Nachrichtenarchiv

08.03.2019: Die Krawatten wurden abgeschnitten und die Stadtkasse sowie der Rathausschlüssel sind zurückgekehrt

Ab jetzt wird gefastet

 

Der KKC hat die „Italienische Sehnsucht“ der Kamenzer gestillt

Die Karnevalssaison, die in diesem Jahr unter dem Motto „Italienische Sehnsucht“ stand, gehört der Vergangenheit an. Die Fastenzeit begann mit dem Aschermittwoch und diente im Christentum der Vorbereitung auf das Osterfest. Und so gab in Kamenz neben den anderen Veranstaltungen des KKC zwei Höhepunkte, in die das Rathaus (als Gebäude) sehr direkt einbezogen war.

 

„Die geilen E’s“ waren wieder los

Zum einen waren „Die geilen E’s“ wieder einmal zur Weiberfastnacht in Kamenz unterwegs, um dann im Rathaus Rast zu halten, zu trinken, zu singen, zu essen oder auch um das ein oder andere Tänzchen zu wagen. Und ohne den obligatorischen Schnitt in ein angebliches Männlichkeitssymbol – die Krawatte – ging die ganze Sache natürlich wieder nicht ab.

In diesem Jahr gelang sogar der Dreierschnitt, denn zufälligerweise weilte der Landtagsabgeordneten Aloysius Mikwauschk im Rathaus und musste – ohne den Verlust einer eigenen Krawatte, denn die Mädels waren vorbereitet –, wie der Oberbürgermeister auch, den Schnitt hinnehmen. Dieses Schicksal ereilte auch den SZ-Kreisredakteur Frank Oehl. Trotz dieses operativen Eingriffs war die Laune bestens, denn die „diversen Mitglieder“ der „Geilen E’s“ erlagen offenbar haufenweise der bei diesem Besuch im Rathaus vorhandenen Charme-Atmosphäre. Denn solch trinkfeste Gesellinnen lassen sich nicht einfach durch Alkohol fallen.

 

Unter Zeugen – KKC-Mafiosi „bestechen“ Oberbürgermeister

Montag, dem 4. März ging es dann etwas gesitteter zu. Als ob aber die Stadtverwaltung die Stadtkasse und den Rathausschlüssel sowie die damit verbundene Verantwortung nicht rückhaben wollten, war der Haupteingang des Rathauses verbarrikadiert.

Natürlich war das nicht der Grund, denn für den angekündigten Besuch hatte man ein Hintertürchen an der Kirchstraße offengelassen. Insofern war es dem Elferrat und seinen Begleitern ein Leichtes, ins Rathaus zu gelangen. Nach einem kurzen Moment des Innehaltens, andere würden auch sagen des Wartens vor dem OB-Zimmer, wurden die Narren eingelassen.

Es kam zu einer historischen Situation, so meinten die Narren, dass erstmalig etwas zurückgegen werde an die Stadt. Doch so ganz stimmt das nicht, denn z.B. hatte am 27.02.2016 der Elferrat Sachwerte in Form eines Kastens Hasseröder übergeben. Historisch erstmalig könnte man nur in dem Sinne sagen, dass es dieses Mal „Kohle“ im direkten und übertragenen Sinne gab.

Aufgrund der guten Unterstützung durch die Stadt wollten sich die Mafiosi vom KKC „erkenntlich“ zeigen und überbrachten – quasi als „Kohle“, was man ja nur als schwarze Kasse werten kann – die Stadtkasse mit Kohle aus DDR-Zeiten und ein kleines Säckchen, gefüllt mit 100 EUR. Der KKC sah darin auch einen – sicherlich sehr bescheidenen – Beitrag zu Sanierung des Rathausturmes. Wegen Schäden daran war ja der vordere Bereich des Rathauses kurzfristig abgesperrt worden. Angesichts des 100 EUR-Betrages gibt es unterschiedliche Vermutungen für den Beweggrund des KKC. Ist er wirklich so selbstlos oder will er sich – Mafiamanier – das Wohlwollen für die nächsten 100 Jahre erkaufen. Den 1-Cent-Battle, der im Jahr 2006 endete, wird es so nicht geben.

Ansonsten drehten sich die Gespräche um den Verlauf der diesjährigen Karnevalssaison, die insgesamt als erfolgreich, was besonders den Karnevalsauftakt am 11.11.2018, die „KARNEVAL ON TOUR“ in Deutschbaselitz, den Karnevalistisch Politischen Frühschoppen, den Kinderfasching oder die Weiberfastnacht betraf, eingeschätzte. Natürlich wünschte man sich noch eine größere Resonanz, denn da habe es in frühen Zeiten ganz andere Dimensionen gegeben – und so mündete dieser Besuch schon fast in einem Arbeitsgespräch, was zukünftig noch besser gemacht werden könnte. Es war auch auffällig, dass dieses Mal keine Aufgaben an die Stadt gestellt worden. Was ist los mit dem KKC? Aber das dicke Ende kam noch, denn im Gespräch dachte man – sehr laut – darüber nach, ob im nächsten Jahr nicht auch eine bzw. die Veranstaltung des KKC im Stadttheater stattfinden könnte. Man wird sehen, ob solch ein Wohlwollen mit lappigen 100 EUR zu erkaufen ist …

08.03.2019 - 15.03.2019

01.03.2019: Einzelkämpfer Martin Luther oder Teamwork …

… oder wie die Reformation in Wittenberg ihren Ausgang nahm

Eigentlich ist ja die Luther-Dekade vorbei. Trotzdem war es eine gute Entscheidung der Organisatoren der Lessing-Tage, Dr. Stefan Rhein, u.a. Vorstand und Direktor der Stiftung Luther-Gedenkstätten in Sachsen-Anhalt, nach Kamenz zu den diesjährigen 52. Lessing-Tagen zu holen. Und auch dieser Vortrag zur Reformation ordnete sich kongenial in den Leitgedanken der Lessing-Tage „Weltsichten – Zeitbilder“ ein.

Kurzweilig sprach Dr. Rhein über den Beginn der Reformation, die ihren Ausgang – und eben gerade nicht zufällig – in Wittenberg nahm. Außerdem „entpuppte“ er sich als ein Vertreter der Auffassung, dass der Thesenanschlag an der Schlosskirche zu Wittenberg doch stattgefunden hat. Doch davon später.

Zunächst schilderte er, dass Wittenberg eigentlich eine sehr kleine Stadt war, die 1517 von ca. 2700 Einwohnern bewohnt war. Kurfürst Friedrich III., auch „Der Weise“ genannt, hatte sie zu seiner Residenzstadt erkoren und 1509 sein Schloss fertiggestellt und damit ein geistiges und geistliches Zentrum geschaffen. Er selbst war katholisch und sehr marienfromm. Die Verankerung im Katholischen zeigte sich auch darin, dass in der Schlosskirche im Jahr ca. 9000 Gottesdienste, darin eingeschlossen 1000 Marienmessen, stadtfanden. Obwohl er in bestimmten Momenten die Hand über Martin Luther hielt, so war dies eine politische und landesherrliche Schutzhandlung, denn auf religiöser Ebene gab es keine Übereinstimmung, was die Sache um so erstaunlicher macht. Deutlich hob Dr. Rhein hervor, dass aus seiner Sicht die Reformation ohne den Status von Wittenberg als Residenzstadt sowie der 1502 gegründeten Universität so nicht stattgefunden hätte. Mit anderen Worten, es bedurfte für den Ausgang der Reformation auch einer bestimmten kulturellen Situation – neben den Zufällen, die auch für weltgeschichtliche Abläufe unabdingbar sind –, damit diese neue geistliche Bewegung entstehen konnte. Ein weiterer Punkt war der Universitätsbetrieb selbst. Insofern, so der Referent, war „die Reformation zuerst auch eine Studienreform.“ Hier in Wittenberg hatten sich junge Professoren versammelt, die die alte Theologie reformieren wollten sowie gegen die scholastische Theologie vor- und zu den Quellen des Glaubens, sprich der Bibel, zurückgingen.  Es war um und mit Luther eine „Wittenberger Diskussionsgemeinschaft“ (Jens-Martin Kruse) entstanden, die auch einsichtig machte, dass bei aller herausragender Bedeutung von Martin Luther – und hier sei auch an Melanchton erinnert – die Reformation ein Teamwork war. Und noch einen wichtigen Punkt, der zum Gelingen der Reformation beitrug, merkte der studierte Altphilologe an: Luther hatte in Witteberg zahlreiche Ämter inne, u.a. musste er auch Predigten halten. Genau dadurch lernte er aber sehr direkt und konkret die Nöte und Beweggründe der Menschen kennen. Dass die Reformation kein Selbstläufer war und Luther durch den eben erwähnten Umgang mit den Menschen seiner Zeit wusste, dass man die Menschen mitnehmen muss, auch dies hat letztendlich den Erfolg der Reformation bestimmt.

Dr. Rhein ist es durch seine profunden Kenntnisse und die Art der Darbietung gelungen, den Zuhörer überzeugend zu vermitteln, wie und warum gerade in Wittenberg die Reformation ihren Ausgang nahm. Auch belegte er recht schlüssig anhand einer Inschrift des Sekretärs von Martin Luther, der genau den Thesenanschlag an den Türen der Schlosskirche datierte, die am Vortag des katholische Feiertags „Allerheiligen“ stattfand. Dieser Thesenanschlag spielte – eher er bildgewaltig zu einem Symbol des Beginns der Reformation wurde – zunächst auch deswegen keine Rolle, da es in dieser Zeit selbstverständlich war, Disputationen am „schwarzen Brett“ – sprich an den Kirchentoren – anzuschlagen. Wobei dieser Termin auch geschickt gewählt war, da zu diesem Zeitpunkt die Stadt voll war mit Gläubigen, die die fast 20 000 Teile umfassende Reliquiensammlung des Kurfürsten „besuchten“.  Schon ein einziger „Besuch“ sollte den Ablass von irdischen Sünden für einen Zeitraum von fast zwei Millionen Jahren gewähren. Auch deswegen durfte der berühmte Ablasshändler Johann Tetzel nicht nach Wittenberg reisen, sondern betrieb seinen zunächst erfolgreichen Ablasshandel u.a. im knapp 50 Kilometern entfernten Jüterbog.

Die Kamenzer Ratsbibliothek

Der zweite Teil des Abends war der Vorstellung des neu erschienenen Katalogs zur Kamenzer Ratsbibliothek bzw. im Nachgang zu einer Ausstellung gewidmet. Endlich – so konnte man den einführenden Worten der Leiterin der Städtischen Sammlungen, Dr. Sylke Kaufmann, entnehmen – liegt dieser inhaltsschwere Band vor. Ausgangspunkt war eine Ausstellung im Jahr 2016 zur Ratsbibliothek, deren Gründung sich in eben diesem Jahr zum 350. Mal jährte. Auch dieser Band ist im Teamwork entstanden und er besteht fast ausschließlich aus Beiträgen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem Bereich der Städtischen Sammlungen sowie der Arbeitsstelle für Lessing-Rezeption. Besonders hervorgehoben wurde die Arbeit des Stadtarchivars Thomas Binder sowie seiner ehemaligen Mitarbeiterin Monika Jeschke, die sich lange Jahre mit der Erschließung dieses Schatzes beschäftigt hat und die ebenfalls einen Beitrag für den Katalog beigesteuert hat. Durch die Ausführungen von Dr. Kaufmann wurde ersichtlich, dass mit dem Vorliegen dieses Kataloges zum einen einer breiteren Öffentlichkeit bewusst gemacht werden kann, welche wertvollen Bestände die Ratsbibliothek aufweist, zum anderen erfahren weltweit Fachwissenschaftler über die Existenz der Bestände. Diese stehen zwar schon auf der Website des Stadtarchivs zur Verfügung, sollen aber zukünftig auch im OPAC (öffentlich zugänglicher Online-Katalog) des Südwestdeutschen Bibliotheksverbundes weiter verfügbar gemacht werden. Auch dadurch besteht die Möglichkeit, sie insgesamt noch vertiefter auszuwerten und zu erforschen.

