Nachrichtenarchiv 2017

27.12.2017: Das schönste Weihnachtsgeschenk selbst bereitet

Feierliche Eröffnung der neuen 4-Bahnen-Kegelanlage in der Sportstätte Gelenau

 

Die Sportler der SG Lückersdorf-Gelenau e.V. haben sich das schönste Weihnachtsgeschenk selbst bereitet, denn am Mittwoch, dem 20. Dezember 2017 wurde die neue 4-Bahnen-Kegelanlage feierlich eröffnet.  

Am 20. April 2017 erhielt die SG Lückersdorf-Gelenau e.V. den Zuwendungsbescheid der Sächsischen Aufbaubank zur Erweiterung der vorhandenen 2-Bahnen-Kegelanlage auf eine 4-Bahnen-Kegelanlage in der Sportstätte Gelenau – Hauptstraße 4a in 01917 Kamenz.

 

Dank der fleißigen Arbeit aller Handwerker und der Sportler der SG Lückersdorf-Gelenau e.V. sowie des sehr guten Zusammenwirkens aller Beteiligten konnte die Baumaßnahme vorfristig fertiggestellt werden. Somit war eine vorzeitige Eröffnung der 4-Bahnen-Kegelanlage möglich geworden. Alle Beteiligten – von den Planern über die bauausführenden Firmen bis hin zu den fleißigen Vereinsmitgliedern – haben sich ins Zeug gelegt.

 

Ganz besonders müssen der Bauleiter Olaf Tischer, seines Zeichens eigentlich Vorsitzender des SG Lückersdorf-Gelenau, und der Ortsvorsteher Manfred Schlotter, der als Objektkoordinator agierte, hervorgehoben werden. Gerade ihrem Enthusiasmus und ihrer Tatkraft ist es zu verdanken, dass heute die SG Lückersdorf-Gelenau über eine den modernen Wettkampfbedingungen angepasste 4-Bahnen-Kegelanlage verfügt.

Die Freude ist ihnen anzusehen (v.l.n.r.): Ortsvorsteher Manfred Schlotter, Vereinsvorsitzender des SG Lückersdorf-Gelenau Olaf Tischer und Oberbürgermeister Roland Dantz

 

Die Freude ist ihnen anzusehen (v.l.n.r.): Ortsvorsteher Manfred Schlotter, Vereinsvorsitzender des SG Lückersdorf-Gelenau Olaf Tischer und Oberbürgermeister Roland Dantz.

Auch die Stadt fällte in diesem Zusammenhang eine kühne Entscheidung, denn sie ging in gewissem Sinne in Vorkasse als sie 185.000 EUR aus dem städtischen Haushalt vorschoss, so dass die Fördermittelbereitstellung problemlos über die Bühne gehen konnte. Somit haben alle Beteiligten bei diesem ca. 360.000 EUR teuren Vorhaben eben keine ruhige Kugel geschoben.  Da kann es fast nur heißen: Selbst geschafft durch eigene Kraft und zukünftig gut Holz!

27.12.2017-16.01.2018

27.12.2017: Verkehrsfreigabe des Stützmauerbereiches „Am Damm“ und an der „Schillerpromenade“

Verkehrsfreigabe des Stützmauerbereiches „Am Damm“ und an der „Schillerpromenade“

Vertreter der DB-Netz AG lobt sehr gute Zusammenarbeit mit der Stadt

Weihnachten und das Jahresende nahen und letzte Bauvorhaben in Kamenz finden ihren Abschluss. Dazu gehört auf alle Fälle das doch recht umfassende Bauvorhaben an den Straßen „Am Damm“ und „Schillerpromenade“. Jahrzehntelang war das wenig Sicherheit vermittelnde Geländer zum einen ein unschöner Anblick, zum anderen war die Gefahr groß, dass doch einmal vielleicht ein Kind die Gefahren dieses Geländers unterschätzen könnte. Es hat lange gedauert bis in einer Art konzentierter Aktion dieser innerstädtische Bereich, der auch ein wenig einen ländlichen Charme hatte, in einen der Innenstadt ebenbürtigen Zustand überführt wurde.

 

Warum konzertierte Aktion? Es wurden eben nicht nur die Stützmauern durch die DB Netz AG saniert und stabilisiert, zugleich erneuerte die ewag kamenz im Zuge der Straßenbaus durch die Stadt Kamenz die Trinkwasserleitungen und die Energieversorgungsmedien. Außerdem bekam die Straße „Am Damm“ eine neue öffentliche Beleuchtung. Die Gesamtbaukosten betrugen ca. 2,38 Mio. EUR, wobei die DB Netz AG mit ca. 1,41 Mio. EUR den Haupanteil an dieser Maßnahme trug. Die Stadt selbst investierte ca. 700.000 EUR.

 

In seiner Ansprache betonte der Oberbürgermeister Roland Dantz noch einmal, dass es auch deswegen solange mit der Umsetzung gedauert habe, weil es auch um eine kostengünstige Variante für den Kamenzer Steuerzahler gegangen sei. Denn man hätte, so der Oberbürgermeister, dieses Bauvorhaben sicher schon eher umsetzen können, aber dann mit einer Million EUR oder mehr an Kosten für die Stadt. Er selbst und vermutlich viele andere können jetzt ruhiger schlafen, da durch das neue Geländer und die Ausgestaltung der Stützwandkappe die Sicherheit in diesem Bereich sehr erhöht werden konnte. Er dankte allen Auftraggebern, den beteiligten Planern sowie den Mitarbeitern der Firmen, die bei Wind und Wetter dieser Bauvorhaben vorangetrieben haben. Anschließend hob der Vertreter der DB Netz AG, Herr Graf, hervor, wie gut die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten – Planer, bauausführende Firmen und Stadt (Stadtverwaltung) – war und dass sich insbesondere am Zusammenwirken mit der Stadt Kamenz anderen Städten ein Beispiel nehmen könnten. Insofern schritt man dann zur feierlichen Verkehrsfreigabe. Bei plötzlich auftretenden Sonnenschein, als sollte die Szenerie besonders angestrahlt werden, wurde das rote symbolische Band zerschnitten.

 

v.l.n.r.: Vertreter des KKC, Herr Schmied von Fa. Stump Spezialtiefbau GmbH, Herr Mieting von der Fa. F+S Mieting Bau GmbH, Herr Graf von der DB Netz AG, Oberbürgermeister Dantz, Herr Winkler von der DIW mbH, Herr Dittmer von der Planungsgruppe Neumann GmbH sowie Herr Mikwauschk vom Sächsischen Landtag.

Auch der KKC ließ es sich zum wiederholten Male nicht nehmen, anwesend zu sein. Mit Augenzwinkern verkündete der männliche Vertreter des KKC, Gerd Müller, dass „seine Vertretung“ im Rathaus, sprich der Oberbürgermeister und seine Mitarbeiter, sehr gute Arbeit leisten würden. Hintergrund ist ja die Machtübernahme über das der Narren seit dem 11.11.2017. Nun sind nur noch kleinerer Restarbeiten zu erledigen, die je nach Wetterlage bis Ende dieses Jahres realisiert werden, spätestens aber im 1. Quartal 2018.

 

27.12.2017 - 15.01.2018

21.12.2017: Grußwort des Oberbürgermeisters

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

 

es liegt ein ereignisreiches Jahr hinter uns – im Großen wie im Kleinen. Die Welt hat sich in vielen Dingen gewandelt und wandelt sich weiter. Dies geht natürlich auch an Kamenz nicht spurlos vorbei.

 

Doch bei allen Problemen, die ja zum Leben gehören, können wir aber gemeinsam und stolz auf das Erreichte zurückschauen. Natürlich wird da jeder in seinem persönlichen und beruflichen Bereich schauen und Bilanz ziehen. Für Kamenz sind neben vielen anderen Dingen mindestens folgende erwähnenswert: Mit der Grundsteinlegung für das Werk II der Deutschen Accumotive ist die Bedeutung von Kamenz als Standort der Elektromobilität weiter gefestigt worden. Dies fand im Kleinen ebenfalls seinen Niederschlag bei der Umgestaltung des Marktplatzes, der nicht nur neu strukturiert und – nun endlich – begrünt wurde, sondern jetzt auch über mehrere Ladestationen für E-Bikes und E-Cars verfügt. Die Gestaltung der Schullandschaft schreitet voran, d.h. die Arbeiten im Schulgebäude an der Henselstraße haben begonnen und werden fortgeführt, damit im nächsten Jahr die 2. Oberschule vorübergehend in dieses Schulgebäude einziehen kann. Dann ist die Voraussetzung geschaffen für die Sanierung des Gebäudes an Saarstraße sowie die sich später anschließende Schaffung des gymnasialen Standortes an der Henselstraße. Auch die Leitbilddebatte hat Fahrt aufgenommen, die Akteure haben sich in Arbeitsgruppen zusammengefunden, erste Ergebnisse erarbeitet. Es gibt interessante und neue Impulse. Straßen – wie die innerstädtisch gelegene Königbrücker Straße und die Straßen „Am Damm“ und „Schillerpromenade“ – oder auch der Uferbereich an der Schwarzen Elster sind saniert und entsprechen langfristig heutigen Ansprüchen. Ich weiß, dass noch an viel mehr Dinge, Ereignisse und Resultate, – wie gesagt – im Großen, aber auch im Kleinen, zu erinnern wäre. Dank der Bemühungen und Anstrengungen vieler, die es durchaus wert wären, hier benannt zu werden, ist unsere Stadt wieder etwas lebens- und liebenswerter geworden. Deshalb möchte ich an dieser Stelle allen danken, die mit ihrem Tun, mit ihren Entscheidungen, mit ihren Überlegungen, Gedanken und Impulsen Kamenz vorangebracht haben.

 

Doch nun, wenn hoffentlich die letzte Hektik von uns abgefallen ist, sollten wir uns, besonders im Kreis der Familie, aber auch mit Menschen versammeln, bei denen wir uns geborgen fühlen, um die Zeit der Gemeinsamkeit zu genießen. Und vielleicht denken wir dabei an die Menschen, denen es nicht vergönnt ist, Weihnachten zu Hause zu verbringen, da sie auch an diesen Tagen zu unser aller Wohl ihrem Beruf nachgehen. Wir genießen ein friedliches Weihnachten und sollten dabei Demut walten lassen und nicht vergessen, dass dies in einer Welt mit Krieg, Armut und Elend, Flucht und Vertreibung für viele Menschen nichts Selbstverständliches ist. Auch in diesem Sinne sollte man sich am 24. Dezember beim alljährlichen Hosiannasingen einander begegnen, um gerade an diesem Abend die Kamenzer Gemeinschaft und das Füreinander in besonderer Weise zu spüren.

 

Allen Bürgerinnen und Bürgern sowie den Gästen unserer Stadt wünsche ich eine friedvolle Weihnachtszeit und ein glückliches Neues Jahr 2018.

 

Ihr

Roland Dantz
Oberbürgermeister der Lessingstadt Kamenz
 
21.12.2017 - 02.01.2018
20.12.2017: Kommissarische Leitung im Dezernat II

 

Die langjährige Dezernentin für Stadtentwicklung und Soziales, Frau Elvira Schirack, ist in der Stadtratssitzung am 13.12.2017 offiziell in den Ruhestand verabschiedet worden. Bis zur Wiederbesetzung der Stelle wird der bisherige Stellvertreter, Herr Frank Kunze, die Funktion als amtierender Dezernent übernehmen. Herr Frank Kunze ist zu erreichen unter der Telefonnummer 03578-379220 und der E-Mail-Adresse frank.kunze@stadt.kamenz.de.

20.12.2017

16.12.2017: Anmerkungen zu einem SZ-Artikel vom 15.12.2017

Liebe Kamenzerinnen und Kamenzer,

es ist verständlich, dass die Öffentlichkeit und die Bürgerschaft unserer Stadt zum einen über Sachverhalte und auch über Haltungen informiert werden möchten.

In der nachfolgenden Pressemitteilung geht es um eine Klarstellung, die die Berichterstattung der Sächsischen Zeitung ergänzt und lassen Sie mich das so sagen: vervollständigt.

Weder der Stadtrat der Stadt Kamenz, noch ich als Oberbürgermeister lassen uns in eine tatsächliche Nähe oder gedankliche Nähe zu Straftatbeständen rücken. Es handelt sich hier um Vorwürfe, die durch das Amtsgericht bzw. die Staatsanwaltschaft gegenüber Herrn Stadtrat Schwarz erhoben und in der ersten Instanz mit einem Urteil bekräftigt wurden. Der Betroffene ist in Berufung gegangen, und es ist völlig verständlich, dass sich die Frage auftut, was sich für ihn als Stadtrat ergibt. Im Kamenzer Stadtrat wurde über die Sach- und Rechtslage entsprechend informiert. Wie sich diese darstellt, kann aus der beigefügten Pressemitteilung und dem Schreiben der Rechtsaufsichtsbehörde entnommen werden. Meine Haltung ist u.a. aus den nachfolgenden ersten Sätzen der Pressemitteilung ersichtlich. Und diese Pressemitteilung hätte auch, darum war gebeten worden, vollständig wiedergegeben werden sollen.

 

Roland Dantz
Oberbürgermeister

 

Zum SZ-Zeitungsartikel „Stadtrat Schwarz ist Thema im Stadtrat“ am 15.12.2017 und der Beratung des Stadtrates am 13.12.2017

Um es vorab und eindeutig festzustellen: Zu Recht wird der Besitz und die Verbreitung von Kinderpornografie verfolgt und bestraft. Daran besteht kein Zweifel. Nicht nur deswegen wird die Behauptung ausdrücklich zurückgewiesen, dass der Oberbürgermeister dem Stadtrat, Herrn Schwarz, demonstrativ den Rücken gestärkt habe.

Vielmehr wurde auf die geltende Rechtslage verwiesen, so u.a. auf ein Schreiben des Landratsamtes Bautzen. Und es ist überhaupt nicht anzunehmen, der Rechtsaufsichtbehörde zu unterstellen, sie habe dem betreffenden Stadtrat den Rücken stärken wollen. Im Übrigen ist der im Beitrag erweckte Eindruck, der Oberbürgermeister hätte wortwörtlich gesagt „Es besteht derzeit kein Handlungsbedarf seitens der Stadt“ nicht zutreffend. Es handelt sich um einen Auszug aus dem Schreiben des Landratsamtes, der vollständig so lautet: „Davon ausgehend, dass das Urteil gegen Herrn Schwarz derzeit noch nicht rechtskräftig ist, besteht kein Handlungsbedarf der Stadt Kamenz bzw. des Stadtrates der Stadt Kamenz.“ Dieses Schreiben war Teil einer Mitteilungsvorlage, die sowohl den Stadträten am Tag der Stadtratssitzung (13.12.2017) als auch dem SZ-Redakteur am Tag nach der Sitzung im vollen Wortlaut vorlag. Im Übrigen ist diese öffentliche Mitteilungsvorlage mit Anlage in Bürgerinformation auf der Homepage der Stadt Kamenz einsehbar. Aus dieser geht auch hervor, dass der Oberbürgermeister sehr frühzeitig das Gespräch mit dem betreffenden Stadtrat gesucht und ihn auf die Folgen einer möglichen Verurteilung hingewiesen hat.

Für die Stadträte in der Stadtratssitzung am Mittwoch sowohl bei Behandlung der Mitteilungsvorlage als auch beim Tagesordnungspunkt „Anfragen“ die Möglichkeit bestanden hätte, auf die vorliegende Thematik einzugehen. Es ist nicht anzunehmen, dass sich Kamenzer Stadträte als gewählte Mandatsträger durch die Schilderung der Rechtslage schockieren lassen. Außerdem war nach vorhergehenden Presseartikeln und den darin enthaltenen Äußerungen von Stadträten zu erwarten, dass diese sich zur Sachlage im Stadtrat äußern würden. Abschließend sei noch angemerkt, dass die Verwendung der Formulierung „Belehrung in Richtung Medien“ sehr weit hergeholt erscheint, da der Oberbürgermeister ausführte, dass er es richtig findet, dass die Presse über solche Themen schreibt, die viele Menschen bewegen, und er selbst angetan sei, über die Art und Weise der Berichterstattung in der SZ.  

Der SZ-Artikel kann auch hier nachgelesen werden: „Stadtrat Schwarz ist Thema im Stadtrat“ am 15.12.2017

 

Schreiben des Landratsamtes Bautzen vom 2. November 2017

Verurteilung eines Stadtrates zu einer Freiheitsstrafe - Anfrage vom 27. Oktober 2017

 

Sehr geehrter Herr Käppler,

mit o.g. Schreiben richteten Sie eine Reihe von Fragen im Zusammenhang mit der Verurteilung des Stadtrates Martin Schwarz zu einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung durch das Amtsgericht Kamenz an das Rechts- und Kommunalamt. Hierzu möchten wir Ihnen Folgendes mitteilen: Gemäß § 34 Abs. 1 S. 1 SächsGemO scheiden aus dem Gemeinderat u.a. jene Mitglieder aus, bei denen während der Wahlperiode der Verlust der Wählbarkeit eintritt. Nicht wählbar zum Gemeinderat ist nach § 31 Abs. 2 Nr. 2 SächsGemO insbesondere, wer infolge eines deutschen Richterspruchs die Wählbarkeit oder die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Ämter nicht besitzt. Nach § 45 Abs. 1 StGB verliert, wer wegen eines Verbrechens zu Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr verurteilt wird, für die Dauer von fünf Jahren die Fähigkeit, öffentliche Ämter zu bekleiden und Rechte aus öffentlichen Wahlen zu erlangen. Einem Gemeinderatsmitglied ist ein öffentliches Amt übertragen. Die genannten Regelungen der §§ 31 und 34 SächsGemO stellen somit eine Konkretisierung und Klarstellung des § 45 Abs. 1 StGB im Hinblick auf die Wählbarkeit zum und Mitgliedschaft im Gemeinderat dar. Entsprechend § 45a Abs. 1 StGB wird der Verlust der Fähigkeiten, Rechtsstellungen und Rechte mit der Rechtskraft des Urteils wirksam. Grundsätzlich kann die Stadt hier analog der Prüfung ob Personen nach § 16 Abs. 2 SächsGemO vom Wahlrecht ausgeschlossen sind, auf die Daten des Melderegisters zurückgreifen. Dennoch empfiehlt es sich im vorliegenden Fall beim Amtsgericht nachzufragen, ob und ggf. wann das Urteil rechtskräftig geworden ist.

Bei Vorliegen der Voraussetzungen, also hier die Rechtskraft des Urteils, scheidet das betreffende Gemeinderatsmitglied zwar unmittelbar kraft Gesetzes aus dem Gemeinderat aus (vgl. § 45 Abs. 3 StGB), dennoch hat der Gemeinderat das Ausscheiden nach § 34 Abs. 1 S. 2 SächsGemO unverzüglich festzustellen. Diese Feststellung ist notwendig, da bis zu diesem Zeitpunkt die seit Rechtskraft des Urteils rechtswidrige Zusammensetzung des Gemeinderates keinen Einfluss auf die Rechtmäßigkeit der Beschlussfassungen hat (§ 34 Abs. 1 S. 3 SächsGemO).

Davon ausgehend, dass das Urteil gegen Herrn Schwarz derzeit noch nicht rechtskräftig ist, besteht kein Handlungsbedarf seitens der Stadt Kamenz bzw. des Stadtrates der Stadt Kamenz. Herr Schwarz ist weiterhin ordnungsgemäß zu den Sitzungen zu laden und hat auch das Recht an diesen teilzunehmen. Sobald die Stadt Kenntnis von einer rechtskräftigen Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr hat, ist die Feststellung des Ausscheidens auf die Tagesordnung der nächsten Stadtratssitzung zu setzen.

Mit freundlichen Grüßen

Landratsamt Bautzen

16.12.2017, aktualisiert am 18.12.2017 - 27.12.2017

12.12.2017: Verkehrsfreigabe des Marktplatzes am 11.12.2017

Am 11. Dezember erfolgte die Verkehrsfreigabe des Marktplatzes. Dazu hatten sich zahlreiche Gäste und spontane Besucher auf dem Markt eingefunden. Und im Gegensatz zum vergangenen Wochenende meinte es das Wetter gut mit Kamenz.

v.l.n.r.: Hans-Rüdiger Klein – Mitglied des Vorstandes der ewag kamenz, Wolfgang Hausdorf von Wolfgang Hausdorf e.K. , Steinsetz- und Straßenbaubetrieb, Oberbürgermeister Roland Dantz, Sandro Gebler von der Galand-GEBLER Meisterbetrieb für Garten- und Landschaftsbau sowie Vertreter des KKC und - und vor allem - Peter Linke vom CommunalConcept Ingenieurbüro Peter Linke.

 

Die Verkehrsfreigabe wurde mit dem symbolischen Durchschneiden eines roten Bandes vorgenommen. Das Besondere bei dieser Freigabe war, dass mit dem Durchschneiden des Bandes die die zuvor ausgefahrenen elektrischen Poller – wie von Geisterhand –  in den Boden versenkt wurden. Erst danach war der Marktbereich an dieser Stelle befahrbar.

 

Umgestaltung des Marktes war Wunsch vieler Kamenzer

Mit der Neugestaltung des Kamenzer Marktplatzes wurde dem Wunsch vieler Kamenzer nach einer Belebung ihres Platzes entsprochen. Dies machte auch der Oberbürgermeister in seiner kleinen Ansprache deutlich, in der er alle Beteiligten im Vorfeld der Planung erwähnte. Zahlreiche Beratungen und Abstimmungen, u.a. mit Einwohnern, mit den Gewerbetreibenden am Markt, der City-Initiative, dem städtischen City-Management, dem Forstfestkomitee, dem Landesamt für Denkmalpflege und in den Fraktionen und Ausschüssen haben zu einem Resultat geführt, dass sich sehen lassen kann. Gleichfalls dankte er den beteiligten Firmen, die überwiegend aus Kamenz und dem Umland kamen. Der Marktplatz der seine neue Schönheit im Frühjahr mit dem Blühen der Bäume noch stärker entfalten wird, steht damit für mehrere Innovationen.

Erhöhung der Aufenthalts- und Erlebnisqualität

Ziel der Neugestaltung ist die funktionale Aufwertung des Marktplatzes mit der Optimierung der Verkehrssituation und Erhöhung der Aufenthalts- und Erlebnisqualität unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer und städtebaulicher Aspekte.

Mit behutsamen Eingriffen wurde eine bessere Gliederung der einzelnen Nutzungsbereiche geschaffen, wobei prinzipiell das Erscheinungsbild des Marktplatzes erhalten bleibt. Die Verkehrs- und Ruhebereiche wurden optische durch die Verlegung von Leitsteinen voneinander getrennt. Im Bereich der geplanten Querungen wurden die Gehwegeinfassungen abgesenkt und für sehbehinderte und blinde Menschen ein Leitsystem eingebaut. Zur Verbesserung der Aufenthaltsfunktion wurden und werden neue Bänke – 13 Bänke und 5 sogenannte Einzelsitzer – aufgestellt, ganz im Sinne des Sprichwortes: „Auf dem Markte lernt man die Leute besser kennen als im Tempel.“

E-MOBILITÄT wird großgeschrieben

Die vorhandene Beleuchtung wurde mit Ausnahme der Leuchtenkörper erneuert und durch Bodenstrahler in den Pflanzgruben ergänzt. Die historischen Altstadtleuchten wurden aufgearbeitet und auf LED-Leuchtmittel umgerüstet. In den neuen Beleuchtungsmasten sind die Anschlüsse für die Elektroversorgung der Verkaufsstände integriert.

 

 

Marktplatz wurde umfassend begrünt

Für die Begrünung des Platzes wurden zwischen der Bautzner Straße 1 und Markt 13 insgesamt 7 Bäume (Blasenesche) gepflanzt, ebenso 2 Bäume (Kupferfelsenbirne) am Andreasbrunnen. Weitere 3 Bäume (Kupferfelsenbirne) werden in Pflanzkübel gegenüber der Apotheke im Frühjahr aufgestellt.

 

 

Weiterhin wurde die gesamte Pumpentechnik am Andreasbrunnen erneuert und durch drei Sprudel in der neuen Wasserrinne ergänzt.

 

 

Zur Durchführung des Wochenmarktes und Abtrennung der Verkehrs- und Aufenthaltsbereiche wurden herausnehmbare und versenkbare Poller (siehe erstes Bild) eingebaut. Das heißt auch, dass der Wochenmarkt am Donnerstag wieder auf den Marktplatz zurückkehrt.

 

Mit der Errichtung von Ladestationen für E-Bikes (acht Lademöglichkeiten) und für Elektroautos (zwei Ladestationen in einer Säule) wurden im Hinblick auf die Elektromobilität auf dem Marktplatz Akzente gesetzt.

 

 

Die Funktionsweise der Ladestation für E-Bikes erklärte ein Mitarbeiter des Bikehouses. Ebenso fachkundig wurden die Besucher durch Hans-Rüdiger Klein, Mitglied des Vorstandes der ewag kamenz, über die einfache Bedienung E-Car-Ladestelle informiert.

 

 

Für die Umsetzung der Gesamtmaßnahme wurden im Haushalt insgesamt 430.000 € bereitgestellt. Die Baumaßnahme liegt im Fördergebiet SOP Aktive Stadt- und Ortsteilzentren Kamenz „Markt – Bautzner Straße“ und wurde über dieses SOP-Programm mit einem Fördersatz von 2/3 gefördert.

Blumenstrauß für verdiente Mitarbeiterin der Stadtverwaltung

Ein besonderer Höhepunkt war die Überreichung eines Blumenstraußes an die Mitarbeiterin der Stadtverwaltung Gudrun Richter verbunden mit den Dankesworten des Oberbürgermeisters. Gudrun Richter arbeitet seit über 25 Jahren in der Stadtverwaltung. Ende des Jahres geht sie in den verdienten Ruhestand. Als Projektleiterin hat sie das Vorhaben Marktplatzumgestaltung von an Anfang begleitet und damit zum Abschluss ihres Berufsleben ein weiteres Meisterstück vollbracht.

 

 

Offizielle Übergabe des Marktplatzes an die Öffentlichkeit im 1. Quartal 2018

Nach Erledigung kleinerer Restarbeiten, die bis Ende dieser Woche realisiert werden, wird die offizielle Übergabe im Rahmen eines Einkaufssonntages im 1. Quartal 2018 – voraussichtlich am 25. März – erfolgen.

12.12.2017 - 20.12.2017

08.12.2017: Einladung zum Einkaufssonntag am 10. Dezember (Termin vorbei)

Die City-Initiativehat sich wieder ins Zeug gelegt: Von 14 bis 18 Uhr locken an diesem Tag die Geschäfte zur Erledigung der Weihanchsteinkäufe. Daneben gibt es viele Aktionen. Seien Sie also nicht nur neugierig, sondern kommen Sie vorbei!

Weiter Informationen unter: City-Initiative Kamenz

01.12.2017: Einladung zur Einwohnerversammlung für 06.12.2017 (Termin vorbei)
Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,

werte Einwohnerinnen und Einwohner,

das Jahr 2017 neigt sich seinem Ende zu. Vieles haben wir gemeinsam mit dem Stadtrat, den Gewerbetreibenden unserer Stadt und Ihnen, liebe Bürgerinnen und Bürger erreicht. Nun gilt es, auf das kommende Jahr 2018 und sicher auch darüber hinaus zu blicken. Ich lade Sie daher im Namen des Stadtrates herzlich ein, im Rahmen einer Einwohnerversammlung am

6.12.2017 um 19 Uhr im Ratssaal

unseres Rathauses mit uns ins Gespräch zu kommen.

Wie jedes Jahr können Sie sich selbst ein erstes Bild von der Haushaltskonzeption 2018 machen und Ihre Ideen und Anregungen einbringen.

Viele von Ihnen bewegt die Zukunft des Kamenzer Hallenbades. Der Stadtrat hat das Ansinnen des Landkreises Bautzen zur Übernahme der Schwimmhalle durch die Stadt Kamenz intensiv geprüft und musste sich letztlich dafür entscheiden, das Angebot abzulehnen. Wir möchten die Einwohnerversammlung nutzen, um Ihnen die dahinterliegenden Gründe zu schildern.

Drittes Thema der Einwohnerversammlung soll eine erste Information zu einem möglichen Gemeindezusammenschluss zwischen Kamenz und Schönteichen sein. Die Einwohner von Schönteichen haben sich in einem Bürgerentscheid für einen gemeinsamen Weg mit Kamenz ausgesprochen. Nun gilt es, von der Kamenzer Seite zu schauen, wie dieser Weg aussehen könnte. Auch hier wollen wir Sie herzlich einladen, Ihre Gedanken einzubringen und mit uns ins Gespräch zu kommen.

Tagesordnung:

  1. Information zu einem möglichen Gemeindezusammenschluss zwischen der Stadt Kamenz und der Gemeinde Schönteichen
  2. Informationen zur Haushaltsplanung 2018 mit mittelfristiger Finanzplanung bis 2021
  3. Entwicklung des Hallenbades Kamenz – Anfrage des Landkreises zur Übernahme der Trägerschaft

Ich freue mich, auf Ihr Kommen

Roland Dantz

Oberbürgermeister

01.12.2017 -07.12.2017
30.11.2017: Haushaltsdiskussion zum Plan 2018

Der Stadtrat der Stadt Kamenz ging ab dem 29.11.2017 in die konkreten Beratungen zum Haushalt der Stadt Kamenz 2018 mit mittelfristiger Finanzplanung bis 2021. Erstmals möchten wir dabei einen neuen Weg beschreiten und Ihnen, sehr geehrte Einwohnerinnen und Einwohner, die Möglichkeit geben, uns über das Bürgerbeteiligungsportal Ihre Anregungen mitzuteilen.

Sie finden hier den Stand der Haushaltsplanung, auf dessen Grundlage der Stadtrat die Haushaltsdiskussion beginnen wird. Gern können Sie uns Ihre Hinweise und Anregungen zukommen lassen. Der Stadtrat muss dann im Laufe der Beratungen überlegen, ob und was davon sich umsetzen lässt. Auch darüber, zu welchem Zeitpunkt Maßnahmen sinnvollerweise realisiert werden können ist zu diskutieren. Bitte beteiligen Sie sich mit!

30.11.2017 - 27.12.2017

29.11.2017: Die Milch gehört auf die Rampe ...

Oberbürgermeister Roland Dantz äußert sich zu Fragen der Zeit. Veröffentlichung der ungekürzten Fassung des Beitrages in der SZ und eines Briefes des Kultusministers.

 

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

liebe Leserinnen und Leser,

oft werden wir als Bürgermeister gefragt, warum die Dinge so sind, verbunden mit dem Ansinnen, dass wir dazu dann auch unsere Meinung sagen sollen.

Ich selbst wurde vor einigen Wochen von Redakteuren der Sächsischen Zeitung daraufhin angesprochen, ob ich bereit wäre, einen Beitrag in der Reihe „Perspektiven“ der Sächsischen Zeitung zu verfassen. Der Beitrag liegt vor, er wurde in der Sächsischen Zeitung veröffentlicht. Ich war überrascht über die Reaktionen und Wortmeldungen, die ausgesprochen positiv waren. Da einige Bürgerinnen und Bürger den Artikel in der Sächsischen Zeitung vielleicht nicht lesen konnten, habe mich entschlossen, diesen Beitrag auch im Kamenzer Amtsblatt zu veröffentlichen. Mein Ansinnen ist und war es, den Menschen Mut zu machen, Dinge, die uns auf dem Herzen liegen, zu benennen, diese deutlich zu machen und zum Mit- und Weiterdenken anzuregen.

Manchmal ist es so, dass man sich etwas von der Seele schreiben muss, sich frei macht im wahrsten Sinne des Wortes. So ging es möglicherweise auch unserem neu ins Amt berufenen Kultusminister Frank Haubitz, der sich mit sehr eindrucksvollen Worten und in einer sehr emotionalen Weise an die Lehrerinnen und Lehrer, die Schulleiterinnen und Schulleiter wandte. Kultusminister Frank Haubitz hat konkrete Vorschläge, wie wir aus der Misere der fehlenden Lehrkräfte herauskommen können, unterbreitet. Die Schulsituation berührt die Menschen im Innersten und so ist es wichtig, dass die Öffentlichkeit weiß, wie es weitergehen sollte. Deswegen möchte ich Ihnen seinen Brief vom 15. November 2017 im vollen Wortlaut zugängig machen.

Roland Dantz

Oberbürgermeister der Lessingstadt Kamenz

 

Die Milch gehört auf die Rampe ... - Gedanken von Oberbürgermeister Roland Dantz

Die beste aller Fragen ist die nach dem „Warum?“

Und warum eine Politik, die unsere Gefühle nicht wahrnimmt, uns allen schadet.

 

Wer kennt sie nicht, die bohrende, einer Sache auf den Grund gehende Frage, die Frage nach dem „Warum?“. Wenn wir sie uns stellen, ergibt sich die Möglichkeit zum gedanklichen Nachhaken, zum Nachgraben, bis man den Grund der Dinge erkennt Man findet dann etwas von dem man vorher nichts wusste oder was sich dann eben auch vielschichtiger und damit differenzierter darstellte. Wir können Dinge, die uns am Herzen liegen, ohnehin von allen denkbaren Seiten her beleuchten.

Das ist nicht neu, vor 2500 Jahren hat der Grieche Sokrates mit eben solchen bohrenden Fragen die Athener Bürgerschaft „genervt“. Der Ausgang dieser Geschichte ist bekannt – Sokrates wurde vom Rat der 500 zum Tode verurteilt für seine, für die damalige Zeit „schrägen“ Sichten. Nun, in dieser Gefahr leben wir nicht, wenngleich der Schriftsteller Uwe Tellkamp in einem SZ-Beitrag „Wir leben im betreuten Denken.“ (25. Oktober 2017) vor einem „Gesinnungskorridor“, in dem nur eine Meinung als richtig gilt, kürzlich warnte.

Also warum ist das so, das politische Klima in Sachsen?

Ich nehme ein paar Meldungen zum Anlass meines Nachdenkens. Die 1. Meldung: „Ein Kandidat sucht Rückenhalt – Michael Kretschmer soll Sachsens Ministerpräsident werden“ (SZ vom 26. Oktober 2017)

Wenn man ein Wahlergebnis, wie dieses, als Misstrauensvotum für sich und seine politische Denkweise versteht, dann ist der Rücktritt von Stanislaw Tillich verständlich und ich habe davor Respekt. Die Reaktion darauf, den Nachfolger „auf den Thron“ zu setzen, ohne die Leute ernst zu nehmen, ist dagegen beinahe lächerlich. Politik ist kein Erbhof. Auch der Sessel eines Ministerpräsidenten nicht. Um es vorweg zu nehmen, Stanislaw Tillich ist weder mein persönlicher Freund noch ist er gar mein Feind.  Ich empfinde auch keine Häme oder Schadenfreude, wie sie dann in solchen Fällen allzu oft aus den Löchern kriecht. Es lohnt sich aber, ein paar wenige Umstände anzusehen, die im Umfeld der letzten Tage eine Rolle gespielt haben.

Warum haben sich gerade jetzt Ingrid und Kurt Biedenkopf zu „Wort“ gemeldet? Kann es sein, dass er ihn immer noch als Thronerben betrachtete? Kann es auch sein, dass der „Alte“ sich vom Jüngeren nicht genügend wahrgenommen fühlt? Und kann es auch sein, dass aus dieser Haltung heraus ein Anspruchsdenken bei Familie Biedenkopf entstand, dass ein Ministerpräsident Tillich eben nicht erfüllen konnte? So sehr, dass sich Ingrid und Kurt Biedenkopf auch verletzt gefühlt mögen haben. Interessant an dieser „Oper“ war aber auch die Nichtreaktion des fragenden Journalisten der Wochenzeitung „Die Zeit“ auf die Feststellung von Kurt Biedenkopf:

 „Du hast recht, Liebes. Im Großen und Ganzen sind wir sehr zufrieden mit – wie haben Sie gesagt? Dem Lebenswerk. Das nicht mein Lebenswerk, sondern unser Lebenswerk ist. Meine Frau stand mal auf der Bühne der Semperoper und sagte im Rausch der Gefühle: ‚Seit wir Ministerpräsident sind ...‘"

Ingrid: „Da war ich müde und erschöpft!“

Kurt: „Es brachte dir große Sympathien ein. Und es war ja auch wahr!“

Hätte der Journalist da nicht z.B. nachhaken müssen mit der Frage “Frau Biedenkopf wurden Sie denn jemals in die Regierung gewählt? Hat der Sächsische Landtag Sie beide zum Ministerpräsidenten bestimmt?“

In diesem Augenblick wäre klargeworden, wie infantil und absurd die Geisteshaltung von Ingrid Biedenkopf in diesem Moment war. Und was sie aussagt über den, der eine solche mit sich rumträgt. Aber vielleicht ist es noch schlimmer, wenn diese Sichtweise von der öffentlichen Wahrnehmung unbemerkt bleibt und vielleicht sagt dies auch etwas über den Zustand der politischen „Klasse“ in Sachsen. Übrigens, ich hatte mehrmals die Gelegenheit Stanislaw und Veronika Tillich zu begegnen. Ich habe sie eher als zurückhaltende, sehr einfach und nahbar wirkende Ehegattin des Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich in Erinnerung. Können sie sich ein ähnliches Interview von der Bundeskanzlerin und ihrem Ehemann Professor Sauer vorstellen?

 

Warum ist diese Episode eher ja als Petitesse bedeutend?

Sie lenkt den Blick auf ein seit Jahren praktiziertes Verständnis, eher wohl Unverständnis, wie ein Ministerpräsident mit Rückgrat, Haltung und Weitsicht gefunden werden kann.  Seit Jahren läuft dies vom Eindruck her in Sachsen so: Ein enger „Kreis“ bestimmte nach dem Rücktritt von Ministerpräsident Professor Biedenkopf mit Professor Milbradt seinen Nachfolger. Da sich 2007 mit der Pleite der Sachsen LB eine handfeste Staatskrise und beinahe Zahlungsunfähigkeit des Freistaates ergab, trat Ministerpräsident Professor Milbradt zurück und Stanislaw Tillich wurde im politischen Hinterzimmer im Anwesen von Familie Milbradt zum Nachfolger bestimmt. Und nun soll nach demselben Muster Michael Kretzschmer folgen.

Als ich kürzlich mit einem ehrenamtlich äußerst engagierten Bürger gesprochen habe –  dieser tut viel für die Gesellschaft – sagte er mir klipp und klar, dass er zwei Briefe geschrieben hat, einen davon an den Kreisverband der CDU in Bautzen. Er meinte: „So nicht!“ Wäre es nicht redlich, bei dieser Legitimationskrise Neuwahlen in Sachsen vorzubereiten?  Wäre es nicht die Gelegenheit gewesen, damit den Wettbewerb der Ideen für unser Land anzukurbeln? Und wäre es nicht auch um ein Zeichen gegangen im Sinne von „Wir haben verstanden!“ – von CDU über die SPD bis hin zur Linkspartei?

 

Warum man nicht versuchen sollte, Bürger politisch zu entmündigen.

Ich kenne einige Mitglieder der CDU und war überrascht über deren harsches Urteil über die Bundes-, Landes- und Regionalpolitik. In dieser Runde war ich plötzlich, ohne dass ich es eigentlich wollte, der Verteidiger von Angela Merkel. Auch der hiesige Landtagsabgeordnete der CDU ist engagiert und macht und rennt. Die vormalige Bundestagsabgeordnete Maria Michalk hat viel Handfestes für die Menschen in ihrem Wahlkreis getan. Auf die Frage nach einer Neuwahl reagierten dann doch die meisten irgendwie elektrisiert, mit einem „Klassiker“: „Da würde nur die AfD gewinnen.“ Ich wäre mir da nicht so sicher. Selbstvertrauen sieht anders aus. Natürlich kann es auch nach hinten losgehen und es kann auch sein, dass man – ein wenig salopp formuliert – ein Rennen verliert. Wann ist denn die Möglichkeit, „das Rennen“ zu verlieren, besonders groß? Vielleicht dann, wenn die eigenen Vorstellungen hinsichtlich des Tempos, der Strahlkraft der eigenen Ideen eher dem Gang einer lahmen Ente gleichen. Erst dann zieht ja der politische Mitbewerber den Nutzen daraus. Aber nur dann, wenn sie dies erkennen und mit eigenen attraktiveren Lösungen Mehrheiten gewinnen. Wäre es z.B. nicht an der Zeit, dass der mündige Bürger dieses Landes den Ministerpräsidenten selbst wählt?

