Stadtschönheiten Kamenz - lebendige Impressionen in schriftlicher Darstellung

Der flüchtige Sohn

 
Der Maler und Bildhauer Georg Baselitz
wurde 1938 in Deutschbaselitz geboren,
heute ein Ortsteil von Kamenz.
Doch wie nähert man sich einem Künstler,
dessen Werke sich selten auf den ersten Blick
erschliessen? Eine Spurensuche.
 
Dem einen großen Sohn der Stadt Kamenz kann man kaum entgehen: Gotthold Ephraim Lessing grüßt am Ortseingang, in der Bäckerei gibt es »Lessing-Törtchen« und jede Stadtführung bringt Interessantes aus Leben und Werk des berühmten Dichters zu Tage. Doch ein zweiter Sohn der Stadt macht sich rar: Hans-Georg Kern. Der einflussreiche »Kunstkompass 2013« zählt den Maler und Bildhauer zu den fünf bedeutendsten Künstlern der Gegenwart. Freilich unter seinem Künstlernamen: Georg Baselitz.
BESTÄNDIGKEIT IM WANDEL
Man kann den Künstlernamen als Statement verstehen. Als starkes Bekenntnis zu den eigenen Wurzeln in der Lausitz. Doch ein starres Festhalten an der Vergangenheit ist Baselitz’ Sache nicht. Nach seinen ersten »Frakturbildern« wurde er in den 1970er Jahren berühmt, weil seine Bildmotive fortan kopfstanden und um die Jahrtausendwende entstanden mehr als 60 »Russenbilder«. Kürzlich sorgte wandlungsfreudige Künstler für Aufsehen mit der Ankündigung »schwarze Bilder« malen zu wollen. »Ich mache es den Leuten nicht einfach«, bekannte Georg Baselitz in einem Interview mit dem SPIEGEL. »Die Identifikation fällt schwer, man erkennt meine Kunst nicht sofort.« Wie also soll man diesem Künstler in seiner Heimat nahe kommen?
 
GANZ BEI SICH, MIT NEUEM BLICK
Bernd Asselmann ist Vorsitzender des Baselitz-Fördervereins und Mitinitiator des DeutschBaselitz-Rundwegs. Er meint: Niemand müsse göauben, auf den Rundwegen um den Ort »die Welt durch die Augen von Georg Baselitz zu sehen.« Vielmehr solle man die Landschaft auf sich wirken lassen, durch die Kunstinstallationen einen anderen
Blickwinkel gewinnen. »Die Leute sollen ganz bei sich selbst sein.« Und vielleicht ist das tatsächlich der beste
Weg, den DeutschBaselitz-Rundweg zu erleben. Dazu die Natur, die sich immer auch im Werk des Künstlers wiederfindet und Orte seiner Kindheit und Jugend. »Wir haben an vielen Stellen Zitate von Baselitz platziert und mit neuen Kunstobjekten oder seinen Bildern in Beziehung gesetzt«, sagt Anne Hasselbach. Die Station »Grabung.« spielt etwa auf die Entdeckung frühgeschichtlicher Urnen an, die der kleine Hans-Georg mit seinem Bruder machte. »Die kleine Hütte mit dem einem späteren Doppelporträt des Brüderpaars nimmt diesen Gedanken auf«, erklärt die Kamenzer Künstlerin, die den Rundweg mitgestaltete. Das schöne an dem Parcours: Der Besucher muss selbst entscheiden, auf welche Weise er dem Ort, der Landschaft oder dem Künstler begegnen möchte. Als Spaziergänger, Kunstkenner, Suchender oder jemand, der sich einfach überraschend lässt. Denn anders als viele touristische »Hochglanzattraktionen« gesteht er jedem, der sich darauf einlässt, seine eigene Deutung zu. Eigentlich ganz passend.
 
Konzept und Redaktion: textworx / Dresden

Ein halbes Jahrtausend Schönheit - Klosterkirche St. Annen zu Kamenz

Seit 1512 gehört die Klosterkirche St. Annen zum Stadtbild von Kamenz und seitdem prägen prachtvolle Altäre das Kirchenschiff. Die kunstvoll geschnitzten Holzfiguren faszinieren die Besucher des Gotteshauses bis heute.
 
