsta Off. Eröffnet wird die Ausstellung am 25. Januar im Malzhaus.
Für Kinder gibt es wieder ein unterhaltsames und erlebnisreiches Angebot – eine dreitägige Ferienwerkstatt rund um die Fabel, die den Titel „Frau Sperling sucht Herrn Hamster“ trägt (13. bis 15. Februar). Wie jedes Jahr wird natürlich auch das Geheimnis um die Preisträger des Schüler-Schreibwettbewerbs gelüftet. Überraschende, einfühlsame und bewegende Texte sind da zu erleben. Am 3. Februar ist es so weit.
Über Neuerwerbungen und ungewöhnliche Schätze der Sammlungen des Lessing-Museums der Stadtgeschichte und des Stadtarchivs in Kamenz informiert am 15. Februar, dem Todestag Lessings, die Veranstaltung „Aus- und vorgestellt. In den Städtischen Sammlungen entdeckt“.
Einem nicht alltäglichen Blick ins 18. Jahrhundert ist das diesjährige Lese-Café mit Klaviermusik gewidmet. Der Hamburger Autor und Journalist Sebastian Knauer liest am 29. Januar aus seinem Roman „Tödliche Kantaten. Ein Musikkrimi“. Den dunklen und skurrilen Seiten der Vergangenheit ist auch der Vortrag von Dr. Matthias Donath am 17. Februar auf der Spur, der den Titel „Magier, Goldmacher und Scharlatane in Sachsen“ trägt.
Höhepunkt und zugleich Abschluss der diesjährigen Lessing-Akzente ist die Aufführung „Nathans des Weisen“ in der Inszenierung von Sewan Latschinian vom Neuen Theater Senftenberg am 24. Februar im Kamenzer Stadttheater.
Karten zu den Veranstaltungen gibt es im Lessing-Museum und in der Kamenz Information. Einen Veranstaltungsüberblick bietet die Internetseite des Lessing-Museums unter www.lessingmuseum.de.
Seit mehr als vier Jahrzehnten haben die Kamenzer Lessing-Tage einen festen Bestand im Kontext der Betrachtungen zu Lessings Wirken und Werden, zur Literaturgeschichte und zum Zeitalter der Aufklärung. In den vergangenen zehn Jahren konnte auf der Grundlage des Bund-Land-Projektes "Lessing in Kamenz" eine besondere Fülle von Veranstaltungen angeboten werden. Bedingt durch funktionale, strukturelle und finanzielle Änderungen muss sich das Jahr 2007 einem Wandel fügen. So werden die Kamenzer Lessing-Tage künftig nur noch aller zwei Jahre, nämlich in Verbindung mit der Verleihung des Lessing-Preises des Freistaates Sachsen, durchgeführt. Terminlich begrenzen sie sich auf den Zeitraum zwischen dem Geburts- und Sterbetag des Aufklärers. Darüber hinaus finden regelmäßige Veranstaltungen zum Wirken Lessings und dem Zeitalter der Aufklärung statt.

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