Nun kann ich mir vorstellen, dass es auch sofort Gegenargumente gibt. Die Verfassung sieht dies nicht vor. Ist die sächsische Verfassung Gottes- oder Menschenwerk? Eine erfolgreiche Regierung braucht Mehrheiten, bis jetzt werden diese durch den Wähler repräsentativ bestimmt. Hat denn die gewählte Mehrheit immer recht? Wenn dies so wäre, wo bleiben dann ausreichend Lehrer und Polizisten. Offensichtlich hatte die durchaus sonst sehr zuverlässige Mehrheit versagt. Oder kennen man einen Antrag der Opposition, der dann mit der Unterstützung der Regierungsparteien in ein Gesetz gegossen wurde? Übrigens hätte man sorgsam auf Mindermeinungen geachtet, hätten wir das „Lehrer-Dilemma“ in dieser Schärfe wohl eher nicht.

Warum sollten unsere Menschen nicht einen Ministerpräsidenten oder eine Ministerpräsidentin direkt und damit persönlich wählen, die eben dann auch die Pflicht haben, wenn es notwendig ist, Mehrheiten zu suchen und gegenläufige Gedanken in ihre Lösungsansätze einzubeziehen. Im Interesse unseres Landes ist die Vielfalt der Ideen gefragt und nicht der (partei-) politische Gleichschritt.

 

Und was wollen die Menschen?

Dazu habe ich unlängst – auch in Vorbereitung auf diesen Beitrag – politisch Interessierte befragt und jedem einzelnen eine Frage gestellt: „Welche Aufgaben hat Politik (Landespolitik) Eurer Meinung nach?“ Übrigens handelte es sich um ziemlich junge Menschen im Alter zwischen 26 und knapp 40 Jahren.

Die Antworten kamen schnell und ungefähr so:

  • Fürs Volk da sein.
  • An die denken, die wenig verdienen.
  • Mir das Gefühl geben, dass ich was zu sagen habe.
  • Wir wollen, dass unsere Interessen vertreten werden (Kitas z.B. wie in Schweden).
  • Wir wollen wie von einem guten König regiert werden.

Wenn auch der letzte Gedanke beinahe wie der Ruf nach einem König klingt, so schwingt doch eher das Märchenhafte im gewissen Sinne Romantische mit. Ja im Märchen siegt immer das Gute und so verkörpert es auch zu allen Zeiten ein Stück die Träume und Sehnsüchte der Menschen.

 

Die 2. Meldung ist knapp formuliert ein Skandal: Ein Beitrag in der SZ vom 21./22. Oktober 2017 ist betitelt mit „Kommunen fordern mehr Geld vom Land“ und in einer Zwischenübersicht ist zu lesen: „Sachsen bunkert 12,4 Milliarden“

Zunächst ein paar Randbemerkungen dazu: Geld ist da – Steuergeld vom Steuerbürger erarbeitet und vom Finanzamt festgesetzt und eingenommen. Ich habe dazu recherchiert und das Ergebnis: Kurz gesagt, nichts. Einfach nichts, keine Äußerung der Landesregierung oder des Finanzministeriums. Es gab auch keine Dementis! Als wären 12,4 mal 1000 Millionen EUR geradezu Spielgeld und eine für uns ziemlich unbedeutende Summe.

 

Geht’s uns allen gut, wie sieht es im Lande aus? Zumindest in Ostsachsen.

Nach einer Pressemitteilung des DGB vom 17. September 2017 – also wenige Tage vor der Bundestagswahl – leben 61 % der sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer im Landkreis Bautzen von einem Bruttoeinkommen von weniger als 2.500 EUR/Monat, knapp 43.833 Beschäftigte. Im Landkreis Görlitz sind es 63,5 %, also ca. 31.300 Beschäftigte. Das sind mit Sicherheit Menschen, die den Euro dreimal umdrehen müssen. Das sind Menschen, für die ist u. a.  die dringend notwendige Autoreparatur und vieles mehr ein Problem.  Sie können mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit am Monatsende nichts zurücklegen, oder anders ausgedrückt, keine Rücklagen bilden. Da sind auch viele dabei, vielleicht sogar die Mehrheit, die nicht ansatzweise das Einkommen von 2.500 EUR Brutto erreichen. Wenn man weiß das eine Pflegekraft in Sachsen im Durchschnitt 1.900 EUR brutto verdient, aber nur wenn sie 40 Stunden in der Woche arbeiten kann. Die Pflege älterer Menschen ist eine harte und fordernde Arbeit, die meisten arbeiten eher 30 Stunden/Woche vor allem, wenn sie alleinstehend sind und Kinder zu versorgen haben.

Und mir fällt auch ein weiteres Beispiel für die tatsächliche Lage von Menschen aus meinem Bekanntenkreis ein. Derjenige hat mehr als 45 Jahre gearbeitet, davon Jahrzehnte als selbstständiger Bauhandwerker. Er hat nie jemanden auf der Tasche gelegen, war immer fleißig. Das sind Leute, die konnten sich nicht viel zurücklegen. Und jetzt, als wir uns unlängst trafen und verabschiedeten, sagte er mir schon mit Bitterkeit: „Ich bekomme 700 EUR Rente.“

In diesem Satz schwang eine unglaubliche Enttäuschung mit. Vielleicht irre ich mich mit dieser Zustandsbeschreibung. Dann bin ich auf die Gegenrede gespannt.

 

Bezogen auf das Bundestagswahlergebnis müssen wir uns da wundern?

Was geht in Köpfen von Menschen vor, wenn sie beginnen, über ihre Lage nachzudenken? Wollen wir ihnen vorschlagen, dass sie sich besser bezahlte Jobs im Westen suchen, wie noch vor mehr als 10 Jahren und sie aus dem Land treiben? Was empfinden Menschen, wenn einer zum Ministerpräsidenten gekürt wird, der vorher nicht in der Lage war, die Wähler in seinem Wahlkreis zu überzeugen, dass er es ist, der im Bund für sie kämpft und für sie die Lebensverhältnisse verbessern will? Und wie verträgt es sich mit der im liberalen und konservativen Milieu gepredigten Botschaft, ihr müsst flexibel und beweglich sein – Freiheit bedeutet Eigenverantwortung usw. usw.? Wenn mit der Bestimmung der „Einsetzung“ des Ministerpräsidenten-Nachfolgers der Eindruck des Postenschachers, der Versorgung von Wahlverlierern erzeugt wird – machen einige wenige dann nicht etwas falsch? Auch wir die Wähler und Wählerinnen, wenn wir dazu schweigen?

 

Es geht um Gefühle, um Emotionen, Menschen sind keine Maschinen.

Vielleicht geht es auch um die Frage: Wozu ist Politik da?

Eine wichtige Frage! Weil, wenn wir sie in den vielen, beinahe unzähligen Dingen im Alltag stellen, dann gibt sie uns die Möglichkeit, unser Handeln im Einzelnen zu hinterfragen und uns im Tun zu erkennen. Eine Antwort könnte durchaus sein: Dafür zu sorgen, dass es Menschen gut geht und dort, wo es noch nicht der Fall ist, zu helfen, dass es besser wird.

Klingt einfach, ist im Einzelfall aber schwer zu machen. Natürlich erwarten die Menschen in Görlitz und Bautzen, dass sich Landespolitik und auch die Bundeskanzlerin Merkel für den Erhalt von Arbeitsplätzen bei Siemens und Bombardier einsetzt. Wenn es nicht Fördermittel sind, haben Politiker – egal ob Kommunal-, Landes- oder Bundespolitiker – wenig zu bieten außer der Autorität des Amtes. Und dennoch ist es wichtig, dass sie dies tun – wie kürzlich die Ministerpräsidenten der Länder Thüringen, Sachsen und Brandenburg in ihrem Brief an die Kanzlerin. Natürlich kann man auch den Betroffenen sagen, dass es Fälle gibt, da ist auch ein Ministerpräsident ohne Macht und beinahe im Wortsinne ohnmächtig und die Möglichkeiten, Standortschließungen abzuwenden, für ihn begrenzt sind. Es ist eben nur dann gänzlich anders, wenn ein Land, wie Niedersachsen, Miteigentümer am VW Konzern ist.

 

Was kann aber darüber hinausgetan werden?

Viele Themen wurden für den Protest ausgemacht: Fehlende Lehrer, innere Sicherheit, Lage der Kommunen im ländlichen Raum, also abseits der sogenannten Wachstumskerne, fehlende Ärzte und Flüchtlinge. Aber da ist vor allem das Gefühl: Für unsere Belange ist kein Geld da.

Auf zwei Themen will ich mich näher einlassen, und nicht nur beschreiben, was uns fehlt, sondern vielmehr möchte ich empfehlen, was zu machen ist.

Innere Sicherheit: Wer da etwas ändern will, kann die Reviergrenzen verkleinern und damit in ländlichen Räumen die Polizeireviere überschaubarer machen. Und wenn pro Schicht im Polizeirevier Kamenz drei Dienstfahrzeuge vorhanden sind, dann sind vielleicht sechs richtig, zumal erfreulicherweise die meisten Menschen im ländlichen Raum nichts dagegen haben, wenn ein Polizeiauto öfter den Ort passiert.

Kommunen: Das Leben findet auch in den Dörfern und kleinen Städten statt. Jede Kostenerhöhung im öffentlichen Sektor, Gebühren, Abgaben oder Steuern trifft die, die am wenigsten verdienen immer zuerst, eben besonders die vorhin Genannten mehr als 61 bzw. 63 % der Arbeitnehmer.

Die Staatsregierung sollte sich vom Motto „Größer, Höher, Weiter“ verabschieden. Die Zeit ist ran! Natürlich haben kleinere Gemeinden auch ihre Existenzberechtigung, vor allem durch die Nähe zum Menschen. Zusammengehörigkeit entsteht durch menschliche Nähe. Sie brauchen einen Bürgermeister, der für sie da ist und sich um sie und ihre Belange kümmert. Ja, das hat seinen Preis und Geld ist da, wie wir ja nun wirklich alle wissen können. Stattet Verwaltungsgemeinschaften finanziell besser aus und wir stärken unser Gemeinwesen. Da ist auch der Bund als größter Steuereinnehmer gefragt. Wer mir dann entgegen hält, dies sei alles zu teuer, den frage ich gern, was die Beschaffung und Unterhaltung einer Kampf-Drohne kostet und was wir bitte schön in Mali und Afghanistan wirklich zu suchen haben.

Wer der Meinung ist, dass wir, wie in der Vergangenheit wohl geschehen, mehrere Millionen EUR für die Unterstützung von Wahlen im Kongo lieber dort einsetzen, jener wird dann kein Geld haben, um Menschen, die hier leben in ihren berechtigten Grundanliegen zu unterstützen.

Kurzum schauen wir uns an, wofür unser Steuergeld ausgegeben wird.

 

Geht’s uns gut?

Es empfinden Menschen eben vielleicht doch ganz anders als der stellv. Ministerpräsident Martin Dulig, der sich anlässlich einer Gegendemonstration zum 3. Jahrestag von Pegida äußerte „...uns geht es doch grundsätzlich gut in diesem Land.“

Wenn Leute im hohen Alter unter bescheidenen Verhältnissen zur Miete wohnen und nicht wissen, wie sie demnächst ohne Aufzug in ihre Wohnung kommen, dann stellt sich für diese die Frage, weshalb nicht von den 12,4 Milliarden EUR etwas Geld für sie da ist, um den Bau eines Aufzugs zu fördern, weil es das städtische oder auch ein anderes Unternehmen nicht schaffen kann. Die Frage ist gar nicht zu vermeiden, ob denn mit den vorgesehen 120 Millionen EUR für Integration von Asylbewerbern auch eine Lösung für ihre Teilhabe am Leben geschaffen werden kann.

Und natürlich empfinden es die Menschen in Bischofswerda als ungerecht, wenn ihnen mit dem Schließen der Geburtsstation im Krankenhaus die nächste Infrastruktur entzogen wird, ohne dass über Alternativen gesprochen oder nachgedacht wird, z.B. dass die Geburtsstation von Bautzen nach Bischofswerda verlagert wird und trotzdem das Krankenhaus in Bautzen vielleicht funktioniert. Und natürlich fühlen sich Menschen verletzt, abgehängt und an den Rand gedrängt, wenn ihnen dann erläutert wird, dass nach dem in Bautzen die Geburtenstation ausgebaut wurde, dass man dann in Bischofswerda im Krankenhaus neu bauen müsse und es deswegen nicht geht.

Und glauben wir denn alle Ernstes, dass Menschen der Stadt Kamenz und des Umlandes weiter CDU wählen, wenn die Existenz einer Schwimmhalle für tausende Einwohner des Landkreises in Frage gestellt wird. Nur weil sich der Landkreis in der Vergangenheit nicht mehr an die Trägerschaft und damit an den Erhalt des Angebotes für den ländlichen Raum gebunden fühlt, Verträge kündigt und damit die Verlustangst für den Wegfall von Lebensqualität selbst erzeugt. 

Jetzt zeigen sich erste Erkenntnisse, dass es eben doch nicht so geht und vielleicht schaffen wir es den politischen Scherbenhaufen zusammen zu kehren und das wichtige Angebot für unsere Menschen zu erhalten. Nach der Äußerung des Pressesprechers des Landratsamtes Bautzen sieht dies jetzt ganz danach aus, in dem er zum Ausdruck brachte: „Das Hallenbad Kamenz ist ein wichtiger Anlaufpunkt für den Schul- und Freizeitsport in der Region. Der Landkreis Bautzen hat der Stadt Kamenz das Hallenbad zum Kauf angeboten. Unabhängig davon stellt eine Schließung des Bades für den Landkreis keine Option dar. Momentan wird von den Beteiligten an einer Lösung gearbeitet, das Hallenbad auch zukünftig für die Bewohner der Stadt Kamenz und der umliegenden Gemeinden zu erhalten. Die Frage nach der künftigen Trägerschaft des Bades wird dabei ergebnisoffen diskutiert.“ Ich bin der festen Überzeugung, dass es im Umgang miteinander anders geht und vor allem anders gehen muss.

Gerade hat man im Nachbarland Brandenburg beigedreht und eine offensichtlich unsinnige, von den Menschen nicht gewollte Verwaltungs- und Gebietsreform in den politischen Orkus geworfen. Die Menschen haben gesehen, was es uns in Sachsen gebracht hat. Entfremdung und Unüberschaubarkeit schon der Fläche nach, waren der Preis und die Folgen des Wegbügelns von Mindermeinungen und einer Politik auf der Grundlage des Rechenschiebers – und die Brandenburger haben gezeigt, dass man eben nicht alles mitmachen muss, was man machen könnte.

 

Wir haben allen Grund zur Sorge

Vor kurzer Zeit suchten – nennen wir sie so – prominente Bürger aus dem Freistaat das gemeinsame Gespräch im Kamenzer Rathaus. Sie sind in wirklicher Sorge um unser Land und machen sich Gedanken, wie das Auseinanderdriften, die Spaltung unserer Gesellschaft aufzuhalten sei. Sie wollten dazu auch meine Meinung wissen. Ich habe ihnen zu Beginn unseres Gespräches drei Fotos gezeigt: Kamenz 30. Juni 1945 – Kundgebung für einen Volksentscheid, Demonstration im Oktober 1989 und 2016 Pegida-Aufzug in Dresden, u.a. mit einem Transparent „Merkel muss weg“. Die Frage, die ich ihnen stellte, war dann folgende: Was haben alle drei Aufnahmen gemeinsam? Jeder hatte eine Antwort. Sie fielen auch unterschiedlich aus. Meine Antwort war: Ganz einfach, was aus meiner Sicht alle Aufnahmen mit einander verbindet, ist die Suche nach Sündenböcken!

Ein paar Schlussbemerkungen:

Bezogen auf das Erstarken der AfD sollten einige nicht nur mit dem Finger nach Berlin und Dresden zeigen, sondern einfach bessere Politik für die Menschen im Lande machen. Man muss sich nicht wie ein einfältiger, ziemlich ungeschickter Melker verhalten, der sich freut über das was er geschafft hat, nach dem er die Milch mühsam und mit viel Fleiß in den Eimer gemolken hat. Dann aber beim Aufstehen vom Melkschemel und beim Aufrichten des Rückens, den Eimer mit der (man kann auch sagen politischen) Milch mit dem eigenen Bein umschmeißt. Und nun zusehen muss, wie die mühsam gewonnene Milch, seine ganze Arbeit, sein ganzer Ertrag in die Gosse läuft. Anstelle sorgsam, umsichtig und vorausschauend zu sein und den Ertrag seines Handelns zur Rampe zu bringen. Vielleicht verstehen die Meisten im ländlichen Raum dieses sprachliche Bild am besten.

 

Was können wir bedenken?

Wären die Probleme und Fragestellungen weg, wenn es nicht einen einzigen Asylbewerber in Sachsen gäbe? Welche Sündenböcke würden dann gesucht?

Dass Angela Merkel mit ihrer aus meiner Sicht unbedachten Entscheidung, mit der fehlenden Empathie, die Bürger unseres Landes einzubeziehen und mit entscheiden zu lassen, Sündenböcke geradezu produziert hat und nicht einmal wahrnehmbar den Bedürftigen im Lande signalisiert hat, dass die 30 Milliarden Steuermehreinahmen des Bundes auch für sie da sind, um ihre Lebensverhältnisse zu verbessern, dies stört mich am allermeisten.

Ich habe mir Fragen gestellt und auf Lösungen verwiesen. Der Protest gegen die zum Teil vorherrschenden Umstände ist für mich in vielen Punkten verständlich. Der Protest ist in einer offenen Gesellschaft auch nötig, das Handeln für eine Veränderung, für eine Verbesserung unserer Lebensumstände ist genauso wichtig.

Wenn sich in der politischen Kultur, in der Wahrnehmung von Zuständen in Berlin, Dresden und der Region, ja in Bautzen etwas ändert, dann haben wir auch die Chance, im Ranking der Regionen, der Landkreise in Deutschland, uns vom Schlusslicht, dass ist der Bereich der Roten Laterne – Platz 396 von 401 – nach vorn zu arbeiten.

Bei aller unterschiedlichen Sicht, es ist auch ein Körnchen der vielen Wahrheiten, wenn wir die Augen für eine Sekunde schließen und uns zurückerinnern, an Jahrzehnte zuvor, um dann die Augen wieder zu öffnen. Dann sehen wir, jeder für sich, wie weit wir mit unserem Fleiß, unserer Tüchtigkeit und unseren Anstrengungen gekommen sind. Auch das gehört, meiner Ansicht nach, zusammen.

 

Brief des Ministers des Staatsministeriums für Kultus vom 15. November 2017 an die Schulleiterinnen und Schulleiter aller Schularten der öffentlichen Schulen im Freistaat Sachsen

Sehr geehrte Schulleiterinnen und Schulleiter,

liebe Kolleginnen und Kollegen,

in meinen ersten Wochen im Amt als Kultusminister war und ist es auch für mich die zurzeit drängendste bildungspolitische Herausforderung, die Lehrerversorgung in den sächsischen Schulen auf ein sicheres Fundament zu stellen. Und zweifellos wird dies auch noch eine gewisse Zeit so bleiben. Dabei ist und bleibt mein Grundsatz, keine Mangelverwaltung zu betreiben, sondern realistische Lösungsansätze mit den vorhandenen, aber auch mit neuen Ressourcen für Schulen anzubieten.

Dafür werbe ich in der Staatsregierung wie auch im parlamentarischen Raum und es bleibt abzuwarten, inwieweit meinen Vorstellungen gefolgt werden kann.

Neben der Schulaufsicht sind Sie, sehr geehrte Schulleiterinnen und Schulleiter, mit Ihren Kollegien meine wichtigsten Partner, um meine Vorstellungen in der Praxis umzusetzen und diese zum Erfolg zu führen. Heute äußere ich mich in verschiedenen sächsischen Tageszeitungen dazu und möchte deshalb auch Sie mit diesem Schulleiterbrief in Kenntnis setzen mit der Bitte, Ihre Kollegien zu informieren.

Zu meinen Vorstellungen gehören sowohl monetäre Maßnahmen wie z. B. die Verbeamtung, bezahlte Mehrarbeit und die Kapitalisierung von Lehrerarbeitsvolumen als auch nichtmonetäre Maßnahmen wie z. B. Arbeitsentlastungen der Lehrerinnen und Lehrer, die ich im Folgenden näher erläutern möchte.

Das Maßnahmenpaket „Zukunftsfähige Schule für Sachsen“ vom Oktober 2016 hat seine Wirkung entfaltet, die Not gelindert, aber das Grundproblem nicht gelöst. Aufbauend darauf muss Sachsen im Lehrerbereich gegenüber allen anderen Bundesländern auch wettbewerbsfähig werden. Die ganze Dramatik wird daran deutlich, dass für das Einstellungsverfahren im Februar 2018 nur 14 Absolventinnen und Absolventen den Vorbereitungsdienst beenden. Dieser Anzahl stehen 660 freie Stellen gegenüber, die ich besetzen muss.

Dabei geht es um nachhaltige Lösungen, die eine langfristige Perspektive schaffen. Dazu gehört für mich zweifellos die Verbeamtung. Mein Ziel ist es, bis zum Einstellungsverfahren im Sommer 2018 allen grundständig ausgebildeten Bewerberinnen und Bewerbern das Signal geben zu können: „Ab Januar 2019 können Sie verbeamtet werden.“ Dies soll der Schlüssel sein, die Lehrerversorgung in Sachsen nachhaltig sicherstellen zu können. Dabei lasse ich mich durch folgende Überlegungen leiten:

Verbeamtung

  • Sie ist ein Signal für hunderte von Sachsen, die den Freistaat einst verlassen haben und jetzt als verbeamtete Lehrerinnen und Lehrer in anderen Bundesländern tätig sind. Ich setze auf die zahlreichen heimatverbundenen Rückkehrer, die ihren Beamtenstatus damit erhalten können.
  • Sie sorgt dafür, dass Lehrerinnen und Lehrer sächsische Stellenangebote nicht mehr ausschlagen und in Nachbarbundesländer abwandern.
  • Sie sorgt dafür, dass Lehrerinnen und Lehrer, die wir in Sachsen ausbilden, auch im Freistaat bleiben. Fast die Hälfte der Lehramtsstudierenden an sächsischen Hochschulen kommt nicht aus Sachsen und verlässt gegenwärtig das Land nach Ende des Studiums wieder.
  • Sie bietet Lehrerinnen und Lehrern im sächsischen Schulsystem eine Perspektive.

Um keine Gerechtigkeitslücke aufzutun und den Schulfrieden in den Lehrerzimmern zu erhalten, möchte ich nicht nur die neuen Bewerberinnen und Bewerber auf Wunsch verbeamten, sondern auch Lehrerinnen und Lehrer, die bereits im sächsischen Schuldienst tätig sind. Da wir nur bis zum 46. Lebensjahr verbeamten können, werbe ich dafür, dass es für die älteren Kolleginnen und Kollegen, die das sächsische Schulsystem in den letzten Jahrzehnten getragen und zum Erfolg geführt haben, einen Ausgleich gibt. Diese Lehrerinnen und Lehrer haben über Jahrzehnte eine sehr gute Arbeit geleistet. Die neue Lehrergeneration kann davon profitieren und auf deren Erfahrungen aufbauen. Es ist mir wichtig, dass diese Arbeit besonders wertgeschätzt wird.

 

Bezahlte Mehrarbeit

Angesichts der unzureichenden Bewerberlage müssen wir kurzfristig mehr Lehrerinnen und Lehrer vor die Klasse bringen. Hier baue ich auf solidarisches Handeln mit der Bereitschaft zur Mehrarbeit. Von rund 32.000 Lehrerinnen und Lehrern arbeiten fast 11.000 in Teilzeit. Das entspricht einem Arbeitsvolumen von über 2.300 Vollzeitstellen. Mein Ziel ist es, gemeinsam mit Ihnen dieses Potenzial beginnend im Februar 2018 zumindest in Teilen zu heben. Dazu möchte ich folgende Angebote unterbreiten, die noch mit dem Finanzministerium endabgestimmt werden müssen:

  • In allen Schularten sollen die Lehrerinnen und Lehrer die gleiche Vergütung von Mehrarbeit (30,27 €) erhalten. Außerdem sollen alle Kolleginnen und Kollegen, die mehr als vier Mehrarbeitsstunden im Monat leisten, eine Bonusstunde extra vergütet bekommen.
  • Teilzeit kann mit Mehrarbeit kombiniert werden: Wer sich z. B. für zwei Jahre zu drei Mehrarbeitsstunden bereit erklärt, kann im 3. Jahr garantiert in seinen alten Teilzeitvertrag mit einem freien Tag zurückkehren.

 

  • Lehrerinnen und Lehrer sowie Schulleiterinnen und Schulleiter können aus zwei Sabbatjahr-Modellen wählen (5:1/4:1).
  • Lehrerinnen und Lehrer, die das 63. Lebensjahr vollendet haben und weiter arbeiten möchten, erhalten weiter eine Bindungszulage.
  • Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer sollen für ihre Klassenleitertätigkeit eine bezahlte Mehrarbeitsstunde erhalten.

 

Kapitalisierung von Arbeitsvolumen

Ein Instrument zur optimalen Ausschöpfung aller vorhandenen Ressourcen ist nach meiner festen Überzeugung die Eigenverantwortung von Schule. Sie ist u. a. durch die Ausreichung eines Budgets charakterisiert. Die Schulleiterin bzw. der Schulleiter sollen ein Stundenvolumen erhalten, das sich aus Grundbereich, schulbezogenen Anrechnungen und personenbezogenen Anrechnungen sowie vorerst 50 % Ergänzungsbereich zusammensetzt. Dieses Stundenvolumen steht der Schule vollumfänglich zur Verfügung. Damit soll zum einen den individuellen Bedarfen der einzelnen Schulen Rechnung getragen werden. Zum anderen geht der Schule, die trotz intensiver Bemühungen ihre Stunden mit eigenem Lehrerpersonal nicht absichern kann, nichts verloren. Sie kann sich für den Wert des restlichen Stundenvolumens externe Unterstützung „einkaufen“.

Für den Einsatz von Honorarkräften kommen beispielhaft folgende Tätigkeiten in Frage:

  • Unterrichtsvertretung in Anlehnung an das bestehende Programm Unterrichtsversorgung
  • Schwimmbegleitung (Grundschule)
  • Ergotherapeut/Logopäde (Förderschule)
  • Pädagogische IT-Dienstleistungen
  • Betreuung der Schulbibliothek
  • Schulbuchversorgung und -betreuung
  • schulische Verwaltungstätigkeiten

Aber auch nichtmonetäre schulorganisatorische Entlastungen der Lehrerinnen und Lehrer möchte ich vorantreiben. Mit der Einführung des Projektes „Schulverwaltungsassistent“ sollen Lehrerinnen und Lehrer von Verwaltungsarbeiten entbunden werden. Damit können sich die teilnehmenden Schulen verstärkt ihrem pädagogischen Kerngeschäft widmen. Zudem sehe ich in der Schulorganisation Reserven, die gleichfalls Zeit für Unterrichtsvorbereitung oder Korrekturarbeiten der Lehrerinnen und Lehrer schaffen. Dazu können gehören:

  • Reduzierung von Konferenzen und Beratungen
  • Reduzierung der Vorbereitungswoche auf drei Tage
  • Abschaffung des Bereitschaftsdienstes in den Ferien, dafür telefonische Erreichbarkeit der Schulleitung
  • Abschaffung angeordneter Präsenzzeiten an Versammlungstagen
  • keine nicht unterrichtsrelevanten Arbeiten in den Ferien und am Wochenende
  • verbindliche schulartspezifische Maßnahmen wie z. B. der Wegfall des Wortgutachtens in der Bildungsempfehlung oder die Möglichkeit der Zweitkorrektur von schriftlichen Abiturprüfungen an der eigenen Schule

Zweifelsohne gibt es keine einheitliche Lösung für alle Schulen. Eigenverantwortlich zu handeln bedeutet, jede Schulleiterin bzw. jeder Schulleiter hat die Möglichkeit mit dem Kollegium gemeinsam geeignete Maßnahmen auszuwählen und umzusetzen, die an der jeweiligen Schule Entlastung bringen. Dafür habe ich Ihnen Lösungsansätze dargelegt, die nicht nur attraktive Bedingungen für die junge Generation schaffen, sondern auch die Leistung der älteren Generation angemessen wertschätzen und Ihnen für Ihre Führungstätigkeit, egal ob in Mitarbeitergesprächen oder bei der Unterrichtsabsicherung, Handlungsspielraum bieten.

Sehr geehrte Schulleiterinnen und Schulleiter,

ich bin zuversichtlich, dass wir so gemeinsam die Zeiten knapper Lehrerressourcen überstehen können. Dafür möchte ich ausdrücklich um Ihr Vertrauen und Ihre Mithilfe werben. Mit der Gewerkschaft und den Verbänden habe ich ebenfalls die Gespräche aufgenommen.

Abschließend noch ein weiterer Blick nach vorn. Mein Ziel ist auch, den Planungsansatz für den nächsten Doppelhaushalt 2019/2020 auf 100 % Ergänzungsbereich zu erweitern, um die Bedingungen an Schule weiter zu verbessern.

Für den Beginn des neuen Kalenderjahres 2018 plane ich Schulleiterberatungen in den Regionen vor Ort, um Ihnen meine Vorstellungen detaillierter erläutern zu können. Dabei freue ich mich schon jetzt auf den Austausch und weitere interessante Anregungen. In diesem Sinne verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Ihr Frank Haubitz

29.11.2017 - 21.12.2017

29.11.2017: Königsbrücker Straße wieder frei

Verkehr rollt wieder

 

Seit dem 24. November 2017 rollt in Kamenz offiziell der Verkehr wieder über die Königsbrücker Straße. An diesem Tag erfolgte die feierliche Verkehrsfreigabe dieser wichtigen Verkehrsader. Begonnen hatte dieses Bauvorhaben am 12. Juni 2017. Schon damals war klar, dass der Bau dieses ca. 650m langen Vorhabens während der Bauzeit Beeinträchtigungen und Unannehmlichkeiten für alle Verkehrsteilnehmer mit sich bringen wird. Jetzt aber ist es geschafft. Zufrieden sind auch das Landesamt für Straßenbau und Verkehr Bautzen der AZV „Obere Schwarze Elster“ sowie die Stadt Kamenz, die z. B. die Straßenbeleuchtung erneuerte. Entstanden ist jetzt eine grundhaft ausgebaute Straße mit Gehwegen und beidseitigen Angebotsstreifen für Radfahrer. Darüber hinaus wurden ca. 570 m und 330 m Regenwasserkanäle nach verschiedenen DIN-Vorschriften sowie ca. 140 m Mischwasserkanäle verlegt. Hinzu kamen umfangreiche Baumpflanzungen, die der Königsbrücker Straße in diesem Bereich auch den Charakter einer Allee verleihen werden. Durch das kluge Zusammenführen verschiedener Realisierungsvorhaben konnte alles in „einem Ritt“ gemacht werden.

Insgesamt betrugen die Baukosten, einschließlich der Nebenkosten ca. 1,27 Mio. EUR, wozu die Stadt Kamenz 320.000 EUR beisteuerte, die sich aus Fördermitteln aus dem Programm RL-KStB für die Verkehrsanlage, Einsatz von Städtebaufördermitteln für die öffentliche Beleuchtung sowie Eigenmitteln zusammensetzten. Geplant und realisiert wurde das Vorhaben durch ortsansässige Firmen und Unternehmen aus der Region bzw. Sachsen. An dieser Stelle noch einmal Dank an alle an diesem Bauvorhaben Beteiligten!

Eine Kuriosität am Rande der Verkehrsfreigabe: Da ja zurzeit – seit dem 11.11. – die Narren die Macht im Rathaus übernommen haben, sahen sich Mitglieder des Elferrates in der Pflicht, den mit der Machtübernahme einhergehenden Repräsentationsaufgaben nachzukommen, was sie dann auf ihre Art taten.

29.11.2017 - 08.12.2017

 

(v.l.n.r.): Vertreter des KKC, Landtagsabgeordneter Aloysius Mikwauschk, 2. Beigeordnete des Landkreises Bautzen Birgit Weber, Staatssekretär Stefan Brangs, Oberbürgermeister Roland Dantz und Jürgen Israel, Abteilungsleiter Planung und Straßenbau beim Durchschneiden des Bandes zur Verkehrsfreigabe der Königsbrücker Straße: Eine nicht ganz ernst gemeinte Bemerkung am Rande: Hier haben sich – wie man sehen kann – die Sphären der Narren und der Politik nicht vermischt.

29.11.2017: Kamenz erhält Anerkennungspreis „Ab in die Mitte! Die City-Offensive Sachsen“

Seit 2004 gibt es den Wettbewerb der Initiative „Ab in die Mitte! Die City-Offensive Sachsen“. Ziel dieser Initiative ist es, Aktivitäten und Unternehmungen zu befördern, die zur Erhöhung der Attraktivität und damit zur Belebung der Innenstädte beitragen.

Kamenz hat sich zum vierten Mal an dem durch die City-Offensive Sachsen ausgeschriebenen Wettbewerb beteiligt. Nach 2014 und 2015 ist es erneut gelungen, einen Anerkennungspreis für Stadt Kamenz zu erringen.  Die eingereichten Wettbewerbsbeiträge aus Kamenz konnten zum wiederholten Male die Jury überzeugen, was angesichts von 21 Teilnehmerstädten keine Selbstverständlichkeit ist, da diese ebenfalls mit interessanten und vielseitigen Projekten zur Innenstadtbelebung antraten.

 

Bei der Auszeichnung (v.l.n.r.): David Benedix, Expansionsleiter der EDEKAGrundstücksgesellschaft Nordbayern-Sachsen-Thüringen und Mitglied der Initiative „Ab in die Mitte! Die City-Offensive Sachsen“; Michael Fischer-Art (Gestalter der Urkunden für die Wettbewerbsteilnehmer); Anne Hasselbach als städtische City-Managerin; Thomas Käppler, Referent des Oberbürgermeisters, Kristin Richter und Jana Wienhold, beide verantwortlich für die Leitung des Studentenprojekts; Professor Dr. Christoph Scholz, Rektor der Fachhochschule Dresden und Markus Ulbig; Minister des Sächsischen Staatsministerium des Innern.

 

Der von Kamenz eingereichte Wettbewerbsbeitrag war Resultat eines fundierten Zusammenwirkens. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung, hier besonders der Bereich der Wirtschaftsförderung, erarbeiteet das von der Stadt beauftragte City-Management mit der Fachhochschule Dresden (FHD), dem City-Inititiative Kamenz e.V. dem Kamenzer Fleischerverein sowie weiteren engagierten Bürgern das Konzept den diesjährigen Themenbeitrag.

Ganz im Sinne des diesjährigen Wettbewerbsmottos: „Unsere Stadt: alte Räume – neue Nutzung“ umfasste der Beitrag der Stadt Kamenz inhaltlich zwei selbständige zugleich aber miteinander verbundene Komponenten, mit deren Realisierung die Attraktivität der Innenstadt von Kamenz erhöht sowie an vorhanden Stadträume angeknüpft werden kann. Für beide prägend ist der regionale Gedanke: Zum einen geht es dabei um einen halbjährigen stattfindenden regionalen Nasch- und Probiermarkt, der – anknüpfend an die „Kamenzer Würstchen“ (einer Art Brühwurst bzw. Knackwurst) – an historischen Orten des Fleischereihandwerks, wie z.B. dem Saumarkt oder den Fleischbänken stattfinden soll. Zum anderen soll eine von Studenten der Fachhochschule Dresden bis ins Detail erarbeitete Konzeption für ein Ladengeschäft mit der Bezeichnung „Erdgeschoss“ umgesetzt werden. Erdgeschoss bezieht sich dabei nicht nur auf die Lage des Geschäfts, sondern soll vor allem die Assoziation an das Erdige und Bodenständige, kurz der regionalen Ausrichtung, hervorrufen, da in erster Linie Produkte und Lebensmittel von einheimischen Anbietern angeboten werden sollen.

 

 

David Benedix, Expansionsleiter der EDEKA Grundstücksgesellschaft Nordbayern-Sachsen-Thüringen und Mitglied der Initiative „Ab in die Mitte! Die City-Offensive Sachsen“, begründete die Entscheidung der Jury so: „Ein weiterer Anerkennungspreis geht an eine Stadt, die Aspekte zusammenfügt mit der Gesamtzielsetzung, die Innenstadt kontinuierlich durch Handel und Veranstaltungen zu beleben. Bestimmte Voraussetzungen in dieser Stadt, wie in vielen anderen Städten sind leerstehende Immobilien.“ Nach Darstellung einiger Details des eingereichten Wettbewerbsbeitrags kommt er zu dem Fazit: „Besonders lobenswert ist bei diesem Projekt, dass sehr, sehr viele Akteure hier zusammengearbeitet haben. Für das Projekt „Unternehmenswürstchen und Würstchen(T)räume – Spezialitätenladen im ,Erdgeschoss‘ und dem 1. Kamenzer Würstchen- und Regionalmarkt“ erhält die Stadt Kamenz einen Anerkennungspreis in Höhe von 5000 EUR.“

 

 

Mit Stolz wurde dieser Preis auf der Abschlussveranstaltung des Wettbewerbs in Plauen von den Kamenzer Vertretern, unter ihnen Anne Hasselbach als städtische City-Managerin, Professor Dr. Christoph Scholz, Rektor der Fachhochschule Dresden und Thomas Käppler, Referent des Oberbürgermeisters von Kamenz, aus den Händen des Ministers des Sächsischen Staatsministerium des Innern, Markus Ulbig, entgegengenommen.  

29.11.2017 - 16.12.2017

24.11.2017: Einkaufsnacht in Kamenz - Ein Rückblick

Erleben wir das Beste – Nachtshopping mit Kunsthopping …

… oder was es mit Wurst, Forst und Post auf sich hatte

„In dieser Nacht der Nächte - Die uns so viel verspricht - Erleben wir das Beste“, singen die Toten Hosen in ihrem Lied „Tage wie diese“. Dies wäre sicher auch eine Charakterisierung, mit der man für die Kamenzer Einkaufsnacht mehr als leben könnte. Die Initiatoren, Verantwortlichen, Mitstreiter und Unterstützer haben ganze Arbeit geleistet. Es war für jeden etwas dabei, wie die nachfolgenden Bilder verdeutlichen. Diese Einkaufsnacht war breit aufgestellt, dank auch der Kunstaktionen, die an diesem Tag stattfanden. Alle Beteiligten zu benennen oder zu „bebildern“ – sowohl die Gewerbetreibenden als auch die Künstler – ist leider nicht möglich. Insofern stehen die hier Aufgeführten stellvertretend für die vielen anderen, die sich engagiert für diesen Eventabend eingesetzt haben. Daran ändern auch die teilweise nicht so guten Witterungsbedingungen nichts, die aber vielleicht dafür mitsorgten, dass Geschäfte und Ausstellungsräume noch etwas stärker frequentiert wurden. Die Kamenzer und ihre Gäste jedenfalls ließen sich den Abend durch den Regen nicht verdrießen.

Neben dem städtischen City-Management, der City-Initiative und dem Verein  „Metamorphose – Kunst in Kamenz“, die sicherlich den Hauptanteil zum Gelingen beigetragen haben, sei auch der ewag kamenz, Ostsächsische Sparkasse, der thomas neumann Ingenieurgesellschaft mbH, der Barmenia-Versicherung an dieser Stelle ausdrücklich gedankt. Und die von der Stadt Kamenz beigesteuerten ca. insgesamt 3.000 EUR (für das städtische City-Management und die City-Initiative) sind – so das Fazit – gut angelegtes Geld.