Es kann und soll jetzt hier nicht auf Einzelheiten des Katalogs und die darin aufgeführten Bestände der Ratsbibliothek eingegangen werden. Das kann der Katalog logischerweise viel besser. Doch zwei Namen müssen abschließend noch genannt werden und zwar die von zwei Persönlichkeiten, denen wir die Existenz dieses wertvollen Buchbestandes mit verdanken: Daniel Thorschmidt (1574-1633) – Freiberger Gelehrte – und seinem Schwiegersohn Andreas Möller (1598-1660) – ebenfalls Gelehrter. Mit dem Ankauf von deren Privatbibliothek im Jahr 1676 kam die 1666 gegründete Ratsbibliothek gleich frühzeitig zu einem wertvollen Grundstock ihres Bibliotheksbestandes. Die Stadt Kamenz kann sich glücklich schätzen über diese Ratsbibliothek und deren Erhaltung. Sie sagt etwas über die Haltung zu Wissen und Aufklärung vorangegangener Generationen aus, ist ein Plädoyer für die Liebe zum Buch und eine spezifisches Stück Kamenzer Stadtgeschichte.

Dr. Silke Kaufmann zeigt ein Original, was auch Eingang in den Katalog (S. 166) gefunden hat: Conrad Gessner: Tierbuch. Das ist eine kurtz beschreybung alle füssigen Thieren/ so auff der erden vn[d] in wassern woned/ …, Zürich: Froschauer, 1583

Der ansprechende und inhaltlich anspruchsvolle Band, reich bebildert, kann ab sofort im Lessing-Museum sowie in der Stadtinformation erworben werden. Für den Preis von nur 17,00 EUR hält man ein Buch in der Hand, das man, um mit Goethe zusprechen, getrost nach Hause tragen kann.

01.03.2019 - 08.03.2019

01.03.2019: Informationsveranstaltung „Haushaltplanung 2019/2020“

Resonanz war nur sehr gering

Leider nur acht Bürgerinnen und Bürger fanden am 12. Februar den Weg ins Rathaus, um der doch recht umfangreichen und intensiven Präsentation zur Haushaltsplanung der Stadt Kamenz für die Jahre 2019/2020 beizuwohnen. Hier waren Informationen aus erster Hand zu erfahren, konnten Fragen gestellt werden, kam man ins Gespräch.

Nach einer kurzen Rückschau auf das Jahr 2018 ging es anschließend um die Vorhaben der Stadt in den Jahren 2019/2020: Als Beispiele seien hier genannt die Fortführung und Beendigung der Bauarbeiten an der Sportanlage der Grundschule „Sophie Scholl“ in Wiesa sowie die Erneuerung der Elektroanlagen in der Kita „Waldgeister“ und in der Grundschule im Ortsteil Brauna oder der Beginn der eigentlichen Bauarbeiten für den Neubau des Hort- und Kitagebäudes Wiesa. Natürlich dürfen in diesem Zusammenhang nicht die mit der Qualifizierung des Schulstandortes Kamenz – Gymnasium mit Anbau und Platz für die städtische Bibliothek (bis 2021), 2. Oberschule – vergessen werden. Auch im Bereich der Königsbrücker Straße (Parkplatz) und im Backstage-Bereich der Hutbergbühne sind umfangreiche Investitionen geplant. Und sicher wollen wir alle hohe Brandsicherheit – deswegen wird 2019 zur Sicherstellung der Löschwasserversorgung im Ortsteil Hennersdorf der Bau einer Zisterne in einem Gesamtkostenumfang in Höhe von 140.000 EUR (Eigenmittel 69.000 EUR) erfolgen und die Feuerwehr Kamenz-Stadt ein neues Drehleiterfahrzeug (DrehleiterAutomatik (mit Korb) DLA (K) 23/12), dass auch stolze 655.000 EUR (Eigenmittel: 217.000 EUR und Fachförderung 438.000 EUR) kostet (siehe nachfolgende Abbildung), erhalten.

 

Insgesamt lassen sich die Prioritäten der Stadt wie folgt zusammenfassen:

  • Fortführung des Umbaus des Schulstandortes im weiterführenden
    Bildungsbereich
  • Aufwertung der Innenstadt und Erhöhung der Attraktivität der Stadt Kamenz als Mittelzentrum
  • Erreichen von Lohngerechtigkeit bei der Erfüllung der eigenen und ausgelagerten Aufgaben
  • Erhaltung und Investitionen in die Infrastruktur der Kernstadt und Ortsteile
  • Fortführung der Ansiedlungsbemühungen in der Innenstadt und den Gewerbegebieten
  • Sicherung des bisher erreichten Niveaus bei Kultur- und Sportangeboten
  • Verbesserung des Angebotsniveaus im Kita-Bereich trotz steigender Kosten (möglichst ohne Mehrbelastung für den Bürger)
  • Verstärkte Anstrengungen zum Abbau des Investitionsrückstaus in den neuen Kamenzer Ortsteilen
  • Erhalt und Erhöhung der Brandsicherheit in der Stadt Kamenz

01.03.2019 - 08.03.2019

01.03.2019: Vorankündigung über in Vorbereitung befindliche Projektaufrufe zur Einreichung von Vorschlägen für Projektförderungen

Vorankündigung über in Vorbereitung befindliche Projektaufrufe zur Einreichung von Vorschlägen für Projektförderungen

 

Durch das Landratsamt Bautzen wurde die Stadt Kamenz informiert, dass zusätzliche Projektförderungen für den Strukturwandel Lausitz initiiert werden. Derzeit befinden sich 2 Projektaufrufe in Vorbereitung, welchen zum einem das Regionale Investitionskonzept Lausitz (Internet: https://wirtschaftsregion-lausitz.de/de/kompetenzfelder/zukunftsdialog/regionales-investitionskonzept.html; Bundesprogramm "Unternehmen Revier") und zum anderen die Mitmach-Fonds des Freistaates Sachsen zugrunde liegen. Da bei Projektaufrufen auch Abgabefristen strikt eingehalten werden müssen, soll schon jetzt über die Grundzüge der Projektaufrufe informieren.

1. Projektaufruf Ideen- und Projektwettbewerb zur Umsetzung des Regionalen Investitionskonzeptes (RIK) Lausitz

  • Ziele und Projektthemen:

 

1. Produktentwicklung/ Geschäftsfelderweiterung

Damit sollen neuartige und tragende innovations- und technologiegetriebene Ansätze, Unternehmensgründungen bis hin zur Etablierung neuer Technologien und Geschäftsfelder befördert werden.

2. Mobilität und Verkehr

Ziel ist der Aufbau eines smarten, schadstoffneutralen Verkehrsraumes. Der Ansatz befördert darüber hinaus, die Entwicklung von vernetzten Mobilitätslösungen (für Fahrrad, Auto, Bus, Bahn) und die Erhöhung der Nutzung alternativer Mobilitätsformen im Alltag, um die Erreichbarkeit im ländlichen Raum im Rahmen der Daseinsvorsorge.

3. Umsetzungsmaßnahmen Energie, Bioenergie

Gesucht werden mit diesem Aufruf neuartige und tragende Umsetzungsmaßnahmen, hin zur stärkeren Nutzung erneuerbarer Energieträger zur Energie- und Stoffstrombereitstellung. Über die Erprobung neuer Technologien sollen kleinen und mittleren Unternehmen Chancen im Aufbau von neuen Geschäftsfeldern geboten werden.

4. Fachkräftesicherung/Berufsfrühorientierung

Gesucht werden nachhaltige Ansätze, die die Ausbildungsvermittlung von Schülerinnen und Schülern erhöhen und gerade im Bereich von Kleinst-, kleinen und mittleren Unternehmen (KKMU) positive Effekte liefern.

 

  • Organisatorische Abläufe:

 

Die Teilnahme erfolgt in einem zweistufigen Prozess mit dem Projektantragsformular, welches auf der Internetseite .der Wirtschaftsregion Lausitz unter der Rubrik "Zukunftsdialog Lausitz" zum Download veröffentlicht ist: www.wirtschaftsregion-Iausitz.de

 

Voraussichtlicher Zeitraum für Projektaufruf und Abgabefrist:

- Aufruf:                     Mitte März 2019

- Abgabefrist:            innerhalb von 4 Wochen

 

2. Ideenwettbewerb zur Förderung des Strukturwandels - Sächsische Mitmach-Fonds

Der Ideenwettbewerb richtet sich an Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Verbände, Kammern, Stiftungen, soziale Träger, Schulen sowie kommunale und wissenschaftliche Einrichtungen. Der Ideenwettbewerb wird in folgenden Kategorien durchgeführt:

1. "ReWIR-Preis":

Engagement der Bürger in den Regionen, Unterstützung zivilgesellschaftlicher Akteure

2. "Unsere Kinder und Jugendlichen, die zukünftigen Gestalter der Reviere":

"Zukunft MINT-Preis" zur Förderung von Initiativen, die das Interesse für Mathematik, Naturwissenschaften, Informatik und Technik steigern, den Gedanken der Energieregion unterstützen sowie auch musische und soziale Fähigkeiten fördern.

3. "Mobilitätspreis" zur Förderung innovativer Ansätze und Erprobung von zukunftsweisenden Mobilitätskonzepten, die künftige Herausforderungen von Erreichbarkeit der Region und Attraktivität als Ort zum Leben und Arbeiten aufgreifen

4. tuzica/Lausitz - ziwa dwurecnosc/lebendige Zweisprachigkeit

In diesem Bereich sollen Ansätze prämiert werden, die die Anwendung der sorbischen Sprache und die Stärkung der sorbischen Identität fördern und damit helfen, die sorbischsprachige Gemeinschaft zu stärken.

5. Publikumspreis

Es wird ein Publikumspreis durch ein Online-Voting ausgereicht. Im Rahmen der Jury-Sitzungen können durch die Jury Kandidaten für den Publikumspreis nominiert werden. Über die Vergabe der Preisträger kann dann online durch die Bürger der Lausitz bzw. Mitteldeutschlands abgestimmt werden.

 

  • Organisatorische Abläufe:

 

Die Bewerbungs-Formulare werden auf der Homepage der Wirtschaftsregion Lausitz

bereitgestellt (www.wirtschaftsregion-Iausitz.de).

 

Voraussichtlicher Zeitraum für Projektaufruf und Abgabefrist:

- Aufruf:                    15. März 2019

- Abgabefrist:             15. April 2019

 

Die vollständige Presseinformation der Sächsischen Staatskanzlei vom 12.02.2019 ist im

Internet unter folgendem Link einsehbar: https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/223661. Gern werden wir interessierten Akteuren bei Erforderlichkeit auch Hilfestellung im Rahmen der Projektbeantragung geben. Mit entsprechenden Anfragen können Sie sich im Landratsamt Bautzen an Herrn Haufe, Referent Strukturwandel Lausitz, unter folgenden Kontaktdaten wenden:

Telefon:          03591 5251-84005

Telefax:          03591 5250-84005

eMail:             Detlef.Haufe@lra-bautzen.de

Sächsische Mitmach-Fonds - Übersicht zum konzeptionellen Herangehen

Sächsische Mitmach-Fonds für die Lausitz und Mitteldeutschland

Arbeitsstand Februar 2019

 

1. Grundgedanke

Aufgrund der vielfältigen Herausforderungen in den sächsischen Braunkohlerevieren, einen beschleunigten Strukturwandel erfolgreich zu gestalten, beabsichtigt die Sächsische Staatsregierung in den Haushaltsjahren 2019/2020 die Lausitz und das Mitteldeutsche Revier durch die Ausreichung von Projektmitteln zu unterstützen. Im Rahmen der GRW-Modellprojekte „Zukunftswerkstatt Lausitz“ und

"Innovationsregion Mitteldeutschland" sollen unter dem Dach der Wirtschaftsregion Lausitz GmbH (WR Lausitz) und der Metropolregion Mitteldeutschland Management GmbH (EMMD) ein breitangelegter Beteiligungsprozess die Bürger in die Lage versetzen, die Zukunft der Regionen selbst mitzugestalten. Am Ende dieses Prozesses soll 2020 eine möglichst konkrete, handlungsleitende und

identitätsstiftende Vorstellung der Regionen stehen, welche es ermöglicht, eine stringente und strategisch kohärente Strukturentwicklung in der Region zu gestalten. Für diesen Prozess ist eine gewisse Dynamik der Region unerlässlich. Hierzu ist es dienlich, Eigeninitiativen konkret vor Ort zu stärken. Nur eine lebendige Region kann am Ende auch den Gestaltungswillen für die nächsten Jahrzehnte aufbringen. Daher soll dieser umfassende Prozess in den sächsischen Braunkohleregionen bereits jetzt durch an die beiden Projektträger WR Lausitz und der EMMD im Rahmen einer Zuwendung zur Verfügung gestellten zweckgebundenen Finanzmittel aus dem Haushalt des Freistaates Sachen flankiert werden, welche es bereits kurzfristig ermöglichen, die Umsetzung regionaler Projektideen konkret vor Ort zu unterstützen. Eine besondere Rolle im Rahmen des beschleunigten Strukturwandels spielt die sorbische Volks-gruppe in der Lausitz. Seit Jahrzehnten hat die Kultur der sorbischen Bevölkerung durch braunkohleabbauinduzierte Zersiedlung einen signifikanten Wandel erfahren. Trotzdem wirken insbesondere die sorbische Sprache und die sorbische Kultur in der gesamten Lausitz nach wie vor als bedeutender traditioneller Anker. Von diesen Erkenntnissen kann die gesamte Region profitieren. Aus diesem Grund sollen innovative Projekte der sorbischen Volksgruppe im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Wandelprozess durch die Sächsische Staatsregierung besonders unterstützt werden.