Gemessen an der Geschichte, war den Franziskanern in Kamenz nur eine winzige Zeitspanne vergönnt. Erst musste Böhmenkönig Vladislav II. über Jahre mit dem einflussreichen Kamenzer Stadtrat verhandeln, bis endlich 1493 der Grundstein für den Bau des Franziskanerklosters am nördlichen Stadtrand gelegt wurde. Weitere 19 Jahre dauerte es bis zur Vollendung des Kirchbaus und schon 1527 kündigte die erste protestantische Predigt den Siegeszug der Reformation an – und damit das Ende der katholischen Franziskaner. Die Reformation setzte sich in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Kamenz endgültig durch. Die Klostergebäude fielen 1565 an die Stadt und 1842 einem großen Stadtbrand zum Opfer. Die Kirche hingegen diente bis ins 20. Jahrhundert als Gotteshaus für die evangelischen Sorben der Region.
SCHMUCKSTÜCKE FÜR DAS GOTTESHAUS
Dass man die Franziskaner trotz ihres kurzen "Gastspiels" in Kamenz nicht vergaß, ist der Großzügigkeit ihres Förderers Vladislav II. von Böhmen zu verdanken. Ihm lag der Mönchsorden so am Herzen, dass er nicht nur jahrelang für dessen Ansiedelung kämpfte, sondern auch für die Ausstattung seiner Kirche keine Kosten scheute. Insgesamt fünf wertvolle Altäre ließ der Regent für die neue Franziskanerkirche anfertigen, jeder für sich ein unersetzliches Meisterwerk. Sie schmücken St. Annen bis heute und bilden zugleich das Zentrum des Sakralmuseums. Denn die einstige Klosterkirche ist zwar noch immer ein Gotteshaus, doch im Rahmen einer Kooperation der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde mit der Stadt Kamenz dient sie zugleich als Museum. So lagen die Kosten für die aufwendige Sanierung und den Erhalt der wertvollen Exponate auf mehreren Schultern und den Nutzen haben beide Seiten: Die Stadt ist um einen Touristenmagneten reicher und die Kirche kann den außergewöhnlichen Ort mehrmals im Jahr für besondere Gottesdienste nutzen. Wobei auch immer – die fünf spätgotischen Flügelaltäre stehen immer im Mittelpunkt. Vermutlich von böhmischen oder schlesischen Meistern geschaffen, zeigen sie Szenen aus dem Leben Jesu, seiner Mutter Maria und deren Mutter Anna, der die Kirche geweiht wurde. Einer der Altäre widmet sich dem Leben und Wirken des Ordensgründers Franziskus, auch als Franz von Assisi bekannt. Interessanterweise wurden die sakralen Kunstwerke trotz ihrer katholischen Motive in den Jahrhunderten nach der Reformation auch von den evangelischen Kirchgemeinden immer in Ehren gehalten.
 