Ach so, wie war das doch mit der Wurst, dem Forst und der Post … Ganz einfach: Vor seiner Performance hatte Utz Pannike aus Dresden die Besucher des Gebäudes der „Alten Post“(!) nach Gedanken, Worten und Begriffen gefragt, die ihnen spontan einfallen würden. Da war von Anmaßung, Vergebung, bis hin zur Kamenzer Wurst sowie Alte Post alles dabei. Diese Worte und mehr wurden an die Wand projiziert und waren Grundlage für märchenhafte, groteske und absurde Geschichten mit Kamenz-Bezug, die Utz Pannike mit der Gitarre zum Besten gab, darunter eine angehende Reimpassage mit Wurst, Forst, Post, was man fast nicht glauben kann, denn diese drei Wörter sind doch auch recht unterschiedlich. Wer Spaß an Wortspielerei hat, kam hier voll auf seine Kosten, was aber für die anderen Darstellungsformen an diesem Abend natürlich auch konstatiert werden kann. 

Insgesamt ein schöner Abend, an den sich alle Beteiligten und Besucher sicher noch lange erinnern werden!

 

29.11.2017 - 08.12.2017

Model im Regen vor der Modenschau „Lingerie noir“, die trotz schlechtem Wetter durch das Wäschegeschäft HAUTNAH zwei Mal durchgeführt wurde. Respekt!
Nicht nur mit einem großen Spielzeugangebot lockte das Spielwarengeschäft Herrnsdorf.
Utz Pannike bei seinen Wort- und Geschichtenimprovisationen in der „Alten Post“.
Die Ballon & Luftschiff Sachsen Großmann & Söhne GbR aus Haselbachtal war auf dem Markt nicht zu übersehen und sorgte hin und wieder auch für Wärme.
TEN SING - Das JugendMusikProjekt der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Kamenz sorgte den Räumlichkeiten der Genossenschaft „Neue Altstadt Kamenz eG“ für gute Stimmung.
Außergewöhnliches fand sich im Blumengeschäft „Anlaufpunkt“: Hier wurden die nächtlichen Besucher mit reizvollen floralen Adventsarrangements überrascht.
Dicht belagert war auch wieder das Ausgabefenster von PWM Partyservice Weizel + Müller auf der Bautzner Straße, gemeinhin als Suppen-Müller bekannt. Heiß begehrt sein Burger!
Hier im Innenhof der „Alten Post“ wollte Tony Harwood im Rahmen seiner Installation mit bemalten und in verschiedenen Farben angeleuchteten Baumstämmen einer Rauchzeremonie der Aborigines möglicherweise vorhandene negative Energien beseitigen.
U.a. durch die Complex Veranstaltungs GmbH wurden die Räume im Gebäude der „Alten Post“ gekonnt in Szene gesetzt.
Auch im Gebäude der Genossenschaft „Neu Altstadt Kamenz eG“ gab es ein Kommen und Gehen, aber auch langes Verweilen.
12. Open-Air-Disco Marktplatz? Die weit über dem Platz schwebende und angestrahlte Disco-Kugel erzeugte mit ihren Lichteffekten auf dem Marktplatz eine ganz besondere Atmosphäre.
Blick in die Zwingerstraße, wo u.a. die Gaststätte „Edelweiss“ bei Rostbratwurst, Fischsemmeln, Glühwein u.v.m. zum Verweilen einlud.
Noch ein Beispiel der Licht-Illumination der Complex Veranstaltungs GmbH am Renaissance-Portal der „Alten Post“.
In den Räumlichkeiten der Stadtwerkstatt zeigten u.a. Wesley Wuttke eigene Musik-Videos und Sandro Schneider effektvoll verfremdete Fotografien mit Kamenz-Motiven.
20.11.2017: Kamenz kauft Werk von Angela Hampel an

Werkankauf durch die Stadt Kamenz

Dr. Sören Fischer, Kurator des Sakralmuseums St. Annen, präsentiert den Ankauf des Museums.

Die 1956 in Räckelwitz geborene Künstlerin Angela Hampel zählt seit Jahrzehnten zu den festen Größen in der sächsischen Kunstlandschaft. Seit ihrem Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, das sie von 1977-1982 absolvierte, ist sie freischaffend tätig und wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet. So erhielt sie 1986 den Preis des Staatlichen Kunsthandels der DDR, 1990 den Marianne-Werefkin-Preis und war 1998 Trägerin des Ohio Arts Council-Austauschstipendiums in Cleveland (USA). 2014 nahm sie an der Dresdener OSTRALE teil. In zahlreichen Ausstellungen und Projekten führte sie den Betrachtern immer wieder ihre ausdrucksstarke, stark gestisch bestimmte und mit erotischen Untertönen spielenden Bildwelten vor Augen. Dass diese oft von starken, teils viril erscheinenden Frauenfiguren belebt werden, ist ein Charakteristikum ihrer Arbeiten.

Die Städtischen Sammlungen Kamenz konnten ihren Bestand an Kunstwerken von Angela Hampel nun mit einem herausragenden Blatt erweitern. Angekauft wurde die signierte, großformatige Farbalgrafie „Salomé“, die um 1990 in einer Auflage von 20 Exemplaren entstanden ist. Dargestellt ist die biblische Frauenfigur Salomé, die laut des Neuen Testamentes für den Tod von Johannes dem Täufer verantwortlich war: Durch ihren Tanz soll sie den Herrscher Herodes derart in Verzückung gebracht haben, dass dieser ihrem Wunsch, den Johannes zu köpfen, nachkam. Hampel widmet sich diesem christlichen Thema schonungslos. Mit toten Augen liegt das Haupt des Johannes auf einem Teller, während sich Salomé verstohlen vom Betrachter wegdreht.

„Mit dieser christlichen Thematik“, so Dr. Sören Fischer, der Kurator des Sakralmuseums, „erweitert die Druckgrafik auf eindrückliche Weise den neuen Sammlungsschwerpunkt des Museums. Dieser widmet sich seit 2014 dezidiert religiösen Themen in der zeitgenössischen Kunst und umfasst bereits Arbeiten u.a. von Michael Klipphahn Franziska Junge, Rosanna Merklin sowie Nadine Prange.“

Hampels Blatt weist auch vielfache Verbindungen mit den Kunstschätzen des Sakralmuseums auf. So sieht man Johannes den Täufer ebenfalls auf dem 1542 von Wolfgang Krodel d. Ä. ausgeführten Bildpaar „Gesetz und Gnade“ sowie auf dem kostbaren Epitaph des Kamenzer Malers Andreas Dressler, das um 1604/05 entstanden sein dürfte. Weitere Informationen: www.sakralmuseumkamenz.de

20.11.2017 - 29.11.2017

17.11.2017: Werbung in der Planwirtschaft?

"Es gab doch nichts!"

 

Na ja, ganz so schlimm, wie in der Unterüberschrift ironisch behauptet, war es wohl nicht. Dies verdeutlicht auch die am Mittwoch, dem 15. November 2017, in der Stadtgeschichte eröffnete neue Sonderausstellung. Sie wendet sich einem spannenden und zugleich überraschenden Gegenstand zu. Unter dem Titel „Reklamehelden“ stellt sie DDR-Werbefiguren aus der Sammlung des Putzkauers Frank Lange vor, der nach der kurzen Ansprache der Leiterin der Städtischen Sammlungen, Dr. Sylke Kaufmann, auch selbst zu Wort kam. Kuratiert wurde diese kleine, aber feine Sonderausstellung von der Mitarbeiterin der Städtischen Sammlungen Kamenz, Ragnit Michalicka, die u. a. auch für die erfolgreiche Veranstaltungsreihe „Kaffeeklatsch im Malzhaus“ verantwortlich zeichnet.

 

Besucher bei der Eröffnung der Ausstellung. Im Hintergrund links der Sammler Frank Lange, der dankenswerterweise viele „Reklamehelden“, aber auch Heldinnen, für diese Ausstellung zur Verfügung stellte.

 

Wer in der DDR aufgewachsen ist, wird sich sicher noch an die Tausend Teletipps im Fernsehen erinnern, wo viele dieser Figuren zu sehen waren. Oder an den Minol-Pirol, die Werbefigur der einzigen Tankstellenkette der DDR.

Mit dieser Figur nahm auch die Sammelleidenschaft von Frank Lange ihren Anfang. Der passte wunderbar zu Minol-Tankwagen und -Tankstelle. Der Minol-Pirol schärfte den Blick für weitere DDR-Werbefiguren, deren Vielfalt so manchen erstaunen lässt.

Bereits während der Schulzeit hat Frank Lange die Spielzeug-Sammelleidenschaft gepackt und seitdem nicht mehr losgelassen. Es sind die zahlreichen Spielzeug- und Modellautos, Tankstellen, Schiffe, Flugzeuge und Eisenbahnen aus DDR-Produktion, die sein junggebliebenes Sammlerherz auch heute noch höherschlagen lassen.

Die meisten Werbefiguren wurden Mitte der 1950er- bis Mitte der 1960er-Jahre entwickelt. Das Mux-Männchen, der Spezitex-Detektiv, Meister Malimo oder das MZ-Männchen entstanden in dieser Zeit und gehören in den Bereich der Produktwerbung.

 

In dieser Form und Größe kennt man „Johanna“, die Werbefigur für das Fewa-Waschmittel, bestimmt noch nicht.

 

Daneben gibt es auch Figuren wie das Messemännchen oder Florinchen, die eher unter die Rubrik Maskottchen fallen. Die langesche Sammlung weist zudem viele nicht individualisierte Püppchen auf, die Uniformen bzw. Anzüge von Volkspolizei, Feuerwehr, Gesellschaft für Sport und Technik usw. tragen oder die lediglich mit einem kleinen Firmenlogo versehen wurden.

Bereichert und erweitert wird die kleine Ausstellung durch Figuren wie Pittiplatsch und Sandmännchen, welche als Botschafter des Deutschen Fernsehfunks in großer Zahl Einzug in die Spielzeugkisten hielten.

Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 28. Januar zu den Öffnungszeiten des Museums der Westlausitz. Ein Ausflug in die – doch noch relativ nahe – Vergangenheit lohnt sich.

17.11.2017 - 29.11.2017

17.11.2017: Oratorium wird per Video am 25.11.2017 aufgeführt

Anlässlich der Übertragung des Patronats der Heiligen Maria Magdalena über die Stadt Luban (Lauban) entstand das Oratorium mit dem Titel „Jubilate Deo omnis terra“. Dazu waren vor etwa 1½ Monaten auch Mitglieder Kamenzer Pfarrgemeinde nach Luban eingeladen worden, wo mit polnischen Sängern dieses Oratorium in kürzester Zeit einstudiert und am 24. September 2017 erfolgreich aufgeführt wurde.

Am Sonnabend, dem 25. November 2017, 13.30 Uhr wird nun im Kamenzer Rathaus im Ratssaal das Oratorium „Jubilate Deo omnis terra“ in Form einer Videoprojektion aufgeführt.

Zu dieser Oratoriumsaufführung, an dem auch ca. 50 Gäste aus Luban teilnehmen, sind die Kamenzerinnen und Kamenzer herzlich eingeladen.

Das gesamte Projekt wurde im Rahmen der EU über das Projekt „Gemeinsame Kultur und Geschichte als Brücke zwischen den Bürgern der Städte Luban und Kamenz - KPF INTERREG Polen – Sachsen 2014 – 2020“ gefördert und finanziert. Dieses Projekt ist ein lebendiges, verdeutlicht es doch, dass die gemeinsame Geschichte, Kultur, Religion und Tradition die wirklichen Grundlagen für eine Verständigung zwischen Menschen und Völkern sind und Ideologien sowie modische Zeiterscheinungen keine Basis für eine bleibende positive Entwicklung unserer Länder und Europas, ja der ganzen Welt sein werden.

Für Kamenz selbst ist es ein Stück gelebte Städtepartnerschaft.

Der Eintritt ist frei.

17.11.2017 - 21.11.2017

 

11.11.2017: Impressionen vom 11.11., 11.11 Uhr in Kamenz

Aller Jahre wieder "stürmt" der KKC am 11.11. das Rathaus. Aber dieses war durch die "Kamenz-Papers" mit dem Flower-Power-Notset für den KKC vorbereitet. Sie haben es mal wieder geschafft. Das Rathaus ist in den Händen der selbsterklärten Narren. Nun wird alles besser! Aber die Hausbesetzung vollzog sich friedlich. Eigentlich wurden die Hausbesetzer herzlich empfangen. Fast war es so, als wollte der Hausherr für diesen einen Moment das Rathaus mal loswerden. Vorausschauend hielt er auch das schon erwähnte Flower-Power-Notfallset bereit, bestehend aus Gotano, Samabalita, Pfeffi, Klarem, (Dichtungs-)Hanf, also mehr zum Abgewöhnen, und einer kleinen Flasche zum Seifenblasen machen. Damit sind die Narren hinreichend ausgerüstet, um die Amtsgeschäfte zu übernehmen. Sie werden schon sehen, was sie davon haben ... - Die Stadtkasse und der Rathausschlüssel werden im Februar bestimmt kleinlaut zurückgegeben oder auch nicht, dann: Freizeit für alle!

11.11.2017 - 20.11.2017

10.11.2017: Neujahrsempfang der Stadt Kamenz im Jahr 2018

Auszeichnung ehrenamtlich Tätiger

In Anknüpfung an die vergangenen Jahre findet auch im Jahr 2018 der Neujahrsempfang der Stadt Kamenz statt. Vorgesehen ist dafür Freitag, der 2. Februar 2018.

Es ist eine schöne Tradition, die seit Jahren in Kamenz gepflegt wird, dass alljährlich zum  Neujahrsempfang, ehrenamtlich tätige Einwohner für ihren Einsatz sowie Personen, die sich Verdienste um die Stadt Kamenz erworben haben, gewürdigt werden. Schon seit Jahren erfreut sich diese Form der Ehrung großer Resonanz. Aus diesem Grund rufen wir alle Vereine, Verbände, Interessengruppen und Bürger auf, Einwohner von Kamenz, einschließlich der Ortsteile, bzw. andere Personen zu benennen, die durch ihr verdienstvolles oder ehrenamtliches Engagement in besonderer Weise das Leben in der Stadt bereichern oder anderen Einwohnern in unserer Stadt in den verschiedensten Dingen behilflich waren und sind.

Kriterien für die Verleihung der Ehrenmedaille sind u.a.:

1. langjähriges ehrenamtliches Engagement,

2. Einsatz für die Belange der Stadt Kamenz in der Öffentlichkeit,

3. selbstlose Förderung bestimmter relevanter Lebensbereiche in Kamenz,

4. Tätigkeiten, Aktivitäten und Initiativen, die das Wohl der Stadt Kamenz und seiner Bürgerschaft, deren Ziele oder Lebensqualität herausragend fördern.

Die Anzahl der Auszuzeichnenden ist auf 20 Personen begrenzt. Wir bitten deshalb um Verständnis, dass wir je Vorschlag nur eine Person auszeichnen können. Bei der Benennung mehrerer Personen werden wir die erstgenannte auf dem jeweiligen Vorschlag auswählen. Für die anderen müsste dann im nächsten Jahr erneut ein entsprechender Vorschlag erfolgen, es sei denn, es gehen weniger als 20 Vorschläge (gleich Personen) ein, so dass Vorschläge mit mehreren Personen einbezogen werden könnten. Die Vorschläge selbst werden in der Reihenfolge des Einganges in der Stadtverwaltung berücksichtigt. Einwohner/Personen, die in den letzten drei Jahren bereits ausgezeichnet wurden, finden, wie schon in der Vergangenheit gehandhabt, zur Auszeichnung im Jahr 2018 keine Berücksichtigung.

Bitte senden Sie Ihre Vorschläge und Anregungen – bitte immer auch den Vor- und Zunamen und die Anschrift des Vorgeschlagenen angeben – mit ausführlicher und nachvollziehbarer Begründung bis zum 1. Dezember 2017  an die Stadtverwaltung Kamenz, Referent des Oberbürgermeisters, Markt 1, 01917 Kamenz. Rückfragen sind unter den Telefonnummern 03578/379101 und 379102 möglich.

10.11.2017 - 30.11.2017

09.11.2017: Alles im grünen Bereich - Ein weiterer Schritt in der Marktplatzumgestaltung
Gemeinsam geht es besser (v.l.n.r.): städtische City-Managerin A. Hasselbach, Geschäftsführer Sandro Gebler von „Galand Gebler - Landschafts- und Gartenbau“, OB R. Dantz, Thomas Koch – Vors. der City-Initiative Kamenz sowie Felix Proske von Galand Gebler

 

Am Freitag, dem 3. November war es soweit, die ersten auf dem Marktplatz geplanten Bäume wurden gepflanzt. Auf der Seite gegenüber dem Rathaus haben sieben Blaseneschen ihren neuen Platz gefunden und werden im Frühjahr ihre Blätterpracht entfalten. Die Baumbepflanzung ist Bestandteil einer intensiven Marktplatzumgestaltung, die zum Ziel hat, den Marktplatz und damit die Altstadt zu beleben.

Dazu haben viele beigetragen, u. a. die Gewerbetreibenden selbst, die City-Initiative, das städtische City-Management, das Forstfestkomitee, das Landesamt für Denkmalpflege sowie die Mitglieder im Bau- und Stadtentwicklungsausschuss unter Teilnahme des Ordnungsausschusses, aber schließlich auch der Stadtrat, der am 7. Dezember 2016 die Neugestaltung des Kamenzer Marktplatzes in Form der Bestätigung der Entwurfsplanung und des Baubeschlusses beschloss. 

Diese Form der Erhöhung der Attraktivität des Marktplatzes zu realisieren, war nicht einfach: Zum einen haben Einzelne keinen Vorteil in einer solchen Begrünung gesehen, zum anderen hatte der Denkmalschutz große Bedenken. Letztendlich konnten alle Bedenken entkräftet werden, so dass dieser Begrünung nichts mehr im Weg stand. Ausgeführt wird sie im Auftrag der Stadt von der Firma „Galand Gebler - Landschafts- und Gartenbau“, die im Rahmen der erforderlichen Ausschreibung den Zuschlag erhielt.

 

Und so hoben am Freitag Mitarbeiter dieser Firma, die Erde aus den vorgesehenen Einpflanzungsabschnitten aus, um dann – auch mit Hilfe moderner Technik – die sieben Bäume einzupflanzen. Natürlich sehen sie ohne Blätter sehr herbstlich aus, aber das wird sich, wie schon gesagt, im Frühjahr ändern. Bei der Einpflanzung, so der Geschäftsführer der Firma, Sandro Gebler, wurde auch eine neuartige Einpflanztechnik verwendet.

Ganz deutlich ist am Boden des Wurzelballens der stabilisierende und wachstumsanregende Fäustel zu sehen.

 

Am Wurzelballen des Baumes wird durch eine Eisenspitze (Fäustel) zum einen erreicht, dass der Baum von Anfang an eine höhere Standfestigkeit hat, zum anderen –und das ist vielleicht noch wichtiger – bringt es die Konstruktion der Eisenspitze mit sich, dass der Baum samt Wurzel – natürlich nicht sichtbar – „vibriert“, sich also bewegt. Der Zweck ist ein ganz einfacher: Durch die erzeugte Bewegung des Baumes wird das Wurzelwachsen in einem viel größeren Maße angeregt als es normal möglich wäre und damit erreicht, dass auch dadurch der Baum schneller an Festigkeit gewinnt.  

Einpflanzung der Kupfer-Felsenbirne am Andreasbrunnen

 

Weiterhin sind für den Markt auf der Seite von Rossmann noch drei Kupfer-Felsenbirnen geplant, die allerdings aufgrund des „Forstfestaufmarschgebietes“ in Pflanzkübeln aufgestellt werden, damit sie dann für die eine Woche, ohne die Umzüge zu stören, einen anderen Ort finden. Dagegen werden die zwei Kupfer-Felsenbirnenbäume auf der anderen Seite, am Andreasbrunnen, wie die Blasenebereschen, in das Erdreich eingelassen, was zwischenzeitlich schon geschehen ist. 

Die Verkehrsfreigabe des umgestalteten Marktplatzes ist für den 11. Dezember 2017 geplant. Die offizielle Übergabe an die Öffentlichkeit soll voraussichtlich zu einem Einkaufssonntag im ersten Quartal 2018 stattfinden.

09.11.2017 - 28.11.2017

09.11.2017: Sanierte Ufermauer an der Schwarzen Elster und am Langen Wasser übergeben

Förder- und Eigenmittel gut eingesetzt

 

 

Auch wenn es auf den Bildern nicht ganz genau zu sehen ist, es haben in diesem Uferbereich an der Schwarzen Elster gravierende Veränderungen stattgefunden, ebenso am Langen Wasser. Endlich wurden die durch Hochwasser und das Alter der Uferbefestigung verursachten Schäden beseitigt, so dass am Freitag, dem 27.10.2017 dieser Bereich sowie der anderer am Langen Wasser der Öffentlichkeit übergeben werden konnte. Gemeinsam mit Anwohnern der Uferstraße und Vertretern beteiligter Firmen zerschnitt der Oberbürgermeister symbolisch das rote Band und machte den Weg frei zur offiziellen Nutzung.

 

 

Es waren sicherlich nicht die größten Bauvorhaben in Kamenz, welche mit der Sanierung des Uferbereichs an der Schwarzen Elster und am Langen Wasser in letzter Zeit verwirklicht wurden. Trotzdem ist es ein Grund zur gemeinsamen Freude, dass sich Kamenz wieder ein Stück zum Guten verändert hat. Außerdem war die Übergabe Anlass, um den Firmen sowie allen an diesem Vorhaben Beteiligten zu danken. Denn in diese verhältnismäßig kleinen Bauvorhaben waren Viele eingebunden: das Landesamt für Denkmalschutz, das Landesamt für Umwelt, die Landestalsperrenverwaltung Sachsen, die Fischereibehörde, das Landesamt für Archäologie, die ewag Kamenz, die Fa. Straßen- & Tiefbau Seidel aus Kamenz, das COMMUNALCONZEPT Ingenieurbüro Peter Linke sowie Kabelgesellschaften.

Nicht unerwähnt bleiben darf, dass diese Sanierung, die ja nicht nur die reine Ufermauer betraf, sondern auch der Umverlegung von Medien und der Straßenerneuerung diente, nur mit Hilfe von Fördermittel möglich war. Diese kamen aus dem Programm des Freistaates „Hochwasserschadensbeseitigung 2010“. Die Kosten für beide Vorhaben betrugen gesamt ca. 294.000 EUR, wozu die Stadt Kamenz aber immerhin etwa 55.000 EUR beisteuerte, was sicherlich zu salopp formuliert ist, denn wenn der Eigenanteil nicht aufgebracht werden kann, nützen auch die Möglichkeiten, die durch Fördergelder entstehen, nur wenig.

Vielleicht sollte man mal wieder einen Spaziergang an der Elster und am Langen Wasser in diesen Bereichen machen, um sich selbst zu überzeugen, dass nicht nur der Sicherheit Genüge getan, sondern auch weitgehend der Eindruck eines „natürlich“ wirkenden, vermauerten Ufers erhalten wurde.

09.11.2017 - 17.11.2017

02.11.2017: Impulsvortrag zur Marktplatzbelebung (Termin vorbei)

Seit dem 14. Juli 2007, ausnahmslos an jedem Sonnabend (!) und beginnend immer um 10.30 Uhr, wird der Marktplatz der Stadt Eberswalde unter dem Motto Guten-Morgen-Eberswalde für kurze Zeit zur öffentlichen Bühne vielfältiger Straßenkulturaktionen, die eine spürbare Belebung der anliegenden Geschäfte und der Gastronomie zur Folge haben. Das städtische Citymanagement hat Udo Muszynski von der „Udo Muszynski Konzerte + Veranstaltungen“ nach Kamenz eingeladen, um über diese Initiative und seine Erfahrungen zu sprechen. Mit der Neugestaltung des Kamenzer Marktplatzes zeigt sich natürlich auch die Chance , den Marktplatz mit vielfältigen Aktionen zu beleben und ihn zur „Guten Stube“ der Stadt Kamenz zu machen und damit die Bürger langfristig wieder mehr an das Stadtzentrum zu binden.

Der Impulsvortrag findet am Donnerstag, dem 2. November um 18.15 Uhr in der Stadtwerkstatt Kamenz statt (Rosa-Luxemburg-Straße 13) Unkostenbeitrag: 5,00 Euro, inkl. Erfrischungsgetränk

Der Abend ist auch gleichzeitig Gelegenheit, die Stadtwerkstatt kennenzulernen, mit Kamenzer Akteuren und der Stadtverwaltung zum Thema ins Gespräch zu kommen. 

Rückmeldungen erbeten unter: studio@annehasselbach.de

01.11.2017

27.10.2017: Oberbürgermeister begrüßte neue Erdenbürger

Kugel-Robinie wurde am Bönischplatz gepflanzt

Eine schöne Tradition, welche schon seit 2005 währt, fand am vergangenen Sonnabend mit dem zweiten Neugeborenenempfang in diesem Jahr, ihre Fortsetzung.

Nach dem Fototermin im Trausaal der Stadtverwaltung füllte sich der Ratssaal rasch mit Eltern, Großeltern, Geschwistern und natürlich den Hauptpersonen - die neuen Erdenbürger.  Die auf Ihre ganz eigene Art die Aufmerksamkeit auf sich zogen.

Oberbürgermeister Roland Dantz konnte dieses Mal 36 Kinder (17 Mädchen und 19 Jungen) begrüßen.  Neben den Begrüßungsworten erhielten die „Neuankömmlinge“ bzw. deren Eltern als Begrüßungsgeschenk ein Fotoalbum. Das Gruppenfoto, welches während des „Fotoshootings“ zu Beginn der Veranstaltung entstand, wird allen Beteiligten in den nächsten Tagen zugesandt.

Musikalisch umrahmt wurde der Empfang von Jakob Althaus, Schüler der Regionalstelle Kamenz der Kreismusikschule Bautzen. Auf dem Flügel spielte er folgende Stücke Yoda`s Theme sowie Princess Leia`s Theme von John Williams.

Nachdem offiziellen Teil im Rathaus zog eine Kinderwagenkarawane zum Bönischplatz. Dort wurde mit tatkräftiger Unterstützung der Eltern eine Kugel-Robinie gepflanzt, die symbolisch das Leben und die Entwicklung der Kinder begleiten soll.

27.10.2017 - 17.11.2017

24.10.2017: Ausschreibung von Grundstücken (beendet)

Öffentliche Ausschreibung von Grundstücken

Die Große Kreisstadt Kamenz schreibt das nachfolgend näher beschriebene Flurstück Nr. 46 der Gemarkung Kamenz zum Verkauf aus.

 

Lagebezeichnung:                                          Kamenz Pulsnitzer Straße 10

Gemarkung:                                                   Kamenz

Flurstück:                                                       46   (mit einer Größe von 1.030 m²)

                                                                              

Standortbeschreibung:

Das ausgeschriebene Flurstück liegt im Sanierungsgebiet „Altstadt Kamenz“ an der Pulsnitzer Straße, mitten im Zentrum der Großen Kreisstadt Kamenz. Im rechtskräftigen Flächennutzungsplan der Großen Kreisstadt Kamenz ist das Gebiet, in welchem das zum Verkauf ausgeschriebene Flurstück liegt, als gemischte Baufläche entsprechend § 1 Abs. 1 Nr. 2 BauNVO ausgewiesen.

Die Stadt Kamenz hat sich in den letzten Jahren durch weitblickende Städtebau – und Wirtschaftspolitik zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort entwickelt.  Mit der Ansiedlung und Erweiterung der Deutschen Accumotive GmbH & Co.KG gilt die Stadt Kamenz als Kompetenzzentrum für die Elektromobilität.

 

Objektbeschreibung:   

Das Flurstück Nr. 46 Gem. Kamenz ist mit einem sanierungsbedürftigen, teilunterkellerten Wohn – und Geschäftshaus mit zwei Seitenflügeln und einem Hinterhaus bebaut.  

Auf dem Flurstück Nr. 46 der Gem. Kamenz befindet sich eine denkmalgeschützte Inschriftentafel, welches zu erhalten ist.

Das Flurstück ist voll erschlossen.  Die Ablösung des Ausgleichbetrages für das Flurstück Nr. 46 gemäß § 154 Baugesetzbuch (BauGB) im festgelegten Sanierungsgebiet „Altstadt Kamenz“ erfolgt mit der Kaufpreiszahlung.

In Abteilung II des Grundbuches von Kamenz Blatt 718 ist unterlaufender Nummer 1 der Sanierungsvermerk eingetragen, welcher vom Käufer zu übernehmen ist. Abteilung III ist lastenfrei.

 

Gestaltung:                                                      

Die Ausschreibung des Flurstückes Nr. 46 der Gemarkung Kamenz erfolgt zum Zwecke der Neugestaltung und Neuordnung. Vorrangig ist die vorhandene Bebauung zu sanieren und einer neuen Nutzung zu zuführen, wobei für die Seitenflügel als auch das Hinterhaus ein Abriss möglich ist. Je nach Nutzungskonzept ist eine Nutzung des Erdgeschosses eventuell auch des Oberschosses als Gewerberäume möglich.

Das zulässige Maß der baulichen Nutzung richtet sich nach § 17 Abs. 1 BauNVO, die Bestimmungen und Festlegungen der Sanierungssatzung „Altstadt Kamenz“ sind einzuhalten.

Abbruch – und Sanierungsarbeiten sind bei dem ausgeschriebenen Objekt Förderfähig (Städtebaufördermittel).

Das Sachgebiet Stadtsanierung der Stadtverwaltung Kamenz berät potenzielle Erwerber gern über die Möglichkeiten der Förderung und erstellt unter Einbeziehung des Sanierungsberaters der DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG ein Fördermodell. Dafür sind durch den Kaufinteressenten erste Vorstellung zur künftigen Nutzung des Objektes mitzuteilen.

Diese Gespräche sollten bereits im August 2017, aber spätestens bis zum 15. September 2017 geführt werden, um damit eine wichtige Grundlage für ein Angebot zu schaffen. Für Terminvereinbarungen steht Ihnen die Sachbearbeiterin Stadtsanierung Frau Bobke (Tel.: 03578 379213) gern zur Verfügung.

 

Kaufpreis:                                                         

Der Kaufpreis beträgt mindestens                                           16.000,00 EUR

 

Der Kaufpreis ist auf der Grundlage des Gutachtens zur Ermittlung des Verkehrswertes vom 24. April 2017 ermittelt worden.

Der Erwerber trägt sämtliche mit dem Vollzug des Kaufvertrages verbundenen Kosten.  

 

Wertung der Angebote:

Die Zuschlagserteilung erfolgt nach der städtebaulichen Gesamtkonzeption und Kaufpreisangebot.

Mit Abgabe des Angebotes sind folgende Unterlagen vorzulegen:

  • Investitions- Nutzungskonzept
  • Nachweis der gesicherten Finanzierung
  • Verpflichtung des Bieters zur Umsetzung des Investitions – und Gestaltungskonzeptes innerhalb von 3 Jahren nach Abschluss des Kaufvertrages (Datum der Beurkundung)

 

 

Ausschreibungsbedingungen:

  1. Die Ausschreibung ist öffentlich. Jedermann (Bieter) ist berechtigt ein Angebot mit Nutzungskonzept, in welchem die künftige Nutzung detailliert beschrieben ist einzureichen.

Das jeweilige Gebot ist in einem verschlossenen Briefumschlag, der die Beschriftung - Ausschreibung „Pulsnitzer Straße 10 - Flurstück Nr. 46 “; Bitte nicht öffnen -  tragen muss, einzureichen.

  1. Das Gebot ist betragsmäßig bezüglich des Kaufpreises fest beziffert einzureichen. Der Bieter hält sein Gebot bis 30.01.2018 aufrecht.
  2. Die Angebotsannahme erfolgt auf der Grundlage der VwV kommunale Grundstücksveräußerung vom 08.08.2003 und wird entsprechend § 28 Abs. 1 SächsGemO durch den Stadtrat von Kamenz in öffentlicher Sitzung erfolgen.
  3. Gebote müssen spätestens bis zum 27.10.2017 bei der

 

Stadtverwaltung Kamenz
Dezernat II – SG Stadtentwicklung u. Bauwesen
Markt 1
01917 Kamenz

 

eingegangen sein.

 

Für weitere Informationen und Einsichtnahme in die Wertgutachten, Katasterpläne steht Ihnen während der Öffnungszeiten der Stadtverwaltung Kamenz das Dezernat Stadtentwicklung/Soziales, Dezernentin Frau Schirack Telefon 03578/3792210 oder FAX 03578/379298 gern zur Verfügung.

24.10.2017 - 01.11.2017

23.10.2017: "Wucherungen II" - Ausstellung in Königshain

Kamenzer Künstler führte persönlich durch die Ausstellung in Königshain

Am vorangegangenen Sonnabend führte der in Görlitz geborene und heute in Kamenz lebende Künstler Egbert Kasper persönlich durch seine Ausstellung „Wucherungen II“, die im Schloss Königshain bei Görlitz – anlässlich seines 60. Geburtstages – ausgerichtet wurde. Dabei handelt es sich um ein Kooperationsprojekt des Landkreises Görlitz mit den Städtischen Sammlungen der Stadt Kamenz.

 

 

In der Ankündigung zu dieser Ausstellung hieß es: „Auch die Königshainer Ausstellung widmet sich dem zentralen Themenfeld im grafischen, zeichnerischen wie plastischen Schaffen von Kasper: Dem Wachsen, Werden und Vergehen, das der Künstler mit hoher künstlerischer Sensibilität und einer ausgeprägten Nähe zur Natur in seinen Arbeiten erforscht und ins Bild setzt.“ Bezugspunkt war hier die zuvor unter dem Titel „Wucherungen I“ in Kamenz stattgefundene Ausstellung. Dabei wurden jetzt nicht einfach die Werke des Künstlers aus Kamenz nach Königshain geschafft und eine nahezu identische Ausstellung des Schaffens von Egbert Kasper gezeigt, sondern handelte es sich um ein eigenständige Präsentation.

 

Vor dem Objekt „Unter Beobachtung“ (Ansicht - ehemalige Justizvollzugsanstalt, Magdeburg) aus Holz, Tannen-Nadeln, Ton, Acryl von 2015) hört der Kultursekretär Joachim Mühle den Ausführungen aufmerksam zu.

 

Die Räumlichkeiten im Schloss Königshain boten andere Möglichkeiten, um in einer Art Retrospektive die Werke des Künstlers zu zeigen. Er hatte dazu nicht eine streng chronologische Anordnung und Hängung gewählt, was sich ja auch angeboten hätte, vielmehr kontrastierte er Werke aus verschiedenen Phasen seines Schaffens, um somit das Augenmerk eher auf die ästhetische Qualität zu lenken sowie die Vielfalt seiner künstlerischen Möglichkeiten zu zeigen. In seiner Führung wurde auch deutlich, wie komplex und kompliziert das künstlerische Schaffen ist, was die Loslösung von künstlerischen Vorbildern, das Selbständigwerden des Künstlers und das Erarbeiten von individuellen Ausdrucksmöglichkeiten sowie die Breite seines Schaffens einschließt. Dieses bezeugt die Ausstellung eindrucksvoll. So sei erwähnt, dass er u.a. nicht gegen das Material vorgeht, welches ihm als Ausgang seines Kunstwollens – wie z.B. Bronze, Holz oder andere Naturmaterialien – dient. Sie sind für ihn zum einen schon bedeutungsvoll an sich, haben also einen Eigensinn, den es zu respektieren gilt, zum anderen arbeitet Egbert Kasper mit künstlerischer Akribie neue ästhetische Gestaltqualitäten heraus.

 

Blick in den Raum mit Holz-, Bronze- und Sandsteinarbeiten

 

Hervorzuheben ist bei der Königshainer Ausstellung auch der Umgang mit dem Raum. Es wurde nicht auf „Masse“ gesetzt, was angesichts der Vielzahl der zur Verfügung stehenden Werke sicher kein Problem gewesen wäre, vielmehr wurde mit einer eher minimalistischen Hängung und Aufstellung der Kunstexponate auf Einklang mit dem Raum gesetzt und z. B. ganz bewusst auch Sichtachsen zwischen den einzelnen Räumen geschaffen. Insgesamt kommt es zu keiner „Reizüberflutung“ durch eine Überzahl von Werken. Die Räume und die darin befindlichen Werke strahlen Ruhe und Harmonie aus, laden zum künstlerischen Meditieren ein. Die Spannungen selbst spielen sich eher zwischen den Werken und deren unterschiedlichen gestalterschen Handschriften ab. Die Ausstellung an diesem Ort lädt den Betrachter zum stillen Verweilen ein.

Im Rahmen seiner Führung dankte Egbert Kasper sowohl den Städtischen Sammlungen der Stadt Kamenz als auch dem Landkreis Görlitz sowie dem Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien – und hier speziell dem Kultursekretär Joachim Mühle – dass diese Ausstellung im Barockschloss Königshain in dieser Form stattfinden konnte. Es war dem Künstler während der Führung anzumerken, dass er es genoß, sich in dieser Art und Weise präsentieren zu können.

 

 

Wer also die Kunstwerke, wie z.B. die Sandsteinarbeit "Und wieder ist es Herbst" (2008), von Egbert Kasper vor Ort betrachten möchte, ihre feine Machart sinnlich erfahren will, dem sei ein Besuch dieser Ausstellung sehr ans Herz gelegt. Noch bis zum 26. November 2017 ist die Ausstellung im Schloss Königshain (Dorfstraße 29 in 02829 Königshain) zu den Zeiten Dienstag bis Donnerstag von 11 bis 15 Uhr und Sonnabend, Sonntag sowie an Feiertage von 14 bis 17 Uhr zu besichtigen. Und wer denkt, dass sei für eine Fahrt nach Königshain zu wenig, was so schon nicht stimmt, denn schon die Ausstellung „Wucherungen II“ allein lohnt sich, dem sei darüber hinaus das liebevoll hergerichtete architektonische Kleinod – das Barockschloss Königshain mit französischem Garten – empfohlen. Außerdem bieten sich jetzt im Herbst – angesichts der Laubfärbung – Möglichkeiten zum Wandern an, so z.B. auf oder um den Hochstein mit dem Berggasthof Hochsteinbaude. Somit steht einem reizvollen Wochenendausflug eigentlich nichts mehr im Wege …

23.10.2017 - 10.11.2017

20.10.2017: AZURIT Seniorenzentrum Bautzner Berg feierte Neueröffnung mit offiziellem Festakt und Tag der offenen Tür

Hunderte Interessierte kamen bei herrlichem Herbstwetter

Von 11.00 bis 16.00 Uhr hatten am vergangenen Samstag, den 14. Oktober 2017, alle Interessierten aus nah und fern die Möglichkeit, das neu eröffnete AZURIT Seniorenzentrum Bautzner Berg in Kamenz persönlich in Augenschein zu nehmen.

Der Einladung zum Tag der offenen Tür folgten bei sonnigem Herbstwetter einige Hundert Gäste. Bei den zahlreichen Hausführungen wurden immer wieder die großzügigen Räumlichkeiten und die freundliche Farbgebung des Hauses gelobt. Die beiden Musiker vom Duo Rendezvous aus Kamenz sorgten mit Livemusik auf E-Piano und Gitarre für den musikalischen Rahmen der Veranstaltung. Die jüngsten Besucher wurden mit einem abwechslungsreichen Kinderprogramm bestens unterhalten. Das AZURIT Catering Team verwöhnte die Gäste mit Deftigem vom Grill und anderen Leckereien aus der hauseigenen Küche.

„Ich freue mich riesig über die große Anzahl an Gästen, die wir an unserem Tag der offenen Tür in unserem Haus begrüßen durften. Es war schön zu erleben, wie groß das Interesse an unserer neuen Einrichtung ist und auf welch tolle Resonanz vor allem die Inneneinrichtung gestoßen ist. Insgesamt waren die Eröffnungsfeierlichkeiten am Freitag und Samstag ein voller Erfolg“, so Kathleen Hanschke, Hausleiterin des AZURIT Seniorenzentrums Bautzner Berg.

Oberbürgermeister Roland Dantz gratuliert der Hausleiterin des AZURIT Seniorenzentrum Bautzner Berg zum erfolgreichen Start.

Am Freitag, den 13. Oktober 2017, war die Senioreneinrichtung mit einem offiziellen Festakt für die Hausbewohner, deren Angehörige und geladene Gäste offiziell eingeweiht worden. Auf die Begrüßung durch Kathleen Hanschke folgten Ansprachen des Oberbürgermeisters der Stadt Kamenz, Roland Dantz, des AZURIT Bereichsleiters Holger Wammers und des Mitglieds der AZURIT Geschäftsführung Marco Linke.