 

2. Wettbewerbsidee

Ausgezeichnet werden im Rahmen der „Sächsischen Mitmach-Fonds“ Projekte zur Verbesserung des zivilgesellschaftlichen Engagements, der Mobilität und Projekte aus Kultur und Sport sowie Projekte zur Förderung von Kindern und Jugendlichen im Gebiet der sächsischen Braunkohleregionen (Landkreise Görlitz, Bautzen, Leipzig, Nordsachsen und die Stadt Leipzig). Es sollen auch Ideen prämiert werden können, die die Neuorientierung von Dorfgemeinschaften unterstützen, insbesondere von Bürgerinnen und Bürgern, die von Umsiedlungen betroffen waren, sind oder sein werden. In den Landkreisen Görlitz und Bautzen wird im Siedlungsgebiet der Sorben zusätzlich die Anwendung der sorbischen Sprache gefördert. Hierdurch sollen die sorbische Identität in der Öffentlichkeit und die sorbischsprachige Gemeinschaft gestärkt werden.

 

3. Art und Umfang der Auszeichnungen

Im den Jahren 2019 und 2020 stehen jeweils Mittel in Höhe von 3 Mio. € zur Verfügung (1,5 Mio. €/pro Revier pro Jahr). Weitere 200 T€ pro Jahr stehen für eine Stärkung der Anwendung der sorbischen Sprache und zur Förderung der sorbischen Identität in der Öffentlichkeit zur Verfügung. Alle Projekte müssen innerhalb der sächsischen Braunkohleregionen (Landkreise Görlitz, Bautzen, Leipzig, Nordsachsen und die Stadt Leipzig) umgesetzt werden. Sollte die Bewerberlage die Anzahl der Preise nicht ausschöpfen, kann eine Umverteilung der Preisgelder auf die zu prämierenden Bewerber oder eine Übertragung auf das Folgejahr (auf 2020, ggf. auch auf 2021) erfolgen. Hierüber stimmt sich die jeweilige Jury mit der Arbeitsgruppe der Sächsischen Staatsregierung ab.

Vorgeschlagen wird ein Wettbewerbsverfahren innerhalb vier Wettbewerbskategorien mit folgender Aufteilung der Auszeichnungshöhe:

 

3.1 BürgerInnen für Bürger – „Lausitzer/Mitteldeutscher ReWIR-Preis“

Um das Engagement der Menschen in den Regionen zu stärken und zivilgesellschaftliche Akteure sichtbar zu unterstützen, können Bürgerinnen und Bürger der Regionen (Wohnsitz in den oben benannten Regionen) sich mit zivilgesellschaftlichen Projektideen, („Graswurzel“-Projekten / „soziale/soziokulturelle Leuchttürme“) für diesen Preis bewerben. Um Projektideen unterschiedlicher Größe prämieren zu können, werden die Preise in den Kategorien:

Bis zu

  • 1 x Großprojekt mit 30.000€,
  • 10 x Mittleres Projekt mit 15.000€,
  • 30 x Kleinprojekt mit 5.000€ und
  • 100 x Kleinstprojekt mit 2.000€ vergeben.

 

3.2 Unsere Kinder – die zukünftigen Gestalter der Reviere „Zukunft MINT-Preis“

Von zahlreichen Unternehmen, aber auch von den regionalen Wissenschaftseinrichtungen in den Revieren wird seit einigen Jahren der Mangel am Interesse der jungen Heranwachsenden für Technik und Naturwissenschaften beklagt. Gerade im anstehenden Strukturwandel sind aber genau die sogenannten MINT-Fähigkeiten zunehmend gefragt. Es gibt bereits zahlreiche Initiativen und kleinteilige Maßnahmen, wie Arbeitsgemeinschaften in diesem Bereich, denen es allerdings oft an finanziellen Mitteln fehlt. Deshalb sollen Projekte, welche zur Verbesserung der Fähigkeiten der Kinder- und Jugendlichen im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, aber auch im musischen und sozialen Bereich beitragen, mit einem Preisgeld von maximal 15.000 € ausgezeichnet werden. Um Projektideen unterschiedlicher Größe prämieren zu können, werden die Preise in den Kategorien:

Bis zu

  • 3 x Großprojekt mit 15.000€,
  • 10 x Mittleres Projekt mit 10.000€,
  • 25 x Kleinprojekt mit 5.000€ und
  • 100 x Kleinstprojekt mit 2.000€ vergeben.

 

3.3 Die Lausitz/ Mitteldeutschland bewegt sich! „Mobilitäts-Preis“

Eine wichtige Voraussetzung für die Lausitz als attraktiver Lebens- und Arbeitsort ist die Erfüllung verschiedener Mobilitäts- und Erreichbarkeitsansprüche in der Zukunft. In diesem Bereich sollen daher innovative Ansätze, auch zur Erprobung neuer Mobilitätskonzepte, mit einem Preisgeld von maximal 20.000 € belohnt werden. Um Projektideen unterschiedlicher Größe prämieren zu können, werden die Preise in den Kategorien:

Bis zu

  • 3 x Großprojekt mit 20.000€,
  • 5 x Mittleres Projekt mit 15.000€,
  • 10 x Kleinprojekt mit 10.000€ und
  • 50 x Kleinstprojekt mit 5.000€ vergeben.

 

3.4 Łužica/Lausitz – žiwa dwurěčnosć/lebendige Zweisprachigkeit

In diesem Bereich sollen Ansätze prämiert werden, die die Anwendung der sorbischen Sprache und die Stärkung der sorbischen Identität fördern und damit helfen, die sorbischsprachige Gemeinschaft zu stärken. Vorgesehen sind Preisgelder von bis zu 20.000 €. Über die Vergabe entscheidet eine Jury, die überwiegend mit sorbischen Vertretern besetzt ist.

Bis zu

  • Erster Preis: 20.000 €
  • Zweiter Preis: 15.000 €
  • Dritter Preis: 10.000 €
  • Vierter - 10. Preis: 8.000 €
  • 11. - 20. Preis: 5.000 €
  • 21. – 30. Preis: 4.000 €

 

Darüber hinaus stehen der Jury zusätzliche Mittel in Höhe von 9.000 € zur Verfügung. Diese können für eine Sonderkategorie oder für kleinere Preise (je ca. 500 – 1.000 €) vergeben werden. Über die Höhe und die Anzahl dieser Preise soll die Jury nach Bewerberlage und Wertigkeit der Ideen entscheiden.

 

3.5 Ein Publikumspreis

Es wird ein Publikumspreis in Höhe von 15.000 € durch ein Online-Voting ausgereicht. Im Rahmen der Jury-Sitzungen können durch die Jury Kandidaten für den Publikumspreis nominiert werden. Über die Vergabe der Preisträger kann dann online durch die Bürger der Lausitz bzw. Mitteldeutschlands abgestimmt werden. Die genaue Verfahrensweise zum Publikumspreises wird noch ausgestaltet.

 

4. Bewerber

Bewerber für einen Preis in einer der vier Preiskategorien können innerhalb der jeweiligen Gebietskulisse (siehe oben) sein:

  • Bürgerinnen und Bürger mit ständigem Hauptwohnsitz in den Gebietskulissen
  • Wissenschaftliche Einrichtungen (Umsetzung des Vorhabens innerhalb der o.g. Gebietskulisse)
  • Verbände, Kammern, Vereine, Stiftungen
  • soziale Träger
  • Schulen
  • Kommunale Einrichtungen

 

5. Auswahlprozess

Für die beiden Reviere wird je eine Jury gebildet, welche sich aus jeweils einem zivilgesellschaftlichen Akteur der betroffenen Landkreise bzw. der kreisfreien Stadt Leipzig, jeweils einem Vertreter der betroffenen Landkreisverwaltungen bzw. der Verwaltung der kreisfreien Stadt Leipzig, sechs Vertretern der Kommunen der Region, einem Vertreter der Hochschulen, einem Vertreter aus dem Bereich Schule, einem Vertreter der Kultur, einem Vertreter der Wirtschaft, einem Vertreter der Gewerkschaften, in der Lausitz einem Vertreter des sorbischen Volkes, der durch die Domowina – Bund Lausitzer Sorben benannt wird, sowie einem Vertreter der Staatsregierung zusammensetzt.

Die endgültige Besetzung der Jury erfolgt in Abstimmung zwischen der WR Lausitz bzw. EMMD und der Arbeitsgruppe der Sächsischen Staatsregierung, wobei sich die Arbeitsgruppe mit kommunalen Verantwortungsträgern der jeweiligen Region abstimmt.

Die WR Lausitz bzw. EMMD nehmen revierbezogen eine Bewertung der eingegangenen Bewerbungen nach einer unter „Kriterienkatalog“ beschriebenen Bewertungsmatrix vor und legen die Projekte der großen und der mittleren Kategorien dieser Jury zur Entscheidung vor. Die Jurysitzungen werden durch die Geschäftsführer der WR Lausitz bzw. der EMMD geleitet. Bei Stimmgleichheit entscheidet das Los.

Die Klein- und Kleinstprojekte werden nach dem Kriterienkatalog geprüft und vom Team der WR Lausitz bzw. EMMD bewertet, ausgewählt und der jeweiligen Jury in Form einer Vorschlagsliste zur Entscheidung vorgelegt.

Jury - Łužica/Lausitz (Wettbewerbskategorie 3.4) -  Die Jury besteht aus vier Vertretern der Sorben, benannt durch die Domowina – Bund Lausitzer Sorben (jeweils für die Region Bautzen, Hoyerswerda, Kamenz und Schleife), einem Vertreter benannt durch den Rat für sorbische Angelegenheiten, einem Vertreter benannt durch den Stiftungsrat der Stiftung für das sorbische Volk und aus einem Vertreter der Staatsregierung.

 

6. Bewerbungsformular

Die Bewerbung erfolgt vorrangig über ein Online-Formular auf der Homepage der WR Lausitz. Das Formular der Wirtschaftsregion Lausitz GmbH wird zweisprachig angeboten. Eine entsprechende Landing-Page der Staatskanzlei wird ebenfalls auf die Wettbewerbe verweisen. Dort stehen beide Formulare auch zum Download bereit und können auch offline ausgefüllt und per Post versendet werden.

01.03.2019 - 15.03.2019

22.02.2019: Haushaltsplan 2019/2020 zur Einsichtnahme - Termin abgelaufen

Der Entwurf der Haushalts- satzung 2019/2020 der Stadt Kamenz kann sowohl im Rathaus als auch im Internet sowie über das Bürger- beteiligungsportal eingesehen werden.

Bekanntgabe der öffentlichen Auslegung des Entwurfs der Haushaltssatzung

der Stadt Kamenz für die Haushaltsjahre 2019/2020

Der Entwurf der Haushaltssatzung 2019/2020 der Stadt Kamenz liegt in der Stadtverwaltung Kamenz – Rathaus, Markt 1, 01917 Kamenz vom 25.02.2019 bis einschließlich 05.03.2019 im SG Finanzen, Zimmer 1.23 während folgender Zeiten:

Montag bis Freitag

zusätzlich Dienstag

und Donnerstag

  9.00 – 12.00 Uhr

13.00 – 18.00 Uhr

13.00 – 16.00 Uhr

und unter www.kamenz.de sowie auf dem Bürgerbeteiligungsportal zu jedermanns Einsicht öffentlich aus.

Einwohner und Abgabepflichtige können vom 25.02.2019 bis zum 14.03.2019 Einwendungen gegen den Entwurf der Haushaltssatzung 2019/2020 erheben. Die Einwendungen sind schriftlich oder zur Niederschrift im Zimmer 1.23, Markt 1, 01917 Kamenz abzugeben oder per e-Mail an stadtverwaltung@kamenz.de zu senden.