GOLDGLANZ ZUM HOHEN FEIERTAG
Im Gegensatz zu den Kirchgängern im Spätmittelalter sehen die heutigen Museumsbesucher die Kunstwerke stets in ihrer vollen Pracht, mit weit geöffneten Altarflügeln. Ursprünglich waren diese meist geschlossen, damit sich die Gläubigen an den wenigen hohen Feiertagen des Kirchenjahrs umso mehr an ihrer Pracht erfreuen konnten. Dann durften sie einen Blick erhaschen auf die liebevoll gestaltete Gottesmutter, goldverziert und in kostbarem Gewand. In der Predella des Hauptaltars erblickten sie eine Abendmahlszene, auf der mehrere Cousins Jesu als seine Jünger dargestellt sind, die nochmals im Knabenalter auf den Seitenflügeln erscheinen. Welche Wirkung
diese verschwenderische Schönheit auf die Menschen des 16. Jahrhunderts gehabt haben mag, lässt sich kaum ermessen. Selbst heute entfalten die fünf Altäre durch die äußerst gelungene Präsentation in dem lichten Kirchenschiff eine außergewöhnliche Faszination. Zur Seite stehen ihnen weitere Exponate des Sakralmuseums, die den Betrachter in die weltlichen und geistlichen Zusammenhänge des Klosters einführen. Zu mehreren Anlässen im Jahr wird das Fest für die Augen zudem durch einen Hörgenuss ergänzt: Dann nämlich erklingt das letzte Meisterwerk des Orgelbauers Johann Gottlob Mende in höchsten Tönen. Und wer die Klosterkirche verlässt –, die übrigens längst mitten im Stadtzentrum von Kamenz liegt – hat noch nicht die komplette spätgotische
Pracht erlebt. Nur einen Steinwurf entfernt sind in der Hauptkirche St. Marien zwei weitere geschnitzte Altäre zu bewundern. Einen letzten beherbergt das Kirchlein St. Just, das nur auf Anfrage zu besichtigen ist. Wie die anderen beiden Kamenzer Kirchen hält St. Just ein kleines Stück jener Zeit lebendig, in der die geschnitzten Heiligen das Schönste waren, was viele Menschen je zu Gesicht bekamen.
 
Konzept und Redaktion: textworx / Dresden

Himmel über Kamenz

Kamenz blickt auf ein wechselhaftes Jahrhundert der Flugtradition zurück. Bis heute ist die Flugbegeisterung
auf dem Flugplatz der Stadt ungebrochen.
Warum? Nach einem Blick aus dem Flugzeugfenster stellt sich diese Frage nicht mehr.
 
Halb Kamenz muss auf den Beinen gewesen sein an jenem 26. März des Jahres 1911. Alle schauten in den Himmel, wo der kleine »Grade Eindecker« seine Runden über den Kasernen der Garnison drehte. So manchem Beobachter wird der Atem gestockt haben, als der Pilot Oswald Kahnt zur Landung auf dem Exerzierplatz ansetzte. Die Begeisterung dieses Tages muss so groß gewesen sein, dass die Kamenzer Chronisten ihn im Stadtarchiv später als Beginn der Luftfahrttradition notierten. Kurz darauf wurde ein Fliegerverein gegründet und die Kamenzer setzten sich für einen Verkehrsflughafen ein. Wenn auch die Euphorie der Kamenzer zwischenzeitlich aus verschiedenen Gründen gedämpft wurde, erfüllte sich ihr Wunsch schließlich doch. 1916 gab der sächsische König sein Placet für den Bau einer Militärfliegerstation, die im Juli 1918 in Betrieb ging – und schon im Mai des nächsten Jahres nach dem verlorenen Krieg und den Bestimmungen des Versailler Vertrags aufgelöst wurde.
VOM KRIEGSCHAUPLATZ ZUM SPORTFLIEGERMEKKA
Mehr als ein Jahrzehnt lag das Gelände nach der Demontage aller flugtechnischen Einrichtungen im Dornröschenschlaf. Die Funktionsgebäude wurden längst anderweitig genutzt, als 1935 in das Gebäude der ehemaligen Flugzeugwerft ein Stützpunkt der Reichs-Segelflug-Bauschule 3 einzog. Die Ära der Fliegerei fand ihren Fortgang. Dem Großmachtstreben der Hitlerregierung erschien der Flugplatz Kamenz strategisch so gut gelegen, dass er bis 1939 für die Luftwaffe wieder hergerichtet wurde. Die Pilotenausbildung des Reichs fand in der Folge hier eine Heimat, die Weser-  Flugzeugbau GmbH ließ vor Ort das Sturzkampfflugzeug Typ »Ju 87« herstellen und testen. Bis 1945 stationierteb die Luftwaffe in Kamenz verschiedene Ausbildungs- und Kampfverbände, bis der Flugplatz am 26. April 1945 von der Roten Armee besetzt wurde, die nach Kriegsende Hangars und Flughafengebäude sprengte. Später fiel das Gelände an die kasernierte Volkspolizei der DDR. Nun wurden hier Piloten auf russischen »Jakowlew«- Maschinen ausgebildet. Ab 1954 übernahm die Nationale Volksarmee das Kommando, die den Flugplatz ebenfalls für die Flugzeugführerausbildung nutzte und eine Flugzeugwerkstatt einrichtete. Damit schuf die NVA – sicherlich nicht geplant – beste Bedingungen für einen zivilen Neubeginn nach der politischen Wende in der DDR. Den gestaltet seit 1990 der Fliegerclub Kamenz e. V. (FCK) aktiv mit, der seit Oktober 2004 den Flugplatz betreibt und zu den Betriebszeiten im Tower jedes Jahr mehr als 17.000 Flugbewegungen koordiniert.
 