Für besondere Unterhaltung während des Festaktes sorgten die Darbietungen von Kindern aus der Kindertagesstätte „Kunterbunt“ sowie der beiden Musikschüler Marlene und Antonio Mattick. Gemeinsam mit Ines Ulfig, Veranstaltungsplanerin der der Regionalstelle Kamenz der Kreismusikschule, zeigten die jungen Musiker an Gitarre und Violine ihr Können.

Die Kinder der Kindertagesstätte „Kunterbunt“ unterhielten die Gäste der Eröffnungsfeier im AZURIT Seniorenzentrum Bautzner Berg mit ihrer Darbietung.

Im Anschluss an den offiziellen Teil übernahm Christian Mögel aus Dresden am E-Piano die musikalische Unterhaltung. Dann hatten die Gäste auch Gelegenheit, sich bei den Hausführungen mit Hausleiterin Kathleen Hanschke in den neuen Räumlichkeiten umzusehen und sich z. B. über das Betreuungsangebot des Hauses zu informieren. Die Mitarbeiter des Betreuungsteams hatten sich für die Eröffnungsfeier noch etwas Besonderes einfallen lassen: Gemeinsam mit den Hausbewohnern wurde im Vorfeld der Feierlichkeiten Kürbis-Pfirsich-Marmelade gekocht und in Gläser abgefüllt. Jeder Gast und alle Kinder erhielten als kleines Abschiedsgeschenk ein Glas des leckeren Brotaufstrichs.

Ursula Kabitschke (vordere Reihe zweite v. r.) bei ihrer kleinen Ansprache.

Bewegende Worte auch einer Neubewohnerin des Pflegezentrums, Ursula Kabitschke, die öffentlich aussprach, was viele dachten. Sie dankte der Leiterin Kathleen Hanschke und den Mitarbeitern ihres neuen Wohn- sowie Lebensortes und versicherte ihren Kindern, dass sie sich im AZURIT Seniorenzentrum wohl und gut aufgehoben fühlt.

20.10.2017 - 08.11.2017

16.10.2017: Gemeinsames Kulturprojekt zwischen Luban und Kamenz

Ein Oratorium zu Ehren der Heiligen Maria Magdalena

Ein Zeichen der Verbundenheit der Bürger von Luban und Kamenz

30 Kamenzer der Katholischen Pfarrgemeinde St. Maria Magdalena feierten am 24. September 2017 die Übertragung des Patronats dieser Heiligen über die Stadt Luban (Lauban) mit den Lubanern.

An diesem, dem 24. September, wurde die Heilige Maria Magdalena zur Ortspatronin der Stadt Luban. Hinter diesem Fest steht eine zum Nachdenken anregende und ergreifende Geschichte. Ihre Botschaft ist die der Verständigung.

Kamenz und Lauban haben eine gemeinsame Geschichte

Kamenz und Lauban haben eine jahrhundertelange gemeinsame Geschichte voller Dramatik. Beide Städte des Oberlausitzer Sechsstädtebundes wurden von den Stürmen der Zeit heimgesucht. Schon 1815 wurde die Oberlausitz in Folge der Beschlüsse des Wiener Kongresses geteilt, die Städte Görlitz und Lauban kamen unter preußische Herrschaft, die anderen vier Städte – Bautzen, Zittau, Löbau und Kamenz – blieben sächsisch. In Jahre 1945 wurde im Ergebnis der alliierten Abkommen und des Ausgangs des 2. Weltkrieges die deutsche Bevölkerung aus Lauban vertrieben. Das gleiche Schicksal traf die Vorfahren der jetzigen polnischen Bevölkerung, die durch die Sowjetunion ebenfalls aus ihrer Heimat in Galizien vertrieben wurden. Auf den Vertriebenentrecks gab es viele Opfer. Die durch Kriegseinwirkung fast völlig zerstörte Stadt Luban wurde mit viel Mühe und Engagement der Lubaner wiederaufgebaut, besonders intensiv geschah dies nach 1990.

Die Person der Heiligen Maria Magdalena ist ein Symbol, das Epochen und Menschen verbindet

Der geschichtliche Anlass zur Patronatsübertragung ist der 800. Jahrestag der Ankunft der Magdalenerinnen, Schwestern vom Orden der heiligen Maria Magdalena zur Buße, in Lauban, die seit 1217 ununterbrochen in Lauban im Geiste der caritativen Liebe wirkten. Auch in Kamenz waren die Magdalenerinnen und betrieben im „Spittel“ das erste Hospital. Die katholische Pfarrkirche und die Pfarrgemeinde in Kamenz sind ebenfalls der Hl. Maria Magdalena geweiht. Die Gestalt der Maria Magdalena ist voller Geheimnisse. Der biblischen Tradition gemäß war sie die erste Person, welche dem auferstandenen Jesus begegnete und die diese Begegnung auch gegen das Misstrauen Anderer bezeugte.

Das Oratorium „Jubilate Deo omnis terra“ wir dreisprachig aufgeführt

Diese angenommene Kraft des Heiligen wirkt ersichtlich in viele gesellschaftliche Bereiche hinein, besonders auch in die Kunst der Malerei und der Musik. So wurde im Auftrag der Stadt Luban ein Oratorium zu Ehren der Maria Magdalena komponiert. Dieses Oratorium ist dreisprachig: Es kommen darin lateinische, polnische und deutsche Passagen vor und dies ganz bewusst, denn mit diesem Werk und dem gesamten Ereignis soll die Verständigung zwischen den Menschen, besonders der Polen und Deutschen auf eine höhere Ebene gebracht werden. Ja, um das Fazit des offiziellen Vertreters der Stadt Kamenz, Jörg Bäuerle – Stadtrat und ehrenamtlicher Stellvertreter des Oberbürgermeisters –, vorwegzunehmen: „Dies ist auch gelungen!“

Eigentlich ist die Aufführung dieses Oratoriums, welches den Titel „Jubilate Deo omnis terra“ (Lobet Gott in aller Welt) trägt, ein kleines Wunder. Nur ein paar Tage vor der geplanten Uraufführung am 24. September war das Werk fertig komponiert. Keiner der mehr als 30 Musiker und der insgesamt mehr als 100 Sänger hatte bis zum Mittwoch eine Note gesehen. Zwei Tage probten die Musiker und die polnischen Sänger und am Sonnabend, dem 23. September kamen dann die Kamenzer dazu. Eigentlich könnte man sich unter diesen Umständen sehr wohl eine angespannte Situation vorstellen, sie war es aber nicht.

Die Kamenzer haben das Ihrige zum Gelingen der Aufführung beigetragen

Als die Kamenzer Delegation eintraf, wurde als erstes dem „Geburtstagskind“, Margarethe Piesche, gratuliert, dann ging es zur Probe. Es war für alle Kamenzer Teilnehmer ein bleibendes Erlebnis, die lebendige Atmosphäre bei den Proben sowie überhaupt die Gastfreundschaft der Lubaner zu erleben. Insgesamt war die Atmosphäre in der Stadt Luban am Sonntag eindrucksvoll. Um 11 Uhr wurde vom Lubaner Museum der historische Einzug der Schwestern dargestellt. Davor fand eine festliche Stadtratssitzung in der Anwesenheit der Abgeordneten des Sejms, von Regierungsvertretern, der Geistlichkeit, des gesamten Stadtrates von Luban und den Vertretern der Städte des Sechsstädtebundes statt. Die Heilige Messe im Zentrum der Stadt war der erste Höhepunkt des Tages.

Zu Beginn der Messe verlas der Diözesanbischof von Legnica (Liegnitz) die Urkunde des Vatikans zur Übertragung des Patronats der Heiligen Maria Magdalena über die Stadt Luban. Obwohl das Wetter eher ungünstig war, es regnete teilweise heftig, waren die Lubaner so zahlreich erschienen, dass viele Menschen die Messe nicht direkt erleben konnten. Etwa gegen 14 Uhr bewegte sich die Prozession unter Führung vieler Priester und des Bischofs zur Pfarrkirche. Hier, vor der Pfarrkirche, wurde dann eine neue Statue der Heiligen geweiht.

Dann begannen die Vorbereitungen für die Uraufführung des Oratoriums. Selbst die Vertreter der Stadt Kamenz waren etwas unruhig, da sie ja die Einzelheiten und die vermeintlichen Schwierigkeiten kannten.

Das gesamte Werk hinterließ bei den Zuhörern tiefe Eindrücke, was auch daran lag, dass alle Mitwirkenden deutlich hör- sowie sichtbar in die Aufführung eingebunden waren. Besonders ist der Mut und das Können der Kamenzer hervorzuheben. Es waren alles Laien im musikalischem Bereich, aber, so Jörg Bäuerle, es ist gelungen und geklungen hat es wie bei den Profis. Dafür sprach er allen Kamenzer Teilnehmern ein großes Kompliment aus. Nicht nur am Rande sei erwähnt, dass dann – trotz eines gemeinsamen, auch sehr deftigen Essens – die danach geplante Rückfahrt für viele der Kamenzer Sänger und Sängerinnen dann eigentlich doch zu früh kam.

Für Kamenz ist eine Videoaufführung des Oratoriums im November geplant

Wenn die Planung aufgeht, wird am 25. November d.J. in Kamenz eine Abschlussveranstaltung stattfinden, in deren Verlauf auch das Video von der Uraufführung des Oratoriums gezeigt wird. Der genaue Ablauf wird noch zeitnah bekannt gegeben, so dass für interessierte Bürger von Kamenz die Möglichkeit besteht, diese Aufführung vor Ort miterleben zu können.

Das gesamte Projekt wurde im Rahmen der EU über das Projekt „Gemeinsame Kultur und Geschichte als Brücke zwischen den Bürgern der Städte Luban und Kamenz - KPF INTERREG Polen – Sachsen 2014 – 2020“ gefördert und finanziert. Dieses Projekt ist ein lebendiges, verdeutlicht es doch, dass die gemeinsame Geschichte, Kultur, Religion und Tradition die wirklichen Grundlagen für eine Verständigung zwischen Menschen und Völkern sind und Ideologien sowie modische Zeiterscheinungen keine Basis für eine bleibende positive Entwicklung unserer Länder und Europas, ja der ganzen Welt sein werden.

Der stellvertretende ehrenamtliche Oberbürgermeister schaut hoffnungsfroh in die Zukunft

Für gläubige Christen, findet Jörg Bäuerle, ist die Heilige Maria Magdalena eine Hilfe bei der spirituellen Erneuerung und eine Mittlerin für die Verständigung. Rückblickend auf dieses bemerkenswerte Erlebnis stellt er fest: „In bleibender Erinnerung werden auch die intensiven Gespräche der Gäste – von den Sechsstädten war der Zittauer Oberbürgermeister Thomas Zenker, von Bautzen Finanzbürgermeister Dr. Robert Böhme anwesend – mit den Vertretern aus Luban unter der Führung des Lubaner Bürgermeisters Arkadiusz Słowiński bleiben. Zu den Gesprächspartnern an diesem Tag zählten ebenfalls der Bürgermeister Heiko Driesnack aus Königsbrück als Vertreter des Landkreises Bautzen sowie Herr Becker aus Königslutter als Vertreter des Förderkreises „Lubania“ des Vertriebenenverbandes.

Es wäre erfreulich, wenn dieses, heute doch noch recht seltene Ereignis einer Übertragung eines Patronats einer Heiligen über eine ganze Stadt, uns zum Nachdenken über unsere Basis und Traditionen bringen würde und wir auch dadurch hoffnungsfroh in die Zukunft schauen können.“

(Nach Zuarbeit von Jörg Bäuerle, Stadtrat und Ehrenamtlicher Stellvertreter des Oberbürgermeisters)

16.10.2017 - 26.10.2017

16.10.2017: Veranstaltung in der Frauenkirche Dresden

Dieter Schlafke - Der Schäfer der Frauenkirche

Ein Gespräch zwischen ihm und dem Geschäftsführer der Stiftung Frauenkirche Dresden und früheren Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, Frank Richter, am Donnerstag, dem 19. Oktober 2017 in der Unterkirche der Frauenkirche Dresden. Zugang zur Veranstaltung ist über Eingang F.

Der heutige Kamenzer Dieter Schlafke ließ von 1953-1960 seine Schafe vor der Ruine der Frauenkirche weiden.

Für viele Dresdner ist das Foto der vor der Ruine der Frauenkirche weidenden Schafe ein Sinnbild für das Leben im Dresden der Nachkriegsjahre: Über manches ist erstes zartes Gras gewachsen, dennoch erinnern schmerzende Wunden an das, was war.

Kaum einer entdeckt auf dem Bild aber jenen, der die Schafe zur Kirche geführt hat: Dieter Schlafke, liebevoll auch »der Schäfer der Frauenkirche« genannt. Frank Richter hat den heute 83-Jährigen ausfindig gemacht und in die Frauenkirche eingeladen. Im gemeinsamen Gespräch über Lebenserinnungen und -erfahrungen wird es um den biblischen Beruf des Schäfers ebenso gehen wie um die ganz irdischen Bedingungen im damals neu entstehenden Dresden sowie um den Glauben als beständig tragende Kraft.

Hinweis: Der MDR hat für die Reihe "Glaubwürdig" ein Portrait von Schäfer Schlafke produziert (Erstausstrahlung: 7. Oktober 2017, 18:45 Uhr), welches voraussichtlich auch im Rahmen der Veranstaltung gezeigt wird. 

Der Eintritt ist frei.

Besucherdienst & Ticketservice

Georg-Treu-Platz 3, 1. OG
01067 Dresden

Öffnungszeiten:    
Mo bis Fr 9:00-18:00 Uhr
Sa 9:00-15:00 Uhr

Tel. (0351) 656 06 701
Fax (0351) 656 06 703  
ticket@frauenkirche-dresden.de

16.10.2017 - 20.10.2017
23.09.2017: Gemeinsames Kulturprojekt zwischen Luban und Kamenz

Feier der Übertragung des Patronats der Heiligen Maria Magdalena über die Stadt Luban (Lauban)

Am 24. September 2017 ist nicht nur die Bundestagswahl, sondern auch ein Ereignis, an dem sich Bürger unserer Stadt beteiligen, welches länderübergreifend ist: Die Stadt Luban (Lauban) in Polen bekommt an diesem Tag das Patronat der Heiligen Maria Magdalena übertragen. Die Patronatsübertragung wurde von Seiten der Lubaner Bürgerschaft bei der Stadtverwaltung und der Pfarrei beantragt und von Rom bestätigt.

Dazu gibt es ein Projekt „Gemeinsame Kultur und Geschichte als Brücke zwischen den Bürgern der Städte Luban und Kamenz“ - KPF INTERREG Polen – Sachsen 2014 – 2020. Das Projekt wird über die Europäische Union gefördert und finanziert. Der Vertrag zwischen den Städten wurde von beiden Stadträten beschlossen, auch in Kamenz wurde am 14.06.2017 der Beschluss dazu einstimmig gefasst.

Die Stadt Kamenz ist in besonderer Weise damit verbunden; die katholische Pfarrgemeinde von Kamenz steht ebenfalls unter dem Patronat der Heiligen Maria Magdalena und es gibt vielfältige Kontakte auch auf kommunaler Ebene auf Basis des Sechsstädte-Konvents. In Vertretung des Oberbürgermeisters wird Jörg Bäuerle, Stadtrat und ehrenamtlicher Stellvertreter des Oberbürgermeisters, als offizieller Vertreter der Stadt Kamenz in Luban mit anwesend sein, da 25 Mitglieder der katholischen Pfarrgemeinde und Bürger von Kamenz an diesem Projekt teilnehmen.

Als Höhepunkt des gemeinsamen Vorhabens wird ein Oratorium mit etwa 120 Teilnehmern in der Lubaner Pfarrkirche St. Trinitatis am 24. September, ca. 14.30 Uhr, nach der feierlichen Messe in der Innenstadt von Luban aufgeführt. Die Aufführung dieses Oratorium erfolgt durch Laienmusiker und Sänger und wird zu Ehren der Heiligen Maria Magdalena zurzeit komponiert.

Die 25 Kamenzer Teilnehmer fahren mit Reisebus am Morgen des 23. Septembers vom Kamenzer Rathaus ab und werden am 24. September abends die Rückreise antreten. Das Oratorium wird von den Teilnehmern an beiden Tagen eingeübt. Das gemeinsame Singen und miteinander ins Gespräch kommen, trägt auch zu einem noch besseren Kennenlernen bei und hilft beim Knüpfen von persönlichen und offiziellen Kontakten auf der Basis unserer gemeinsamen Geschichte und Kultur, insbesondere auf der Basis unserer europäischen Leitkultur des Christentums bei.

Dieses Projekt wird für alle Teilnehmer sicher ein bleibendes Erlebnis werden, eingebettet in die lebendige Gastfreundschaft der Lubaner Bürger.

(nach Zuarbeit von Jörg Bäuerle, Stadtrat und Ehrenamtlicher Stellvertreter des OB)

23.09.2017 - 16.10.2017

16.09.2017: Mit Blaulicht und Tatütata zum 5. Hutbergpokal der Jugendfeuerwehren

Über 70 Kinder und Jugendliche waren dabei

Am Sonnabend, dem 16. September war es wieder soweit. Zum 5. Hutbergpokal der Jugendfeuerwehren Kamenz und Schönteichen trafen sich über 70 Kinder und Jugendliche auf dem Hutberg. Die ca. 35 Helfer hatten alles sehr gut vorbereitet, so dass einer gelungenen Veranstaltung nichts im Wege stand. Obwohl gemischte Mannschaften gebildet wurden, die an zehn Stationen ihre Fähigkeiten und Kräfte erprobten, stand auch dieses Mal weniger der Wettkampf im Vordergrund als vielmehr das Kennenlernen bzw. die Zusammenarbeit der Jugendfeuerwehren.

Am Sonnabend, dem 16. September war es wieder soweit. Zum 5. Hutbergpokal der Jugendfeuerwehren Kamenz und Schönteichen trafen sich über 70 Kinder und Jugendliche auf dem Hutberg. Die ca. 35 Helfer hatten alles sehr gut vorbereitet, so dass einer gelungenen Veranstaltung nichts im Wege stand. Obwohl gemischte Mannschaften gebildet wurden, die an zehn Stationen ihre Fähigkeiten und Kräfte erprobten, stand auch dieses Mal weniger der Wettkampf im Vordergrund als vielmehr das Kennenlernen bzw. die Zusammenarbeit der Jugendfeuerwehren.

16.09.2017 - 16.10.2017

13.09.2017: Ausbildung als Verwaltungsfachangestellte/-r (Landes- und Kommunalverwaltung)

Ausbildungsbeginn: 1. September 2018

Wir bieten:

Wir bieten dir eine 3-jährige Ausbildung zum/zur Verwaltungsfachangestellten, eine attraktive Vergütung nach TVAöD sowie interessante Tätigkeiten unter Berücksichtigung der aktuellen Rechtsvorschriften.

Der praktische Einsatz erfolgt in den verschiedensten Abteilungen der Stadtverwaltung Kamenz (unter anderem in den Sachgebieten Personal, Finanzen, Service), so dass du einen umfassenden Einblick in die Verwaltung erhältst.

Die Vermittlung der fachtheoretischen Kenntnisse erfolgt in Form von Blockunterricht am Berufsschulzentrum (BSZ) in Zittau. Hier werden allgemeine Fächer, wie Deutsch und Englisch gelehrt, sowie die ausbildungsspezifischen Inhalte in Wirtschaftslehre, Haushalts- und Kassenwesen, Rechnungswesen, Rechtskunde, Verwaltungskunde usw. unterrichtet.

Ein weiterer Bestandteil der Ausbildung stellt die dienstbegleitete Unterweisung am  Sächsischen Kommunalen Studieninstitut in Dresden (SKSD) dar. Hier findet auch die Vorbereitung auf die Abschlussprüfung statt.

WIR suchen:

Für eine Ausbildung als Verwaltungsfachangestellte/r solltest du:

  • Interesse an kommunalen Verwaltungstätigkeiten und
  • Spaß an der Anwendung von Rechtsvorschriften haben,
  • gern mit anderen Menschen zusammenarbeiten,
  • kommunikativ und kontaktfreudig sein,
  • deine Aufgaben sorgfältig und genau erfüllen sowie
  • sicher mit dem Computer und den gängigen PC-Anwendungen (z. B. Office) arbeiten.

Weitere Zugangsvoraussetzungen:

  • mindestens einen erfolgreichen Realschulabschluss
  • gute schulische Leistungen, besonders in Deutsch und Mathematik

 

Hast Du Interesse? Dann bewirb dich jetzt!

Sende deine vollständigen Bewerbungsunterlagen mit tabellarischen Lebenslauf und Kopie des letzten Zeugnisses bis spätestens zum 22. Oktober 2017 (Poststempel) an:

Stadtverwaltung Kamenz
SG Personal/ Organisation
Markt 1
01917 Kamenz

Ansprechpartner ist die Ausbilderin Frau Andrea Wehner, Telefon 03578/379 140

13.09.2017 - 23.10.2017

02.09.2017: Ein Rückblick zum Forstfest 2017

Das war das Forstfest 2017

Die Kamenzer können wieder stolz sein auf ihr wunderbares Heimatfest, welches am Donnerstag, dem 24. August 2017, sein Ende nahm. Wie auch die Jahre zuvor, ließen die zahlreichen Besucher und Teilnehmer beim Singen des Abendliedes die vergangene Woche noch einmal Revue passieren. Sehr vorsichtig geschätzt nahmen weit über 55.000 Menschen an diesem städtischen Höhepunkt teil. Ereignisreich waren die sieben Tage allemal. Hier ein kurzer Rückblick.

Mittwoch, 16.  August 2017 - Rankewinden

Das Rankewinden am Mittwoch vor dem Forstfest gehört nun schon seit vielen Jahren zum Ablauf der Festwoche dazu. Vielen fleißigen Helfern ist es wieder zu verdanken, dass sich ihre Stadt im festlichen Gewand präsentieren konnte, was vor allem bei Gästen aus Nah und Fern gut ankommt. Insgesamt halfen 218 Freiwillige von 9-21 Uhr bei der Fertigung von insgesamt ca. 350 Meter Ranken: für das Rathaus 190 m, den Andreasbrunnen 32 m, die 1. Oberschule 70m sowie weitere 30 Kränze. Am Abend sorgte dann auch noch der Männergesangsverein Jesau für gute Stimmung bei Bier, Bowle und Kamenzer Würstchen. Für die Unterstützung und kulinarische Versorgung gilt besonderer Dank den folgenden Institutionen: Firma Frauenstein, Firma Forstari Forstdienst aus Elstra, Kinderhaus "Löwenzahn", Katholisches Kinderhaus St. Bernhard, AWO Kinderhaus "Anne Frank" und DRK Kinderhaus "Regenbogen", der Klosterbäckerei Bautzner Straße sowie dem Modehaus Frauenstein.

Viele fleißige Freiwillige beim Zuschneiden, Zureichen und Winden
Männer Gesangsverein Jesau unterstützt musikalisch

Freitag, 18. August 2017 - Eröffnungskonzert

Dass der liebe Petrus ein freundliches Auge auf die Stadt und seine Feste wirft, ist hinreichend bekannt. Und so war es nicht verwunderlich, dass das Wetter zum Eröffnungskonzert genau bis zu dessen Ende durchhielt und der Himmel erst kurz danach seine Schleusen öffnete. Zuvor konnte der gut besuchte Marktplatz wieder ein wunderbares Konzert des Blasorchesters der Lessingstadt e.V. und des Koliner Blasorchesters erleben. Auch der Chor der Lessingstadt Kamenz e.V. war wieder anwesend und überzeugt durch seine musikalischen Qualitäten. Gekonnt charmant führte Hans-Dietrich Förster gemeinsam mit der Blütenkönigin Julia I. durch das Programm und trug mit seinen geschickten Reimen zum ein oder anderen Lacher beim Publikum bei.

Konzert des Blasorchesters der Lessingstadt e.V. und des Koliner Blasorchesters

Samstag, 19. August 2017 – Festlichkeiten im Forst

Neben Tischtennisturnier, dem Frühschoppen mit dem Blasorchester der Lessingstadt Kamenz am Tuchmacherteich sowie den Blasmusik Konzert des Orchesters aus unserer Partner Stadt Kolin am Seniorenheim St. Monica, nicht zu vergessen die Orgelveranstaltung „Orgel Punkt 5“ in der Klosterkirche St. Annen stand der Sonnabendabend im Zeichen des Bieranstichs, ebenfalls mit den beiden Orchestern aus Kamenz und Kolin.

Gemeinsames Mittagessen mit der Leitung der befreundeten Orchester Kamenz und Kolin
Oberbürgermeister Roland Dantz eröffnet mit seinem Fassanstich die Bierprobe im Forst

Auch der Sonntag hielt wieder ein volles Forstfestprogramm bereit: So ging es los mit dem Festgottesdienst zum Kamenzer Forstfest in der Klosterkirche St. Annen. Dem folgte das 23. Treffen der Schützenvereine der Region Westlausitz auf dem Marktplatz sowie die sich daran anschließenden Adlerschießen der Schützenvereine und Bürger. Nicht unerwähnt bleiben soll die Tauschbörse, bei der wieder einmal Interessent Forstfestabzeichen, Forstfestheft oder auch anders im Zusammenhang mit dem Forstfest stehende präsentieren und tauschen konnten.

Traditioneller Umzug der Schützen: Hier auf der Bautzner Straße in Richtung Forst

Am Nachmittag gab es zwei Konzerte: Zum einen spielte das Blasorchester aus Kolin im Kamenz Forst u.a. zur Unterhaltung der Schützen. Zum anderen gab es ein gut besuchtes Gemeinschaftskonzert der Blasorchester aus Kolin und Kamenz. Hier war Petrus Kamenz kurzzeitig nicht gewogen, da es für die Musikanten eine „kurze Abkühlung“ von oben gab. Man befürchtete schon, dass das Konzert abgebrochen werden müsste, doch nach kurzer Beratung entschieden beide Orchester, dass sie das Publikum nicht enttäuschen wollten und spielten daher – zur Begeisterung des Publikums – nach kurzer Pause weiter.

Wie jedes Jahr wusste dieser aus zwei Orchestern bestehende Klangkörper die Zuhörer musikalisch zu bezaubern.
Wie immer schafften es die tschechischen Majoretten – so hier auch in Deutschbaselitz – die Zuschauer in ihren Bann zu ziehen, kein Wunder bei diesen tänzerischen Einlagen und der gezeigten Körperbeherrschung.

Montag, 21. August 2017 – Forstfestauszug I

Pünktlich zu Beginn des Festumzugs am Montag brach die Sonne durch die Wolken und die Zuschauer auf dem Schulplatz, auf dem Markt und in den Straßen der Stadt konnten einen wunderschönen Festumzug genießen. Rund 1400 Schülerinnen und Schüler (über 100 mehr als im letzten Jahr) nahmen teil – ein Rekord! Diese Zahl sagt viel darüber aus, wie sehr sich die Schüler/-innen mit ihrer Stadt verbunden fühlen und damit die alten Traditionen leben und weiterleben lassen. Der Deutschen Bank sei wieder gedankt dafür, dass sie die Umzugsteilnehmer mit ausreichend Getränken versorgt hat.

Unter den bewundernden Blicken der Eltern, Großeltern, Geschwister sowie Besucher der Umzüge trugen die Schülerinnen und Schüler stolz die Blumenpracht zur Schau.
Aus dem Gebäude der 1. Oberschule kommend, versammeln sich die Umzugsteilnehmerinnen und -nehmer, um sich mit dem Lied „Heut ist ein wunderschöner Tag“ auf den ersten Auszug einzustimmen.
Gelebte Inklusion- Teilnahme von Kindern mit Behinderungen zu den Umzügen ist ohne Weiteres möglich.
Elfriede Westphal auf dem Rathaus-Balkon

Elfriede Westphal, mit 103 Jahren gehört sie derzeit zu den ältesten Kamenzer Bürgerinnen, ließ es sich nicht nehmen, vom Balkon des Rathauses noch einmal den Forstfestumzug am Montag zu verfolgen. 1921, also vor fast 90 Jahren, hat sie als kleines Schulmädchen das erste Mal am Forstfest teilgenommen. Diese Verbundenheit zum Forstfest, zu Kamenz zu stehen und zu empfinden, war sehr berührend.

Dienstag, 22. August 2017 – Schauturnen im Forst

Überwältigend und vom harten Training zeugend ist das alljährliche Schauturnen. 

Für diese Darbietungen bekamen alle Schülerinnen und Schüler einen großen Beifall!
Die Freude und der Spaß war allen Beteiligten anzusehen. Hier haben die Sportlehrerinnen und Sportlehrer ganze Arbeit geleistet.

Mittwoch, 23. August 2017 – Adlerschießen der Lehrer und Gäste

 

Zum Adlerschießen der Lehrer und Gäste wurde Herr von Ramin aus dem Schießausschuss verabschiedet. Seinen Platz nimmt nun Reiner Deutschmann ein. Kurz nach 16 Uhr fiel der Adler bei den Damen und schon eine viertel Stunde später auch bei den Herren.

 

Auch das gibt es: Der Vorjahreskönig des Adlerschießens der Lehrer und Gäste, Bernd Asselmann, wusste sich am Mittwoch früh zu helfen, als zunächst der Bus nicht kam, der die Teilnehmer des Königfrühstücks in den Forst bringen sollte. Schließlich löste sich alles in Zufriedenheit auf. Der Bus kam und das Ein- Mann (oder Eine-Frau)-Mobil musste nicht für dutzende Fahrten in den Forst herhalten.

Der Vorjahreskönig des Adlerschießens der Lehrer und Gäste, Bernd Asselmann
Das Kamenzer Forstfest – Ein Fest der Generationen: Sohn Nico (li.), Vater Uwe und Großvater Dietmar Kleditsch (re.) nahmen am Adlerschießen teil.
Sieger (v.l.n.r.): Kleinod Jana Lachmann, Marschallin Kerstin Mocker, Königin Ursula Schmidt, König Eric Geßwein, Marschall Brisko Hubertus und Kleinod Uwe Behnisch

Donnerstag, 24. August 2017 – Forstfestauszug II und Abschluss auf dem Markt

Ehe man sich’s versah, war der Donnerstag heran. Das Forstfest neigte sich seinem Ende zu. Nichtsdestotrotz war der zweite Auszug am Donnerstag auch wieder eine Augenweide.

Wenn das kein Anblick ist. Den Mädchen steht die Freude ins Gesicht geschrieben.
Na geht doch! So sollte es immer sein: Forstfestlieder aus vollster Überzeugung und mit Stimmengewalt mitgesungen.
Das Bild spricht für sich: Blütenkönigin Julia I umringt von festlich gekleideten und gestimmten Schülerinnen.
Dieser Anblick des Menschen gefüllten Marktes zum Abschluss des Forstfestes mit brennenden Fackeln und leuchtenden Lampions war eindrucksvoll.

In seiner Rede zum Abschluss des Forstfestes fand Oberbürgermeister Roland Dantz Gelegenheit, allen Beteiligten, ob Schüler, Gärtner, Helfer oder Sponsor, zu danken. Das Forstfest lebt nur vom Engagement der Bürger in dieser Stadt. Die gute Zusammenarbeit zwischen den fleißigen, freiwilligen Helfern und der Verwaltung ermöglicht, dass das Fest in seiner ganzen Pracht und Schönheit gefeiert werden kann. Ihnen allen sei hiermit noch einmal herzlich gedankt! Auch die finanzielle Unterstützung für eine Veranstaltung dieser Größe ist wichtig. Umso mehr freute man sich, dass für dieses Jahr drei neue Sponsoren gefunden werden konnten. Großer Dank gilt hiermit auch den Firmen H&H Wohnen und Einrichten GmbH, der Volksbank Bautzen eG und der Caravan-Reisemobile Eyke e.K. 

Nicht unerwähnt bleiben sollte die Typisierungsaktion der „Initiative Kamenz“, die gemeinsam mit dem Verein für Knochenmark- und Stammzellspenden e. V. immerhin 600 potentielle Spender gewinnen konnte.

Festlich geschmückte Stadt

Der aufmerksame Betrachter bemerkte beim Durchstreifen der Stadt viele kleine Besonderheiten in den Schaufenstern und an den privaten Hausfassaden, die noch einmal mehr die Verbundenheit jedes Einzelnen mit dieser Stadt zeigen. Damit ist nicht nur gemeint, dass die meisten noch einmal „klar Schiff gemacht“ hatten, um Kamenz zum Forstfest von seiner besten Seite zu präsentieren, sondern auch, was der eine oder die andere sich ausgedacht hatten – was die nachfolgenden Bilder nachdrücklich zeigen.

So konnte man eine kleine Rarität auf der Kirchstraße 3 entdecken. Dort hatte Christina Tonnecker in liebevollster Kleinarbeit ein Fenster ihres Hauses mit einem Forstfestzug gestaltet.
Die Kleider, der Blumenschmuck und die Schärpen der bis zu 60 Jahre alten Puppen wurden speziell für diesen Anlass angefertigt.

Ausblick

Nach dem Forstfest ist vor dem Forstfest. Im nächsten Jahr feiert Kamenz sein Schul- und Heimatfest vom 17. bis 23. August 2018. Getreu dem Abendlied wird dann wieder gesungen: „Und in einem Jahre kommen wir zurück. Neue Forstfesttage bringen neues Glück.“

02.09.2017

01.09.2017: Historischer Feuerwehrhelm zurück

Historischer Feuerwehrhelm zurück an seinen Ursprungsort

Überraschung bei der Auftaktveranstaltung zum Forstfest der Wehren Kamenz und Wiesa

Vorangeschickt sei, dass die Freude bei der verantwortlichen Mitarbeiterin der Stadtgeschichte im Malzhaus, Ragnit Michalicka, sehr groß war als der Kamenzer Klaus Richter sich an den Oberbürgermeister gewandt hatte, um der Stadt einen historischen Feuerwehrhelm der Kamenzer Feuerwehr zu schenken, der vermutlich vom Ende des 19. Jahrhunderts stammt. Gerade dreidimensionale „Objekte“ sind für die Darstellung von Stadtgeschichte interessant. Bevor der Feuerwehrhelm zur Stadt „zurückkehrte“, wurde er durch eine anerkannte Restaurierungsfirma noch einmal genau unter die Lupe genommen. Insgesamt war der Helm in einem guten Zustand, so dass im Mittelpunkt der Restaurierung der Kinnriemen des Helms stand. Auch dieses ist inzwischen geschehen.

Wenn nun etwa jemand denkt, nun ist der Helm bei der Stadt und wird in irgendeinem Depot verstauben – Weit gefehlt! Schon seit vielen Jahre findet eine Auftaktveranstaltung der Wehren Kamenz und Wiesa am Donnerstag vor dem Forstfest statt. Dort dankt die Stadt zum einen für den Eifer der Kameraden beim festlichen Schmücken der Stadt, zum anderen dient diese kleine Dankeschön-Veranstaltung, verbunden mit Ehrungen und Auszeichnungen, auch zur Motivation des sehr wichtigen Einsatzes der Feuerwehren während des Forstfestes.

Genau diese Veranstaltung hatte sich der Oberbürgermeister Roland Dantz ausgesucht, um am 17. August 2017 diesen Feuerwehrhelm dem freudig überraschten Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Kamenz-Stadt, Steffen Geisendorf, zu übergeben. Zukünftig wird er als „Dauerleihgabe“ der Stadtgeschichtlichen Ausstellung/Sammlung Malzhaus einen würdigen Platz in der Traditionsecke der Freiwilligen Feuerwehr Kamenz-Stadt finden und in sinnfälliger Form von der Geschichte der Kamenzer Feuerwehr zeugen. Nochmals vielen Dank an Klaus Richter!

01.09.2017 - 23.09.2017

29.08.2017: Einladung zur Bismarck-Gedenkstätte am 10.09.17

Einladung zur offiziellen Übergabe der sanierten Bismarck-Gedenkstätte

 

Sehr geehrte Kamenzerinnen und Kamenzer, liebe geschichtsinteressierte Bürger,

ich lade Sie recht herzlich für Sonntag, dem 10. September 2017, 10 Uhr auf den Hutberg

zu der am 1. April 1895 errichteten und 2017 sanierten Bismarck-Gedenkstätte ein.

Ich freue mich auf Ihr Kommen!

 

Roland Dantz

Oberbürgermeister

 

Eine Besonderheit des diesjährigen Tages des offenen Denkmals ist - neben vielen anderen Angeboten - die offizielle Übergabe der sanierten Bismarck-Gedenkstätte auf dem Hutberg. Sie befindet sich von der Straße „Am Hutberg“ aus gesehen im zweiten Drittel der Straße auf der rechten Seite.  Sie kann aber auch von der Hutbergallee aus erreicht werden.

Der Hutberganrainer Wolfgang Heichel hat sich hier sehr verdient gemacht, gab er doch, der schon vor ca. zwei Jahren mit veranlasste, dass der Bismarckstein wieder aufgerichtet wird, den Anstoß, dass gemeinsam mit der Stadt die eigentlich lange überfällige Sanierung der Bismarck-Gedenkstätte in diesem Jahr in Angriff genommen wurde. Das Resultat kann sich sehen lassen und kommt dem Aussehen der ursprünglichen Gedenkstätte so nahe wie möglich. So wurde u.a. der Stein gereinigt, das Relief mit dem Bildnis von Otto von Bismarck hergestellt und in den Stein eingefügt sowie die Eingrenzung im originalgetreuen Zustand wieder hergestellt. Insgesamt vervollständigt diese Gedenkstätte die schon vorhandenen Erinnerungs- und Gedenkstätten auf dem Hutberg, der als herausgehobener Ort von Kamenz schon immer für derlei Gedenken in der Vergangenheit benutzt wurde.

29.08.2017 - 11.09.2017

 

01.08.2017: Hurra, endlich Schulkind!

Liebe Schulanfänger der Stadt Kamenz und aus den Ortsteilen,

die Tage der Vorfreude, der Aufregung und des „Kaumnochabwartenkönnens“ sind vorbei. Nun verlasst Ihr Eure gewohnte Umgebung des Kindergartens und es beginnt ein wichtiger neuer, aber doch sehr schöner Lebensabschnitt für Euch. Heute ist schließlich der allererste Tag, den Ihr als Schülerinnen und Schüler in der Schule verbringt und es gibt die großen Zuckertüten mit den vielen Leckereien und Überraschungen.

Nun werdet Ihr gemeinsam mit viel Spaß und Freude lesen, schreiben und rechnen lernen, neue Freunde sowie nette Lehrerinnen und Lehrer treffen und Ihr könnt Euch auf viele interessante Dinge freuen, die es zu lernen und zu entdecken gibt.

Viel Erfolg und alles Gute für Eure Zukunft.

Eurer Oberbürgermeister Roland Dantz

im Namen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung Kamenz

 

Am 5. August 2017 werden 136 Kinder in die drei Grundschulen der Stadt Kamenz eingeschult:

72 Schülerinnen und Schüler (3 Klassen) in der Grundschule am Forst,

42 Schülerinnen und Schüler (2 Klassen) in der Grundschule Am Gickelsberg,

22 Schülerinnen und Schüler (1 Klasse) in der Grundschule „Sophie Scholl“ Wiesa.

01.08.2017 - 29.08.2017

01.08.2017: Oldie-Rock-Legenden CCR, The Lords und The Rattels begeisterten Tausende
Hutbergbühne

Oldie-Rock-Legenden CCR, The Lords und The Rattels begeisterten am Sonnabend, 29. Juli 2017 Tausende vor allem ältere Fans auf dem Kamenzer Hutberg

Nach einer wettermäßig wechselhaften Woche gab es pünktlich zum vergangenen Samstag endlich die erhoffte Rückkehr des Sommers. Davon und vor allem von den drei angekündigten Acts auf der Hutbergbühne ließen sich tausende Besucher zum Aufstieg auf den Konzerttempel motivieren.