Kamenz, 23.02.2019

Dantz

Oberbürgermeister der Lessingstadt Kamenz

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22.02.2019 - 13.03.2019

19.02.3019: Familienbande - 52. Lessing-Tage in Kamenz

Familienbande - 52. Lessing-Tage in Kamenz

Vortrag zu Karl Gotthelf Lessing, dem jüngeren Bruder des großen Aufklärers

Karl Gotthelf Lessing war der elf Jahre jüngere Bruder von Gotthold Ephraim Lessing und später dessen erster Biograf und Nachlassverwalter. Das ist zunächst eine recht lapidare Feststellung. Wer aber war Karl Gotthelf Lessing wirklich, den heute nur noch wenige oder nur in Bezug auf seinen Bruder kennen? Wie war sein Werdegang, auch im Vergleich zu dem seines älteren Bruders? Wie war es um das Verhältnis zwischen den beiden bestellt? Diesen Fragen ging am 5. Februar im Röhrmeisterhaus Professor Dr. Dirk Niefanger von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg nach.

Birka Siwszyk von der Arbeitsstelle für Lessing-Rezeption führte in diese Veranstaltung der 52. Lessing-Tage ein

Er macht zunächst deutlich, dass die bisherige Forschung Karl Gotthelf Lessing vernachlässigt habe, was u.a. auch auf die anfangs recht gnadenlose Reaktion von Gotthold Ephraim Lessing auf die Theaterstücke seines Bruders beruhe. Schon daher sei es geboten, sich mit dem Leben von Karl Gotthelf Lessing stärker zu beschäftigen, um ihm – neben der wissenschaftlichen Wissbegierde – auch ein wenig Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Dabei kann festgestellt werden, dass er – er lebte vom 10. Juli 1740 bis zum 17. Februar 1812 – von der Ausbildung her einen ähnlichen Werdegang wie sein großer Bruder hatte, zeit seines Lebens künstlerisch auf dem Gebiet des Dramas und dessen Umsetzung auf dem Theater tätig war, auch wenn er – durch die Vermittlung von Moses Mendelssohn – seit 1770 eine Assistentenstelle beim Berliner General-Münzdirektorium innehatte und 1779 zum Münzdirektor in Breslau ernannt wurde. Mit Moses Mendelssohn ist ein wichtiger Vertreter der Berliner Aufklärung benannt, der, neben Friedrich Nicolai und Karl Wilhelm Ramler, auch Karl Gotthelf Lessing als „nicht unwichtiger Vertreter“ angehörte. Er war als Übersetzer, Gelegenheitsdichter, Zeitungsverleger, Journalist sowie Dramaturg tätig und versuchte auch in dieser Hinsicht seinem Bruder nachzueifern, wobei es ihm – bei näherer und intensiverer Betrachtung – auch gelang, z.T. eigene Akzente, mitunter auch widersprüchlicher Art (Übersetzung der „Philosophischen Untersuchungen über die Amerikaner“) zu setzen, auch mit dem Ziel, sich „in der aufregenden Aufbruchszeit um 1770 als professioneller Autor des Unterhaltungstheaters etablieren“ zu wollen. (Ankündigung der 2007 erschienenen Neuauflage all seiner Originalstück im Wehrhahn Verlag)

 

Professor Dr. Dirk Niefanger führte auch aus, dass wenn man sich den Briefwechsel zwischen den Brüdern anschaue, zum einen deutlich wird, dass Gotthold Ephraim Lessing nach dem Tod des Vaters, sich stärker seines Bruders annahm und ihn mindesten ideell unterstützte, zum anderen ist festzustellen, dass der zuvor sehr asymmetrisch geführte Disput über das Theater und Stücke etwas andere Konturen gewinnt, von dem auch der ältere Bruder an einzelnen Stellen profitiert.  Interessant an dieser Stelle sei auch die Frage, welche Stücke von Karl Gotthelf Lessing und wie oft zu dessen Lebzeiten gespielt wurden. Im Vergleich zur nachgewiesenen Aufführungspraxis der Stücke seines Bruders, die im Vergleich dazu relativ gut erforscht ist, gäbe es hier, so Professor Dr. Dirk Niefanger, noch Forschungsbedarf, der aber sich aufgrund der überlieferten Unterlagen schwierig gestalten dürfte.

 

Fazit des Abends ist vielleicht: Ein interessanter Blick auf die z.T. unbekannten familiären Beziehungen bei den Lessings, wo sich das Verhältnis der Brüder im Lauf der Zeit auch wandelte. Auch wenn der literarische (Vor)Rang von Gotthold Ephraim Lessing unbestritten bleibt, wurde deutlich, dass die Bewegung der Aufklärung im 18. Jahrhundert sehr vielseitig und vielschichtig und von den verschiedensten Persönlichkeiten getragen wurde, zu den eben auch Karl Gotthelf Lessing gehörte.

19.02.2019 - 01.03.2019

18.02.2019: Kommunalwahlen - Wahlhelfer gesucht!

Kommunalwahl 2019 - Entschädigungssatzung

Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am 06.02. eine neue Wahl-Entschädigungssatzung mit höheren Aufwandsent- schädigungen für ehrenamt- liche Wahlhelfer beschlossen. Wahl-Entschädigungssatzung

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Wahlhelfer gesucht

Wie zu jeder Wahl werden auch wieder Wahlhelfer gesucht, die durch ihre Mitarbeit in den Wahlvorständen dafür sorgen, dass die Wahlen am Wahltag ordnungsgemäß durchgeführt werden können. Interessenten melden sich bitte beim Sachgebietsleiter Achim Hoyer, der unter Telefonnummer 03578 150 oder per E-Mail joachim.hoyer@stadt.kamenz.de zu erreichen ist. Wir freuen uns, über jeden, der uns auch in diesem Jahr bei den anstehenden Wahlen unterstützt.

18.02.2019 - 01.03.2019

12.02.2019: Neujahrsempfang der Stadt Kamenz 2019

Neujahrsempfang der Stadt Kamenz 2019

... oder wie man Zeitgeschehen durch- oder ausbuchstabiert

Beim diesjährigen Neujahrsempfang stand die Eingliederung der Gemeinde Schönteichen in die Stadt Kamenz im Mittelpunkt der Veranstaltung, neben der Danksagung an die Kamenzer Feuerwehren sowie an die Stadt- und Ortschaftsräte. Diese inhaltliche Schwerpunktsetzung schlug sich auch in den Einladungen nieder: So waren Vertreter der ehemaligen Schönteichener und jetzigen Kamenzer Vereine, der Ortsfeuerwehren aus „Groß-Kamenz“ sowie die Stadträte und Vertreter der Ortschaftsräte eingeladen. Alle – wie viele andere auch – haben in der Vergangenheit, ob nun in Kamenz oder Schönteichen, ihren ganz besonderen und unverzichtbaren Beitrag zum gelingenden Zusammenleben in Kamenz bzw. in Schönteichen geleistet.

Musikalisch umrahmt wurde der Abend durch das Geschwisterpaar Daniela und Stephan Lenk, die mit Stücken für Klavier und Saxophon die Anwesenden begeisterten.

(v.l.n.r.): Am Flügel Stephan Lenk und am Saxophon seine Schwester Daniela Lenk

Inhaltlicher Höhepunkt des Neujahrsempfangs war die Rede des Oberbürgermeisters, die ca. 1 ½ Stunden dauerte: Viel Zeit um Informationen, Überlegungen, Anregungen und Reflexionen zu Kamenz, aber auch zum Zeitgeschehen allgemein – orientiert am Alphabet – zu bieten. Und dabei hatten die Gäste des Abends, so der Oberbürgermeister, noch Glück gehabt, denn das deutsche Alphabet falle mit nur 26 Buchstaben im Vergleich zu den 74 Symbolen der Khmer-Sprache von der Anzahl her noch recht moderat aus.

Der Bogen wurde dann gezogen von „A“ wie „Anpacken“, der einen Rückblick auf die städtischen Großprojekte des vergangenen Jahres wie die Neuerrichtung der Sportanlagen in der Grundschule am Forst oder die vielen Straßenbauvorhaben (Grüne Straße, Haberkornstraße oder auch Weinbergstraße) beinhaltete, über „H“ wie „Hallenbad“, wo nun endlich, dank des aktiven Mitwirkens der Stadt, eine Lösung zum Erhalt gefunden ist, bis hin zu „J“ wie „Jugend“, wo die zahlreichen Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche in Kamenz aufgezeigt wurden. Auch „P“ wie "Perspektivwechsel“ und „Populismus“ oder „R“ wie „Russland“ kamen in der Rede des Oberbürgermeisters vor. Letztendlich wurde jeder Buchstabe bedient.

Der Buchstabe „S“ war der Arbeit des Stadtrates vorbehalten. Dieser habe insgesamt sechs Tage ununterbrochen (Ausschüsse zehn Tage) getagt. Das waren dann zusammengefasst 16 Tage, also 384 Stunden, umgerechnet 23.040 Minuten, also – mit Augenzwinkern – 1.382.400 Sekunden. Inhaltlich wurden bis zum Tag des Neujahrsempfangs im Stadtrat und den Ausschüssen 612 Beschlüsse, davon 66,7% (2/3) einstimmig und 97% mit 2/3 Mehrheit, gefasst. Im Stadtrat selbst wurden nur vier Beschlüsse abgelehnt.

Beim Buchstaben „X“ – sicherlich nicht leicht inhaltlich zu füllen – führte der Oberbürgermeister aus, dass er bei seiner erneuten Bewerbung um das Amt des Stadtoberhauptes den Menschen kein „X für ein U“ vorgemacht“ habe. So wussten die Kamenzerinnen und Kamenzer, die gewählt haben, was auf sie zukommt und haben als Wähler mit großer Mehrheit (94,7%) dem jetzigen Oberbürgermeister erneut ihr Vertrauen ausgesprochen, wofür sich der Amtsinhaber in seiner Neujahrsansprache ausdrücklich bedankte und noch einmal versprach als Oberbürgermeister für alle Kamenzer, auch die „Neukamenzer“, da zu sein.

Mit dem Buchstaben „Z“ wie „Zusammen sind wir stärker“ und „Zukunft“ beschwor Roland Dantz noch einmal den Zusammenhalt in unserer Stadt. Das Zusammengehörigkeitsgefühl, bei allen Unterschieden, die es geben mag, ist der Garant dafür, dass die erfolgreiche Entwicklung der Stadt Kamenz auch in Zukunft fortgesetzt wird, wobei er u.a. – auf der Ebene des Stadtrates – die Verbesserung der Löschwasserversorgung in den neuen Ortsteilen, das Kinderhaus in Wiesa, die weitere Profilierung des Schulstandortes (Lessing-Gymnasium mit Stadtbibliothek und 2. Oberschule), die Sanierung der Grundschule Brauna sowie die Errichtung eines Bolzplatzes in Kamenz-Ost als Beispiele nannte.

Es sei das Verdienst vieler, der Menschen in der Stadt überhaupt, im Speziellen auch des Stadtrates, der Ortschaftsräte, der Verwaltung, der vielen Initiativen und Vereine, und natürlich auch der Gewerbetreibenden, der Unternehmerinnen und Unternehmer sowie der ansässigen Behörden und derjenigen, die hier aus Platzgründen nicht benannt werden können, die aber auf ihre Weise dazu beitragen, dass Kamenz lebens- und liebenswert ist und bleibt.     

Ergänzt wurde die Neujahrsansprache des Oberbürgermeisters durch ein in Broschüreform bereitliegenden Rückblick auf das Jahr 2018, den man sich mit nach Hause nehmen konnte, um bei Bedarf an das ein oder andere aus dem Jahr 2018 erinnert zu werden. Zurzeit ist dieser Rückblick auch noch kostenlos im Bürgerservice des Rathauses erhältlich.

Der nächste Höhepunkt des Abends war die Würdigung von ehrenamtlich für die Stadt tätigen Personen bzw. von Persönlichkeiten mit besonderen Verdiensten um die Stadt Kamenz und ihre Bürger. Auch hier zeigt sich die Vielfalt an Aktivitäten in einer Stadt wie Kamenz. Dank der erneuten Unterstützung durch die Ostsächsische Sparkasse Dresden war es  möglich, dass Bürgerinnen und Bürger, die für eine Auszeichnung vorgeschlagen worden waren, die „Ehrenmedaille der Stadt Kamenz“ verliehen werden konnte (siehe auch Übersicht am Ende des Beitrages).