TRAUMRUNDEN ÜBER SACHSEN
Piloten aus der Region und ganz Deutschland sorgen für regen Flugbetrieb auf der 1.100 Meter langen Start- und Landebahn: Motorflieger, Ultraleichtflugzeuge und Segelflieger starten hier zur Flugausbildung oder einfach für luftige Rundflüge über die Umgebung. Schon die Lessingstadt selbst ist einen Blick aus der Luft wert: Der Marktplatz mit dem Rathaus oder die mittelalterliche Klosterkirche St. Annen sind gut erkennbar und die Parkanlagen am Hutberg entfalten aus der Cockpit-Perspektive einen ganz besonderen Reiz. Rund um die Stadt wird das Grün des Frühlings von Seen und Teichen unterbrochen, und dann kommt am Horizont schon Dresden in Sicht. Die barocke Silhouette ist auch aus der Luft atemberaubend. Dem Flusslauf der Elbe folgend, prägen bald Sandstein und Wald das Bild am Boden. Pirna schiebt sich unter der »Cessna 172« hindurch und nach einer weiten Schleife über die Festung Königstein und Rathen mit der Bastei nimmt Pilot Bernd Ohlhoff wieder Kurs auf Kamenz. Nach nur 45 Minuten Flugzeit hat der Passagier wieder festen Boden unter den Füßen und einige der schönsten Ecken Sachsens gesehen. »Recht beliebt sind inzwischen auch Rundflüge über die neuen Seen in der Oberlausitz«, sagt Ohlhoff, in dessen Flugcenter »Milan« man nicht nur Rundflüge buchen, sondern auch eine Pilotenausbildung machen kann. Vom Tower winkt Daniel Meißner herab. Er hat an diesem sonnigen Tag viel zu tun, aber wenn sein Dienst vorbei ist, wird er vielleicht selbst noch mal ins Cockpit steigen und geräuschlos im Segelflieger über die Landschaft gleiten. Auch das geht in Kamenz, wo seit 2013 das Sächsische Landesleistungszentrum Segelflug seinen Sitz hat. Und wenn Meißner dann von seinen schönsten Momenten über der Landschaft und unter den Wolken erzählt, wird klar, dass der Traum vom Fliegen in Kamenz seit 1911 lebendig geblieben ist. Und vor allem: dass es kein Traum bleiben muss ...
 
Konzept und Redaktion: textworx / Dresden

Ein halbes Jahrtausend Schönheit - Klosterkirche St. Annen zu Kamenz

 
Am 9. Juli 1916 starb Wilhelm Weiße in Kamenz.
Rund um den Hutberg hinterließ er seiner Heimatstadt ein botanisches Kleinod,
das auch 100 Jahre später noch in allen Farben blüht.
 
 
Grün ist die Welt von Johann Wilhelm Weiße, und wenn man so will, prägt er die ganze Stadt bis heute. 127 Stufen über dem Gipfel des Hutbergs kann man das grüne Wunder von Kamenz am besten besichtigen. Und wer vom Lessingturm in die  Runde schaut, versteht, warum das Andenken an den bekanntesten Gärtner der Stadt auch ein Jahrhundert nach seinem Tod in Ehren gehalten wird. Denn viele der Grün- und Parkanlagen rund um die Stadt gehen auf Wilhelm Weiße zurück und damit auch ein wichtiger Teil der Lebensqualität von Kamenz
 