Die „Oldie-Rock-Legenden“ – veranstaltet von Hohenstein Konzerte – hatten sich schon seit fast einem Jahr angekündigt. Punkt 19 Uhr war das Bühnenhalbrund sehr gut gefüllt, als die Show mit „The Lords“ fulminant startete. Schnell war klar, dass dieser Abend „legendär“ werden sollte. Das vor allem reifere Publikum tanzte und sang zu vielen der alten Hits begeistert mit. Mit jedem Song – so auch weiter mit „The Rattles“ ab halb neun – stieg die Stimmung.

Und der Headliner – „CCR-Creedence Clearwater Revived“ – konnte diese mit seinen vielen bekannten Ohrwürmern mühelos aufrechterhalten. Nach einer letzten Zugabe ging nach über vier Stunden Musikunterhaltung um Viertel nach elf der rundum gelungene Abend zu Ende.

Für Sommer 2018 hat der Veranstalter schon die nächste Auflage der „Oldie-Rock-Legenden“ angekündigt. Der Termin dafür wird sicherlich in Kürze unter www.hutbergbuehne-kamenz.de veröffentlicht.

Fest stehen für kommendes Jahr jetzt schon die „Ost“-Rocklegenden mit Karat, City und Maschine von den Puhdys sowie dem „Special Guest“ Matthias Reim am 19. & 20. Mai. Schlagerstar Roland Kaiser kommt wieder am 30. Juni.

Tickets für beide Konzerte gibt es bereits jetzt unter www.eventim.de, in allen CTS-Vorverkaufsstellen sowie in der Kamenz-Information.

01.08.2017 - 17.08.2017

25.07.2017: Verkehrsinformation zum Hutbergkonzert 29.07.17

Die Besucher des Konzertes CCR/The Lords/The Rattles am 29.07.17 werden gebeten die geänderte Verkehrsführ- ung und die Parkplatz- hinweise zu beachten.

mehr lesen

VERKEHRSINFORMATIONEN ZUM HUTBERGKONZERT - CCR / The Lords / The Rattles - am 29.07.2017

Bereits seit Juni laufen die umfangreichen und angekündigten Straßenbaumaßnahmen auf der Königsbrücker Str. (S 100) in Kamenz auf einer Länge von ca. 700 Metern. Mit Beginn der Baumaßnahme ist diese in beide Richtungen im Bereich Hutberg voll gesperrt. Während der Bauphase stehen die Parkplätze an der Königsbrücker Straße daher nicht zur Verfügung.

Als Ausgleich werden auch für das Konzert „CCR / The Lords / The Rattles“ am 29.07.2017 offizielle Besucherparkplätze nur an bekannter Stelle im Ortsteil Lückerdorf bereitgestellt. Deren Kapazität ist angemessen. Es wird eine entsprechende Verkehrsumleitung bzw. Ausschilderung geben.  

Für Menschen mit erheblicher Gehbehinderung bzw. Rollstuhlfahrer (Kennzeichnungen „G“ oder „aG“) gibt es die bewährte Verfahrensweise, dass diese sich im Vorfeld der Veranstaltungen bei den städtischen Veranstaltungsdiensten unter den Telefonnummern 03578/379-201 oder -204 melden und dort ihren Namen und das Kfz-Zeichen angeben. Sie erhalten damit die Möglichkeit, trotz Baustelle mit ihrem Fahrzeug über den Bönischplatz und den vorderen Teil der Königsbrücker Straße zur Hutbergbühne hochzufahren und dort die in Bühnennähe für sie vorgesehenen Parkplätze zu nutzen. Wichtig ist bei der Einfahrt neben den Schwerbeschädigten- auch den entsprechenden blauen oder orangenen Behindertenparkausweis bereitzuhalten, da dieser von den Sicherheitskräften mit den anderen Angaben kontrolliert werden.

Für alle anderen gehschwachen Besucher fährt ab ca. 2 Stunden vor Konzertbeginn wieder der von Winter Automobilpartner bereitgestellte Kleinbus-Shuttle, diesmal ab dem Parkplatz Lückersdorf außen herum über die Pulsnitzer Straße hinauf zur Bühne.

Weitere Informationen unter www.hutbergbuehne-kamenz.de

25.07.2017 - 31.07.2017

10.07.2017: Ausstellung mit Werken von Egbert Kasper eröffnet

Ausstellung mit Werken von Egbert Kasper eröffnet

Viele nutzen die Gelegenheit, um sich den begleitenden Katalog signieren zu lassen

Der 22. Juni war ein heißer Tag.  Aber über 40 Besucher ließen es sich nicht nehmen, die Galerie des Sakralmuseums Klosterkirche St. Annen aufzusuchen. Anlass für diese Ausstellung war der 60. Geburtstag des Künstlers.

Eröffnet wurde die Ausstellung „Wucherungen I“ mit einer kurzen Rede von Thomas Käppler, Referent des Oberbürgermeisters. Er überbrachte dabei die Grüße des Oberbürgermeisters an den Künstler sowie die anwesenden Besucher der Ausstellungseröffnung. Er würdigte das Schaffen des Künstlers Egbert Kaspers, der für sich, trotz aller Schwierigkeiten, die damit verbunden waren, seinen Weg gefunden habe. Insofern sei es nur angemessen, dass sich der Landkreis Görlitz, die Stadt Kamenz sowie der Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien – Kultursekretär Joachim Mühle weilte ebenfalls unter den Gästen –, gefördert durch Stiftung für Kunst und Kultur in der Oberlausitz, die Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien sowie dem Heimatverein Königshain, zu dieser Würdigung des Künstlers, zusammengetan haben.

Die Kulturlandschaft des Görlitzer Raumes und seine jetzige Heimatstadt haben das Leben und künstlerische Schaffen geprägt oder waren zumindest Ausgangspunkte seines Schaffens. Dafür stehen zwei Ausstellungen, die eine in Kamenz und die andere, die am 1. Oktober im Schloss Königshain eröffnet wird und mehr retrospektiv angelegt ist, während die in Kamenz gezeigten Werke eher jüngeren Datums sind. Beide zeigen die eigenständige künstlerische Position, die sich Egbert Kasper in der Kunstlandschaft der Oberlausitz erarbeitet.

Begleitet werden diese beiden Ausstellungen durch einen Katalogband, der dem zeichnerischen Werk des Künstlers zwischen 1993 und 2017 gewidmet ist. Betreut durch Dr. Sören Fischer, Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Kurator des Sakralmuseums St. Annen, gab es hier eine besondere Zusammenarbeit zwischen Vater und Sohn Gregor Kasper, der in Berlin als Künstler lebt. Herausgekommen ist ein gediegener Kunstband, der bibliophilen Ansprüchen gerecht wird und dabei auch noch preiswert ist. Egbert Kasper, so Käppler, ist ein Künstler der subtilen Formen und der „leisen Töne“, der es aber dem Betrachter nicht leicht mache. Wer also veristische oder scheinrealistische Darstellungen bei ihm erwarte, Darstellungen, die sich leicht mit der Wirklichkeit vergleichen lassen, muss enttäuscht werden. Aber wer sich seine Kunst einlässt, das Abenteuer wagt und sie genießt, der wird von der mitunter erbärmlichen Welt weg, aber letztendlich – vielleicht und hoffentlich verändert – wieder hingeführt.

Ehe Dr. Sören Fischer das Wort ergriff, sprach der Stadtarchivar Thomas Binder in Vertretung der Leiterin der Städtischen Sammlungen. Auch seine Worte verdeutlichten die Bedeutung von Egbert Kasper für das Kunstleben der Stadt Kamenz, aber auch darüber hinaus. Und er brachte seine Hoffnung darüber zum Ausdruck, dass noch weitere Ausstellungen in Kooperation mit dem Städtischen Sammlungen folgen mögen.

Dr. Fischer, der maßgeblich für diese Ausstellung verantwortlich zeichnet, strich heraus, dass das erreichte Resultat auch in der intensiven und langfristigen Zusammenarbeit zwischen dem Kurator und dem Künstler zu suchen sei. Inhaltlich zog er einen roten Faden von der urzeitlichen Höhlenmalerei – derzeit gibt es dazu eine Ausstellung im Museum der Westlausitz zu sehen – bis in die Gegenwart zu Egbert Kasper.

„Es war“, so Dr. Fischer, „das Medium des Bildes, über das und durch das die Menschen sich ihrer Welt annäherten. Das, was sie vor der Höhle in der Wildheit gesehen hatten, kehrte in der Höhle als Bild wieder. Eine interpretierte, veränderte Darstellung der Wirklichkeit.“ Hier sieht er universelle Parallelen zum Schaffen von Egbert Kasper, für dessen grafisches Schaffen die Linie eine herausragende Rolle spiele. Sein Werk, in dessen Mittelpunkt Kernfragen des irdischen Daseins sowie Abläufe und Dinge der Natur – auch als Mysterium – stehen, enthalte sich dem Zeitgeist und einer zunehmenden Politisierung bzw. Ideologisierung der Gegenwartskunst und sei damit eindrücklich zeitlos. Dieses Ringen um Kernfragen menschlichen Lebens, die religiöse Gedanken einschließt, sieht Dr. Fischer auch in der im Raum der Klosterkirche gezeigten Installation „Der einsame Weg“ (siehe nachfolgende Abbildung) gegeben.

Bevor dann die Ausstellung offiziell begangen werden konnte, sprach Egbert Kasper Worte des Dankes. Neben den anfangs benannten Institutionen war damit ausdrücklich die auch für ihn glückliche Zusammenarbeit mit dem Kurator Dr. Fischer und dessen Mitstreitern gemeint, deren Entgegenkommen bei seinen Gestaltungs- und Aufstellungswünschen er beeindruckend fand.

Er fühle sich als Künstler in seiner Heimatstadt ernst genommen. Denn ohne ein künstlerisches Verständnis in der Stadt bis hin zur Stadtspitze, wären solche Ausstellungen, wie die gegenwärtige, aber auch schon zurückliegende nicht möglich gewesen. Das Publikum quittierte diese Worte mit herzlichen Beifall. Danach war das Interesse groß, mit dem Künstler ins Gespräch zu kommen. Geduldig beantwortete er Fragen oder er kam – bis in den späten Abend – dem vielfachen Wunsch nach und setzte seinen Namenszug bzw. schrieb persönliche Widmungen in den Katalogband.

Die in Kamenz eröffnete Ausstellung ist noch bis zum 4. September zu den Öffnungszeiten der Klosterkirche und des Sakralmuseums St. Annen (Städtische Sammlungen) bzw. der Stadt-Information zu sehen – Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr, Sonnabend und Sonntag von 10 bis 13 und 14 bis 18 Uhr. Bei der Stadtinformation kann auch der Katalogband „Zeichnungen“ erworben werden.

 

Die Ausstellung „Wucherungen II“ im Schloss Königshain (Landkreis Görlitz) wird am 1. Oktober, 14.30 Uhr eröffnet. 

 

10.07.2017 - 31.07.2017

10.07.2017: Abgerechnet wird zum Schluss

Studenten der Fachhochschule Dresden stellten ihre Ergebnisse zum Ladenprojekt vor.

Man sah ihnen, den Studentinnen und Studenten die Feierlaune förmlich an. Endlich war es geschafft. Am Mittwoch, dem 21. Juni – die ersten Töne der Fête de la Musique schwebten durch die Innenstadt – traf man sich in Bautzner Straße 17. Zwei Semester harter Arbeit waren nun vorüber und mit Spannung waren die Studenten an diesem Tag nach Kamenz gefahren, um das Abschlussevent zu zelebrieren.

Lange hatten sie auf diesen Termin hingearbeitet und nun war die Aufregung natürlich groß: Wie würden die Kamenzer reagieren? Was würden die Experten meinen? Mit Stolz präsentierten sie dann ihre Ergebnisse zum Projekt: Ein Lebensmittelgeschäft mit frischen und regionalen Produkten sowie die neue Aufmachung der Klosterbäckerei kamen sehr gut an.

So könnte die Arbeitsbekleidung in der Klosterbäckerei abgestimmt zur Atmosphäre der Bäckerei aussehen.

Das Lebensgeschäft solle den Namen „Erdgeschoss“ erhalten. Nicht nur weil es im Erdgeschoss liegt, was vielleicht etwas banal und zu wenig wäre, sondern weil die Assoziation an das Regionale, an das Erdige der angebotenen Lebensmittel angestrebt wird.

Für die gezeigte Präsentation gab es großen Applaus, die Resultate wurden sehr interessiert betrachtet. Abgerundet wurde das Ganze durch ein tolles Catering. Mit Recht kann man von einer gelungenen Veranstaltung sprechen. Natürlich „mahnten“ die Studenten

Für die gezeigte Präsentation gab es großen Applaus, die Resultate wurden sehr interessiert betrachtet. Abgerundet wurde das Ganze durch ein tolles Catering. Mit Recht kann man von einer gelungenen Veranstaltung sprechen. Natürlich „mahnten“ die Studenten, dass die Umsetzung des Projektes auf jeden Fall nicht aus den Augen gelassen werden darf. Sie würden sich freuen,  eines Tages durch die Stadt Kamenz zu laufen und ihr Konzept in einen der leerstehenden Läden wieder zu entdecken. Verbunden mit diesem Wunsch war ein großer Dank an die Stadt Kamenz und deren Mitstreiter sowie an die Fachhochschule Dresden für die Erfahrungen, die sie als Studenten in so einem großen Projekt sammeln durften. Diesen Dank kann die Stadt an die Studenten nur zurückgeben, welches durch die anwesende Wirtschaftsreferentin, Doreen-Charlotte Hantschke, kundgetan wurde.

Der Stadt wurde die Präsentation in elektronischer Form und in Papierform übergeben. Wenn sich nun noch jemand findet, der den Mut und die Ausdauer hat, sich dieses Konzepts hinsichtlich der Realisierung anzunehmen, dem kann eine aussagekräftige und umsetzungsfähige Grundlage übergeben werden …

Nach Informationen von Patricia Kühne & Romy Walter (Fachhochschule Dresden)

10.07.2017 - 25.07.2017

05.07.2017: Besondere Parksituation zum Bonnie Tyler-Konzert

Wir bitten die Besucher des Bonnie Tyler Konzertes am 08.07.2017 die geänderte Verkehrsführung sowie die Parkplatzhinweise zu beachten.

mehr lesen

05.07.2017 - 10.07.2017

02.06.2017: Bürgerbeteiligungsportal gestartet

Im Amtsblatt der 21. Woche vom 27.05.2017 wurde die öffentliche Auslegung des Entwurfes zum Bebauungsplan „Verwaltungszentrum Kamenz, nördlicher Teil“ bekannt gemacht.

Die Stadt Kamenz verweist darauf, dass der Entwurf des Bebauungsplanes „Verwaltungszentrum Kamenz, nördlicher Teil“ mit Begründung, der nach § 3 Abs. 2 BauGB für die Dauer eines Monats (vom 06.06.2017 bis einschließlich 05.07.2017) ausliegen muss, ab sofort zusätzlich auf der Internetseite:  https://buergerbeteiligung.sachsen.de/portal/kamenz/beteiligung/aktuelle-themen/1002084  für jedermann einsehbar ist. Stellungnahmen können im oben angegebenen Zeitraum in schriftlicher Form auch im Portal abgegeben werden.

 

Der direkte Zugriff auf das Beteiligungsportal ist auf der Startseite der Website der Stadt Kamenz links (siehe Abbildung unten) möglich.

02.06.2017 - 31.07.2017

01.06.2017: Ab 12.06.2017 Vollsperrung der Königsbrücker Straße
Vollsperrung der Königsbrücker Straße (S 100) in Kamenz zwischen Am Hutberg und Schwosdorfer Str. /Zufahrt nach Lückersdorf ab 12. Juni 2017 bis voraussichtlich Ende Oktober 2017

Am Montag, den 12. Juni, beginnt die umfangreiche und bereits angekündigte Straßenbaumaßnahme auf der Königsbrücker Str. (S 100) in Kamenz auf einer Länge von ca. 700 Metern.

Der Bauherr, das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV), unterzieht diesen Teil einem grundhaften Ausbau, einschließlich der Neuanlage eines Angebotsstreifens für Radfahrer. Gleichzeitig werden durch den Abwasserzweckverband Obere Schwarze Elster der Abwasserkanal und durch die Stadt Kamenz die öffentliche Beleuchtung sowie die Gehwege erneuert.

Mit Beginn der Baumaßnahme ist die S 100 in beide Richtungen zwischen der Kreuzung Königsbrücker Str./Am Hutberg (Höhe Einfahrt zum Seniorenzentrum „Herbstsonne Kamenz“) und dem Ortseingang Brauna der Gemeinde Schönteichen voll gesperrt. Der normale Zugang zum Hutberg und den dort vorhandenen Parkplätzen ist während der ganzen Bauphase gesichert, ebenso zum Bereich Seniorenzentrum „Herbstsonne Kamenz".

Die Umleitung erfolgt in beiden Richtungen über die B 97 Bernsdorf (Königsbrück – Bernsdorf – Kamenz bzw. Kamenz - Bernsdorf - Königsbrück). Bewohnern der Joliot-Curie-Siedlung ist die Zufahrt natürlich gestattet.

Die Bushaltestellen an den Scheunen auf der Königsbrücker Str. können in dieser Zeit leider nicht bedient werden. Beachten Sie hierzu bitte die dort angebrachten Informationen.

Da die Arbeiten bereits im Herbst 2017 abgeschlossen sein sollen, war eine Vollsperrung unumgänglich. Deshalb möchten wir heute schon alle Verkehrsteilnehmer um Verständnis bitten. Bitte beachten Sie auch die jeweils tagesaktuelle Beschilderung!

Während der Bauphase stehen die Parkplätze an der Königsbrücker Straße nicht zur Verfügung. Dafür gibt zu den Hutbergveranstaltungen im Juli – Bonnie Tyler (8. Juli) und Oldie-Rocklegenden CCR, The Lords und The Rattles (29. Juli) – in Lückerdorf zwei Parkplätze. Von der Kapazität her sind diese Parkplätze mehr als ausreichend. Hierzu wird dann eine gesonderte Beschilderung erfolgen.
 
Für Rückfragen steht Ihnen Herr Seibt, Stadtverwaltung Kamenz, Untere Straßenverkehrsbehörde, unter der Telefonnummer 03578-379241 gern zur Verfügung.


Stefan Seibt
Untere Straßenverkehrsbehörde
01.06.2017 - 28.06.2017
18.05.2017: Nichts los - von wegen, im Mai ist viel los

Das 11. Frühlingsseniorenfest – ein gelungener Nachmittag –

…war wieder schön! So konnte man es beim Nachhause gehen und sogar noch am Donnerstag zum Markttag auf dem Kamenzer Markt von den Senioren hören.

Ca. 350 Senioren und Gäste sind der Einladung des Oberbürgermeisters Roland Dantz und der Vorsitzenden der Arbeitsgruppe Soziales Elvira Schirack zum 11. Frühlingsseniorenfest ins Hotel „Stadt Dresden“ gefolgt. In bewährter Weise moderierte Herr Pastor i. R. Wilfried Krause mit der kecken Schülerin Lili Hanßke, unter dem Motto „Alt und Jung - wir brauchen einander“ den Nachmittag. Dieses Mal erhielten sie Unterstützung von der Schülerin Klara Scholz, Schülerin der 3. Klasse der Grundschule Gickelsberg. Immer wieder gelang es ihm, mit kleinen Überraschungen und Gags die älteren Herrschaften zu begeistern.

Die Senioren und Gäste erlebten einen schönen Nachmittag bei Kaffee und Kuchen (Bäckerei Dominik Selnack) und erfreuten sich an dem abwechslungsreichen Programm. Auch die gebastelte Tischdekoration von Kindern aus den Einrichtungen der Stadt war ein echter Hingucker.  

Die Senioren und Gäste erlebten einen schönen Nachmittag bei Kaffee und Kuchen (Bäckerei Dominik Selnack) und erfreuten sich an dem abwechslungsreichen Programm. Auch die gebastelte Tischdekoration von Kindern aus den Einrichtungen der Stadt war ein echter Hingucker.  

Für gute Stimmung sorgte das Männergesangsquartett aus Görlitz.

Der Auftritt der Opernsängerin Steffi Lehmann, vom Deutschen Nationaltheater aus Weimar, war ein ganz besonderer Höhepunkt. Eine tolle Überraschung hatte Steffi Lehmann für alle Gäste, als sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Martin Lattke im Duett sang. Steffi Lehmann wuchs in Biehla bei Kamenz auf und freute sich sehr, endlich wieder einmal vor einheimischen Publikum singen zu dürfen.

Zum ersten Mal war eine Seniorengruppe aus der Partnerstadt Luban eingeladen. Die polnische Seniorengruppe beteiligte sich auch am Programm und begeisterte mit ihren schwungvollen Liedern und regte zum Mitschunkeln an.

Der Bürgermeister aus Luban, Herr Mariusz Tomiczek, bedankte sich für die Einladung und freut sich auf eine weitere gute Partnerschaft mit Kamenz und lud die Senioren nach Luban ein.

 

Mit viel Spannung wurde, so wie jedes Jahr, die Bekanntgabe der Gewinner erwartet. Zehn Senioren freuen sich nun auf ein gemeinsames Kaffeetrinken mit dem Oberbürgermeister auf dem Hutberg am 23. Mai, zehn weitere Senioren konnten mit strahlenden Gesichtern einen Frühlingsblumenstrauß mit nach Hause nehmen. Die Blumen wurden von den Blumengeschäften Petasch, Merbitz, Scheffler und Anlauf gespendet. Am Ende gab es zufriedene Gesichter und viele dankbare Worte.

Zum Schluss noch ein ganz herzliches Dankeschön an alle, die tatkräftig bei der Vorbereitung und Durchführung mitgeholfen und so zum Gelingen dieses Festes beigetragen haben.

Wir freuen uns bereits auf das 12. Frühlingsseniorenfest im nächsten Jahr!

18.05.2017 - 02.06.2017

Hilfe! Kulturpiraten im Rathaus

Wer oder was wurde geentert?

Am 11. Mai 2017 – dem Tag des Piraten (Nein, kleiner Scherz!) – suchte eine Gruppe von Kindergartenkindern (Kinderhaus „Langes Gässchen“) und Schulneulingen (Grundschule am Gickelsberg) – das Kamenzer Rathaus auf. Ziel ihres „stürmischen Enterns“ war das Arbeitszimmer des Oberbürgermeisters. Hier „zwangen“ sie den Oberbürgermeister Rede und Antwort zu stehen.

Der erklärte ihnen auf verständliche Weise, was ein Bürgermeister zu tun hat und womit sich Stadträte so beschäftigen. Aber auch die Kinder teilten mit, was sie im Rahmen des Projekts „Kulturpiraten … bringen alles in Fluss! – Kulturelle Bildung schafft nachhaltig gelungene Übergänge von der Kita zur Grundschule“, getragen auch maßgeblich vom Museum der Westlausitz, über die Stadt Kamenz erfahren haben. Insofern war es ein Dialog mit beiderseitigen Wissenszuwachs.

Natürlich war die Freude der Kinder ganz besonders groß, da sie bei dieser Gelegenheit den Markt vom Balkon des Oberbürgermeisters aus betrachten konnten.

Die Freude konnte noch gesteigert werden, da der Oberbürgermeister eine Schüssel mit Süßigkeiten bereithielt, die – als sie freigegeben war – sich, verständlicherweise rasch leerte.

Zum Abschluss überreichten die Kinder dem Oberbürgermeister als Erinnerung noch ein kleines Geschenk, über das er sich sehr gefreut hat und das in seinem Arbeitszimmer sicher einen würdigen Platz finden wird.

18.05.2017 - 02.06.2017

 

Die Entscheidung ist gefallen

Das neue Seniorenzentrum an der Hohen Straße hat einen Namen

Zurzeit entsteht in Kamenz, direkt auf dem Bautzner Berg, eine moderne und attraktive Einrichtung für pflegebedürftige Senioren. Die zukünftige Betreibergesellschaft, die AZURIT Rohr GmbH aus Eisenberg/Pfalz, hat hierzu in den vergangenen Wochen einen Namenswettbewerb ausgeschrieben, an dem sich alle Bürgerinnen und Bürger aus Kamenz und der Umgebung beteiligen konnten. Als Anreiz lockt die Verlosung eines Grillfestes für 10 Personen, ausgerichtet vom AZURIT Event Catering.

Hohe Beteiligung bei der Namensfindung

Zahlreiche Bürger aus Kamenz und Umgebung (u. a. Schönteichen, Elstra, Panschwitz-Kuckau, Bischofswerda und Wachau) hatten ihre Namensvorschläge bis zum 10. Mai auf den vorbereiteten Karten eingetragen und in den dafür vorgesehenen AZURIT Briefkasten im Rathaus Kamenz geworfen oder per E-Mail an die zukünftige Hausleiterin der AZURIT Senioreneinrichtung, Kathleen Hanschke, versendet.

Die sechsköpfige Jury, bestehend aus dem Oberbürgermeister der Stadt Kamenz Roland Dantz, Frank Kunze (stellvertr. Dezernent für Stadtentwicklung und Soziales), Margot Sarink (Vorsitzende der Seniorenvertretung Stadt Kamenz und Schönteichen), Ernst-Ferdinand Egel (Mitglied der Seniorenvertretung Stadt Kamenz und Schönteichen) sowie Monika Hoffmann (Mitglied der Arbeitsgruppe Soziales) und Kathleen Hanschke (zukünftige Hausleiterin der Senioreneinrichtung), tagte am Donnerstag letzter Woche. Sie sichteten die Vorschläge und trafen ihre Auswahl. „Es ist wirklich klasse, dass sich so viele Menschen an unserem Namenswettbewerb beteiligt haben“, resümiert Kathleen Hanschke. „Insgesamt 105 unterschiedliche Namensvorschläge haben wir erhalten – da fiel die Namenswahl ganz schön schwer.“

Die Entscheidung ist – einstimmig – gefallen

Noch wird sie aber nicht verraten, da die offizielle Namensverkündung durch die AZURIT Gruppe im Rahmen eines feierlichen „Tauffestes mit Tag der offenen Tür“ am Samstag, den 10. Juni 2017 ab 11.00 Uhr, auf der jetzigen Baustelle des neuen Seniorenzentrums an der Hohe Straße geplant ist. „Wir freuen uns schon auf die erste offizielle Veranstaltung in Kamenz“, so Kathleen Hanschke. „Interessierte, die mit uns die Taufe feiern wollen, sind herzlich dazu eingeladen.“

18.05.2017 - 02.06.2017

LGS-Gebäudeservice Lausitz umgezogen

Neuer Standort – Neue Möglichkeiten

Aus Anlass des Umzugs hatte der Firmeninhaber, Stefan Vetter, zu einer kleinen Feier geladen, der viele Geschäftsleute, Freunde und Bekannte aus Kamenz und Umgebung gefolgt waren. Auch der Oberbürgermeister Roland Dantz und die Wirtschaftsreferentin Doreen-Charlotte Hantschke ließen es sich nicht nehmen, um mit einer Rhododendron-Pflanze zum neuen Domizil zu gratulieren.

In seiner kleinen Rede skizzierte Stefan Vetter kurz den Werdegang des Unternehmens, dass seit 2004 existiert. Es ist seitdem gewachsen und wird heute von 25 fleißigen Mitarbeitern getragen. Insofern war auch ein Umzug aus dem bisherigen Quartier „An der Mönchsmauer“ erforderlich geworden. Als überzeugter Kamenzer Unternehmer kam nur ein Firmensitz in Kamenz in Frage. Diesen hat das Unternehmen nun auf dem Firmengelände der Schuster Elektrotechnik Nebelschütz GmbH im Jesauer Feldweg 16 gefunden. Er dankte der Geschäftsleitung für das Entgegenkommen und die Bereitschaft auf die räumlichen Wünsche seiner Firma einzugehen. Der neue Firmensitz wird dem erreichten Geschäftsumfang gerecht und bietet darüber hinaus außerdem weitere Entwicklungsmöglichkeiten. Wir wünschen der LGS-Gebäudeservice Lausitz weiterhin viel Erfolg und zufriedene Kunden!

 

Die ehemaligen Geschäftsräume im alten Postgebäude können natürlich jederzeit durch interessierte Unternehmer angemietet werden. Informationen hierzu sind unter folgenden Links zu finden: http://kamenz.de/gewerbeflächenbörse.html oder http://wachstumsregion-dresden.de/de/unternehmen/index.php?id=6.

18.05.2017 - 02.06.2017

Das war der 24. Tag der offenen Tür der FF Kamenz-Stadt

Die FF Kamenz-Stadt bedankt sich noch einmal recht herzlich für den zahlreichen Besuch zum Tag der offenen Tür am 1. Mai 2017. Der Tag der offenen Tür war wieder eine tolle Möglichkeit, das Tun der Feuerwehr in der Öffentlichkeit zu präsentieren! Dies geschieht nun schon seit einigen Jahren gemeinsam mit dem DRK Kreisverband Bautzen, welcher ebenfalls an diesem Tag seine Tore öffnet.

Gedankt sei auch für die direkte und indirekte Unterstützung lokalen Firmen, ohne die, so die FF Kamenz-Stadt, dieser Tag nur schwer durchführbar wäre Also vielen Dank noch einmal!

Die Mitglieder FF Kamenz-Stadt hoffen natürlich auch für das nächste Jahr wieder viele Kamenzerinnen und Kamenzer, besonders Eltern mit ihren Kindern, begrüßen zu dürfen. Vielleicht entdeckt das ein oder andere Kind eine interessante Freizeitbeschäftigung, denn die Jugendfeuerwehr ist immer auf der Suche nach neuen Mitgliedern! Natürlich gilt das ebenso für die „Erwachsenen-Feuerwehr“.

Ach so: Nicht vergessen die Gewinne der der diesjährigen Tombola können in der Zeit von 18 – 20 Uhr in der Feuerwache der Freiwilligen Feuerwehr Kamenz-Stadt, Güterbahnhofstr. 17b in Kamenz abgeholt werden. Nach dem 26.05.2017 erlischt jeder Gewinnanspruch!

Die Losnummern, für die noch Gewinne für die diesjährige Tombola abgeholt werden können, finden sich unter dem Link: https://feuerwehrkamenz.de/aktuelles/9-aktuelles/314-tombola-zum-24-tag-der-offenen-tuer-der-ff-kamenz-stadt.

Abschließend sei im Zusammenhang mit der Tombola im Namen des Wehrleiters der Feuerwehr Kamenz-Stadt, Steffen Geisendorf, und des Vorsitzenden des Fördervereins Feuerwehr-Kamenz Stadt e.V., Stefan Lindner, allen Sponsoren, Helfern und Familienangehörigen der Vereinsmitglieder für die gewährte Unterstützung recht herzlich gedankt.

18.05.2017 - 02.06.2017

18.05.2017: Städtepartnerschaft Kamenz und Kolin

Der erste Schwimmwettkampf – Ein gelungener Auftakt

Eine neue Seite in der Städtepartnerschaft zwischen Kolin und Kamenz wurde aufgeschlagen

Schon vor geraumer Zeit hatte der Sportschwimmclub Kolin (SOPKo) zum Partnerschaftsstadtschwimmen Kolin - Kamenz  in das Hallenschwimmbad Kolin eingeladen. Gut war, dass sich der Ostsächsische Schwimmverein Kamenz e.V. (OSSV) nicht lange bitten ließ und – unterstützt von der Stadt Kamenz – die Organisation auf Kamenzer Seite übernahm. So konnte sich dann das Schwimmteam des OSSV am Sonnabend, dem 13. Mai auf den Weg nach Kolin machen.

Eine herzliche Begrüßung im Koliner Rathaus

In Kolin am Rathaus eingetroffen, erwartete uns bereits Vera Dolezalova, die unsere Mannschaft herzlich begrüßte, uns in bewährter Art und Weise als Übersetzerin zur Seite stand und für uns zwei Tage bei allen Problemen half. Da es der erste Schwimmwettkampf zwischen dem SOPKo und dem OSSV im Rahmen der Städtepartnerschaft war, hatte er sicher einen besonderen Stellenwert, aber die große Herzlichkeit der Tschechen beeindruckt immer wieder. Die Kinder wurden in den festlichen Ratssaal geladen und vom stellvertretenden Bürgermeister und dem Kulturbürgermeister begrüßt. Sicher war das, was dann in den offiziellen Reden gesagt wurde, für sie vielleicht nicht besonders interessant, aber sie saßen wie die Mäuschen und lauschten einer recht langen Begrüßungszeremonie. Zum Schluss gab es dann auch noch für sie Gastgeschenke. Sie waren mächtig beeindruckt!

Sportliche Freizeit mit Koliner Schülern

Im Anschluss an die Begrüßung ging es zur Jednicka-Grundschule, wo unsere Kinder von der Direktorin, zwei Lehrerinnen und sieben Grundschülern wieder sehr herzlich und unverkrampft begrüßt wurden. Nach einer Schulbesichtigung, der Erfrischung mit Getränken und Obst wurden gemeinsam Ratespiele und dann Zweifelderball mit gemischten Mannschaften gespielt. Erstaunlich war dabei, wie schnell Kinder die durchaus vorhandenen Sprachbarrieren abbauten. Und zum Schluss gab es dann für unsere Kinder wieder kleine Gastgeschenke. Im Übrigen sucht die Schule in Kamenz eine Partnerschule. Vielleicht ist das auch noch eine Möglichkeit, die Städtepartnerschaft auszuweiten.

Der Wettkampftag und eine große Überraschung

Am Sonntag war es dann soweit – der Wettkampftag: Nicht nur die Stadtverwaltung Kolin war bestens auf das erste Schwimmfest der Partnerstädte vorbereitet, auch der Schwimmverein von Kolin hatte voll mitgezogen. Der Verein hat in einer sehr schönen, nicht nur funktionell-, sondern auch freizeitorientierten Schwimmhalle seine Heimstatt. Dort erwarteten uns 55 Schwimmer(innen), Betreuer, Trainer – alle in einheitlicher Kleidung, was ein sehr schöner Anblick war. Wieder war es die herzliche Begrüßung mit dem Austausch von Gastgeschenken, die beeindruckte. Und dann eine nicht geahnte Überraschung: Zur Eröffnung des Wettkampfes wurden die Nationalhymnen beider Staaten gespielt. Auf den Gedanken muss man erst mal kommen. Soviel Ehre für Kinder! Wunderbar! Das ist angekommen!

Die Ergebnisse

Es gab 20 Wettkämpfe, an denen 55 Kinder bzw. Jugendliche aus Kolin und 7 aus Kamenz teilnahmen. Jeder der Kamenzer Schwimmer(innen) stellte sich in 5 Wettkämpfen. Die erreichten Ergebnisse können sich aus Kamenzer Sicht sehen lassen: Neben guten 4. und 5. Plätzen einmal Platz 1, fünfmal Platz 2 und zweimal Platz 3. So erreichte Marek Hirschberg (JG 04) den ersten Platz in der Disziplin „100m Brust“ in 1:36,51min, den zweiten Platz in den Disziplinen „100m Rücken“ in 1:23,9min, „100m Freistil“ in 1:14,23min, „100m Schmetterling“ in 1:26,40min sowie „200m Lagen“ in 3:02,26min. Paul Hetmank (JG 06) erreichte bemerkenswerte dritte Plätze in „50m Freistil“ in 42,24s und in „100m Lagen“ in 1:48,59min. Und auch der durch Annalena Hanke (JG 06) zweite Platz in „50m Brust“ mit 52,11s sei an dieser Stelle erwähnt.

Der Ausblick

Aber nicht nur die Ergebnisse zählen. Viel schwerer wiegt sicherlich, dass sich die Menschen beider Städte nähergekommen sind. Hier erfüllte sich ganz konkret und praktisch die oftmals als Phrase gebrauchte Völkerverständigung des Sports. Auf jeden Fall wird es wieder einen Vergleichskampf zwischen dem OSSV und dem SOPKo geben, dann aber in Kamenz. Dank der guten Zusammenarbeit zwischen der Stadt und dem OSSV – und hier gilt der Dank besonders Edeltraud und Theo Schnappauf –  konnte der Wettkampf in Kolin und wird er dann – voraussichtlich im nächsten Jahr – in Kamenz stattfinden.

Knihovna heißt Bibliothek -Erfahrungsaustausch der Bibliotheken Kamenz und Kolin

Dass die Stadtbibliothek“ G. E. Lessing“ an einem Öffnungstag geschlossen bleibt, ist für ihre Nutzer ungewöhnlich. Am 12. Mai 2017 hatten sie aber großes Verständnis dafür. Das Bibliotheksteam startete an diesem Freitagmorgen nicht wie gewohnt die Computer in der Bibliothek, sondern das Dienstauto der Stadt Kamenz und los ging die Reise in die tschechische Partnerstadt Kolin. Grund war eine Einladung zum tschechisch-deutschen Kulturfrühling. Das Navi war programmiert mit Ziel „MESTSKA KNIHOVNA KOLIN“. Nach einer herzlichen Begrüßung gab es viele anregende Begegnungen mit den tschechischen Kolleginnen und Kollegen. Bei der Besichtigungstour durch die Bibliothek staunten die Kamenzer über mehrere kleine Ausstellungen, die ideenreich und kreativ über die Lessingstadt informierten. Die Verständigung war durch die hervorragenden und humorvollen Übersetzungen von Frau Vera Dolezalova zum Glück kein Problem. Sie kennt Kamenz bereits durch viele Städtepartnerschaftsbesuche.

Der Koliner Bibliotheksleiter Herr Karnik sowie seine Stellvertreterin Frau Vodizkova (li.) boten den Kamenzer Gästen einen umfassenden Einblick in ihre Arbeit. Dank der hervorragenden Übersetzungen von Frau Dolezalova (re.) konnte gefachsimpelt werden.

Nach einem gemeinsamen typisch tschechischen Mittagessen gab es eine kleine Stadtführung rund um den Karlsplatz im mittelalterlichen Stadtzentrum. In Kolin existierte seit dem 14. Jahrhundert eine jüdische Gemeinde. Historische Zeitzeugen sind ein gut erhaltenes jüdisches Viertel mit der Synagoge aus dem 15. Jahrhundert. Im klassizistischen Gebäude der ehemaligen jüdischen Schule befindet sich heute die Stadtinformation. Das Bibliotheksteam übernachtete im ehemaligen Rabbiner-Haus. Die jüdische Gemeinde zerfiel im Jahr 1953. In der Synagoge, die heute kulturellen Zwecken dient, erlebten die Kamenzer am Abend einen Festakt mit klassischem Konzert des international prämierten Zemlinsky-Streichquartetts. Im Anschluss wurde eine Publikation deutsch-tschechischer Lyrik von Literaten des Koliner Elbegebietes präsentiert. Der Koliner Bürgermeister Vit Rakusan, der die Veranstaltung moderierte, kam bei einem kleinen Bankett und leichtem Swing im Innenhof der Synagoge dann mit den deutschen Gästen ins Gespräch. Er gab ihnen die herzlichsten Grüße an alle Kamenzer Bürger mit auf den Weg der Heimreise. Die Koliner waren tolle Gastgeber, so dass nicht nur neue Kontakte geknüpft wurden, sondern die tschechischen Bibliothekare im nächsten Jahr zum Gegenbesuch in Kamenz erwartet werden.

18.05.2017 - 01.06.2017

27.04.2017: Wie kann der gymnasiale Schulstandort entwickelt werden?

 

Wer mit dem Paddel auf den Teich schlägt,

bringt die Fische in Bewegung.

 

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,

sehr geehrte Einwohnerinnen und Einwohner,

sehr geehrte Unternehmerinnen und Unternehmer,

wenn im wahrsten Sinne des o.g. Zitates die unterschiedlichsten Leute mit den unterschiedlichsten Gedanken in Bewegung kommen, dann ist das gut, denn natürlich ist die Frage sehr wichtig, wie der gymnasiale Campus durch den Aufgabenträger, den Landkreis Bautzen, – und natürlich unter der Mitwirkung der Stadt Kamenz – letztendlich gestaltet wird. Und so kursiert ein offener Brief zur Bürgerbeteiligung in unserer Stadt.

Am Freitagabend hatte der Kamenzer Klub „Gotthold Ephraim Lessing“ unter der Frage „Kamenz wohin gehst Du?“ zu einem interessanten Gespräch über Stadtentwicklungsfragen eingeladen. Der fast zwei Stunden andauernde Gedankenaustausch brachte die unterschiedlichsten Themen zur Entwicklung der Altstadt, zur Gesamtentwicklung der Stadt u.a. der Wirtschaftsentwicklung und vieles mehr auf den Tisch. Natürlich wurde beinahe erwartungsgemäß auch die Frage, welche Nutzung in einem Bereich unterhalb der Lessingschule denkbar, vielleicht auch machbar ist, nicht ausgespart.