In diesem Jahr gab es während des Neujahrsempfangs noch eine besondere Ehrung: Vielleicht kann sich der ein oder andere noch an dem Brand am 23. März 2018 erinnern. 10.39 Uhr wurde der Feuerwehr ein Brand in der Jesauer Straße 12 gemeldet, die daraufhin mit den entsprechenden Fahrzeugen sowie ca. 35 Kameraden der FFw „Kamenz-Stadt“, „Wiesa“, „Lückersdorf“ und „Gelenau“ ausrückte. Vor Ort fanden sie einen Wohnungsbrand im dritten Obergeschoss vor, aus dem der Wohnungsinhaber bereits von zwei Mitarbeitern des Kamenzer Handwerksbetriebes Johne Haustechnik GmbH gerettet worden war. Da sie sich selbst in Lebensgefahr gebracht hatten, beantragte die Stadtverwaltung beim Sächsischen Staatsministerium des Innern, dass beiden Mitarbeitern das Sächsische Lebensrettungsehrenzeichen verliehen werden sollte: An diesem Abend erhielten Silvio Bemmann und Evgenij Rundau es aus den Händen des Oberbürgermeisters.

Lebensretter geehrt: Oberbürgermeister gratuliert Silvio Bemmann (Zweiter v.l.), da nebenstehend Evgenij Rundau – (links) Volker Johne – Geschäftsführer des Handwerksbetriebes Johne Haustechnik GmbH

Den Rede- und Würdigungsteilen des Abends schlossen sich dann Gespräche und Dispute in lockerer Form an, die von dem vom PMW Partyservice Weizel & Müller ausgerichteten Büffet kulinarisch begleitet wurden. Gedankt wird für die Getränkebereitstellung der Privatbrauerei Schwerter Meißen sowie den Oppacher Mineralquellen. Die Betreuung der Gäste des Neujahrsempfangs hatten wieder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung übernommen, denen an dieser Stelle auch noch einmal ausdrücklich gedankt sei. Auf allen Etagen des Rathauses sprachen Menschen miteinander und diskutierten. Es war – wie so oft – ein langer, aber guter Abend …

Nachfolgende Bürgerinnen und Bürger, wurden 2019 mit der „Ehrenmedaille der Stadt Kamenz“ ausgezeichnet oder anderweitig gewürdigt:

  1. Armin Burkhardt

Einreicher: Roland Dantz – Oberbürgermeister

Die Kamenzer City-Initiative hob Armin Burkhardt mit aus der Taufe und wirkt jahrelang aktiv und engagiert im Vorstand mit. Damit hat er sich für eine belebte Innenstadt eingesetzt – das Naheliegende, was so schwer zu machen ist.

 

  1. Gisela Frenzel aus Kamenz (Lückersdorf)

Einreicher: Martin Kühne – Stellv. Vorsitzender des Kirchenvorstandes der Ev.-luth. Kirchgemeinde Kamenz

Gisela Frenzel Ist u.a. seit vielen Jahren Kirchvorsteherin der Kirchgemeinde, besucht Gemeindemitglieder, die krank sind oder einen besonderen Geburtstag feiern (30 Besuche pro Jahr). >>> Menschen sind sehr dankbar, wenn an sie gedacht wird. Ein Höhepunkt in jedem Jahr ist das Erntedankfest; hier setzt sie sich ein, dass von den Lückersdorfern viele Erntegaben in die Kirche gebracht werden, die dann als Unterstützung für die Kamenzer Tafel weitergegeben werden.

 

  1. Rainer Gröbner aus Kamenz (Bernbruch)

Einreicher: Gerd Zangenmeister, stellv. Vorsitzender von Haus & Grund Kamenz u. Umgebung

Rainer Gröbner leistet als ehrenamtlicher Vorsitzender seit Bestehen des Vereins eine aktive Arbeit und kümmert sich mit viel Engagement um die vielfältigen Probleme der Mitglieder.

(Anmerkung: Da Rainer Gröbner schon die Ehrenmedaille erhalten hat und sie nur einmal verliehen wird, wurde er mit Buch und Ehrenurkunde gewürdigt.)

 

  1. Wolfgang Heichel aus Kamenz

Einreicher: Herr Norbert Portmann – Bürger und Ortschronist

Wolfgang Heichel engagiert sich schon seit mehreren Jahren für die Denkmale auf dem Hutberg; einige wurden wiederhergestellt (Feigstein und Bismarckareal). Er leistete damit persönlich einen Beitrag zur Verbesserung der Anlagen auf dem Hutberg und dabei mitgeholfen, das Andenken an historische Personen und Ereignisse zu bewahren und die touristische Attraktivität zu erhöhen.

 

  1. Kai Hentsche aus Kamenz OT Biehla

Einreicher: Gemeinde Schönteichen – BM Weise mit Gemeinderäten

Kai Hentsche Ist seit frühester Jugend Feuerwehrmann und hat sich beständig fortgebildet, so dass er Führungs- und Leitungsfunktionen übernehmen konnte. Seit 17 Jahren als Gemeindewehrleiter der Gemeinde Schönteichen tätig sowie gleichzeitig 5 Jahre Wehrleiter der Ortsfeuerwehr Biehla. Unter seiner fachlichen Führung und Hilfe wurden ca. 2 Mio. EUR in Gerätehäuser, Feuerwehrfahrzeuge und Ausrüstung investiert.

 

  1. Klaus Kohlstadt aus Kamenz

Einreicher: Falk Schnappauf – Ortsvorsteher Bernbruch

Klaus Kohlstadt unterstützte unermüdliche die Jugendfeuerwehr Bernbruch und die Freiwillige Feuerwehr Kamenz-Bernbruch: Beispiele: Spende eines MTW aus Privatmitteln für die Jugendfeuerwehr und Unterstützung für die Feuerwehr Bernbruch durch Beschaffung von Ausrüstung (1. MTW Vito, Wärmebildkamera, Notstromaggregat, AED). Er ist Ehrenmitglied der Feuerwehr mit allen sich daraus ergebenden Verpflichtungen.

 

  1. Ida Konstantinov

Einreicher: Gabriele Keltsch, Schulleiterin Grundschule am Forst

Ida Konstantinov engagierte sich viele Jahre in der Arbeit mit Kindern aus Spätaussiedlerfamilien und Kinder mit Migrationshintergrund und unterstützte sowie beriet bei der Integration der Kinder. War verantwortlich für eine Vielzahl von Veranstaltungen und Programmen, die sich auch dem Erhalten der Traditionen des Herkunftslandes der Kinder widmeten. Sie gab außerdem Familien Unterstützung bei Behördengängen.

 

  1. Wolfgang Kriesten aus Kamenz

Einreicher: Dr. Johannes Müller -Pfarradministrator der Katholischen Pfarrgemeinde

Wolfgang Kriesten hat sich über viele Jahre in der Pfarrgemeinde engagiert, war langjährig im Kirchenrat der Pfarrgemeinde tätig und wirkt besonders positiv im Finanzbereich für die Pfarrei mit. Ist ein guter Ansprechpartner für die Pfarrgemeinde besonders in finanziellen Angelegenheiten (z.B. Beantragung von Fördergeldern); durch ihn wurden auch Verbesserungen in der Buchhaltung erreicht. Er hilft im Bereich des Friedhofes und wirkt bei der Gestaltung von Seniorenveranstaltungen mit, auch unterstützt er Gemeindemitglieder in Fragen der Finanzen und Steuern und ist auch in der Redaktion des Pfarrbriefes tätig indem er aktive Beiträge schreibt und auch die beliebten Kreuzworträtsel entwarf.

 

  1. Peter Kutsche aus Thonberg

Einreicher: Klaus Bader aus Kamenz (Thonberg)

Peter Kutsche ist seit vielen Jahren als Ortsvorsteher aktiv und war sehr engagiert für das Projekt des Thonberger Radweges. Er sorgt durch seinen Einsatz dafür, dass viele Themen im Ortschaftsrat behandelt werden und die Einwohner mit einbezogen werden. Er organisiert und führt die Sitzungen des Ortschaftsrates perfekt, ist offen für die Bedürfnisse der Bürger und ein wichtiges Bindeglied zwischen der Stadt und dem Ortsteil Thonberg.

 

  1. Barbara Peschel

Einreicher: Dr. Bernd Zimmer, 1. Vorstandsvorsitzender des Chores der Lessingstadt Kamenz

Barbara Peschel ist seit 1962 Mitglied im Chor und zeigte immer hohe Einsatzbereitschaft bei der Mitgestaltung des Vereinslebens. Sie bemühte sich stets, die Anliegen des Chores mit dem aktuellen Geschehen der Stadt Kamenz zu verbinden, Anfangs verantwortlich auch für Notenverwaltung, nun für die Chor-Chronik verantwortlich.

 

  1. Regina Preuß aus Kamenz (OT Cunnersdorf)

Einreicher: Förderverein des Gotthold-Ephraim-Lessing-Gymnasiums e.V.

Regina Preuß ist seit Gründung des „Fördervereins des Gotthold-Ephraim-Lessing-Gymnasiums Kamenz e.V“ als Vorstandsvorsitzende tätig. Sie hat, auch nachdem ihre Kinder schon längst die Schule verlassen hatten, die Arbeit als Vorsitzende des Vereins mit sehr viel Engagement weitergeführt – sei es der jährliche "Tag der offenen Tür" am Gymnasium oder die Elternabende der verschiedenen Klassenstufen. Sie ist immer bereit, in einem kurzen Statement die Arbeit des Fördervereins vorzustellen und neue Mitglieder zu gewinnen.

 

  1. Brigitte Regenstein aus Kamenz, OT Brauna

Einreicher: Gemeinde Schönteichen – Bürgermeister Maik Weise mit Gemeinderäten

Brigitte Regenstein engagiert sich ehrenamtlich für die Seniorenbetreuung in Brauna und den umliegenden Ortsteilen und organisiert seit Jahren regelmäßige Treffen und Veranstaltungen für die Senioren der Orte. Sie kümmert sich um die Organisation, Durchführung und Abrechnung der jährlich insgesamt 5 Seniorenweihnachtsfeiern in der jetzt ehemaligen Gemeinde Schönteichen. Sie verstand es auch, alle anderen in der Seniorenbetreuung tätigen Ehrenamtlichen nicht nur einzubeziehen, sondern auch zu begeistern

 

  1. Antje Reinecke

Einreicher: Ute Diesing aus Radeberg

Antje Reinecke ist Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Kamenz-Stadt und koordiniert sehr zeitaufwendig die Absicherung diverser Veranstaltungen. Beim Forstfest ist der Ortsverein die komplette Woche im Einsatz – für diesen Zeitraum verwendet sie einen Teil ihres Jahresurlaubs. Vor 2 Jahren hat sie ein „Jugend-Rot-Kreuz“ aus der Wiege gehoben, so dass sie neben ihrem eigentlichen Arbeitsleben und der Tätigkeit als Vorsitzende alle 14 Tage Kinder und Jugendliche anleitet und damit den Nachwuchs für den Ortsverein fördert sowie Wissen rund um das Thema „helfen“ vermittelt.

 

  1. Sophie Sauer

Einreicher: J. Lachmann – Vorsitzende des Fördervereins der Schule zur Lernförderung Kamenz

Sophie Sauer arbeitet im Förderverein sehr engagiert sowie mit hohem Einsatz aktiv mit und unterstützt die Aktivitäten des Fördervereins in vielfältiger Weise, z.B. übernahm sie bei Schulfesten bereitwillig die Aufgabe, Kuchen zu backen, aber auch aktiv am Verkauf teilzunehmen sowie verschiedene Aktivitätsstationen zu betreuen. Ihr Ansinnen ist es, alle Schüler der Schule bestmöglich zu unterstützen, insofern ist es ihr sehr zu verdanken, dass es ein enges Netz von sozialen Kontakten zwischen Schülern, Eltern und der Lehrerschaft gibt.

 

  1. Volkhard und Karin Schlevogt aus Kamenz

Einreicher: Andreas Rößler – Ortsvorsteher Jesau

Volker Schlevogt ist seit 2004 Organisator der monatlichen Treffen der Senioren von Jesau gemeinsam mit seiner Ehefrau. Karin Schlevogt ist seitdem die fleißige „Maus“ im Hintergrund. Es werden Fahrten, Vorträge speziell für die ältere Generation und viele gemütliche Nachmittage organisiert und dies mit viel Herz und Liebe. Ihrem Engagement ist es zu verdanken, dass diese Seniorentreffen ein fester Bestandteil im kulturellen Leben des Ortsteiles Jesau geworden sind.

 

  1. Rita Scholz aus Kamenz

Einreicher: Volker Schmidt und Gabriele Keltsch im Namen des Kamenzer Forstfestfördervereins

Rita Scholz ist ein engagiertes Mitglied im Vorstand des Forstfestfördervereins. Über viele Jahre leistete aktive Arbeit mit Herzblut und Leidenschaft für das Forstfest und begleitet über viele Jahre ganz zuverlässig in Verantwortung des Forstfestfördervereins das Forstfestturnen und andere Veranstaltungen. Sie sucht Kontakt zu Kamenzer Bürgern und bringt sich mit Ideen in die Bewahrung der Traditionen des Kamenzer Forstfestes ein. Kamenz ist „ihre“ Stadt, dafür engagiert sie sich über das normale Maß hinaus.