 
HÄNDLER MIT FORSCHERDRANG
Begonnen hatte alles mit der „Kunst- und Handelsgärtnerei“, die der Kamenzer Weiße 1873 gründete. Schon der Name verriet die Ambitionen, die der leidenschaftliche Gärtner hegte und die ihn rasch zum Königlich-Sächsischen Hoflieferanten machen sollten. Bald gehörte auch eine Baumschule zu dem florierenden Unternehmen, das vor allem für seine Rosen und Koniferen bekannt war. Bis an den Zarenhof von St. Petersburg lieferte Weiße, der seinerzeit damit warb, über die „grössten Coniferen-Kulturen Mitteldeutschlands“ zu verfügen. Daneben kamen ständig neue Pflanzen aus aller Welt auf den deutschen Markt, was nicht nur dem Geschäftssinn Weißes entgegenkam, sondern auch seinem leidenschaftlichen Forscherdrang. Vor allem Rhododendren und Nadelgehölze hatten es ihm angetan; für die Züchtung silbergrauer Fichten und Tannen ließ er sogar in Nordamerika Samen sammeln. Zudem importierte er Mammutbäume und weitere kostbare Gehölze, so dass er zum Ende des Jahrhunderts mehr als 300 verschiedene Nadelgehölze im Angebot hatte. Die letzten von tausenden Blaufichten aus dem Bestand seiner Baumschule bilden heute den bekannten „blauen Wald“ am Hutberg. Dort hatte Weiße seit 1890 in Abstimmung mit der Stadt immer größere Flächen mit exotischen Bäumen, Azaleen und Rhododendren gestaltet. In Verbindung mit dem Lessingturm aus dem Jahr 1864 entstand so über die Jahrzehnte eine Parkanlage, die bald Naturfreunde aus ganz Sachsen anzog.
 
BLÜTENMEER MIT BÜHNE
Heute ist der Hutberg westlich des Stadtzentrums eine grüne Oase für alle Kamenzer. Ganze 24 Hektar umfasst das Areal, das sich jeden Frühling in ein Meer aus Rhododendronblüten verwandelt. „Der weiß blühende dort unten ist besonders hübsch“, sagt Heidrun Pallmann und zeigt auf einen großen Rhododendron am Fuß des Aussichtsturms. „Er bildet einen Laubengang, den man von oben gar nicht sehen kann – besonders die Kinder lieben es, dort hindurchzumarschieren.“ Pallmann war über Jahrzehnte für die Pflege der Pflanzen am Hutberg verantwortlich und ist auch im Ruhestand noch immer voller Leidenschaft hier unterwegs. Sie leitet den Förderverein und hat sich dafür eingesetzt, dass der Lessingturm im Jahr 2010 um sechs Meter erhöht wurde. „Die Bäume waren einfach zu hoch geworden, jetzt hat man wieder eine wunderbaren Rundblick“, sagt sie und schaut zufrieden in die Runde. Beim Weg zurück über den Eiben-, den Ahorn- und den Ulmenplatz erzählt sie Anekdoten und Wissenswertes über die seltenen Baumriesen aus allen Ecken der Erde. Noch immer führt Heidrun Pallmann regelmäßig Besucher durch den Park. Zwischen allem Grün zeigt sie immer wieder die sorgsam geplanten Sichtachsen auf Kamenz und das Umland. Ziegelrote Dachlandschaften lassen die Gassen um den Marktplatz am Rathaus erahnen und der Turm der Stadtkirche St.
Marien überragt alles. Ein kleiner Schlenker noch führt an der traditionsreichen Hutbergbühne vorbei. In den 1930er Jahren als Thing-Platz erbaut, ist sie bis heute eine der beliebtesten Freilichtbühnen in der Region.
Dann führt der Weg zurück an den Fuß des Hutbergs. Der Lessingturm ist zwischen all dem Grün kaum noch aus zumachen, Wilhelm Weiße hätte gewiss seine Freude daran gehabt. Und die Kamenzer samt allen Besuchern tun gut da ran, im Jahr seines 100.Todestages mal wieder am Hutberg vorbeizuschauen.
 
Konzept und Redaktion: textworx / Dresden