Höchstwahrscheinlich ist es bisher nicht so deutlich geworden, aber natürlich bedingt eine Umsetzung eines Gesamtprojektes auf dem gesamten Areal die Antwort auf die Frage, wie groß muss unter Berücksichtigung auch einer wachsenden Stadt die Fläche für den Bereich der Lessingschule – wenn man so will für den Campus – an dieser Stelle sein.

Was hat der Kamenzer Stadtrat dazu entschieden?

Er hat schon im vergangenen Jahr klargestellt, dass die notwendigen Flächen, die der Landkreis benötigt, auch bereitgestellt werden, und damit ist auch klar und sichtbar, dass die Betrachtung des gymnasialen Bildungsstandortes einen zentralen Platz einnimmt.

In der Diskussion am Freitagabend war dafür eine gute Basis vorhanden. Die Menschen wussten, dass der Landkreis als Schulträger die Aufgabe für die Trägerschaft des Lessing-Gymnasiums ausfüllt und natürlich ist der Schulträger gut beraten, zu klären, ob eine Investition auf der Grundlage einer angenommenen 3-Zügigkeit zukunftsfähig ist, oder ob nicht – bedingt durch die Entwicklung der letzten Jahre – aber vielleicht auch mit dem Blick in die Zukunft schon jetzt eine 4-Zügigkeit notwendig ist. Und aus dieser Sicht ist es nur allzu verständlich, dass aus den unterschiedlichsten Richtungen diese Fragen aufgeworfen werden. Wir stehen dabei nicht abseits, sondern sind da schon im besten Sinne des Wortes mittendrin.

Was kann man machen?

Die Frage lässt sich von der Struktur vernünftigerweise einfach beantworten: Bleibt der Landkreis bei seiner Ansicht, dass das Ausbauprogramm mit der Grundlage einer 3-zügigen gymnasialen Lösung erfolgt, dann sollte er die Lösung der möglichen Erweiterung des gegenwärtigen Standortes im Ergebnis eines Stadtwachstums schon jetzt mit strukturell vorsehen. Dass betrifft die strukturelle Anordnung des Anbaus genauso wie den Standort der Sporthalle u.v.m. auszuschreiben.

Bei diesem Ansatz muss also genügend Grundstücksfläche zur Verfügung stehen, um eine solche Umsetzung zu ermöglichen. Es kann aber auch sein, dass aufgrund der eingetretenen Situation der Schulträger zu der Einsicht gelangt, dass schon jetzt eine 4-zügige Lösung die eigentlich zukunftsweisende ist und natürlich hat dies dann die entsprechenden Planungskonsequenzen. Das sieht man an der Konzeption des erforderlichen Anbaus, an der klaren Planung der Freiflächenangebote.

Der Schulstandort steht im Mittelpunkt

Inwieweit Teile dieser Fläche, die nicht für den anders als für den gymnasialen Standort benötigt werden, anders genutzt werden, muss natürlich erörtert werden.

Für die Etablierung des Gymnasiums in der Innenstadt gibt es Beschlüsse des Stadtrates und Verträge mit dem Landkreis.

Ich kann mir vorstellen, dass diese selbstverständliche Vorgehensweise nicht ganz offensichtlich war. Insofern ist das auch eine Gelegenheit, dies klar und deutlich festzustellen und ich denke, dass ich beinahe für eine Mehrheit des Stadtrats sprechen kann.

Es ist selbstverständlich, dass der Landkreis zu der Frage, an welcher Stelle er den Schulsportplatz errichten oder sanieren will, noch seine Position finden muss. Mir ist bekannt, dass man offensichtlich im Landkreis über eine Zusammenführung des gymnasialen Standortes mit dem Sportplatz nachdenkt. Ein Ergebnis oder eine offizielle Mitteilung liegt uns hierzu noch nicht vor. Eine solche würde eine neue Situation bedeuten, auf die reagiert werden müsste bzw. die neue Überlegungen erfordern würde. Um es also zusammengefasst auf den Punkt zu bringen, die Bildungsinhalte für den gymnasialen Standort, für den gymnasialen Campus werden ermittelt und sicher auch in die Diskussion gebracht werden. Der gymnasiale Bildungsstandort bestimmt das Areal und alles andere sollte sich nach diesen Bedürfnissen ausrichten. Das kann Handel sein oder Wohnen und Gewerbe. Diese Aufgabenstellung ist die eigentlich vollständige. Nur war dies eben auch in dieser Form nicht der Gegenstand der Betrachtung in der Beratung des Stadtrates am 29. März 2017, sondern die mehrheitlich getroffene Entscheidung baute auf diesem Grundkonsens und dieser Aufgabenstellung auf. Allerdings ist dies eben etwas anderes als der sehr breit angelegte Antrag von Teilen der CDU-Fraktion, so dass neben der angesprochenen Schwerpunktnutzung noch alternativ rechtlich geprüft werden sollte, „ob eine alternative Nutzung für Wohn- und Gewerbezwecke, für Bildung, für Sport- und Freizeitzwecke, oder für andere zulässig Zwecke (z.B. Läden, Gaststätten; nicht störende Handwerksbetriebe; Hotels, Pensionen usw.) vorab planungsrechtlich zu klären ist.“

Der Einreicher hatte dann auch selbst gesehen, dass ein solcher „Nutzungseintopf“ – oder wenn man es seriöser ausdrücken will – solch ein breit angelegter Nutzungskatalog kaum zu einem Erfolg führen kann und sichtbar war, dass man beinahe jede denkbar andere Nutzung angeführt hat, nur um möglicherweise vom Kern her, sich gegen eine Einzelhandelsnutzung auszusprechen, obwohl man bei der Antragsbegründung beteuerte, dass der Änderungsantrag nichts anderes beinhalten würde, als der im Ältestenrat besprochene und letztendlich mehrheitlich vorgeschlagene Beschlussantrag. Nach der sehr anstrengenden Debatte wirkte dann der teilweise Rückzug und der damit verbundene Vorschlag etwas hilflos, wenigstens den Begriff „Bildung“ in den Beschlusstext mit einzufügen. Keiner der am Antrag Beteiligten war offensichtlich in der Lage, dem Stadtrat zu erklären, was er denn genau damit meinte. Mir persönlich war klar, dass der Raum für den gymnasialen Bildungsbedarf ohnehin geklärt werden muss. Das war immer das eigentliche Kernziel des Kamenzer Stadtrates. Und so habe ich mich in dem Falle – was ich sonst selten tue – bei diesem Antrag der Stimme enthalten.

Fazit

Der Landkreis als Schulträger wird sich und muss sich entscheiden, welche Entwicklung er für richtig und angemessen hält. Wir werden uns mit Sicherheit dazu auch positionieren und auf den unterschiedlichen Ebenen darüber diskutieren. Die Stadt Kamenz ist – bei Klarheit durch den jetzigen Schulträger des Gymnasiums – gefordert, zum einen eine gegebenenfalls neue Situation zu bewerten, zum anderen den notwendigen Entwicklungsraum für das Gymnasium bereitzustellen oder auch unter Umständen vorzuhalten.

Umso schöner ist es und auch im besten Sinne gerade noch rechtzeitig, dass sich nun einige mehr Gedanken machen, wie die Zukunft der gymnasialen Bildung konkret in unserer Stadt gestaltet werden soll. Insofern ist das Bild der Fische im Teich zumindest interessant. Insofern hat der Kamenzer Stadtrat mit seiner klaren Überlegung, wie man die Flächen in diesem Bereich nutzen könnte mit dem Paddel auf den Teich geschlagen und die Fische im positiven Sinne in Bewegung gebracht.

 

Roland Dantz

Oberbürgermeister

 

Wie könnte eine Sportanlage unterhalb der Lessingschule aussehen?

Um dies etwas besser bildlich zu verdeutlichen, wurde die Sportanlage an der Macherstraße maßstäblich 1:1 in die in Frage stehende Fläche „eingespiegelt“.

Die Betrachtung des Areals unter Berücksichtigung des notwenigen Sportplatzes für die 1. Oberschule und den gymnasialen Standort zeigt auf den ersten Blick das obige Ergebnis.

Es kann sich im wahrsten Sinne des Wortes ein erstes Bild gemacht werden. Und sicher ist z. B. zu klären, wie die Abschirmung zur Oststraße aussieht. Es ist auch zu klären, welche Erweiterungsmöglichkeiten für die Zukunft für die Gebäudestruktur des Schulstandortes bestehen oder wie ein ausreichendes Parkraumangebot realisiert werden kann. Diese Fragen und andere sind zu beantworten, wenn ein Lösung entstehen soll, die nachhaltig und zukunftsfähig sein soll.

Lageplan Vorplanungsstudie Umbau-/Erweiterungsbau mit möglicher Sporthalle des Lessing-Gymnasiums an der Henselstraße (Planungsgruppe Neumann GmbH)

Die Fläche für die Sporthalle war schon immer – also seit den Überlegungen für einen gymnasialen Bildungsstandort an dieser Stelle – für den möglichen Standort einer Sporthalle vorgesehen. Dafür hat die Stadt Kamenz die entsprechenden planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen. Des Weiteren stellt sie die erforderlichen Flächen dem Landkreis – als Schulträger des Gymnasiums – zur Verfügung.

 

 27.04.2017 - 17.05.2017

27.04.2017: Einkaufssonntag

Fast schon ein Sommertag in Kamenz

Der Ei(erei)nkaufssonntag am 9. April 2017

Die Sonne und die Temperatur hatten es an diesem Tag sehr gut gemeint. Vielleicht war es auch eine Belohnung für die Akteure und Beteiligten, die wieder viel Zeit und Kraft in die Vorbereitung und Durchführung dieses Einkaufssonntages oder, anders ausgedrückt, der „Eierei“ gesteckt hatten. Denn um das „Ei“ drehte sich an diesem Tag alles. Es gab so viele Aktivitäten, Angebote und Aufforderung zum Mitmachen, dass ein Benennen aller, diesen Rahmen sprengen würde. Deswegen nachfolgend ein paar optische Eindrücke, die stellvertretend für die gute Laune an diesem Tag stehen sollen, verbunden mit dem Dank an alle Beteiligten, die sich für das Gelingen dieses Tages eingebracht haben und die dafür sorgten, dass die Kamenzer und ihre Gäste einen vergnüglichen Nachmittag in „ihrer“ Stadt verbringen konnten. Die Innenstadt zeigte sich wieder einmal – belebt und trubelig – von ihrer schönsten Seite.

Solch ein Gewimmel möcht`ich sehn...
Alpakas auf dem Marktplatz - schon irgendwie merkwürdig, aber schön.
Nanu, ein geflochtenes Ei?
Aha, die waren das! Vielen Dank Birgit Nitsche (re.) von der Firma Naturnahe Gärten!
Mal eine ganz andere Art auf die Leseangebote der Stadtbibliothek aufmerksam zu machen.
Linus Becker machte es sich im "LeseEi" gemütlich.
Kaffee und Kuchen in Sachsen - Das muss sein.
Es gibt so viel zu sehen!
Schnell alles im Handy festhalten, ehe es eventuell vergessen ist.
"Green Eggs And Ham" - Ein zukünftiger Bob Dylan?
Von wegen leere Bautzner Straße - an diesem Tag nicht ...
Bemalte Flacheier
Beklebte Flacheier
Pelzige Eier
Gestaltete "Saurier" - Eier
Und die kleinen Wesen schleppen all die Eier zu Ostern an? Ist nicht wahr!
Die Herren der Kaninchen
Und wer die Eierei "satt" hatte, konnte sich durch die Gegend "kutschieren" lassen.
Zufrieden jauchzet groß und klein: Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein! Olle Goethe kann sich ja nicht mehr wehren...
Osterbaum - Symbol des Erwachens neuen Lebens, des Neubeginns und des Frühlings
12.04.2017: Seniorenzentrum am Bautzner Berg

Seniorenzentrum am Bautzner Berg

Neben dem voraussichtlichen Eröffnungstermin am 1. September 2017 und weiteren Informationen zum Bau des Seniorenheims rief Kathleen Hanschke Kamenzerinnen und Kamenzer zu einem Namenswettbewerb auf, in dessen Rahmen – auf der Grundlage der eingesandten Namensvorschläge – eine Jury den Namen für das neue Seniorenzentrum bestimmt. Vom 27. März bis 10. Mai 2017 können Vorschläge für den neuen Namen der Einrichtung eingereicht werden. Gerne können auch Vorschläge per E-Mail an kamenz@azurit-gruppe.de eingereicht werden. Die Postkarten zur Teilnahme werden ab dem 22. März 2017 im Eingangsbereich des Rathauses zur Verfügung stehen. Unter allen Einsendungen verlost die AZURIT-Gruppe ein Grillfest für 10 Personen aus. Weitere Informationen zu diesem Pressegespräch finden Sie im Mitteilungsblatt - Ihre Heimat- und Bürgerzeitung im Landkreis Bautzen - Ausgabe Kamenz, auf der Seite 11.

16.03.2017- 12.04.2017

31.03.2017: Einzelhandel an der Lessingschule auf den Weg gebracht?

Was wurde im Stadtrat am 29.03.2017 wirklich beschlossen?

 

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger, liebe Einwohner,

aber vor allem auch sehr geehrte Gewerbetreibende, Unternehmerinnen und Unternehmer in unserer Stadt, bevor Sie sich den nachfolgenden Beschlusswortlaut durchlesen, können Sie sich mehrere Fragen stellen – z.B.:

  1. Weshalb sollte mit dem Beschluss des Stadtrates eine Bürgerbeteiligung nicht möglich sein?
  2. Hat der Stadtrat der Stadt Kamenz schon vollendete Tatsachen geschaffen, wenn er prüfen will, wie eine   Ausschreibung für Handelszwecke oder für eine Wohn- oder Gewerbenutzung erfolgt?
  3. Was spricht denn dagegen, neben der jetzt möglicherweise vorgesehenen Handelsnutzung die Alternative für Wohnen und Gewerbe mit abzuprüfen?
  4. Ist es nicht dann auch vernünftig, zum jetzigen Zeitpunkt zu entscheiden, ob man eine Ausschreibung für Wohn- und Gewerbezwecke für dieses Gebiet herbeiführen will?
  5. Was spricht denn dagegen, in einem Wettbewerb - im Ergebnis einer Ausschreibung - sich unterschiedliche Lösungskonzepte unterbreiten zu lassen, die nach zuvor gemeinsam entwickelten Kriterien bewertet werden?
  6. Ist es nicht sinnvoll, diejenigen zu befragen, die entweder Wohn- oder Gewerbenutzung anbieten, um auch herauszufinden, wie dieses für die Stadt wichtige Grundstück sinnvoll genutzt werden könnte, ohne dass wir selbst für aufwendige Wettbewerbe Geld ausgeben müssen?
  7. Ist denn der Stadtrat wirklich verpflichtet, ein Angebot anzunehmen, das vielleicht nicht die erwartete Lösung bringt? Oder ist er nicht frei, zu entscheiden, unter Umständen die Ausschreibung – wenn sie kein zutreffendes Ergebnis beinhaltet – aufzuheben?

 

Sicher können Sie sich die ein oder andere Frage stellen, aber vielleicht werden Sie auf der Suche nach eigenen Antworten zu einer anderen Schlussfolgerung bzw. zu einem anderen Ergebnis kommen, wenn Sie nun nachfolgend lesen, was wirklich im Stadtrat beschlossen wurde.

 

Was hat der Stadtrat der Stadt Kamenz am 29.03.2017 zum Gebiet unterhalb der Lessingschule entschieden?

 

Der Beschluss Nr. 2132/2017 lautet zusammengefasst wie folgt:                                                                             

  1. Der Beschluss Nr. 1980/2016 vom 04.05.2016 wird aufgehoben.
  1. Der Stadtrat beabsichtigt, die im Bebauungsplan „Stadterneuerung Kamenz Gründerzeitquartier“ ausgewiesene Fläche – derzeit Sondergebiet Handel – auszuschreiben und beauftragt den Oberbürgermeister, Kriterien für die Ausschreibung vorzubereiten und dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorzulegen. Dabei ist rechtlich zu prüfen, ob eine alternative Nutzung für Wohn- und Gewerbezwecke vorab bauplanungsrechtlich zu klären ist oder ob eine Ausschreibung für Wohn- und Gewerbezwecke parallel zu einer Ausschreibung für Handelszwecke erfolgen kann.
  1. Der Beschluss zur Ausschreibung der unter Punkt 2 genannten Fläche wird durch den Stadtrat der Stadt Kamenz separat gefasst.“

 

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger, liebe Einwohner,

vielleicht bemerken Sie jetzt, dass es hier bei der Meinungsbildung in der Öffentlichkeit offensichtlich Interessenlagen gibt, die mit wenig Mühe schnell zu durchschauen sind, weil sie auf einer unzutreffenden Berichterstattung und gegebenenfalls auf Nichtwissen der Beschlusslage beruhen.

In mehreren, ich kann beinahe sagen z.T. stundenlagen, Beratungen hat der Stadtrat darüber nachgedacht, wie er auf der Grundlage eines Angebotes, das der Stadt Kamenz unterbreitet wurde, reagieren kann.

 

Viele Stadträte standen vor der Frage: Wie weiter?

 

Der vorliegende Beschluss war dann nach reiflichen Überlegungen aus diesen Beratungen heraus entstanden und wurde vom Ältestenrat in dieser Weise, im Übrigen auch mit der Zustimmung der Fraktionsvorsitzenden der CDU-Fraktion, dem Stadtrat empfohlen. Selbst der dann in der Stadtratssitzung am 29.03.2017 gestellte Änderungsantrag der CDU-Fraktion beinhaltete ja ebenso die Vorbereitung einer Ausschreibung für Handel mit einer aber sehr weit gefassten Öffnung zur Betrachtung von Nutzungsalternativen. Dieser Änderungsantrag wurde dann im Verlauf der Debatte von den Einreichern zurückgezogen, so dass der u.a. im Ältestenrat empfohlene Beschlussvorschlag – und zwar zu den drei inhaltlichen Punkten extra – zur Abstimmung kam.

Meine Aufgabe als Oberbürgermeister sehe ich auch darin, den Stadtrat in diesen Fällen zu beraten, wie man in dieser Frage weiterkommt und vor allem, dass auch Entscheidungen getroffen werden, aus denen hervorgeht “was man will.“ Um herauszufinden, was für die Stadt Kamenz die beste Lösung ist, haben sich die Stadträte mit großer Mehrheit für eine sehr gestufte Herangehensweise ausgesprochen. Dies ist aus dem Beschluss heraus deutlich ersichtlich.

 

Ob ausgeschrieben wird, wird später entschieden

Am Rande sei auch erwähnt, dass sich der Stadtrat fast einstimmig – mit nur einer Gegenstimme – dafür ausgesprochen hat, dass der Beschluss zur Ausschreibung der unter Punkt 2 genannten Fläche (unterhalb der Lessingschule) separat gefasst wird. Damit ist klar, dass es einfach nicht stimmen kann, dass am vergangenen Mittwoch ein Einzelhandelsstandort auf den Weg gebracht wurde.

An dieser Stelle sei angemerkt, dass in der interessanten Debatte und in der sehr gut besuchten Auftaktveranstaltung das Thema Einzelhandel an der Oststraße von der Bürgerschaft selbst thematisiert wurde und bei der abschließenden Schwerpunktsetzung einen sehr hohen Stellenwert bekam.

Was bitte soll denn der Kamenzer Stadtrat machen, wenn nicht in dieser Form dann auch dieser Fragestellung nachgegangen wird, ohne dass schon Entscheidungen getroffen werden, wie etwas geschieht? Und ist es nicht richtig, wenn darüber hinaus sogar noch in einer sehr ernsthaften Tiefe die Nutzungsalternativen Wohnen und Gewerbe untersucht werden?

Vielleicht ist jetzt erkennbar, warum die zuvor angeregten Fragen im Sinne der Selbstbefragung wichtig sind, um zu einem fundierten Urteil zu gelangen.

 

Roland Dantz
Oberbürgermeister der Lessingstadt
31.03.2017 - 17.05.2017
31.03.2017: Kamenz startet Standortkampagne als Batteriekompetenzzentrum

Auf der kreislichen Gewerbemesse „WIR“ startet am 31. März 2017 eine Standortkampagne der Stadt Kamenz mit Unterstützung der ACCUMOTIVE. Anlass sind die positiven Entwicklungen, die im Zusammenhang mit der 500 Mio. Euro umfassenden Investition der Daimler AG in ihre Tochter und dem damit verbundenen Bau der zweiten Batteriefabrik stehen und die auf den Standort, die Stadt, die gesamte Region sowie sachsen- und deutschlandweit ausstrahlen.

KAMENZ – THE PLACE TO [E] / Batterie-Kompetenz-Zentrum [E]lektromobilität

Kurz und prägnant ist der entwickelte und gestaltete Slogan. Er verdeutlicht unmissverständlich und ein wenig stolz, dass in Kamenz Großes passiert.

Die Schlüsseltechnologie und eigentliche Voraussetzung der Elektromobilität liegt in leistungsstarken und sicheren Batterien, die für die Fahrzeuge der Daimler AG in der Lessingstadt produziert werden.

Botschaft wird auf vielen Kanälen kommuniziert

Möglichst viele sollen davon erfahren. Deshalb hat die Stadtverwaltung z. B. einen neuen Hybrid-Mercedes-Pkw der TG Autohandels GmbH in den Fuhrpark aufgenommen, der nicht nur der praktischen Bewältigung städtischer Aufgaben dient, sondern auch als adäquater Werbeträger gestaltet für viel Aufmerksamkeit und Resonanz sorgen wird. Nicht unerwähnt bleiben soll, dass der Slogan „KAMENZ – THE PLACE TO [E] / Batterie-Kompetenz-Zentrum [E]lektromobilität“ in Zusammenarbeit mit der Kamenzer Graphixer GmbH erfolgte, die auch für die optische Umsetzung auf dem Fahrzeug verantwortlich war.

Auf diesem und anderen zukünftigen Werbemitteln wird auf die eigens gestaltete zentrale Website www.kamenz.de/e-mobility hingewiesen, auf der man Aktuelles und Wissenswertes zum Technologiestandort erfährt.

Auch ist hier der Verweis auf das Fachkräfte-Recruiting der ACCUMOTIVE platziert, das sich übrigens auch zur Messe „WIR“ am Stand der Stadt Kamenz wiederfinden wird.

Online und damit öffentlich zugänglich wird diese Website ab dem 31. März 2017 sein.

Ein Besuch der Website und des städtischen Messestandes zur „WIR“ lohnt sich!

31.03.2017 - 07.04.2017

07.03.2017: Grundsteinlegung Werk II der Dt. ACCUmotive
  • Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars, begrüßt Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und den sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich bei der Daimler-Tochter ACCUMOTIVE in Kamenz.
  • Investition von rund einer Milliarde Euro in die weltweite Batterieproduktion
  • Verdopplung der Mitarbeiterzahl am Standort bis Ende des Jahrzehnts
  • Umsetzung der Unternehmensstrategie „CASE“ (Connected, Autonomous, Shared & Services, Electric) in vollem Gang

 

Stuttgart/Kamenz – Mit der Grundsteinlegung für eine der größten und modernsten Batteriefabriken setzt die Daimler AG neue Maßstäbe in der internationalen Automobilindustrie und geht den nächsten Schritt in der Elektrooffensive.

Bei der hundertprozentigen Tochter ACCUMOTIVE in Kamenz entsteht mit einer Investition von rund 500 Millionen Euro bereits die zweite Fabrik für Lithium-Ionen Batterien. Ehrengäste beim Festakt waren Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und Stanislaw Tillich (Ministerpräsident des Freistaates Sachsen), die gemeinsam mit Dieter Zetsche (Vorstandsvorsitzender der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars), Markus Schäfer (Mitglied des Bereichsvorstands Mercedes-Benz Cars, Produktion und Supply Chain), Frank Deiß (Leiter Produktion Powertrain und Standortverantwortlicher Mercedes-Benz Werk Untertürkheim) und Frank Blome (Geschäftsführer Deutsche Accumotive GmbH & Co. KG) das Gehäuse einer Fahrzeugbatterie als Grundstein verankerten.

„Die Automobilindustrie steht vor einer fundamentalen Transformation und wir begreifen uns als treibende Kraft des Wandels“, so Dieter Zetsche. „Die Batteriefabrik in Kamenz ist ein wichtiger Bestandteil in der Umsetzung unserer Elektrooffensive. Bis 2022 werden wir bereits mehr als zehn reine Elektroautos in Serie haben. Auch die Hybridisierung unserer Flotte treiben wir konsequent weiter voran. Unter der Marke EQ schaffen wir ein ganzheitliches Ökosystem für die E-Mobilität.“

Die Investition von Daimler stärkt die Region als wichtigen Innovationshub der deutschen Automobilindustrie und bietet den Beschäftigten gute Perspektiven in einem zukunftsträchtigen Technologiefeld. Davon konnten sich auch die Bundeskanzlerin und der sächsische Ministerpräsident bei einem Werksrundgang durch die bestehende Batteriefabrik im Gespräch mit zwei Mitarbeitern aus der Produktion ein Bild machen.

Stanislaw Tillich betonte: „Daimler setzt bei dieser für Deutschland und Europa wichtigen Investition auf Sachsen – ich sage danke und herzlich willkommen! Die heutige Grundsteinlegung in der Lausitz ist ein Zukunftssignal, das besonders stark strahlt. Mit der Investition trägt Daimler entscheidend dazu bei, den guten Ruf Sachsens als traditionsreiches und modernes Autoland zu festigen. Das Vorhaben steht für Innovationen und Arbeitsplätze und gleichzeitig für die Entwicklung des Technologiestandortes zu einem Zentrum der Elektromobilität.“

Insgesamt investiert Daimler rund eine Milliarde Euro in einen globalen Batterie-Produktionsverbund. „Mit der zweiten Batteriefabrik in Kamenz geben wir die Initialzündung für den Aufbau der ersten Premium eBattery-Factory“, so Markus Schäfer. „Die lokale Fertigung von Batterien ist ein wichtiger Erfolgsfaktor in unserer Elektrooffensive und der entscheidende Baustein, um die weltweite Nachfrage nach Elektrofahrzeugen flexibel und effizient zu bedienen. Damit sind wir in unserem Produktionsnetzwerk für die Mobilität der Zukunft sehr gut aufgestellt.“

Mitte 2018 soll das neue Produktionswerk im rund 50 Kilometer von Dresden gelegenen Kamenz in Betrieb genommen werden. Das rund 20 Hektar große Grundstück liegt in unmittelbarer Nähe der bestehenden Batteriefabrik. Durch die Erweiterung vervierfacht sich die Produktions- und Logistikfläche in Kamenz auf insgesamt rund 80.000 m2. ACCUMOTIVE wird die Anzahl der Mitarbeiter am Standort in den nächsten Jahren schrittweise erhöhen. Bis Ende der Dekade wird ACCUMOTIVE über 1.000 Mitarbeiter beschäftigen und somit die Mitarbeiterzahl gegenüber dem heutigen Stand mehr als verdoppeln.

„Der Besuch unserer Bundeskanzlerin hier bei ACCUMOTIVE unterstreicht den Stellenwert der Elektromobilität in Deutschland und die gute Perspektive des Zukunftsstandorts Kamenz. Für unsere Belegschaft ist das ein tolles Signal und eine Würdigung ihres Know-hows und der Top-Leistung der letzten Jahre. Bis heute haben wir hier mehr als 80.000 Batterien auf Basis der Lithium-Ionen-Technologie geliefert“, so Frank Blome. Die zweite Batteriefabrik ist als CO2-neutrale Fabrik konzipiert: Daimler denkt im Sinne der Elektromobilität ganzheitlich und setzt bereits in der Produktion auf Nachhaltigkeit. Ein Blockheizkraftwerk und eine Photovoltaik-Anlage werden in Verbindung mit stationären Batteriespeichern die Produktionsanlagen mit Energie versorgen. Die neue Batteriefabrik wird außerdem mit modernsten Anlagen und Technologien Maßstäbe im Bereich Industrie 4.0 setzen.

Elektro-Offensive von Mercedes-Benz Cars

Mercedes-Benz Cars startet mit dem Concept EQ die neue Generation von Elektrofahrzeugen. Bis 2022 sollen mehr als zehn neue Elektroautos in Serie gehen: vom smart bis zum großen SUV. Zehn Milliarden Euro fließen in den nächsten Jahren in den Ausbau der Elektroflotte. Die neuen Elektrofahrzeuge werden innerhalb des globalen, hochflexiblen und effizienten Produktionsnetzwerks von Mercedes-Benz Cars mit Standorten auf vier Kontinenten produziert. Das erste EQ-Serienfahrzeug wird zum Ende der Dekade im Mercedes-Benz Werk Bremen vom Band laufen. Künftig werden außerdem im Werk Sindelfingen EQ-Modelle der Ober- und Luxusklasse gefertigt. Das Unternehmen geht davon aus, dass 2025 der Anteil der Elektromodelle am Gesamtabsatz von Mercedes-Benz zwischen 15 und 25 Prozent liegen wird. Neben Antriebsbatterien für Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeuge werden bei ACCUMOTIVE Batterien für die stationären Mercedes-Benz Energiespeicher sowie für 48-Volt-Systeme produziert. Das richtungsweisende 48-Volt-Bordnetz feiert in der neuen Generation der S-Klasse Premiere und wird sukzessive in verschiedenen Baureihen Einzug halten.

Kamenz wird Batterien für Nutzfahrzeuge liefern

Auch die Nutzfahrzeug-Sparten von Daimler treiben die Elektrifizierung ihres Portfolios konsequent voran. Nach dem Vito E-CELL aus dem Jahr 2011 wird Mercedes-Benz Vans ab dem kommenden Jahr mit Elektro-Transportern in Serie gehen. Sowohl Vito als auch Sprinter werden mit Antriebsbatterien aus Kamenz ausgerüstet sein. Daimler Trucks startet noch in diesem Jahr mit einer Kleinserie des Fuso eCanter. Es handelt sich dabei um die dritte Generation des weltweit ersten rein elektrisch angetriebenen leichten Lkw. Fuso setzt für den eCanter ebenfalls auf Antriebsbatterien aus Kamenz. Je nach Aufbau, Beladung sowie Einsatzprofil ist mit dem 7,5-Tonner eine Reichweite von mehr als 100 km ohne stationäres Nachladen möglich. Der Fuso eCanter wird in Kleinserie ab 2017 ausgeliefert. Die ersten 150 Einheiten gehen an Kunden in Japan, Europa und USA. Mercedes-Benz Trucks startet ebenfalls noch im laufenden Jahr die Kundenerprobung des Urban eTruck, dem weltweit ersten vollelektrischen schweren Verteiler-Lkw. Daimler Buses bringt im nächsten Jahr einen vollelektrischen Mercedes-Benz Stadtbus in die Serienproduktion. Prototypen sind bereits auf der Straße unterwegs.

Unternehmensstrategie CASE als Basis

CASE – diese Buchstaben prägen die Zukunft von Mercedes-Benz Cars. Sie stehen für die strategischen Säulen Vernetzung (Connected), autonomes Fahren (Autonomous), flexible Nutzung (Shared & Services) und elektrische Antriebe (Electric), die das Unternehmen intelligent miteinander verbindet. Schon heute nimmt Mercedes-Benz Cars in allen vier Bereichen eine führende Rolle ein. So steht im Zentrum für alle Aktivitäten im Bereich Vernetzung die digitale Marke Mercedes me, die den Kunden per App, Website oder direkt im Auto Zugang zu einem umfassenden und personalisierten Dienstleistungsangebot gibt. Auf dem Weg zum autonomen Fahren treibt Mercedes-Benz seit Jahren die Entwicklung intensiv voran und setzt dabei immer wieder Maßstäbe. Dafür nutzen die Mercedes Ingenieure die sogenannte Sensor Fusion. Die Daten unterschiedlicher Sensoren wie Kameras, Ultraschall und Radar werden intelligent verknüpft und ausgewertet. Auch beim Thema Sharing ist der Erfinder des Automobils mit car2go Vorreiter. Mit rund zwei Millionen Nutzern ist das Unternehmen größter Anbieter weltweit beim free-floating Carsharing. Bei der Elektrifizierung des Antriebsstrangs folgt Mercedes-Benz einem ganzheitlichen Ansatz und entwickelt neben der Marke EQ mit einer Fahrzeugfamilie auch ein ganzheitliches Ökosystem, das neben dem reinen Fahrzeug ein umfassendes Angebot rund um die Elektromobilität enthält. Dieses reicht von intelligenten Services über Energiespeicher für private und gewerbliche Kunden sowie Ladetechnologien wie dem induktiven Laden bis hin zum nachhaltigen Recycling. Um die Weiterentwicklung aller vier Säulen gleichermaßen voran zu treiben, sind die Aktivitäten in einer neuen Organisationseinheit gebündelt.

Über ACCUMOTIVE

Die im Jahr 2009 gegründete Deutsche Accumotive GmbH & Co. KG ist eine hundertprozentige Tochter der Daimler AG. Das Unternehmen entwickelt und produziert hochkomplexe Batterien für Hybrid- und Elektrofahrzeuge auf Basis der Lithium-Ionen-Technologie für Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und smart. Außerdem verantwortet das Unternehmen die Produktion von stationären Batteriespeichern der Mercedes-Benz Energy GmbH. Die ACCUMOTIVE hat ihren Sitz in Nabern im Großraum Stuttgart, wo Forschung und Entwicklung angesiedelt sind. Die Fertigung erfolgt im sächsischen Kamenz. Die Daimler-Tochter beschäftigt insgesamt über 500 Mitarbeiter. ACCUMOTIVE verbindet eine enge Zusammenarbeit mit dem Schwesterunternehmen Mercedes-Benz Energy GmbH, das am Standort Kamenz für die Entwicklung und den weltweiten Vertrieb der Mercedes-Benz Energiespeicher für private und industrielle Anwendungen zuständig ist.

Statement des Oberbürgermeisters Roland Dantz anlässlich der Grundsteinlegung

Mit der Grundsteinlegung für die Erweiterung der Deutsche Accumotive GmbH & Co. KG stellt die Daimler AG die Weichen für die größte Industrieansiedlung in der beinahe 800jährigen Geschichte unserer Stadt. Wir haben 2011 mit dem Erwerb von 52 ha Industriefläche gemeinsam im Kamenzer Stadtrat alles auf eine Karte gesetzt, um sicherzustellen, dass sichtbare Entwicklungen für die elektromobile Zukunft am Standort Kamenz weiter möglich werden.

So wie in der Vergangenheit auch mit der Entwicklung des Gewerbegebietes „Am Ochsenberg“ im Ortsteil Bernbruch mit der Ansiedlung der Unternehmen Sachsen Fahnen GmbH & Co. KG und Mast-Jägermeister SE Werk Kamenz wurden Rahmenbedingungen geschaffen, dass es weitergeht. Mit der Erweiterung des Standortes der Daimler AG wird eine deutliche Trendwende für die Entwicklung des Wirtschaftsraumes Kamenz sichtbar.

In Kamenz entsteht durch das Engagement der Daimler AG eine der größten und modernsten Batteriefabriken der Welt. Mit der Entscheidung ca. 500 Mio. EUR in den Standort zu investieren, wird deutlich, welche Bedeutung die Entwicklung der Elektromobilität in den nächsten Jahren bekommen wird.

Ein besonderer Tag – ein besonderer Augenblick – Die Eintragung in das „Goldene Buch der Stadt „Kamenz“

Der Besuch der Bundeskanzlerin anlässlich der Grundsteinlegung für die Erweiterung der Deutsche Accumotive GmbH & Co. KG macht die Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Deutschland sichtbar.

Da an diesem Tag „Wirtschaftsgeschichte“ in unserer Stadt geschrieben wird, ist es für uns eine große Freude und Ehre zugleich, dass dieses Ereignis der Grundsteinlegung und damit das Engagement der Daimler AG im wichtigsten Buch unserer Stadt, dem „Goldenen Buch der Stadt Kamenz“ festgehalten wird. So wird der Stadt Kamenz die Ehre zuteil, dass sich die Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, Dr. Angela Merkel, und der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG, Dr. Dieter Zetsche sich gemeinsam mit dem Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen, Stanislaw Tillich, in das Goldene Buch eintragen. Der Inschrift im Goldenen Buch lautet:

„... da er (der Mensch) das Gute tun wird, weil es das Gute ist …“

Gotthold Ephraim Lessing aus „Die Erziehung des Menschengeschlechts"

Besuch der Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland Dr. Angela Merkel anlässlich der Grundsteinlegung für das Werk II der Deutsche Accumotive GmbH & Co. KG am 22. Mai 2017 in Kamenz

Dieser feierliche Akt ist auch Ausdruck einer Wertschätzung denjenigen gegenüber, die zum Gelingen dieser für Sachsen und für Deutschland wichtigen Ansiedlung beigetragen haben. Es ist darüber hinaus auch eine Wertschätzung der Menschen hier vor Ort, der Beschäftigen der Deutsche Accumotive GmbH & Co. KG sowie all jener, die besonders in den letzten Jahren und Monaten für die Ansiedlung hart gearbeitet haben. Insofern gilt der Dank allen, insbesondere den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung, der ewag kamenz-Energie und Wasserversorgung Aktiengesellschaft Kamenz sowie auch den Unternehmen und Behörden, die wie die Landkreisverwaltung zum Gelingen dieses für die Stadt Kamenz so wichtigen Vorhabens beigetragen haben.

Mit der Grundsteinlegung am heutigen Tag verbindet sich die Zuversicht auf eine Mehrung des Wohlstandes der Menschen in unserer Region. Es entstehen hochqualifizierte und gut bezahlte Arbeitsplätze, die gerade in den Zeiten von Arbeitsplatzverlusten im westsächsischen Raum, so z. B. bei der Solarworld AG, oder auch östlich von Kamenz durch die Entwicklung des Werkes von Bombardier von großer Bedeutung sind.

Wir verbinden mit dem heutigen Tag natürlich auch die Zuversicht, dass unsere Stadt und damit die Region um Kamenz einen weiteren Schub erfährt und wachsen wird. Das bedeutet genauso wie in den letzten Jahren für uns, für die Bürgerschaft hart zu arbeiten und „dranzubleiben“, um die Chancen, die sich hier für uns auftun, zu nutzen.

Der heutige Tag ist ein Tag der Freude. Er schafft auch die Möglichkeit zum Innehalten und in die Zukunft zu blicken.

Die Grundsteinlegung im Live-Stream

Hier finden Sie die Live-Aufnahmen des Grundsteinlegungs-Festaktes vom 22.05.2017 mit Werksführung und Auftritten von Markus Schäfer, Dieter Zetsche, dem sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich und Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel (in dieser Reihenfolge) zusammengefasst in einem Video der Daimler AG.

Im Plenum stellten die Moderatoren der Foren ihre Diskussionsergebnisse vor. Danach konnten alle Teilnehmer des Abends aus den 20 Handlungsfeldern durch Vergabe von Punkten ihre persönlichen Schwerpunkte auswählen. Und es war durchaus interessant, wie sich die Teilnehmer an dieser Einwohnerversammlung entschieden und welche Reihenfolge der Schwerpunkte für die Leitbilddebatte gesehen wurden. Am Ende des Abends waren sich die anwesenden Bürgerinnen und Bürger einig, dass diese Art der aktiven Beteiligung sehr interessant und konstruktiv sowie ein sehr guter Einstieg in die anstehenden Diskussionen war.

Mehr über den Ablauf und die zukünftigen Aufgabenfelder für Kamenz aus dieser Bürgerbeteiligung in einer der nächsten Ausgaben des Kamenzer Amtsblattes.

 

07.03.2017

07.03.2017: Kamenz – Gestern – Heute – Morgen, Gelungener Beginn der neuen Leitbilddebatte

Gemeinsam mit rund 90 interessierten Bürgerinnen und Bürgern fand am Abend des 2. März 2017 im Kamenzer Rathaus die Auftaktveranstaltung zur „Leitbilddebatte zur Entwicklung der Stadt Kamenz für den Zeitraum bis 2025 mit Ausblick bis 2030“ statt.