 

  1. Heiner Slota aus Kamenz, OT Gelenau

Einreicher: Vorsitzender Olaf Tischer von der SG Lückersdorf- Gelenau e.V.

Heiner Slota ist seit über 20 Jahren Sektionsleiter Radball SG Lückersdorf-Gelenau e.V. und organisierte erfolgreich den Radball Weltcups in Kamenz am 14.04.201. Außerdem fungiert er als Mitorganisator der jährlichen Frühjahrs- und Sommerfeste zu den Gelenauer Musiktagen auf dem Sportplatz in Gelenau.

 

  1. Günter Sprigade aus Oßling (Lieske)

Einreicher:  Jens Planert – 1. Vorstand des Blasorchesters der Lessingstadt Kamenz e.V.

Günter Sprigade ist seit 2001 Mitglied des Orchesters, 1. Posaunist als auch Registerführer und für alle Musikanten Vorbild durch Gewissenhaftigkeit, Pünktlichkeit und Hilfsbereitschaft sowie große musikalische Fähigkeiten. Er war bei allen Auftritten dabei, ist Vollblutmusiker und feierte im November vergangenen Jahres seinen 85. Geburtstag. Bis vorkurzem nahm er auch noch an den anstrengenden Marschmusiken des Orchesters (bis 2017) teil

 

  1. Karsten Stephan aus Schönteichen (Hausdorf)

Einreicher: Diana Karbe – Vorsitzende des OSSV

Karsten Stephan ist langjähriges Mitglied (2008) und Jugendwart (2014). Die Kinder- und Jugendarbeit hat für hohen einen großen Stellenwert beim OSSV (z.Z. 170 Kinder und Jugendliche als Mitglied). „Mit viel Herzblut“ organisiert er für die Kleinen das Schwimmtraining, die Trainingslager und das Weihnachtsschwimmen. Er ist ein äußerst zuverlässiger Organisator, Unterstützer und Helfer bei dem vom Verein organisierten Wettkämpfen; beispielhaft als Sprecher beim Neujahrsschwimmen für Menschen mit geistiger Behinderung, beim Kindertriathlon im Bischheimer Freibad oder auch bei der Organisation der Beschilderung der Lauf- und Radstrecken beim Kamenzer Blütenlauf.

 

  1. Uwe Tschacher aus Kamenz

Einreicher: Horst Stoklas – Stellvertretend für das Team SV Lok Kamenz e.V.

Uwe Tschacher ist seit 1992 Mitglied des Vereins und seit 2016 Vorsitzender und zeichnet sich durch ein hohes Maß an Kameradschaft, Teamgeist und Engagement aus. Seit 19 Jahren wird das Turnier der „Eisernen Herren“ unter seiner Ägide vorbereitet und durchgeführt. Auch das Sommerturnier Ü-50 um den Pokal der Lessingstadt Kamenz wurde bereits zum 16. Mal unter seiner Regie organisiert. Seine besondere Aufmerksamkeit gilt dem Kinder- und Jugendsport. Neben dem Fußball hat er immer ein offenes Ohr für die Themen im Badminton und Tischtennis.

 

  1. Harry Tübel aus Kamenz

Einreicher: Frank Terks – Leiter der Geschäftsstelle des SV Einheit Kamenz i.A. des Präsidiums

Harry Tübel ist seit 70 Jahren mit dem Verein verbunden und war Spieler in der 2. als auch 1. Männermannschaft. Nach Ende seiner aktiven Fußballerlaufbahn fungierte er 20 Jahre als Trainer und Mannschaftsleiter der 2. Männermannschaft und nebenbei noch Schiedsrichter im Verein. 1990 übernahm er auch die Aufgabe als Übungsleiter der A-Junioren und leitete 20 Jahre auch das Team der „Alten Herren“ des Vereins.

12.02.2019 - 22.02.2019

08.02.2019: Übergabe des Sonderpreises „Mediavermarktung“

Kamenz punktete im Wettbewerb der Initiative „Ab in die Mitte! Die City-Offensive Sachsen“

Die Urkunde des Sonderpreises „Mediavermarktung“ überreicht zur Stadtratssitzung am 6. Februar 2019.

Im vergangenen Jahr reichte die Stadt Kamenz den maßgeblich durch das städtische Citymanagement initiierten Beitrag „Tanz in die Mitte“ beim Wettbewerb „Ab in die Mitte! Die City-Offensive Sachsen“ ein. Dieser stand 2018 unter dem Motto „STADT GESTALTEN – STADT ERLEBEN". Zum wiederholten Mal gelang es, die Jury des Wettbewerbes von einem Kamenzer Projektvorhaben zu überzeugen, so dass die Kamenzer Delegation am 9. November 2018 in Leipzig die freudige Nachricht entgegennehmen konnte: Kamenz erhält den Sonderpreis für „Mediavermarktung“. Die Stadt war sehr erfreut, dass sie diesen – erstmalig von der Firma Ströer GmbH vergebenen – Preis, immerhin in Höhe von 25.000 EUR, erhielt.

Freude bei allen Akteuren (v.l.n.r.): Anne Hasselbach, Maria Garbe, David Tobias und OB Roland Dantz

In der Stadtratssitzung am 6. Februar 2019 wurde nun der Preis offiziell der Stadt Kamenz übergeben. In seinen Begrüßungsworten hob der Oberbürgermeister das Engagement des von der Stadtverwaltung beauftragte Citymanagement, in persona Anne Hasselbach, sowie der an der Ausarbeitung des Wettbewerbsbeitrages beteiligten Vereine – 1. Tanzclub der Lessingstadt Kamenz, Kamenz Can Dance e.V., der Stadtwerkstatt-Bürgerwiese e. V. und der Tanzverein ellaH e.V. – hervor. Der Termin der Umsetzung des Projekts, wobei mit der Fertigstellung des Tanzhauses des Vereins „Kamenz Can Dance“ am Bönischplatz bereits Fakten geschaffen worden sind, steht fest: Der „Tanz in die Mitte“ wird 11. Mai 2019 stattfinden. Wir dürfen also gespannt sein.  

Im Weiteren begrüßte der Oberbürgermeister David Tobias – Geschäftsführer der Geschäftsstelle Dresden/Bereich Ostsachsen des Handelsverbandes Sachsen –, der im Auftrag der Initiative „Ab in die Mitte! Die City-Offensive Sachsen“ gemeinsam mit Maria Garbe – Niederlassungsleiterin für Mitteldeutschland bei der Ströer Deutsche Städte Medien GmbH – die feierliche Übergabe des Preises vornahm. Bevor dies geschah, stellte Anne Hasselbach noch einmal kurz das Projekt vor. In seiner an die Vorstellung anschließenden kurzen Rede zur Übergabe betonte David Tobias, dass es Kamenz „drauf habe.“ „Das beweist“, so David Tobias, „Ihre Stadt wieder und wieder. Mit ungewöhnlichen Ideen, viel Engagement, Herzblut und dem Antrieb, die Stadt voranzubringen, …“ Er betonte, dass die Belebung der Innenstadt eine Aufgabe vieler Akteure sei, von den Händlern, Gastronomen, Gewerbevereinen über engagierte Vereine bis hin zur Verwaltung, dem Bürgermeister und dem Stadtrat. Nur gemeinsam ist das zu schaffen, was die Stadt ja auch bei diesem Projekt beweise. Gerade Ideen, aber auch deren praktische Umsetzbarkeit seien Garanten, damit Kamenz jedes Jahr schöner und lebenswerter wird. Mit den Worten „Kamenz bietet viel…“ und dem herzlichen Glückwunsch übergab er dann den Preis in die Hände des Oberbürgermeisters und der Citymanagerin Anne Hasselbach.

Wirtschaftsförderin Anne Uhlemann zeigt den Stadträten und Besuchern der Stadtratssitzung erste Bildentwürfe

Abgerundet wurde diese kleine Übergabeveranstaltung durch die Vorstellung der Firma Ströer und durch eine Präsentation seitens der Wirtschaftsförderin Anne Uhlemann zu ersten Umsetzungsüberlegung des Medienpreises, die in einem übergreifenden Arbeitskreis der Verwaltung, einschließlich des Citymanagement, erarbeitet wurden.

08.02.2019 - 20.02.2019

08.02.2019: 52. Kamenzer Lessingtage - Ein kleiner Rückblick der letzten Woche

Konzert für Violine und Gitarre - Ein Hörgenuss im Kamenzer Ratssaal

Dr. Kolja Lessing ist schon ein „alter“ Bekannter, der auch in den vergangenen Jahren schon zu Gast in Kamenz war und der mit seinen musikalischen Darbietungen auf der Violine zu begeistern wusste. Nun weilte er im Rahmen der diesjährigen Lessing-Tage erneut in Kamenz. Entsprechend hoch waren die Erwartungen und – um es vorweg zu nehmen – sie wurden nicht enttäuscht. Als musikalische Unterstützung – und das ist sehr untertrieben gesagt, letztendlich musizierten zwei gleichberechtigte Künstler miteinander – hatte sich Dr. Kolja Lessing Johannes Monno mit dazu geholt. Während zu Dr. Kolja Lessing, ob seiner Bekanntheit nicht mehr viel zu sagen ist, sei für Johannes Monno angemerkt, dass er als Virtuose auf der Gitarre gilt und Kritiker ihm eine enorme Intensität und Farbigkeit seiner Interpretationen sowie stilistische Souveränität bescheinigen. Beide Künstler führten in die dargebotenen Werke fachkundig ein und griffen dabei nicht auf eine elektronische Verstärkung per Mikrofon zurück, was der fast schon intimen Atmosphäre eines „Hauskonzertes“, denn man saß eng – und hätte noch enger vor den Musikern sitzen können –, zugutekam.

Ein hervorragendes Konzert: Johannes Monno (li.) und Dr. Kolja Lessing (re.) betören ihr Publikum

Die vierzig Zuhörer, ja es wäre schön gewesen, wenn noch mehr den Weg ins Rathaus gefunden hätten, hatten an diesem Abend die richtige Entscheidung getroffen und erlebten im Ratssaal ein furioses Konzert. Vielleicht sei aber auch an einen in einem anderen Zusammenhang geäußerten Ausspruch von Bernd Scherer erinnert, der sinnverwandelt aber auch zutrifft: „Das Publikum nicht zählen, sondern in die Aufführung einbeziehen.“

Dabei waren es nicht nur die mehr harmonierenden Stücke von Carl Philipp Emanuel Bach und Niccolò Paganini aus der Lessingzeit bzw. der Nachzeit, sondern auch die mehr modernen Musikwerke von Ignace Strasfogel, einem polnischen Komponisten und Dirigenten sowie Schüler des von den Nationalsozialisten als „entartet“ diffamierten Künstlers Franz Schreker, und von Krzysztof Meyer die ihren eigenwilligen Reiz entfalteten. Leider und richtigerweise fehlen einem die Worte, diese Musik zu beschreiben, man muss sie einfach gehört haben. Die z.T. stehenden Ovationen am Schluss des Konzertes bestätigten dies nachdrücklich.

Anmerkung am Rande: Vielleicht wäre ein kleinerer Raum – bezogen auf die zu erwartenden Zuhörer – geeigneter gewesen, aber es war der ausdrückliche Wunsch von Dr. Kolja Lessing im Ratssaal des Kamenzer Rathauses zu musizieren, weil er dessen musikalisch-akustische Atmosphäre schätzt.

Am Dienstagabend (29. Januar) stellte Professor Friedrich Vollhardt aus München seinen Band „Gotthold Ephraim Lessing. Epoche und Werk“ dem Kamenzer Publikum vor.

Lessings Werke auf neuestem Forschungsstand betrachtet

Dieser Band, so die Ankündigung, bietet eine aktuelle Gesamtdarstellung von Lessings Werk, die eine Bestandsaufnahme der Forschung liefert, neue Akzente setzt und ein Bild der Epoche zeichnet. Angeregt wurden Professor Vollhardt zu dieser fast neun Jahre währenden Arbeit an diesem Band durch den deutschen Literaturwissenschaftler und bedeutenden Lessing-Experten Wilfried Barner, der gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern das als Standardwerk geltende Arbeitsbuch zu Lessing „Lessing: Epoche – Werk – Wirkung“ herausgab, welches bisher in sechs Auflagen erschienen ist. Aufgrund seines Studiums der Literatur, Philosophie und Theologie, letztere sieht Professor Vollhardt als unabdingbar, um sich Lessings Werken und deren Verständnis in seiner Zeit überhaupt nähern zu

können, habe er sich dieser Aufgabe gestellt, die aber nicht auf eine Konkurrenz zu den sehr umfänglichen biografischen Darstellungen von Erich Schmidt oder Hugh Barr Nisbet abzielte.