Bürgerbeteiligungen in den unterschiedlichsten Formen hat es schon in der Vergangenheit gegeben. Dieses Mal fand die Zusammenkunft aber nicht in der „klassischen Form“ eines Podiums statt, auf dem die jeweilige Thematik vorstellt wird und die Bürger dann Fragen stellen können, sondern in vier Foren mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten (wie z. B. „Wohnen, Arbeiten, Handel, Gewerbe, Städtebauliche Entwicklung“ oder „Soziales, Bildung, Freizeit, Kultur, Tourismus, Sport“) erfolgten sehr interessante Gespräche und rege Diskussionen, waren die Teilnehmer selbst gefordert, Inhalte zu entwickeln bzw. Schwerpunkte festzulegen. Im Weiteren wählte jede dieser Arbeitsgruppen aus den so gesammelten Themen fünf Handlungsschwerpunkte mit Blick auf die zukünftige Entwicklung in Kamenz aus.

Im Plenum stellten die Moderatoren der Foren ihre Diskussionsergebnisse vor. Danach konnten alle Teilnehmer des Abends aus den 20 Handlungsfeldern durch Vergabe von Punkten ihre persönlichen Schwerpunkte auswählen. Und es war durchaus interessant, wie sich die Teilnehmer an dieser Einwohnerversammlung entschieden und welche Reihenfolge der Schwerpunkte für die Leitbilddebatte gesehen wurden. Am Ende des Abends waren sich die anwesenden Bürgerinnen und Bürger einig, dass diese Art der aktiven Beteiligung sehr interessant und konstruktiv sowie ein sehr guter Einstieg in die anstehenden Diskussionen war.

Mehr über den Ablauf und die zukünftigen Aufgabenfelder für Kamenz aus dieser Bürgerbeteiligung in einer der nächsten Ausgaben des Kamenzer Amtsblattes.

 

07.03.2017

27.02.2017: Einladung Einwohnerversammlung Leitbilddebatte am 02.03.2017

Am Donnerstag, dem 02.03.2017 um 19.00 Uhr findet im Ratssaal die Auftaktveranstaltung zur Leitbilddebatte statt. Dazu sind Sie herzlich eingeladen!

mehr lesen

10.02.2017: Rede des OBs zum Neujahrsempfang 2017

Rede des Oberbürgermeisters zum Neujahrsempfang 2017

 

Rede des Oberbürgermeisters zum Neujahrsempfang der Stadt Kamenz 2017 am 3. Februar 2017

Denkanstöße – Zum Weiterdenken

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich darf Sie heute hier zum diesjährigen Neujahrsempfang in unserem Kamenzer Rathaus ganz herzlich begrüßen.

Wir freuen uns, dass unter uns

  • das Mitglied des Bundestages Maria Michalk
  • die Vertreter des Sächsischen Landtages, Aloysius Mikwauschk, aber der Vizepräsident des Sächsischen Landtages, Horst Wehner

weilen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

lassen Sie mich bitte kurz aus dem Begrüßungsreigen aussteigen und Ihnen von einem Wunder berichten.

Ja, manchmal geschehen eben auch noch Wunder.

Ja, alle wissen es, die Lessingschule wird erhalten werden und an ihrem alten Standort ihre eigene Geschichte weiterführen. Aus dem Gebäude der 2. Oberschule an der Saarstraße wird ein modernes zeitgemäßes Schulgebäude mit allen Dingen, die dazu gehören.

Der Freistaat wird ab 2022 mit über 200 Beschäftigten den Behördenstandort Kamenz stärken. Und wenn alles geschafft ist, natürlich mit Sporthalle und Sportplatz, werden bis 2022 ca. 50 Mio. EUR in unsere Stadt Kamenz investiert sein.

In diesem Zusammenhang möchte ich dem Landrat Michael Harig danken und insbesondere auch Udo Witschas, der heute in seiner Eigenschaft als 1. Beigeordneter Vertretung des Landrates unter uns weilt.

Herzlich willkommen!

Wir freuen uns über den Besuch des Präsidenten der Sächsischen Handwerkskammer Dr. Jörg Dittrich und des Geschäftsführers Dr. Andreas Brzezinski. Ebenso begrüße ich die Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Sabine Gotscha-Schock.

Herzlich willkommen heiße ich die Vertreter der Wirtschaft, ich begrüße besonders Sie, die Unternehmerinnen und Unternehmer, die Vertreter des Handwerks, die in so großer Zahl in unserem schönen Ratssaal erschienen sind.

Es ist im gewissen Sinne heute wieder versammelte Wirtschaftskraft in diesem schönen Raum.

Sehr geehrte Damen und Herren,

der diesjährige Neujahrsempfang steht in besonderer Weise für die Würdigung des Ehrenamtes.

Sie, die sich in Sport und Kulturvereinen, im sozialen Bereich oder auch im Brand- und Katastrophenschutz engagieren, bestimmen mit vielen anderen das Leben und das Bild unserer Lessingstadt. Die Bürger, aber auch die vielen Unternehmen sind es, die anpacken und die Dinge bewegen. Sie sollen am heutigen Abend im Mittelpunkt stehen. Besonders jene, die aus der Bürgerschaft heraus vorgeschlagen wurden, um ihnen besonders zu danken.

Auch Ihnen ein herzliches Willkommen!

Ich begrüße weiterhin am heutigen Tag die Vertreter des Kamenzer Stadtrates sowie die Ortsvorsteher unserer Stadt. Sie alle haben im vergangenen Jahr fleißig gearbeitet.

Ich begrüße darüber hinaus, für die Gemeinde Schönteichen, mit der uns eine Verwaltungsgemeinschaft verbindet, Kollegen Weise, die Vertreter der Kirchen, der City-Initiative, die Leiterinnen und -leiter der Kamenzer Schulen und Kindereinrichtungen, den Geschäftsführer der kommunalen Gesellschaften, Herrn Schomber und das Vorstandsmitglied der ewag kamenz, Herrn Klein.

Gegrüßt seien auch die anwesenden Vertreter der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, der Volksbank Bautzen und der Deutschen Bank.

Und wir freuen uns ebenso, dass die Vertreter der Medien unserer Einladung gefolgt sind. 

In diesem Jahr hat ein Ereignis Premiere. Zum ersten Mal wird der Preis mit dem Titel „Kamenz schafft Inklusion – Peter Barth-Preis 2017“ verliehen. Dies ist der besondere Punkt am heutigen Abend, den Sie, sehr geehrter Herr Schiewack, als eine Herzensangelegenheit „vollziehen“ werden. Deshalb ein herzliches Willkommen an den Stifter des Preises, Michael Schiewack, von der gleichnamigen Ergotherapie-Praxis. Doch dazu Näheres später.

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben wieder einen ambitionierten Neujahrsempfang-Parcours aufgebaut, der natürlich kulturell und kulinarisch umrahmt wird. 

Da kann ich mich für den ersten Abschnitt des kulturellen Teils schon jetzt bei der freischaffenden Musikerin und Lehrerin an der Regionalstelle Kamenz der Kreismusikschule Bautzen, Frau Jule Malischke bedanken. Jule Malischke begann im Herbst 2013 ihren Masterstudiengang „Jazz /Rock/Pop akustische Gitarre Weltmusik“ an der Carl Maria von Weber Musikhochschule in Dresden bei Prof. Thomas Fellow. Sie produzierte im Herbst 2014 ihr Debütalbum “WHATEVER MAY HAPPEN” (Was auch immer passiert). Freuen wir uns als auf eine sowohl anspruchsvolle wie auch musikalische Begleitung an diesem Abend.

Sehr geehrte Damen und Herren,

es ist einfach schön, von hier aus in den vollen Ratssaal zu blicken. Schon jetzt ein großes Dankeschön, dass alle, die unserer Einladung gefolgt sind. Was wir hier sehen, sind in keiner Weise alternative Fakten, denn Sie sind wirklich da.

„Neujahrsempfangserprobte“ werden jetzt vielleicht im inneren stöhnen, denn mehr als elf Mal habe ich Sie mit durchaus langen Rückschauen – lassen Sie mich das so sagen – bereichert oder gequält.

Das Jahr hat 365 Tage und ich habe mich immer nach Kräften bemüht, sichtbar unterstützt von meinem Referenten, Herrn Käppler, Bilanz zu ziehen.

Heute wird alles anders. Versprochen!

Dafür gibt es zwei Gründe:

Als ich in unserer Stadt unterwegs war, entdeckte ich dieses Werbeplakat: „Deine Bilanz ist zum Heulen? Dann wird es Zeit für Plakate!“ Daraus kann man – mit Augenzwinkern – den Schluss ziehen: Wenn du nichts zu bieten hast, dann mache Marketing. Bezogen auf die letzten Jahre, besonders 2016 können wir dies – so glaube ich – jedoch locker anders sehen.

Der zweite Grund ist damit verbunden, dass sie wichtige Ereignisse, die uns im letzten Jahr begleiteten, in Ruhe nachlesen können. Dafür hat Herr Käppler mit einer kleinen in eine Broschüre gefassten „Rückschau“ gesorgt. Und so kann ich heute gerade in der Rückbesinnung auf 2016 und das, was uns aktuell bewegt, etwas anders – lassen Sie es mich so sagen – zupacken.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie sind – da ich das Bilanzieren gewissermaßen verabschiedet habe –vielleicht gespannt, unter welchem Leitmotiv meine Worte an diesem Abend stehen werden.

Ich halte es – und das ist vielleicht nicht verwunderlich im Jahr der Lessing-Preis-Verleihung – mit Lessing. Er schrieb 1768 im 95. Stück der „Hamburgische Dramaturgie“:

„Ich erinnere hier meine Leser, daß diese Blätter nichts weniger als ein dramatisches System enthalten sollen. Ich bin also nicht verpflichtet, alle die Schwierigkeiten aufzulösen, die ich mache. Meine Gedanken mögen immer sich weniger zu verbinden, ja wohl gar sich zu widersprechen scheinen: wenn es denn nur Gedanken sind, bei welchen sie Stoff finden, selbst zu denken. Hier will ich nichts als Fermenta cognitionis ausstreuen.“

Ersetzen Sie, sehr geehrte Damen und Herren, „Leser“ durch „Zuhörer“, „Blätter“ durch „Rede“, „dramatisches System“ durch „Ansichten“ und sie haben das Motto des heutigen Abends – das Austreuen von Fermenta cognitionis, also das Ausstreuen von Gedanken, die zum Selbst- und Weiterdenken bewegen. Lessing muss sein – in Kamenz ist dies so!

Es geht auch einfacher: Jeder hat einen Kopf zum Denken und der ist rund, so dass die Gedanken kreisen können. Ich hoffe sehr, dass es mir gelingt.

Sehr geehrte Damen und Herren,

in unserer Stadt ist viel geschehen, manches wiederholt sich Jahr für Jahr – so unser Forstfest.

Manches kommt aber auch neu hinzu, so zum Advents-Spektakulum 2016, als mehr als 32 im Lessing-Look kostümierte Lehrerinnen und Lehrer ein Weihnachtslied singend dazu beitrugen, dass 50 Jungen und Mädchen der Jugendfeuerwehren von Kamenz vom MDR-Sachsen mit einer Fahrt in den Weihnachtszirkus belohnt wurden.

Ich will nun versuchen, gerade aus den Geschehnissen, den so klaren Impulsen aus dem letzten Jahr, einige Gedanken, wie Sie es vielleicht nicht gewohnt sind, an Sie heranzutragen.

Was hat uns im letzten Jahr bewegt?

Worauf hoffen wir in der kommenden Zeit?

Gegenwärtig beherrscht uns – und nicht nur unter dem Handeln des neugewählten amerikanischen Präsidenten Donald Trump – die Frage nach der Sicherheit in unserem Land.

Die Ereignisse am Anfang des letzten Jahres und im Dezember haben dies mit unglaublicher Härte gezeigt. Die ganze Schärfe auch der Unterlassungen, der Illusionen schlug uns am Neujahrsmorgen ins Gesicht.

Meine –  in einem Interview öffentlich geäußerte – Kritik aus dem Jahr 2015 fand im vergangenen Jahr leider ihr Bestätigung. Heute wird darüber diskutiert, dass die Verantwortung zur Verhinderung terroristischer Anschläge in die Hand des Bundes in vollem Umfang gehört; und meiner Meinung auch nach wie vor die Fragen des Asyl- und Aufenthaltsrechts. Offensichtlich ist man in der Rückschau – wie so oft – klüger. Es ist doch eine allgemeine Erkenntnis, dass – je mehr in einem Topf herumrühren – die Gefahr der mangelnden Übersicht immer größer wird. Das weiß der Handwerksmeister genauso wie ein Bürgermeister. Aber offenbar tut sich der große Politikbetrieb damit schwer. Hier scheint es mitunter mehr um Abgrenzungen und Kompetenzrangeleien zu gehen als um das mit aller Kraft und mit allem Einsatz zu lösende Problem.

Warum lasse ich mich darauf ein?

Wenn die eigene Tochter nur durch Zufall den Ort des Münchner Anschlages früher verlässt als sonst, dann wird das Geschehen über Fernsehkanäle sehr persönlich und vor allem sehr direkt. Auf einem Weihnachtsmarkt können sich auch Sie selbst oder Ihre Kinder aufhalten.

Es ist unsere Aufgabe als Bürgerinnen und Bürger, diejenigen zu befördern, die vielleicht im Zweifel sind, ob die jetzigen Sicherheitsstrukturen den Anforderungen genügen. Die Reformbestrebungen des Bundesinnenministers sollten wir alle, eingedenk auch der Verantwortung, die wir gemeinsam haben, unterstützen. Es gibt auch dafür einen ganz einfachen und sehr verständlichen Grund: Weil es uns betrifft oder betreffen kann.

Wie können wir miteinander leben?

Zunächst: Wir leben hier in Kamenz gut miteinander, zunächst weitestgehend friedlich.

Aber ehrlich – leben wir vielleicht auch mehr nebeneinander?

Was ist immer noch nicht eingelöst?

Über ein Einwanderungsrecht, das Transparenz und Berechenbarkeit schafft, wird auf Bundesebene nicht – zumindest für uns nicht wahrnehmbar – gesprochen. Die einzig konkreten Antworten sind Verschärfungen des Asylrechts. Abschiebung ist die Antwort auf genährte Hoffnungen.

Lassen Sie mich kurz die Geschichte einer jüngeren Asylbewerberin erzählen:

Sie kam 2005 aus ihrer afrikanischen Heimat in unser Land. Ihr Asylantrag wurde damals abgelehnt. Fakt ist, sie ist heute noch hier, spricht sehr gut Deutsch, hat sich im besten Sinne des Wortes integriert. Sie kann hier als Pflegekraft arbeiten. Der Ausbildungsbetrieb will sie gern weiter ausbilden, aber er bräuchte Sicherheit. Mit dem Asylrecht und dem damit verbundenen Ausländerrecht kann man die Situation nicht auflösen. Mit einem Einwanderungsrecht, wie es viele andere Staaten haben, schon. Sie will hier leben und arbeiten. Sie hat ein Ausbildungs- und Jobangebot. Sie spricht Deutsch – und wir brauchen solche Menschen.

Was spricht eigentlich dagegen, wenn wir hier mit Behutsamkeit und Augenmaß unsere deutsche Gesellschaft ändern und über andere, aber verbindliche „Spielregeln“ nachdenken?

Wer vor Verfolgung geschützt werden muss, soll seinen Schutz bekommen. Wir können dies aber auch mit der Frage verbinden: Was bist du bereit zu geben? Oder genauer: Wir verlangen von dir, dass du gemeinnützig arbeitest, wenn du keinen Job in der Wirtschaft finden kannst. Und wer dies kann, aber vielleicht nicht will – kann gern entscheiden.

Für diejenigen, die jetzt gedanklich gleich „aufspringen“, wenn solch eine Überlegung geäußert wird, sei gesagt: Natürlich muss man differenzieren: Wer alt oder krank ist, kann dies nicht leisten, auch Schwangere nicht und Mütter, die sich um ihre Kinder kümmern müssen. Was ist aber mit jenen, die es könnten, die jünger sind und kräftig genug. Manchmal scheint mir, dass uns nicht klar ist, wie wir mit dieser Art der Flüchtlingspolitik, mit dieser leider gelebten Praxis die Menschen, die zu uns gekommen sind, würdelos machen. Wir verlangen nicht, dass der, der ausreichend essen und friedlich wohnen will, auch dafür arbeiten muss und scheren damit alle über einen Kamm.

Aber die vorhin erwähnte junge Frau aus Afrika, die hat sich nach Kräften bemüht, um sich hier ein neues Leben aufzubauen.

Was – sehr geehrte Damen und Herren – geschieht um uns herum in Europa?

Warum brach die Bevölkerung einer großen Wirtschaftsnation wie Großbritannien mit Europa?

Es war ein folgenschwerer Fehler der Bundesregierung im September 2015 – über Nacht und im Alleingang – die Entscheidung zur unkontrollierten Aufnahme von Asylbewerbern, und darunter auch viele Wirtschaftsflüchtlingen, zu treffen. Uns ist doch hoffentlich klargeworden, das Dublin II mit dem Schutz der EU-Außengrenzen vor allem einem nutzt, uns Deutschen, oder besser nutzen sollte. Zu dumm, auch die anderen haben dies erkannt. Sie glauben mir nicht? Das verstehe ich.

Was wissen wir über die Zustände in Italien – Sizilien, in Griechenland – auf Lesbos wirklich? Bekannt ist: Luxemburg ist einer der kleinsten Staaten in der EU mit ca. 550.000 Einwohnern, soviel wie unserer Landeshauptstadt wohnen. Dresden hat 2016 1.839 Asylbewerber aufgenommen. Luxemburg im Zeitraum September 20115 bis September 2016 ganze 195 Erstanträge (bei einer Gesamtzahl von 205 Asylbewerbern) registriert.

Deutschland ist Exportweltmeister! Führen dann Alleingänge, begleitet von wenig glaubwürdigen Unterstützern, wie dem dienstältesten Außenminister in der EU wirklich zum besseren Verstehen aus tschechischer, polnischer, ungarischer, französischer und österreichischer Sicht?

Warum ist mir dies am heutigen Abend wichtig?

Wenn wir kürzlich, wie jedes Jahr am 27. Januar – den Internationalen Holocaust-Gedenktag der Vereinten Nationen und das deutsche Pendant, den Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, uns treffen, dann werden es immer weniger. Es verschwindet die Generation, die Krieg und das damit verbundene Elend, die Not selbst erlebt hat. Selbst bei den in der Kriegszeit Geborenen – die Nachkriegsgeneration – aufgewachsen mit den Erfahrungen von Flucht und Vertreibung verblasst die Erinnerung. Und auch sie werden, so ist nun einmal der Gang der Dinge, immer weniger. Jene, die ich nannte, haben es schätzen gelernt, dass wir mit unseren Nachbarn in Freundschaft leben.

Das Polen, Franzosen, Belgier, Russen, Tschechen, Holländer, alle Menschen, die uns nahe sind, gut miteinander leben. Dies alles kann aufs Spiel gesetzt werden, wenn die jetzige Entwicklung weiter forciert wird. Natürlich gibt es Interessenlagen. Dies kam auch auf einem Wirtschaftsforum in der Hutberggaststätte zum Ausdruck. Unser ehemaliger Ministerpräsident und hier auch in Kamenz gut vernetzte Professor Dr. Milbradt schilderte vor Unternehmern und Handwerkern die Situation in Russland aus seiner Sicht.

Und er meint, dass nicht die Sanktionen den Druck ausübten und ihr bisher behaupteten Wirkungen entfaltet haben, sondern vielmehr die gefallenen Erdöl-/Erdgaspreise der russischen Volkswirtschaft zu schaffen machen. Worauf sich ein hier ansässiger Unternehmer zu Wort meldete und wusste, dass allein die sächsische Wirtschaft im Maschinenbau mit einem sanktionsbedingten Umsatzrückgang von 20 % betroffen war: „Wenn die Sanktionen nichts bringen – warum schaffen wir sie dann nicht ab?“ Wir können kein Interesse daran haben, dass die Spannungen mit Russland zunehmen. Daran sollten wir weder wirtschaftlich noch auf Grund unserer eigenen Erfahrungen interessiert sein.

Vielmehr stellt sich auch hier die Frage: Wem nützt es wirklich?

Sehr geehrte Damen und Herren,

Was können wir erwarten?

Jetzt – in dem schon über einen Monat altem – neuen Jahr wirft der Bundestagswahlkampf seine Schatten voraus.

Liebe Frau Michalk,

Sie haben sich in all den Jahren als Bundestagsabgeordnete für die Region für Kamenz und damit für die Menschen hier eingesetzt. Sie haben geholfen aus eigenem Antrieb und aber auch dann, wenn Sie um Hilfe gebeten wurden. Sie haben dafür gesorgt, dass wir in unserem Lessing-Museum weiter vorangekommen sind, weil wir eine bauliche Situation schaffen konnten, die nachhaltig zum Vorteil der Besucher und Mitarbeiter des Museums ist.

Und gerade haben Sie uns jüngst geholfen, die Kulturstaatsministerin Professor Grütters dafür gewinnen können, dass unsere diesjährigen Lessingtage mit immerhin knapp 15.000 EUR unterstützt werden. Wenn Pfarrer Naumann es hätte noch erleben können, dass mehr als großzügig Bundesmittel bereitgestellt werden, um die wertvollen Fresken in der mittelalterlichen Just-Kirche zu sichern, er hätte sich mit uns gefreut.

Sie hinterlassen für einen möglichen Nachfolger oder auch eine mögliche Nachfolgerin, gleich aus welcher demokratischen Partei er oder sie kommen mögen, große Schuhe. Schuhe, die gekennzeichnet sind von Freundlichkeit und einer außerordentlichen Bereitschaft zu helfen. Ich durfte Sie kennenlernen als einen sehr offenen und dem Anderen zugewandten Menschen. Wenn mich jemand fragen würde, wie ich mir einen Vertreter im Bund vorstellen würde, dann wäre meine Antwort: So wie Sie, Frau Michalk!

Dies kann ich ohne den Ansatz von Schmeichelei aussprechen, denn, wie die meisten wissen, Frau Michalk tritt nicht mehr an.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Volksvertreter zu sein, heißt zugleich dem Volke verbunden sein. Dies scheint in der Berliner Ebene dem Einen oder Anderen zu fehlen. Volksverbundenheit heißt auch, die wesentlichsten Fragen mit dem Wahlvolk, mit der Bürgerschaft zu besprechen. Und es bedeutet auch dies wahrnehmbar im Bundestag zu entscheiden. Das Bild eines leeren Plenarsaales verzerrt die Sicht auf unsere Demokratie bis ins Unerträgliche.

Sehr geehrte Damen und Herren,

wenn in dem bekannten Magazin für politische Kultur „Cicero“ auf der Titelseite die Frage „Wozu noch wählen?“ aufgeworfen wird, dann spricht es Bände über den Zustand, in den wir uns derzeit begeben haben. Der belgische Autor David van Reybrouck bringt das aus der griechischen Antike bekannte Losverfahren ins Spiel – und alles könnte besser werden. Eine ziemlich absurde Vorstellung!

Sie kennen doch bestimmt den einen oder anderen mit hervorragenden Fähigkeiten. Wenn einen solchen das Los trifft, uns zu regieren – wie im alten Athen –, na ja, dann ist alles ganz gut. Was aber, wenn einer das Los zieht, von dem Sie wissen, dass er nichts oder wenig taugt und der eben auch nichts kann. Ja was dann?

Van Reybrouck ist davon überzeugt, dass die Demokratie nur bewahrt werden kann, wenn wir das jetzige Wahlverfahren durch ein solches Losverfahren ergänzen. Es wäre schon interessant, wie sich dies auf der kommunalen Ebene auswirken würde, wenn ein Bürger solch ein Los zieht.

Anmerkung am Rande: In Athen wurden die wichtigsten Verwaltungsorgane per Losentscheid besetzt. Jeder – Athener Bürger – der sich imstande fühlte, eine Verwaltungsaufgabe zu übernehmen, konnte für das Losverfahren kandidieren. Wobei man vielleicht mit Alltagsweisheit und Alltagserfahrungen sagen muss: Fühlen ist auch nicht gleich können!

Sehr geehrte Damen und Herren,

Was brauchen wir für die kommende Zeit?

Nachdenken, vielleicht auch die Fähigkeit zu zweifeln, das jeder sich und sein Tun hinterfragt. Wir brauchen die Fähigkeit, einander zu zuhören. Besonders dann, wenn wir z.B. die Frage beantworten: Wollen wir uns mit den Menschen in Schönteichen und möglicherweise Oßling zusammenschließen?

Auf was können wir vertrauen? Auf was können wir hoffen?

Ich glaube, wir können vieles schaffen und gerade mit dem Ausblick aus dem vergangenen Jahr heraus, kann uns vieles gelingen. Dank einer engagierten Bürgerschaft, dank der Leistungen unserer Handwerker, der kleinen und großen Unternehmen haben wir eine gute Basis für das Schultern der Anforderungen der nächsten Jahre. Unternehmen wie Sachsen-Fahnen, Jägermeister, Optima, die ewag kamenz, die SWG, um nur einige zu nennen – es sind in Wirklichkeit viel mehr – behaupten sich im Wettbewerb.

Wir können mit Freude feststellen, dass demnächst ca. 1.200 – 1.300 Arbeitsplätze im Bereich der Produktion und Forschung durch eine in Deutschland/Europa einzigartige Investition der Daimler AG in Kamenz entsteht und wir merken, dass in zunehmendem Maße die Region, darunter die Wirtschaftsregion Lausitz, auf uns schaut.

Sehr geehrte Damen und Herren,

damit steht mit der Daimler AG ein Unternehmen mit einem Jahresumsatz von ca. 166 Milliarden EUR und weltweit 300. 000 Mitarbeitern der drittgrößte Automobilist der Welt hinter den Investitionen der Deutschen ACCUmotive in Kamenz.

Mit einem Jahresgewinn (2015) von mehr als 13 Milliarden EUR ist die Daimler AG eines der ertragsstärksten Unternehmen der Branche, die damit das notwendige Rückgrat für die Zukunft der Elektromobilität haben. Hier entsteht am Rande der Lausitz, mitten in der Metropolregion Dresden, das Kompetenzzentrum für Elektromobilität der Daimler AG. Jetzt entstehen mit diesem Riesenschritt ca. neue 1300 Arbeitsplätze.

Es sind nur noch Standorte für Asien in China und für den amerikanischen Markt in den Vereinigten Staaten geplant. Wir können davon ausgehen, dass nach den Prognosen der Anteil elektrisch angetriebener Fahrzeuge bis 2025 auf 15 % und 2030 auf 37 % ansteigen wird.

Warum können wir hier in Kamenz auf diese Entwicklung warten bzw. auf diese Entwicklung hoffen?

Weil im Konzernverbund und vor allem hier vor Ort die Kompetenzen und der feste Wille, die ersten zu sein, fest vorhanden ist. Übrigens in einem Leitartikel im Spiegel wurde Dr. Zetsche wie folgt zitiert: „Dieter Zetsche bietet nämlich eine Wette darauf an, dass sein Unternehmen in zehn Jahren, den Wettbewerbern bei der E-Mobilität die Rücklichter zeigt.‘ Der Wetteinsatz sagt Zetsche „ist mein Schnurrbart.“ Eine Klasse für sich ist, dass die Antwort der Manager hier vor Ort war: „Wir tun alles, damit Dr. Zetsche seinen Schnurrbart behält.“

Anmerkung von mir: Er hat bei allen bisherigen Wetten – wie man sieht - gesiegt. Z.B. auch, dass die Daimler AG 2016 die 2,0 Millionen Marke an verkauften Mercedes Automobilen knackte. Dr. Zetsche hat gewonnen und er konnte dies zum Neujahrsempfang der Daimler AG Anfang 2017 stolz aussprechen. Das ist Kampfgeist, Sportsgeist, aus dem wir alle schöpfen können und der uns mitreißen kann.

Doch zurück zur Wirtschaftsregion Lausitz: Die Chance, die uns mit der Daimler-Investition gegeben wird, muss genutzt werden. Und daher ist auch richtig, dass wir originär und zielstrebig unsere Infrastruktur ausbauen. Wir alle, die Unternehmen der Region, die Kammern und Wirtschaftsverbände sind aufgefordert, die Bahnanbindung über Senftenberg, Berlin zu unterstützen. Wenn uns dies gelingt, kann es eigentlich nur Gewinner geben!

Über diesen kräftigen Impuls für die Weiterführung des Strukturwandels in der Lausitz sind wir mehr als erfreut. Wir können aus dieser Bedeutung heraus für den anstehenden Strukturwandel der Lausitzer Wirtschaftsregion nur gewinnen. Wir werden es aber auch nur schaffen, wenn wir gemeinsam zielstrebig und zusammen hart arbeiten.

Sehr geehrte Damen und Herren,

lassen Sie mich abschließend sagen, was wir dazu brauchen (meiner Ansicht nach). Wir brauchen in der Gemeinschaft der Landkreise, der Städte wie Senftenberg und Cottbus und damit auch Länderübergreifend einen visionären Blick.

Es ist von der öffentlichen Hand zu erwarten und am Beispiel der Daimler AG auch deutlich, wie Unternehmen das schaffen. Dann sollten die öffentliche Hand, die Verantwortungsträger von Bund und Land und der Region dies auch tun und hier kann sich der Gedanke anschließen „Wir schaffen das!“

Wir benötigen die besten Tugenden unserer Menschen: Toleranz, Achtung der Jüngeren gegenüber Älteren, Empathie und die Fähigkeit das Miteinander zu pflegen, vor allem mit Respekt. Ich bin da sehr hoffnungsvoll.

Dies hat auch Gründe: Warum?

Im letzten Jahr in einer doch etwas zum Teil spannungsgeladenen Bürger-/Einwohnerversammlung stand ein etwas älterer Herr auf, der offensichtlich aus dem ehemaligen Westen Deutschlands zu uns gekommen war. Er meinte: „Er hätte in einer großen deutschen Tageszeitung gelesen, dass in einem Beitrag die Überlegung angestellt wurde, ein neues Schulfach einzuführen: Aufmüpfigkeit! Er hielt dies mit Blick auf unsere „Schuljugend“ für erstrebenswert. Im Publikum saßen Handwerker, Unternehmer, im Prinzip der Querschnitt unserer Menschen. Keiner rührte sich, keiner sagte etwas. Kein Gegenargument! Ich wurde wirklich unruhig, hielt mich aber auch zurück. Obwohl ich etwas dazu zu sagen gehabt hätte, sah ich die Gefahr, vielleicht in die Rolle des „Oberlehrers“ zu geraten – und dies wollte ich nicht.

Am Ende der Veranstaltung kam ein junger, aber doch schon „gestandener“ Mann zu mir und meinte: „Herr Dantz, wir brauchen kein neues Schulfach – Aufmüpfigkeit –, sondern, wenn überhaupt, ein neues, dann: Respekt! Noch ist also – vielleicht etwas pathetisch gesagt – nichts verloren, meine Damen und Herren! Es geschehen eben auch noch Wunder. Und damit verbunden (wenn auch etwas zeitversetzt) gibt es die richtigen Antworten

Sehr geehrte Damen und Herren,

was geben wir jeden Absolventen unserer Schulen in Kamenz mit, gleich, ob sie die Hauptschule, die Oberschule oder das Gymnasium verlassen. Es ist ein kleines Büchlein, in welchem aus meiner Sicht alles enthalten ist, was man zum Leben braucht und was man im Umgang miteinander wissen und beherzigen sollte.

Wir haben viel zu verteidigen, es geht um unsere, humanistische Werte, wie die Achtung der Menschenwürde, der Toleranz und unsere Meinungsfreiheit. In diesem kleinen Buch der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ ist für jeden verständlich beschrieben, nach welchen Werten und Zielen wir streben sollten. Wir können dies in unserer Lessingstadt tun, da Herr Dr. Erhard Ruhnau persönlich und das Unternehmen Optima Maschinenteile Fertigungstechnik GmbH die Neuherausgabe und Beschaffung mit einem vierstelligen Betrag unterstützt haben. Der Inhalt dieses Buches, die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ ist der geistige Rahmen, in dem ich versucht habe, heute Abend zu Ihnen zu sprechen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

so heißt es im Artikel 1 dieses für uns so wichtigen Textes: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.“

Es ist vielleicht eine der größten Taten, die ein Mensch vollbringen kann, wenn er unter dem Einsatz des eigenen Lebens oder auch der eigenen Gesundheit einem anderen das Weiterleben ermöglicht und ihn somit rettet.

Dies ist ein Handeln – sehr geehrte Damen und Herren, größter Mit-Menschlichkeit!

Wir freuen uns, sehr geehrte Frau Julia Standfuß, dass Sie heute unser Gast sind.

Sie haben mit Ihrer Bereitschaft der Abgabe einer Knochenmarkspende (die Presse berichtete darüber im März letzten Jahres) dafür gesorgt, dass einem vierjährigen italienischem Kind aus Rom das Leben gerettet wurde.  Wir heben dies auch deswegen hervor, da wir andere ermutigen möchten, sich als Knochenmarksspender registrieren zu lassen. Deshalb Ihnen Frau Standfuß, auch stellvertretend für andere Spender recht herzlichen Dank und ein herzliches Willkommen!

Der vormalige anglikanische Bischof der Stadt Johannesburg, Desmond Tutu, hat es, bezogen auf unser Verständnis universaler Rechte und Pflichten, auf unsere Wertvorstellungen so ausgedrückt: „Auch, wenn überall auf der Welt viel Abscheuliches passiert, so streben die Menschen doch nach dem Guten. Nicht die militärisch Mächtigen sollten wir achten und auch nicht die wirtschaftlich Erfolgreichen, sondern jene, die versuchen, unsere Welt zu einem besseren Ort zu machen.“

Sehrt geehrte Damen und Herren,

es gibt auch in unserer Stadt Menschen, die versuchen unser Kamenz, unsere Region und auch unser Land zu einem besseren Ort zu machen. Viele sind heut Abend unter uns.

Lassen Sie uns in diesem Sinne gemeinsam an unserer Stadt, unserer Region und unserem Land und damit an einem geeinten Europa und einer friedlichen Welt weiterbauen.

Auf ein gutes Jahr 2017!

Ich danke Ihnen für Ihre Geduld, aber vor allem für Ihre Aufmerksamkeit!

Stifter des Inklusionspreises, Michael Schiewack, zum Neujahrsempfang

Dr. Hermann Drum spricht zu den Anwesenden, links neben ihm der Oberbürgermeister

 

Rede von Michael Schiewack zum Neujahrsempfang der Stadt Kamenz 2017 am 3. Februar 2017

 

Meine Sehr geehrten Damen und Herren,

sehr geehrte Herr Wehner,

sehr geehrter OB Herr Dantz,

sehr geehrte Stadträte und Stadträtinnen,

werte Ehrengäste und Preisträger,

ich bin heute natürlich aufgeregt, aber auch froh und stolz zu gleich, einen Preis zu einem Herzensthema von mir, nämlich der Inklusion, zu verleihen. Wie komme ich darauf, dies zu tun? Diese Frage stellen sich wahrscheinlich einige im Saal.

In den letzten Jahren haben sich mein Team und ich besonders mit der Frage beschäftigt, wie können wir Menschen mit Behinderungen und Menschen ohne Behinderungen so stärken, dass sie an den Angeboten der Bildung, Arbeit und der Freizeit zufrieden und gleichberechtigt teilnehmen. Das machen wir zum einen, weil es unser berufliches ergotherapeutisches Selbstverständnis ist. Zum anderen tun wir dies, weil wir der Überzeugung sind, auch in den Bereichen von Schule, Arbeitsstätte und Freizeit für Gerechtigkeit zu sorgen.

Denn es ist nicht gerecht, wenn Menschen mit Behinderungen von vornherein keine Vision oder Perspektive entwickeln können, mit anderen ihre Zeit zu verbringen oder eigene Ziele zu verwirklichen.

Es ist nicht gerecht, wenn es Menschen ohne Behinderungen verwehrt wird, Menschen mit Behinderungen kennenzulernen, um ihre eigenen Perspektiven auf das Leben zu erweitern, anzupassen oder gar zu verändern.

Mit diesen Gedanken hat mein Team mit unseren vielfältigen Partnern Projekte entwickelt und realisiert. Da wäre zum einen der großartige Inklusionslauf im Rahmen des Lausitzer Blütenlaufes. Da wären die jahrelangen Kooperationen mit den Grundschulen und Weiterführenden Schulen in Kamenz und im Umland. Und da ist das sehr erfolgreiche, über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Projekt meiner Kollegin Julia Müller, die „Tanzende Inclusion“.

Um solche Projekte anzugehen und zu realisieren, braucht es Partner. Da bin ich mir sehr sicher, dass die Kamenzer und die Menschen aus dem Umland dazu offen und engagiert sind. Wenn ich im Bereich der Sportvereine mich umschaue, denke ich spontan an den OSSV, den SV St. Marienstern, aber auch Tomogara, in denen die unterschiedlichen Fähigkeiten der Sportler keine Rolle spielen.

Aber es braucht eben auch Menschen mit Visionen. Menschen, die Bilder von einer Gesellschaft zeichnen, die auf Gerechtigkeit beruht. Einer dieser Visionäre war Peter Barth. Um seine Auszeichnungen und sein Wirken aufzuzählen, bräuchte ich wahrscheinlich länger als die Rede des OB. Aber ich versuche es auf wenige Worte reduzieren. Peter Barth, hat mit den Projekten des Handicap e.V. und dem Zusammenführen des Vereins mit dem SV St. Marienstern sehr wertvolle Arbeit im Bereich der Inklusion im Bereich Freizeit und Sport geleistet. Wer auch immer sich mit diesen Themen auseinandergesetzt hat, ist an der Person Peter Barth in dieser Region nicht vorbeigekommen. Leider war es mir nicht vergönnt, mit ihm etwas zusammen zu gestalten. Umso betrübter war ich, von seinem Tod zu erfahren. Umso mehr freut es mich, in Abstimmung mit der Witwe Veronika Barth, meinen Preis nach ihm zu benennen. Er hat diese Ehrung verdient.

Verdient haben es auch die beiden Preisträger: Die 2. Oberschule Kamenz und die Johann Gottfried Böhnisch Schule aus Kamenz. Beide Schulen haben sich zusammen als Team beworben. Beide Schulen waren meine ersten Ansprechpartner für den ersten Inklusionslauf in Kamenz.

Das Besondere daran: Die Schüler der 2. Oberschule, haben nach Vorschlag der Lehrer selbst und bestimmt entschieden, dieses Projekt anzugehen, um andere Schüler einer anderen Schule kennen zu lernen, mit ihnen zu trainieren und den Wettkampf erfolgreich zu gestalten. Beide Schulen trainieren und planen nun seit Jahren selbstständig und vor allem wie selbstverständlich für diesen Wettkampf. Darüber hinaus trafen sich in der Vergangenheit Schüler beiden Schulen zu unterschiedlichen Aktivitäten.

Für diese wichtigen Begegnungen bin ich den Schulen, Lehrern und Schülern sehr dankbar. Denn es zeigt, dass wir Inklusion als Vision durchaus vom Ende her denken müssen, aber die vielen kleinen Schritte dahin wesentlich und wichtig sind.

Sehr geehrte Preisträger, ich bitte sie nun nach vorn und bedanke mich für ihr Engagement.

Herzlichen Glückwunsch zum Preis: Kamenz schafft Inklusion – Peter Barth Preis 2017!

Anlässlich der Verleihung des Kamenzer Inklusionspreises spricht der Vizepräsident des Sächsischen Landtages - Horst Wehner

 

Rede des Vizepräsidenten des Sächsischen Landtages zum Neujahrsempfang der Stadt Kamenz 2017 am 3. Februar 2017

 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

werte Ehrengäste,

sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für die Einladung zum heutigen Neujahrsempfang der Stadt Kamenz.

Ich wünsche Ihnen für das Jahr 2017 Glück, Erfolge bei allem, was Sie tun, und, wenn es mal nicht so klappt, die nötige Gelassenheit, doch vor allem wünsche ich beste Gesundheit. Allen heute Geehrten gratuliere ich sehr herzlich.