Der Autor konzentrierte sich an diesem Abend zunächst auf die Kindheit und Jugendzeit Lessings und hob dabei besonders das intellektuelle familiäre Umfeld, neben dem Vater, insbesondere die Großväter väterlicher- und mütterlicherseits – Theophilus Lessing und Gottfried Feller – hervor. Im Weiteren ging er auf das frühe Lessing-Stück “Die Juden“ ein, das mitunter zu sehr im Schatten des „Nathan“ gesehen wird. All dies kann man in Buch „Gotthold Ephraim Lessing. Epoche und Werk“ detaillierter nachgelesen werden. Wer sich also mit Lessings Werken auf dem neuesten

Forschungsstand beschäftigen möchte, dem sei dieses profunde Buch von Friedrich Vollhardt sehr empfohlen.

Eine empfehlenswerte Kunstausstellung für „Liebhaber von Gold“

Ebenfalls im Rahmen der Lessing-Tage, aber einen Tag später wurde in der Galerie im Sakralmuseum die Ausstellung „Denkbilder – Glaubensbilder“ des Dresdner Künstlers Reiner Tischendorf eröffnet.

Haus-Zelle rot (2006) Blattgold-Collage auf Holz

Es ist eine sehenswerte Schau, die kuratiert von Dr. Sören Fischer, nicht nur Werke im Galerieraum präsentiert, sondern auch den Raum der Klosterkirche St. Annen mit einbezieht. Da Reiner Tischendorf viel mit Vergoldungen arbeitet, gehen die Arbeiten von ihm im Kirchenraum – und gerade hier – ein reizvolles Wechselspiel mit den vergoldeten Schnitzaltären ein.

Blick ins Innere der Klosterkirche St. Annen

Die Ausstellung mit den z.T. auch sehr hintergründigen Werken ist noch bis zum 26. März 2019 zu sehen.

 

Der Klassiker „Nathan der Weise“

Sicher ein Höhepunkt der Lessing-Tage, neben der Preisverleihung selbst, war die Aufführung von „Nathan der Weise“ im Stadttheater am 2. Februar. Dem Lessing-Museum war es gelungen, das a.gon Theater München für ein Gastspiel mit dem wohl bekanntesten Lessing-Stück zu gewinnen. Und das Kamenzer Publikum honorierte es, denn der Saal war fast bis auf den letzten Platz gefüllt. Zu sehen war eine über zweistündige Nathan-Aufführung, die unnötige Längen durch geschickte Kürzungen im Text vermied und das Geschehen relativ „zügig“, gemäß des Regisseurs Stefan Zimmermann „Nathan „spannend, mit innerem Tempo, treibend, fordernd“ zu inszenieren, darbot. Darauf musste man sich als Zuschauer einstellen. Wenn dies gelang, konnte man ein kurzweilige und trotzdem nicht an der Botschaft Lessings vorbeigehende Inszenierung erleben. Die Inszenierung verzichtete auf dramaturgische Experimente und blieb – trotz vorgenommener Kürzungen und Zusammenlegung von Szenen oder deren Umstellungen –inhaltlich sehr textnah, auch wurden überzogene Gegenwartsbezüge vermieden, bis auf die Bekleidung z.B. des Nathans als Geschäftsmann und des Tempelherrn im Khaki-Military-Look oder der Wachmann mit Maschinenpistole, die behutsam auf die heutige Aktualität des lessingschen Stückes verwiesen. 

Ringparabel-Szene

Wichtig war dem Regisseur, dass er über Töne und Klänge die Stadt Jerusalem atmosphärisch ins Stück holt. Während die Ringparabel relativ unprätentiös vorgetragen wurde, sich dem unpathetischen Gestus der Inszenierung anpassend, war die sogenannte Darun-Szene, in der Nathan dem Klosterbruder schildert, welches Schicksal seiner Frau und seinen sieben Söhnen widerfahren ist, die vor christlichen Soldaten in das Haus von Nathans Bruder geflüchtet waren und dort von eben diesen verbrannt wurden, vielleicht der Höhepunkt des Stückes. Hier kann man, dank Peter Kremer – dem Nathan-Darsteller – überzeugend und menschlich berührend das grauenhafte Los des liebenden Ehemanns und Vaters seiner Kindern nachvollziehen. Und trotz dieses Schicksalsschlages übernimmt er nach einer Phase der Verzweiflung, des Wütens und des Hasses die Verantwortung für das ihm übergebene Christenkind Recha. Er selbst besteht die „Probe“, durch seine menschliche Reife und dank eines Glaubens, der eben nicht auf „Kleidung, (…) Speis' und Trank“ setzt, also auf äußerliche Attribute, sondern auf ein mitmenschliches Wirken: Tun statt Status. Denn, so lauten die berühmten Worte aus der Ringparabel: „Die Kraft des Steins in seinem Ring' an Tag Zu legen! komme dieser Kraft mit Sanftmut, Mit herzlicher Verträglichkeit, mit Wohltun, Mit innigster Ergebenheit in Gott Zu Hilf‘“  Die Ringparabel ist also für ihn nicht nur eine ideale Setzung, sondern eine aus eigenen Erfahrung heraus gelebte menschliche Haltung und Glaubenshaltung, die letztendlich nicht nur mit „Gewinn“ verbunden ist. Nathan bringt es zwar am Ende die Freundschaft von Saladin ein, aber als Pflegevater verliert er seine geliebte Tochter, bleibt – bei dieser Inszenierung – auf der Bühne allein zurück und von der sich anbahnenden Menschengemeinschaft ausgeschlossen.

Das Schauspielerensemble vom a.gon Theater freut sich über die große Resonanz.

Obwohl Kamenz schon viele Nathan-Inszenierungen gesehen hat, immerhin sind es ja schon die 52. Kamenzer Lessing-Tage, war dies eine Inszenierung, die auch in Erinnerung bleiben wird, dank auch des eindrucksvollen Nathan-Darstellers Peter Kremer. Das selbstgestellte Ziel des a.gon-Theaters, „dass Zuschauer auch in kleineren Orten qualitativ hochwertige Theaterproduktionen erleben können“ wurde erreicht, was auch der langanhaltende Applaus des Publikums zeigte.

08.02.2019 - 19.02.2019

06.02.2019: Kommunalwahl 2019

Gut besuchte Info-Veranstaltung zur Vorbereitung der Kommunalwahlen

Fast 40 interessierte Kamenzerinnen und Kamenz nahmen am 5. Februar 2019 die Möglichkeit wahr, sich auf der von der Stadtverwaltung organisierten Info-Veranstaltung über die zu beachtenden Dinge hinsichtlich der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 zu informieren.   

Dabei ging es neben allgemeinen Fragen, insbesondere auch darum, was z.B. bei der Kandidatenaufstellung zu beachten ist, welche Unterlagen einzureichen und auch welche Fristen zwingend zu beachten sind. Wichtig für alle Wahlbewerber, ob für Ortschafts- oder Stadtratswahl: Die Unterlagen der Bewerber müssen bis spätestens zum 21. März 2019, 18:00 Uhr in der Stadtverwaltung bei der Vorsitzenden des Gemeindewahlausschusses, Frau Dr. Koch, eingehen. Besser ist es natürlich die Unterlagen werden zu einem frühzeitigeren Zeitpunkt eingereicht, so dass genügend Zeit verbleibt, um gegebenenfalls unklare Dinge in Ruhe zu klären. Hier kann in die in der Info-Veranstaltung verwendetete Präsentation "Kommunalwahl am 26.5.2019 - Informationen für Wahlbewerber" Einblick genommen werden. Die Vorsitzende des Gemeindewahlausschusses ist unter Telefonnummer 03578 120 oder per E-Mail antje.koch@stadt.kamenz.de erreichbar.

Unter diesem Link https://www.kamenz.de/wahlen.html in der Rubrik "Kommunallwahlen 2019" können die entsprechenden Unterlagen für die Wahlbewerber heruntergeladen werden.

Die Mitarbeit im Stadtrat und in den Ortschaftsräten ist wichtig. Natürlich gibt es noch andere wichtige Bereiche, um ein Zusammenleben vor Ort zu gestalten. Das Ehrenamt eines Stadtrates bzw. Ortschaftsrates gehört zu den Säulen der Kommunalpolitik vor Ort und bietet die größten Entscheidungsmöglichkeiten, was in der Kommunalpolitik geschieht. Mit diesen Wahlämtern verbunden ist eine große Verantwortung – zum einen gegenüber den Menschen, die einen gewählt haben und zum andern für die Entscheidungen, die man als Stadtrat, aber auch Ortschaftsrat zu fällen und zu vertreten hat.

Wahlhelfer gesucht

Wie zu jeder Wahl werden auch wieder Wahlhelfer gesucht, die durch ihre Mitarbeit in den Wahlvorständen dafür sorgen, dass die Wahlen am Wahltag ordnungsgemäß durchgeführt werden können. Interessenten melden sich bitte beim Sachgebietsleiter Achim Hoyer, der unter Telefonnummer 03578 150 oder per E-Mail joachim.hoyer@stadt.kamenz.de zu erreichen ist. Wir freuen uns über jeden, der uns auch in diesem Jahr bei den anstehenden Wahlen unterstützt.

06.02.2019 - 19.02.2019

31.01.2019: Lessing-Preisverleihung am 19. Januar in Kamenz

Lessing-Preisträger und Staatsministerin trugen sich ins Goldene Buch ein

Wie immer zur Preisverleihung war der Ratssaal mit Lessing- und Literaturfreunden gefüllt, die mit Spannung den Reden der Laudatoren und Lessing-Preisempfängern entgegensahen. Und sie sollten nicht enttäuscht werden, waren doch wieder die unterschiedlichsten Herangehensweisen sowohl der Laudatoren als auch der Lessing-Preisträger selbst sowie der Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Dr. Eva-Maria Stange, zu erleben.

Bei der Eintragung ins „Goldene Buch“: Im Vordergrund Lessing-Preisträger Marcel Beyer; stehend (v.l.n.r.) Staatsministerin Dr. Eva-Maria Stange, die Förderpreisträgerinnen Anja Kampmann und Bettina Wilpert sowie Oberbürgermeister Roland Dantz.

Vor Beginn hatten sich der Lessing-Preisträger Marcel Beyer, die Förderpreisträgerinnen Anja Kampmann und Bettina Wilpert sowie die Staatsministerin bei einem kleinen Empfang des Oberbürgermeisters ins „Goldene Buch der Stadt Kamenz“ eingetragen.

Foto: Carsta Off

In seiner Begrüßung anlässlich der Lessing-Preisverleihung führte Oberbürgermeister Dantz aus, dass heute die 14. Verleihung des Lessing-Preises des Freistaates in Kamenz stattfindet, worauf man sehr stolz ist, sowie auf 52. Lessing-Tage in Kamenz zurückgeblickt werden kann. In seiner kurzen Ansprache erwähnte der Oberbürgermeister, dass es gelungen sei, die über fast 100jährige Schultradition am Standort Henselstraße – Lessingschule – im historischen Schulgebäude mit dann einem modernen Anbau zu erhalten. Dazu haben viele beigetragen, nicht zuletzt der Freistaat. Kamenz wächst zum einen wirtschaftlich, was die erreichten 1000 und anvisierte 1500 Arbeitsplätze bei der Accumotive zeigen. Zum anderen wird auch der Strukturwandel in der Lausitz, der durch den geplanten Ausstieg aus der Braunkohle weiter forciert wird, seine Wirkungen zeigen, wenn er nicht entsprechend abgefedert wird. Mit diesen Anmerkungen rückte der Oberbürgermeister die Lessing-Preisverleihung in aktuelle städtische und regionale Entwicklungen. Insgesamt freue er sich, auch während der Kamenzer Lessing-Tage wieder andere Perspektiven kennen zu lernen, über die es sich lohnt, ins Gespräch zu kommen und zu debattieren. Eine Art des Umgangs, dessen es nicht nur bei literarischen Gegenständen und Debatten bedarf, sondern auch in anderen Kontexten, wie man anmerken möchte.