In den letzten Jahren ist „Inklusion“ zu einem regelrechten Schlagwort geworden. „Inklusive Bildung“, „Inklusives Zusammenleben“, „Inklusive Gesellschaft“…

Doch wie sieht das aus? Ist es schon Inklusion, wenn sich die Politik feiert, weil es gelungen ist, dass ein Kind mit einer körperlichen Behinderung „ganz normal“ in einer Regelschule am Unterricht teilnehmen darf? Nein, das ist es nicht! Inklusion ist es erst dann, wenn „ganz normal“ und „Regelschule“ keiner Erwähnung mehr bedürfen. Erst wenn das in den Köpfen klar ist, können die Barrieren verschwinden.

„Wir müssen nicht integriert werden, wir sind schon da!“, hörte ich vor einiger Zeit jemanden auf einer Veranstaltung sagen. Recht hat er: wir sind da. Wir kommen aber leider längst noch nicht überall hin! Die hohe Bordsteinkante, der zu enge Parkplatz, das Schild mit der zu kleinen Schrift, die „tonlose“ Ampel, die umständlich geschriebene Broschüre…

All das sind Dinge, die unsere Teilhabe am gesellschaftlichen Leben schwer einschränken – und von Gleichberechtigung kann da schon überhaupt gar keine Rede sein. Dabei ist es eigentlich gar nicht so schwer, alle im Blick zu haben!

Von ebenerdigen Zugängen, Schrägen (ich denke nur an den Lieferanten mit seiner Sackkarre), klaren und deutlichen Ausschilderungen und einfach formulierten Texten und Schreiben profitieren alle.

Die Menschen lieben es nun mal bequem! Warum sollte das nicht ein Ansatz sein? … die Idee der Inklusion, das ist zentraler Leitgedanke der UN-Behindertenrechtskonvention, und es liegt auf der Hand, diese Idee wird unsere Alltagskultur verändern.

Klasse! Genau um diese Frage des Umgangs untereinander, miteinander geht es, und hier ist auch unser Beitrag gefordert! Denn genau genommen bedeutet inklusive Gesellschaft für uns nicht nur, dass wir – im Idealfall – unser Leben selbstbestimmt und ganz nach unserem Gusto gestalten können.

Wir sind dann genauso „normal“ oder „unnormal“ wie jeder andere auch. Ich finde, hier sollten wir uns selbst mal prüfen, inwieweit wir uns als Teil der Gesellschaft begreifen, wie mitten drin oder außen vor wir uns sehen und bewegen.

Natürlich weiß ich: „Die Forderung an andere ist leicht. Schwerer ist die Forderung an sich selbst.“

Deshalb ist es in meinen Augen wichtig, dass jeder von uns ganz still für sich einmal darüber nachdenkt, wie er die Menschen in seiner Umgebung wahrnimmt und wie er mit ihnen umgeht.

Denn Inklusion lebt vom Kennenlernen, vor allem aber von gegenseitigem Respekt.

Gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben: Kein Wunschtraum (in Anlehnung an Brecht), sondern das Einfache, was schwer zu machen ist.

„Gut Ding will Weile haben“, heißt ein Sprichwort. „Eine lange Reise beginnt mit dem ersten Schritt“, ein anderes. Ein drittes heißt: „Der Kopf ist rund, damit die Gedanken die Richtung ändern können.“ Ich fürchte, das wird das schwerste: den Blickwinkel ändern, Dinge völlig neu denken, sich frei machen von den alten Bahnen, in denen bisher alles lief.

Was Kamenz betrifft bin ich optimistisch.

Insofern gratuliere ich Ihnen, Herr Oberbürgermeister, und ich danke Ihnen zugleich, dass Sie sich vor geraumer Zeit mit mir (und anderen aus dieser schönen Stadt) auf die Spuren der Barrierefreiheit begeben haben…

Im Besonderen danke ich Ihnen, lieber Herr Schiewack, für Ihr Engagement in Sachen Inklusion und zur Stiftung dieses Inklusionspreises. Mit diesem ehren und würdigen Sie Initiativen, Projekte, in denen sehr großer Wert auf ein gutes Miteinander und Füreinander gelegt wird, in denen Vielfalt Normalität ist.

Das war auch ein Grundsatz des großartigen Volleyballers und Leichtathleten Peter Barth, der mitreißen konnte und gewissermaßen Initiator der Integrationssportfeste in Panschwitz-Kuckau gewesen ist.

Folgerichtig nennen Sie den Inklusionspreis „Peter-Barth-Preis“. Vielen Dank für diese Initiative. Und nun verkünden Sie bitte, wem dieser warum verliehen wird.

10.02.2017 - 16.03.2017

09.02.2017: Neujahrsempfang 2017 - Ehrenamt gewürdigt

Rede des Oberbürgermeisters geprägt von großen politischen Themen

Erstmalig zum Neujahrsempfang Inklusionspreis verliehen

Nach dem Auftakt mit einem Filmtrailer, der „Kamenzer Impressionen“ zeigte, spielte die freischaffende Musikerin und Lehrerin an der Regionalstelle Kamenz der Kreismusikschule, Jule Malischke, ein Stück auf Gitarre. Instrumental, aber auch mit Gesang begeisterte Jule Malischke die Besucher des Neujahrsempfangs.

Höhepunkt – wie immer – war die Neujahresrede des Oberbürgermeisters, die in diesem Jahre „nur“ 50 Minuten dauerte. Unter dem Titel „Denkanstöße – Zum Weiterdenken“ war sie von großen Themen geprägt. Damit korrespondierte ein in Heftform bereitliegender Rückblick auf das Jahr 2016, den jeder der geladenen Gäste mit nach Hause nehmen konnte. Bei Bedarf ist dieser zurzeit auch noch kostenlos im Bürgerservice des Rathauses erhältlich. In seiner Rede, die für den Erfolg der Stadt Kamenz grundsätzlich auf das Verbindende und nicht auf das Trennende abstellte, bedankte er sich bei der scheidenden Bundestagsabgeordneten Maria Michalk für ihre Verbundenheit und Unterstützung der der Stadt Kamenz. Ebenfalls einen Blumenstrauß überreichte er Julia Standfuß, die mit ihrer Bereitschaft zur Abgabe einer Knochenmarkspende 2016 dafür gesorgt hat, dass einem vierjährigen italienischem Kind aus Rom das Leben gerettet wurde.

Ein zweiter Höhepunkt des Abends war die Verleihung des Preises „Kamenz schafft Inklusion – Peter Barth Preis 2017“, zu dem der Vizelandtagspräsident Horst Wehner und die Witwe des leider kürzlich verstorbenen Peter Barth, Veronika Barth eingeladen und gekommen waren. Gestiftet wurde der Preis von der Ergotherapie Schiewack. Michael Schiewack, Inhaber der Ergotherapie-Praxis, begründete in seine Rede die Bedeutung und welches Ziel er mit der Preisverleihung verfolgt. Außerdem verdeutlichte er, warum der Preis nach Peter Barth benannt wurde. In ihm sah er einen Visionär, der von einer Gesellschaft ausging, die auf Gerechtigkeit beruht. Dies habe er gelebt, so dass er die Benennung des Preises mit seinem Namen verdient hat. Erhalten haben den Preis als Team die 2. Oberschule Kamenz und die Johann-Gottfried-Bönisch-Förderschule Kamenz.

Nach einem erneuten Musikstück schloss sich die Ehrung von ehrenamtlich für die Stadt tätigen Personen an. Dank der erneuten Unterstützung der Ostsächsischen Sparkasse Dresden war es wieder möglich, dass auch in diesem Jahr, die Bürger und Bürgerinnen, die für eine Auszeichnung vorgeschlagen worden waren, die „Ehrenmedaille der Stadt Kamenz“ erhielten. Eine Besonderheit gab es dieses Mal bei der Ehrung, da neben neunzehn Einzelpersonen auch eine Gruppe für die Würdigung mit der Medaille vorgeschlagen wurde (siehe nachfolgende Übersicht).

Dem Rede- und Ehrungsteil des Abends schlossen sich dann Gespräche und Dispute in lockerer Form an, die von dem von der KaBi ausgerichteten Büffet kulinarisch begleitet wurden. (Ein ausführlicherer Bericht vom Neujahrsempfang findet sich im redaktionellen Teil des Mitteilungsblattes auf Seite 11.)

 

Nachfolgend Bürgerinnen und Bürger, die ausgezeichnet wurden:

Dr. Erhard Ruhnau

Vorgeschlagen durch Oberbürgermeister Roland Dantz mit der Begründung, dass er sich in einem hohen Maße für das kulturelle Leben in unserer Stadt engagiert sowie die ethische Bildung im Geiste Lessings befördert, in dem er u.a. im Jahr 2014 und dann im Jahr 2016 die Finanzierung des Geschenks der Stadt Kamenz an die Absolventen der Gymnasien und der Oberschulen (einschließlich BSZ) für die nächsten Jahre in großzügiger Weise übernommen hat.

Almut Baumann

Vorgeschlagen durch Pfarrer Michael Gärtner der Ev.-luth. Kirchgemeinde mit der Begründung, dass sie seit der Kinderzeit eng mit der Kirche verbunden ist, seit vielen Jahren den Eltern-Kind-Kreis leitet und vor 3 Jahren den „lebendigen Adventskalender“ ins Leben gerufen hat.

Beate Gruhl

Vorgeschlagen durch Margita Pietsch vom Frauenchor Wiesa e.V. mit der Begründung der 50jährigen Mitgliedschaft im Frauenchor sowie der langjährigen Mitwirkung im Vorstandes des Chores.

Mareen Hoch

Vorgeschlagen von dem Lehrerkollegium der GS Wiesa „Sophie Scholl“ mit der Begründung: Gründungsmitglied des Schulfördervereins „KiWi“. Des Weiteren arbeitet sie aktiv im Vorstand als Schatzmeisterin mit, organisiert den sogenannten „Apfeltag“ und die Weihnachtsbäckerei mit und wirkte bei der Einrichtung des Kräutergartens, dem Sammeln von Spenden für die Erweiterung der Ganztagsangebote, bei den Kindertagen und dem Abschlussfest mit.

Rudi Kühne

Vorgeschlagen vom Vorstandsvorsitzenden Blasorchester der Lessingstadt Kamenz, Jens Planert, mit der Begründung, dass er seit 1980 Mitglied beim Blasorchester der Stadt Kamenz e.V. als Saxophonist ist, er lange Zeit gewissenhaft, pünktlich und sehr hilfsbereit seine Vorstandstätigkeit erfüllt und außerdem als Stimmführer der Saxophone tätig ist.

Gerhard Lilge

Vorgeschlagen von Verena Böhme mit der Begründung, dass er seit mehr als 20 Jahren im Freilichtmuseum Steinbruch Prelle arbeitet und seit 1998 zu den Gründungsmitgliedern des Fördervereins „Schauanlage und Museum der Granitindustrie“ gehört, der mit seinem Wirken gerade auch die für die Stadt Kamenz vorhandene Bedeutung der Granitindustrie verdeutlicht. Seit 2013 hat er den Vorsitz im Verein inne.

Matthias Olesky

Vorgeschlagen vom Ortsvorsteher von Wiesa, Wolfgang Thomas, mit der Begründung, dass er seit vielen Jahren den Ortschaftsrat und die Vereine bei deren Arbeit zur Entwicklung des Ortsteiles Wiesa und bei vielen Aktivitäten (z.B. Maibaumstellen und beim Weihnachtstreff) unter Nutzung seines Fuhrparks unterstützt. Durch seinen Einsatz entstand die „Herbertgasse“.

Margarete Piesche

Vorgeschlagen vom Pfarrer Steffen Börner von der kath. Pfarrgemeinde St. Maria Magdalena Kamenz mit der Begründung, dass sie sich sehr als ehrenamtliche Organistin für die Kirche St. Maria Magdalena, das Malteserkrankenhaus St. Johannes sowie die Altenheime St. Georg und St. Monika engagiert. Sie gestaltet den monatlichen Caritaskreis mit und ist sehr aktiv bei der Vorbereitung von Seniorentagen, den religiösen Kinderwochen und der Vorbereitung von kirchlichen Hoffesten.

Kerstin Rayczyk

Vorgeschlagen vom Vorstandsmitglied Uwe Wolf des Freundeskreises für Suchtkrankenhilfe mit der Begründung, dass sie sich seit 25 Jahren für Suchtkranke einsetzt und sowohl Gründungsmitglied war, aber auch seit dieser Zeit als Vorsitzendes des Vereins „Suchtkrankenhilfe“ e.V.

Dr. Rudolf Reimann

Vorgeschlagen vom Stadtrat Jörg Bäuerle mit der Begründung, dass er seit 1990 Präsident der Sächsischen Numismatischen Gesellschaft ist und in dieser Funktion für das Ansehen der Stadt Kamenz in der Region und darüber hinaus positive Akzente gesetzt hat. Er war auch der Ideengeber sowie Mitorganisator für die Würdigung verdienstvoller Kamenzerinnen und Kamenzer bzw. für Menschen, die sich für unsere Heimatstadt verdient gemacht haben, mit einer „Ehrenmedaille der Stadt Kamenz“.

Matthias Richter

Vorgeschlagen vom Vereinsvorsitzenden Olaf Tischer der SG Lückersdorf-Gelenau e.V. mit der Begründung, dass er seit 36 Jahren Mitglied der SG Lückersdorf-Gelenau ist, davon über 26 Jahren als Schatzmeister und verantwortlich für alle Buchungen zur Bewirtschaftung der Sportstätte Gelenau sowie der bekannten Sportveranstaltungen auf dem Sportplatz Gelenau.

Elvira Schirack

Vorgeschlagen vom Ortsvorsteher Andreas Rößler des Ortschaftsrates Jesau mit der Begründung, dass sie sehr aktiv am Leben im Ortteil Jesau teilnimmt und hier besonders zu einer Tradition beigetragen hat, so dass 2016 zum 12. Mal in Jesau das Weihnachtsmärktchen stattfand.

Johannes Schwede

Vorgeschlagen vom Vorsitzenden der DRK Kamenz-Wiesa, Wolfgang Thomas, mit der Begründung der jahrelangen Mitgliedschaft im DRK, womit er dazu beiträgt, dass viele Veranstaltungen ordnungsgemäß abgesichert werden. Er ist verantwortlich für den Fuhrpark sowie in der Einsatzgruppe des Katastrophenschutzes tätig.

Walter Siegemund

Vorgeschlagen vom amt. Ortswehrleiter der FFw Kamenz-Stadt, Steffen Geisendorf, mit der Begründung der jahrzehntelangen Mitgliedschaft (51 Jahre) in der FFw Kamenz-Stadt. Er ist bis zum heutigen Tag aktiv im Einsatzdienst, hat große Erfahrungen sowie ein hohes Fachwissen und besuchte eine Vielzahl an Sonderlehrgängen. Mit Erreichen seines 65. Lebensjahres stellte er den Antrag auch weiterhin aktiv Dienst in der FFw Kamenz-Stadt zu tun.

Mario Steinmetz

Vorgeschlagen von der Stadträtin und Landtagsabgeordneten Marion Junge mit der Begründung, dass er seit 2007 Ideengeber und Projektleiter für das Tanz-Theaterprojekt „Kamenz Can Dance“ ist, er mit seinem Theater-Projekt mehrere große Auftritte u.a. beim MDR und zum Tag der Sachsen absolvierte und mit „Kamenz Can Dance“ mehrfach Gewinner von regionalen und überregionalen Hip-Hop Tanzwettbewerben war. Darüber hinaus ging er neue Wege, um tänzerische Sprache und Ausdruckweisen zur Integration zu nutzen. In diesem Zusammenhang startete im Mai 2016 das interkulturelle Tanzprojekt mit „Kamenz Can Dance“ sowie mit Kindern und Jugendlichen aus den Flüchtlingsunterkünften.

Horst Stoklas

Vorgeschlagen vom Kassenwart Wolfgang Wersig der SV Lokomotive Kamenz mit der Begründung, dass er von 2000 – 2016 Vorsitzender des Sportvereins war und mit seinem Engagement den Verein zu einem regional und überregional anerkannten Sportverein weiterentwickelte. Sein Schwerpunkt war die Kinder- und Jugendarbeit (Badminton und Tischtennis) und er achtete auf eine faire Finanzordnung, die der Region entspricht.

Günter Thus

Vorgeschlagen vom Vorstandsvorsitzender des Autorenkreises „Lausitzer Almanach“ e.V., Dr. phil. Dieter Rostowski, mit Begründung, dass er seit fast 10 Jahren im Autorenkreis aktiv ist, wovon er vier Jahre im Vorstand mitwirkte und außerdem seit drei Jahren als stellvertretender Vorsitzender fungiert. Er verfasste vielfältige und interessante Beiträge im Lausitzer Almanach und hat sich damit bei den Lesern bleibende Erinnerung verschafft, indem er seine Gedanken und Lebenserinnerungen kundtat.

Manfred Vogel

Vorgeschlagen von der Vorstandsvorsitzenden Diana Karbe des OSSV Kamenz e.V. mit der Begründung, dass er seit über 20 Jahren zuverlässig als Kassenwart beim OSSV arbeitet, die jährlichen Veranstaltungen, wie das Sprintmeeting, das Swim & Run, den Kindertriathlon und das Neujahrsschwimmen organisiert und aktiv bei der Organisation des Blütenlaufes mitwirkt.

René Wagner

Vorgeschlagen vom Vorstand des SV Einheit Kamenz über Frau Maria Schneider (Mitarbeiterin der Geschäftsstelle) mit der Begründung, dass er seit 1999 Mitglied in der Abteilung Kegeln ist, sich um die Unterhaltung und Pflege der Kegelbahn kümmert und dafür im großen Umfang für die Erbringung von Eigenleistungen seine Freizeit und sogar seinen Urlaub zur Verfügung stellt. So hat er außerordentlich aktiv beim Umbau der Kegelhalle mitgewirkt.

als Gruppe: Alexander Käppler im Zusammenwirken mit Manfred Delitzscher und Peter Müller

Vorgeschlagen von der Vorsitzenden des Kamenzer Geschichtsvereins e.V., Marion Kutter, mit der Begründung, dass unter Federführung von Alexander Käppler gemeinsam dafür gesorgt wurde, dass viele Objekte und Anlagen zur Wasserversorgung um und in Kamenz erhalten und restauriert werden konnten. Des Weiteren wurde das „Wanderheft Wasser“ entwickelt und damit das touristische Angebot der Stadt erweitert. In diesem Zusammenhang wurde ein besonderes Vorhaben 2016 realisiert der „Wanderweg Wasser“. Hinzu kam umfangsreiche Aktivitäten anlässlich 550 Jahre Zentrale Wasserversorgung in Kamenz 2016 (u.a. Ausstellung/Festveranstaltung).

09.02.2017 - 16.03.2017

31.01.2017: Verwaltung sucht Dezernent (m/w)

Für die Leitung des Dezernates Stadtentwicklung und Soziales suchen wir zum 1.10.2017 eine erfahrene und regional verwurzelte Führungspersönlichkeit.

mehr lesen

28.01.2017: 27. Januar 2017 - Kranzniederlegung an der Gedenkstätte am Gedenk- und Ehrenmal am Robert-Koch-Platz/Bahnhofstraße
Kranzniederlegung am Mahn- und Ehrenmal Robert-Koch-Platz/Bahnhofstraße
Kranzniederlegung am Mahn- und Ehrenmal Robert-Koch-Platz/Bahnhofstraße

Nach dem Niederlegen von Kränzen und Blumengebinden sprach als erster der Oberbürgermeister Roland Dantz. Er legte neben dem Gedenken an die Opfer dieses Mal mehr den Schwerpunkt auf die Gegenwart: „Wichtiger scheint uns das Innehalten an diesem Tag (…), um nachzudenken und auch miteinander zu reden, wie Toleranz und damit die vorurteilsfreie Auseinandersetzung mit Gedanken des Anderen eine Rolle im täglichen Leben spielen können. Es ist auch Gelegenheit, weiter darüber nachzudenken, wie wir im Rahmen der europäischen Gemeinschaft und wie wir selbst miteinander – durchaus mit berechtigtem Stolz auf unsere Heimat – unsere eigene Geschichte verstehen.“ Zum Abschluss seiner Rede erinnerte er an den kürzlich verstorbenen Bundespräsidenten Roman Herzog, der maßgeblich den 27. Januar als Gedenktages 1996 initiierte und dessen Worte anlässlich des Gedenktages nach wie vor aktuell sind: „„Deshalb geht es darum, aus der Erinnerung immer wieder lebendige Zukunft werden zu lassen. Wir wollen nicht unser Entsetzen konservieren. Wir wollen Lehren ziehen, die auch künftigen Generationen Orientierung sind. Dieses Gedenken ist nicht als ein in die Zukunft wirkendes Schuldbekenntnis gemeint. Schuld ist immer höchstpersönlich, ebenso wie Vergebung. (…) Es ist wahr, daß sich Geschichte nicht wiederholt. Aber ebenso wahr ist, daß Geschichte die Voraussetzung der Gegenwart ist und daß der Umgang mit der Geschichte damit auch zum Fundament der Zukunft wird. Deshalb meine Mahnung zum Erinnern und zur Weitergabe der Erinnerung. Nicht nur am 27. Januar. Aber vielleicht kann dieser Gedenktag uns dabei helfen.“

Dr. Hermann Drum spricht zu den Anwesenden, links neben ihm der Oberbürgermeister
Dr. Hermann Drum spricht zu den Anwesenden, links neben ihm der Oberbürgermeister

Danach sprach Dr. Hermann Drumm für den Förderverein „Gedenkstätte KZ-Außenlager Kamenz-Herrental“ e.V. und die Initiative „Zur Bewahrung des Gedenkens an die Opfer faschistischer Gewaltherrschaft in Kamenz“. Er erinnerte an die Toten, die schon im Vorfeld des Krieges mit seinen Millionen Opfern, durch das Außerkraftsetzen demokratischer Institutionen zu verzeichnen waren. Dr. Drumm sah den Verwendung des Begriffs „Nationalsozialismus“ als äußerst problematisch an. Für ihn sei diese Bewegung weder national noch sozial noch gar sozialistisch gewesen. Im Weiteren forderte er die Anwesenden dazu auf, gegen nationale Überheblichkeit, Fremdenhass und Rassismus einzutreten, um mit dem Aufruf „Nie wieder Krieg – nie wieder Faschismus!“ zu enden.

Pfarrer Michael Gärtner von der luth.-ev. Kirchgemeinde mit nachdenklichen Worten
Pfarrer Michael Gärtner von der luth.-ev. Kirchgemeinde mit nachdenklichen Worten

Der sich anschließende Wortbeitrag von Pfarrer Michael Gärtner von der luth.-ev. Kirchgemeinde, der stellvertretend für die röm.-kath. Kirchgemeinde in Kamenz und Siebenten-Tage-Adventisten fragte nach der Verdrängung von Schuld derjenigen, die damals lebten und konkret schuldig geworden sind. Er schlug den Bogen zur Gegenwart, um nachzufragen „Hätten wir es besser gemacht damals? Machen wir es heute besser?“ Ein Beispiel der Hoffnung war für ihn, dass seit vielen Jahren Konfirmanden aus Kamenz und aus anderen Kirchgemeinden der Region in das ehemalige KZ Theresienstadt fahren, um sich auch mit diesem Teil der deutschen Geschichte zu beschäftigen. Und resümierend für unsere Gegenwart, so Pfarrer Gärtner, hieße das: „Eigene Fehler eingestehen, Schuld bekennen, Verantwortung übernehmen, das müssen wir lernen, dazu müssen wir uns gegenseitig ermutigen, solch eine Kultur müssen wir fördern. Damit wir in Frieden miteinander leben können.“

Holger Scheffler von den Zeugen Jehovas zur Verfolgung seiner Glaubensgemeinschaft
Holger Scheffler von den Zeugen Jehovas zur Verfolgung seiner Glaubensgemeinschaft

Holger Scheffler von den Zeugen Jehovas hob die Stärke der Opfergruppe der Zeugen Jehovas hervor, obwohl sie zu einer der ersten Glaubensgemeinschaften gehörte, die verboten wurde, hätten Mitglieder der Zeugen Jehova ein Konzentrationslager wieder verlassen können, wenn Sie ihrem Glauben abgeschworen hätten. „Doch“, so Scheffler, „sie weigerten sich standhaft, dem Regime die Treue zu schwören und nahmen dafür auch den gewaltsamen Tod in Kauf. Wie seine Vorredner auch lenkte er seinen Blick auf die gegenwärtige Welt. Aus seinem Glaubensverständnis heraus weist die Bibel einen Weg der Nächstenliebe, der Toleranz und des friedlichen Miteinanders. Die damit verbundenen Charakterstärken und Handlungsmöglichkeiten, sicherlich auch -notwendigkeiten sind unabdingbar für ein humanes Zusammenleben.

Pastor i.R. Wilfried Krause mit einer starken symbolischen Geste
Pastor i.R. Wilfried Krause mit einer starken symbolischen Geste

Als letzter Redner auf der Gedenkveranstaltung ergriff Pastor i.R. Wilfried Krause von Siebenten-Tage-Adventisten das Wort. Symbolisiert durch das Aufstellen dreier Gedenk-Kerzen erinnerte er daran, dass zwar der Name des Terroristen von Berlin in aller Munde sei, aber seine Opfer dahinter „verblassen“. Ihnen und den Opfern des islamistischen Terrors im Jahr 2016 widmete er die erste Kerze. Mit der zweiten Gedenk-Kerze gedachte er 5.000 Flüchtlingen, die bei dem Versuch Europa zu erreichen 2016 im Mittelmeer ertranken, um gleichzeitig auf die Notlagen von Flüchtlingen überhaupt und hier nicht nur auf die physischen Probleme aufmerksam zu machen. Die letzte der drei Gedenk-Kerzen stellte Pastor i.R. Kraus in Erinnerung an die in der Welt verfolgte Gruppe der Christen auf. Hier nannte er neben islamisch geprägten Ländern, vor allem auch Nordkorea. Mit der sehr emotionalen Geste des Aufstellens dreier brennenden Kerzen endete die diesjährige Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus, die wieder einmal zeigte, dass bei allen Unterschieden in den Positionen und Auffassungen, die Erinnerung an die Opfer von damals eint und auch mit dem Blick auf die Gegenwart das Gemeinsame für Demokratie und gegen Unmenschlichkeit betont wird.

28.01.2017 - 10.02.2017

23.01.2017: Lessingpreis in Kamenz verliehen
Lessing-Preis in Kamenz verliehen
Autor Kurt Drawert (rechts) erhält den Lessing-Preis des Freistaates Sachsen

 

Kurt Drawert

Die Aufklärung der Aufklärung

Rede zur Verleihung des Lessingpreises des Freistaates Sachsen

Kamenz, 21. Januar 2017

 

Ich bin in einer Verlegenheit, denn einerseits möchte ich meinen Dank für die Ehre bekunden, heute hier sein und den Lessingpreis entgegennehmen zu dürfen, kann aber andererseits keine passenden Worte dafür finden, die von einer angemessen positiven Grundstimmung wären, und enden mit einem obligaten: Alles wird gut. Denn nichts, gar nichts wird gut, was wir selber nicht tun, und dass alles gut sei, kann nur sagen, wer mit einer Denkstörung bevorzugt worden ist und sowieso nichts mehr merkt. Oder, mit Lessing gesprochen: "Wer über gewisse Dinge den Verstand nicht verlieret, der hat keinen zu verlieren." Würde ich jetzt aufzählen wollen, wegen welcher kollektiver Verbrechen, politischer Ausfälle, wirtschaftlicher Entgleisungen oder gruppensozialer Psychosen man auf der Stelle, sofern man gesund ist, verrückt werden müsste, säßen wir bis zur nächsten Lessingpreisfeier hier fest. Also kürzen wir ab und fassen zusammen: Die Welt ist merkwürdig dunkel geworden, obgleich sie doch hell ist. Sie ist sogar heller als jemals zuvor, und lauter, und höher, und schneller sowieso. Es hat noch nie so viel Glanz und Gloria gegeben, so viel Suchtstoff und Blendwerk, wohlgemerkt hier, in unserer westlichen Wohlstandsgesellschaft. Weil der Schein aber trügt, lügt auch das Bild. Und wir spüren es auch - etwas stimmt daran nicht. Der Vorhang der Illusion, alles sei geordnet und für die Ewigkeit verpackt, reißt auf von Stunde zu Stunde, von Nachricht zu Nachricht, von Kriegsschauplatz zu Kriegsschauplatz. Unsere Welt verändert sich in einer Geschwindigkeit und Radikalität, für die es noch keine Sprache und keine Vorstellung gibt. Es ist ein Paradigmenwechsel, der sich vollzieht und der wirkt, nicht aber gedacht werden kann, weil er die Bibliotheken des Wissens verlässt, ohne neue zu gründen. In diese Risse hinein formiert sich das Absurde, das Irrationale, das Magische anstelle des Rationalen. Oder wie soll man verstehen, dass eine Globalisierung in allen Bereichen des wirtschaftlichen und politischen Lebens vorangetrieben wird, eine Entgrenzung der Märkte von gigantischer Dimension stattfindet, gleichzeitig aber, während der Mehrwert abgeschöpft und die Profite einkassiert werden, eine Architektur der Nationalstaatlichkeit heraufbeschworen wird wie im 19. Jahrhundert? Hat nicht alles seinen Preis, und erst recht im Kapitalismus? Was ist das für ein Anspruch, die Geschichte sich vorzustellen wie einen Schnittmusterbogen, den man sich selber nach Belieben zurechtschneidern kann? Hier profitieren und dort nichts einbüßen wollen? So sehen wir einer narzisstischen Generierung des Eigenen zu, die undurchlässig wird für das Andere und für die Welt. Das Eigene aber kommt im Eigenen nie zu sich selbst, es braucht immer das Andere, um selbst sein zu können. Auch Identität, sofern es sie überhaupt gibt, ist ein Produkt der Differenz und nicht der Selbstverliebtheit. Alles das sind Symptome einer Angstgesellschaft, die zunehmend hysterisch und diffus reagiert. Angst ist immer auch Angst vor dem Tod, und der Tod meldet sich zur Stelle, wo die Sprache eine Lücke lässt, einen Platz nicht besetzt, eine Leerstelle bildet Die Rückseite der Herrlichkeiten, sie hat uns erreicht - die Kontingenz, die von den Rändern heraufzieht, auch in Form der Flüchtenden dieser Welt. Schon das Wort Flüchtlingskrise ist eine Zumutung, denn die Krise liegt ja nicht bei den Flüchtenden selbst, sondern am Ort ihrer Ankunft und bei denen, die sie abschieben und ausgrenzen wollen. Das nun ist auch der Moment, in dem die Aufklärung in die Tiefe ihrer Irrtümer fällt und damit hinter sich selber zurück. Sie wird zu ihrem eigenen Fall, zu einem Objekt ihrer Unmöglichkeit. In dieser Stunde, in der das Reale erscheint und die Bücher keine Antwort mehr geben, macht auch ein Wort von sich reden, das uns alle Abgründe gleichzeitig öffnet: postfaktisch. Dieses Wort, dieser Neologismus, umschreibt das Gegenteil dessen, weswegen wir hier zusammengekommen sind: um der Aufklärung zu gedenken, ihrer Ideale und Vorstellungen von einer humanen Gesellschaft. Gemeint nämlich ist etwas völlig Amorphes, das in die symbolische Ordnung der Sprache schon gar nicht mehr überführt werden kann - ein dumpfes, grummelndes Bauchgefühl nämlich, eine Art animalischer Spürsinn, wie man Massen affektiv beeindrucken und zweckgerichtet verführen kann, etwas in jeder Hinsicht Ungeformtes, Rohes und Performatives. Wo dieser Sturz der faktischen Welt in die Senkgruben einer grandiosen Verwerfung zur politischen Option wird - und von Wahrheit ist dabei noch nicht einmal die Rede, sondern lediglich von Repräsentanz, jenseits aller Grammatik und geschlossener Sätze, intermedial am besten getwittert, was sich seinem informativen Effekt nach von den Rauchzeichen der Wilden nur dadurch unterscheidet, schon mit kleinen Apparaturen zu funktionieren, die jeder in seiner Hosentasche griffbereit hat, da nun beschütze uns Gott. Aber er wird es nicht tun, weil er mit dem Szientismus des 19. Jahrhunderts gestorben ist, und Nietzsche hat ihn beerdigt. Ich weiß nicht, ob es stimmt, was der Medientheoretiker Friedrich A. Kittler einmal sagte, dass nämlich die Technologien für die Inhalte sorgen und letzthin auch das Subjekt der Geschichte bestimmen, denn das wäre tatsächlich verheerend. Klar aber scheint zu sein, dass zivile Mündigkeit in einer demokratisch verfassten Gemeinschaft noch nicht allein von den Potentialen rationaler Aufgeklärtheit abhängt und immerwährend neu begründet und verteidigt werden muss. Hegel nannte es "das stumme Fortweben des Geistes im einfachen Innern seiner Substanz", und auch Kant, der so gern mit seiner Standardformel zitiert wird: "Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit", hält sich eine Hintertür offen, eine Gegenfigur höchst aporetischer Art, wenn er seine "Kritik der reinen Vernunft" beginnen lässt, ich zitiere: "Die menschliche Vernunft hat das besondere Schicksal in einer Gattung ihrer Erkenntnisse: dass sie durch Fragen belästigt wird, die sie nicht abweisen kann, denn sie sind ihr durch die Natur der Vernunft selbst aufgegeben, die sie aber auch nicht beantworten kann, denn sie übersteigen alles Vermögen der menschlichen Vernunft." Was ist das anderes als ein Eingeständnis in die Fehlbarkeit von Vernunft und ihre verzweifelte Ohnmacht. Vielleicht ist das der Ort unserer Zeit, über keinen Ort mehr zu verfügen, von dem ausgedacht und gesprochen werden kann, und der archimedische Punkt, er war nur ein Irrlicht. Etwas davon hat Lessing vielleicht auch geahnt, denn das Letzte, was er getan haben soll, ehe er starb, war, einen Lottoschein zu erwerben. Ob er etwas eingebracht hätte, ist leider nicht überliefert. Ich denke mal, nein. Aber vielleicht ist auch alles ganz anders und ich weiß es nicht besser. Eines aber ist sicher: Wenn wir unsere Sprache verlieren, unsere Worte, die zu einer Realität sich verdichten, von der aus wir denken, dann ist wahrlich nichts mehr zu retten. Hier können wir wirklich und augenblicklich etwas tun.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

Es gilt das gesprochene Wort!

 23.01.2017 - 09.02.2017

16.01.2017: Es lohnt sich, Haltung zu zeigen ...

Das Jahr 2017 begann mit einem „Paukenschlag“. Die Meldung, die über den Ticker kam und aus eine gemeinsame Pressekonferenz mit Vertretern des Freistaates, des Landkreises, der Stadt und des Landtagsabgeordneten Aloisius Mikwauschk am 4. Januar 2017 entsprang, hatte es im besten Sinne des Wortes in sich. Es ist gelungen, für den gymnasialen Standort an der Macherstraße eine Nachnutzung zu finden. Der Freistaat kauft das „Alber-Schweitzer-Haus“ und es werden mehrere hundert Arbeitsplätze im Verwaltungsstandort Kamenz neu geschaffen.

Was zeigt uns diese Entwicklung?

Es lohnt sich, zu kämpfen, wenn man von der Richtigkeit einer Lösung überzeugt ist. Dazu braucht es viele Mitmacher, wenn es sein musste auch Mitstreiter, aber vor allem Unterstützer. Und die haben wir gefunden!

Wir bemerken in den letzten Jahren, dass um uns herum, in Sachsen, in Deutschland und in vielen Orten Europas die Fliehkräfte, die das Auseinanderdriften der Menschen bewirken, zunehmen.

Da gibt es hier bei uns auch eine Vielzahl von Menschen, die, auch wenn sie vor mehr als 25 Jahren positiv in die Zukunft der deutschen Wiedervereinigung geblickt haben, feststellen, dass sie mit ihren Anliegen, mit ihren Empfindungen, was gerecht ist und im Sinne ihrer Vorstellungen, auch gerecht sein kann, allein gelassen und manchmal sogar „liegengelassen“ werden. Das Ringen um die Schulstandortlösung macht vieles deutlich. Natürlich geht es zunächst um die Frage der Lern- und Lehrbedingungen und es geht dabei natürlich auch um die Frage der damit verbundenen Kosten, aber – und das ist hier wichtig – es geht immer auch um die Frage, was Menschen empfinden, was sie fühlen und wo sie sich in ihrem eigenen Heimatgefühl, in ihrer eigenen Tradition verankert sehen. Und das Beispiel der Lessingschule zeigt sehr deutlich, dass man schon die Kraft haben muss, die Frage oder Aufforderung „Suchet der Stadt Bestes …“ zu beantworten. Die Antwort haben wir gemeinsam nach mehr als sechs Jahren gefunden und wir sind der Überzeugung, dass es in dem Fall nicht nur eine Antwort ist, sondern eine gute Antwort war.

Die Geschichte um den damit verbundenen Streit, um die damit verbundene Auseinandersetzung zeigt auch, dass wir im siebenundzwanzigsten Jahr nach der deutschen Wiedervereinigung meiner Ansicht nach ein Problem lösen mussten und müssen, das auch da seine Wurzeln hat.

Wollen wir uns erinnern.

Mit der Bildung des Freistaates im Ergebnis der deutschen Wiedervereinigung wurde das Schulsystem, das bis dahin galt, völlig verändert. Mit einem Mal war für eine Vielzahl potentieller Gymnasiasten im wahrsten Sinne des Wortes Raum zu schaffen. Nachdem die Entscheidung mehr als 20 Jahre zurückliegt, die zum Ausbau des Gebäudes an der Macherstraße führte, will ich für die, die jünger sind, gern einige Umstände in Erinnerung bringen. Diese Entscheidung musste schnell und sie musste –neben vielen Grundsatzfragen, die zu klären waren – vom Landkreis Kamenz und den damaligen Verantwortungsträgern im Stadtrat herbeigeführt werden. Es war damals anders als heute und es war mit Sicherheit schwerer. Es gab eben keine Ministerien, wie wir sie heute kennen, keine funktionierenden Landkreis- und Stadtverwaltungen, wie wir sie heute gewohnt sind – alles war im Umbruch. Was geleistet werden musste, war Aufbauarbeit. Insofern sitzen alle oder die meisten, die jetzt Verantwortung übernehmen, im gewissen Sinn in einem „gemachten Nest“.

Was hat das mit unserem Schulstandort zu tun?

Es war auch seinerzeit eine verständliche Entscheidung, das Gymnasium an der Macherstraße zu errichten in der Annahme, dass die Stadt Kamenz zukünftig auf über 20.000 Einwohner wächst und dass es zwei gymnasiale Standorte gibt, das Traditionshaus „Lesingschule“ an der Henselstraße und das Albert-Schweitzer-Haus.

Glaubwürdigkeit heißt, Wort halten

Wenn ich anfangs über Fliehkräfte und über zum Teil enttäuschte Menschen sprach, dann will ich zum Abschluss meiner Gedanken Zuversicht und Hoffnung zum Ausdruck bringen, denn bei der Suche, bei dem Kampf um den Erhalt der 100jährigen Tradition des Lessinggymnasiums ging es für unsere Gemeinschaft und für das Verständnis von Politik um etwas ganz Entscheidendes. Und dies lässt sich in einem Satz ausdrücken. Es ging um das „Wort halten“ und das Einhalten geschlossener Verträge.

Wir können alle froh sein, dass uns dies gelungen ist und ich bin nicht nur allein überzeugt davon, dass sich der jetzt gefundene Weg für den Zusammenhalt, für den Gemeinsinn in unserer Stadt, für das Ansehen des Landkreises und des Freistaates positiv auswirken wird.

Allen, die an dieser Lösung mitgewirkt haben, dürfen stolz darauf sein und vor allem dürfen sie sich darüber freuen, etwas für den Zusammenhalt unserer Menschen getan und sie nicht auseinander gebracht zu haben.

 

Roland Dantz
Oberbürgermeister
der Lessingstadt Kamenz

16.01.2017 - 01.02.2017