Foto: Carsta Off

Gleich zu Beginn ihres Redebeitrages betonte Dr. Eva-Maria Stange, dass sie als Staatsministerin gern in Kamenz geweilt habe und auch gern die Grüße des Ministerpräsidenten überbringt. Damit verbunden war die Neuigkeit, dass sowohl der Lessing-Preis als auch die Förderpreise ab sofort erheblich höher dotiert sind. Mit der Verleihung des Lessing-Preises kommt jetzt dem Empfänger ein Betrag von 20.000 EUR zugute, bei den Förderpreisen sind es jeweils 7.500 EUR. Dabei gehe es nicht nur ums Materielle für die Künstler, sondern auch um die Wertschätzung und Bedeutsamkeit von Kultur, Kunst und Literatur an sich. Gerade hier sei ein Bereich, der sich nicht den Vorgaben von Staat und Ökonomie anpassen oder beugen dürfe. Kultur, Kunst und Literatur müssen auf ihren ästhetischen Eigenarten beharren. Sie dürfen, führte die Staatsministerin aus, nicht Propaganda sein, sondern müssen den „eigenen Ton“ treffen. Es geht um Authentizität, auch wenn menschliche, gesellschaftliche Belange oder auch Tabus künstlerisch behandelt oder verhandelt werden. Da kann es und muss es vielleicht auch wehtun, aber zugleich gefallen. Auch unter dieser Hinsicht habe das Kuratorium eine sachkundige Entscheidung zu den diesjährigen Preisträgern getroffen, wofür ihm zu danken sei.

Foto: Carsta Off

Nach dem Verklingen von Beethovens 1. Satz „Allegro vivace e con brio“ hielt Helmut Böttinger die Laudation auf Anja Kampmann. 1983 in Hamburg geboren, studierte sie an der Universität Hamburg und am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Sie veröffentlichte literarische Beiträge und wurde u.a. 2013 mit dem MDR-Literaturpreis ausgezeichnet. Sie lebt in Leipzig. Beim Hanser-Verlag erschienen ihr Gedichtband „Proben von Stein und Licht“ sowie 2018 ihr Debütroman „Wie hoch die Wasser steigen“. Der Laudator lobte das Debütwerk, welches nicht nur ein Roman sei, sondern ein großes Gedicht – hautnah und plastisch geschrieben. Es komme dabei weniger auf „eine nacherzählbare Handlung an, sondern auf die Atmosphäre und die Worte“, mit denen die Identitätsfindung der vom Alter her gesetzten Hauptfigur Waclaw, die auf einer Bohrinsel arbeitet und durch einen Schicksalsschlag gezwungen ist, über sein Leben zu reflektieren, beschrieben wird. Gerade die „Atmosphäre und die Worte“ führen „zu einer Entgrenzung, die nicht nur in der Literatur gerade heute befreiend wirkt.“

Foto: Carsta Off

In ihren Dankensworten gab Anja Kampmann an, dass sie über Hannah Arendt, eine jüdisch-deutsch-amerikanische politische Theoretikerin und Publizistin, Lessing kennengelernt habe. Sie bezog sich dabei besonders auf deren Rede 1959 bei der Entgegennahme des Lessing-Preises der Freien und Hansestadt Hamburg und der dortigen Hervorhebung des Selbstdenkens. Lessing sei nicht nur ein Intellektueller, sondern ein Autor mit Mut und Herz beim Schreiben gewesen. Sie beendete ihren Dank mit einem Zitat von Hannah Arendt und einen Selbstappell: „,Warum ist es so schwer die Welt zu lieben? Vielleicht im Erzählen, wo Schönheit und Abgründigkeit so nahe beieinander liegen, ist der Ort für ein solches Fragen. Warum ist es manchmal so schwer die Welt zu lieben? Und wie viele Antworten hätten wir, von welchen Erfahrungen lässt sich da sprechen, aus welchen Blickwinkeln?‘ Also erzählen wir. Weiter.“

Foto: Carsta Off

Für die Förderpreisträgerin Bettina Wilpert hielt Professor Dr. Daniel Fulda die Laudatio. Bettina Wilpert, Jahrgang 1989, Studium der Kulturwissenschaft, Anglistik und des Literarischen Schreibens in Ostdeutschland machte mit ihrem Buch „nichts, was uns passiert“, ebenfalls ein Debütroman, auf sich aufmerksam, zusätzlich „befeuert“ durch die #MeToo-Debatte. In diesem Roman schildert die junge Autorin die unverbindlichen Lebensentwürfe ihrer beiden Hauptprotagonisten Jonas und Anna, die durch den Vorwurf einer möglicherweise stattgefundenen Vergewaltigung von Jonas an Anna in die Krise geraten.  Ob im Leben, in der Liebe oder im Beruf – es dominiert „Unverbindlichkeit“ als Lebenseinstellung mit einem Offenhalten aller Optionen. Dem korrespondiert eine Erzählweise aus der Sicht des jeweiligen literarischen Akteurs mit „unterschiedlichen und nicht selten gegensätzlichen Blickwinkeln, und niemand erklärt, wer Recht hat.“ Damit ist der Leser oder die Leserin radikal gefordert, den Versuch zu unternehmen, Eindeutigkeit für sich zu gewinnen – ein Versuch, der vielleicht auch zum Scheitern verurteilt ist, obwohl Bettina Wilpert hier und da Spuren „legt“, die einer Vereindeutigung der Situation dienen könnten, ohne aber dem Leser ein bestimmtes Situationsbild zu liefern. Die Verfasstheit des Romans selbst, so der Laudator, ist also ein Sinnbild für eine „plural perspektivierte Welt“ und den damit verbundenen Schwierigkeiten.

Foto: Carsta Off

Bettina Wilpert dankte in ihrer kurzen Rede besonders ihrem Verlag, aber auch der Familie und den Freunden, die sie auf diesem Weg begleitet und getragen haben. Sie lebe seit fünf Jahren in Leipzig, es gefällt ihr hier und sie würde gern als Lehrerin für Deutsch und Englisch hier arbeiten. Noch einmal an die Worte der Staatsministerin anknüpfend, freute sie sich über das Statement der Ministerin hinsichtlich der Unabhängigkeit von Literatur und Kunst. Damit sei auch der Förderpreis und dessen finanzieller Aufwertung eine Möglichkeit, als freie Schriftstellerin unabhängig zu schreiben. Politisch gesehen und in Bezug auf ihr Studium und ihre Lehramtszeit sehe sie ein von der AfD bestimmten Lehrplan als äußert problematisch an, ja es wäre ein Grund für sie zu gehen. Eine Position, die vielleicht nicht von jedem im Saal geteilt wurde, der vielleicht dachte, man müsse Widersprüche und Konfliktlagen thematisieren, aber auch aushalten. Der Schlusssatz von Bettina Wilpert: „Freiheit ist keine Metapher.“

Foto: Carsta Off

Olaf Nicolai, promovierter Germanist, Konzeptkünstler und seit 2011 Professor für Bildhauerei und Grundlagen des dreidimensionalen Gestaltens an der Akademie der Bildenden Künste München, hielt die Laudatio auf Marcel Beyer. Sie folgte keinem inhaltlichen-äußeren Ablauf, sondern bestand mehr aus Gedankensplittern und Zitaten, die das Werk Marcel Beyers umspielten bzw. dessen Preis- und Kunstwürdigkeit zu ergründen oder besser zu begründen versuchten. Dies wich von herkömmlichen Laudationes eher ab und war in ihrem sprunghaft-reflexiven Stil eine große Herausforderung an die Zuhörer. Zusammenfassend könnte man sagen, dass es um die Kunstfertigkeit oder – um mit der Staatsministerin zu sprechen –, um den „besonderen Ton“ ging, den ein Kunstwerk oder ein literarisches Gebilde aufweisen muss, wenn es als solches bezeichnet werden kann und was Olaf Nicolai bei Marcel Beyer in mehrfacher Hinsicht erfüllt sieht. Dabei macht Olaf Nicolai auch auf die Erfahrungen von Marcel Beyer auf dem Gebiet der Musik aufmerksam; dieses musikalische Erfahrungswissen bestimme auch Marcel Beyers poetisches Schaffen. Im Übrigen sieht Olaf Nicolai im Lessing-Preisträger weniger den Romanautor, den Essayisten oder den Lyriker, sondern für ihn ist er ein Poet, der mit dem besonderen Material „Sprache“ virtuos umzugehen weiß. Er bescheinigt seinen Texten Musikalität, die er aber nicht vereinfacht dem Poeten zuordnet, sondern gerade auch in der Beherrschung der literarischen Techniken begründet sieht. Es ist nicht gefühliges Herausfließen von Sprache, sondern u.a. die souveräne Beherrschung der Techniken, die grundlegend für das Werk von Marcel Beyer ist. Dabei gibt Beyer keinen Gegensatz von Wissen und Poesie oder ein Poesieschaffen, dass dem Wissen etwas hinzuzufügen hat, vielmehr thematisiere Marcel Beyer einen Poesie“begriff“, in dem es darum geht, „über das Maß der eigenen Vorstellungskraft hinauszugehen.“ In diesem Zusammenhang sowie seiner Laudatio abschließend zitierte – mit Blick auf den Poeten Marcel Beyer –den österreichischen Wortkünstler H. C. Artmann aus seiner „Acht-Punkte-Proklamation des poetischen Actes“: „Es gibt einen Satz, der unangreifbar ist, nämlich der, dass man Dichter sein kann, ohne auch irgendjemals ein Wort geschrieben oder gesprochen zu haben. Vorbedingung ist aber der mehr oder minder gefühlte Wunsch, poetisch handeln zu wollen.“

Höhepunkt des Abends war zweifellos die Dankrede von Marcel Beyer, in der die Zuhörer hörbar den Umgang von Marcel Beyer mit der Sprache, auch die ihm bescheinigte Musikalität oder den Klang der Worte erleben konnten. Sie war ruhig vorgetragen ein Hörgenuss. Zunächst bemerkte Marcel Beyer, dass er es nicht geglaubt hätte, dass er nach der Verleihung des Förderpreises (1999) aus dem heutigen Anlass noch einmal in Kamenz weilen würde. Und es ist ja auch ein Novum, dass ein Förderpreisträger Jahre später den Lessing-Preis des Freistaates erhält. In seiner Dankesrede nahm er einen Besuch des Osterreitens in der Oberlausitz als Anlass, um aktuelle Fragen der Integration vor dem Hintergrund Ostdeutschlands zu verhandeln und um das Verhältnis Fremde und Einheimische sowie deren Reaktionen aufeinander zu thematisieren. Ausgangspunkt ist dabei ein scheinbar zufällig gehörter Satz beim Osterreiten, der da lautete: „Aber wenigstens ist hier der Ausländeranteil ja relativ gering.“ Er ist dann die Grundlage, um ein düsteres Bild, ein zu düsteres Bild von der Oberlausitz zu malen, sicher in der guten Absicht, auf aktuelle Vorgänge aufmerksam zu machen, die ja zweifellos stattfinden. Denn über die Verschränkung der zwei Kulturen, die der Deutschen und die der Sorben, ohne die es nach Beyer auch den lessingschen Toleranzbergriff nicht geben könnte, mit der der eigenen Familiengeschichte des Preisträgers, die Mitte des 19. Jahrhunderts in Biehla und Deutschbaselitz begann, sowie dem Unglück, was Nathan widerfahren ist, charakterisiert er die Oberlausitz bzw. Sachsen: „Zu viel dunkles Erbe aus den zurückliegenden Jahrzehnten, dunkles Erbe aus dem langen zwanzigsten Jahrhundert. Zu viele Erinnerungen daran, wie man einander belauert hat, wie man zu Misstrauen erzogen wurde oder sich angesichts eigener Erfahrungen selbst zu Misstrauen erzogen hat. Zu viel Feigheit mit Blick auf das eigene Fortkommen, zu viel Feigheit mit Blick auf das eigene Überleben. Dort draußen sprichst du so, zu Hause sprichst du so. Und lass dich nicht erwischen. Lass dir nicht beim Denken zuhören. Hör nicht mehr zu. Denk immer daran: dein Mitmensch könnte dein Gegner sein.“ Um dann mit der in Fragen formulierten Mutmaßung fortzufahren: „Noch weniger weiß ich, ob sie nicht auch von Vorahnungen getrieben waren, von dunklen Vorahnungen im Blick auf ihre Entfaltungsmöglichkeiten, auf die Möglichkeiten, der räumlichen Enge eine geistige Weite entgegenzusetzen, als sie Deutschbaselitz in der Oberlausitz und Voigtsberg im Vogtland und Großolbersdorf und Zschopenthal im Erzgebirge, Possendorf, Chemnitz und Dresden den Rücken kehrten.“ Dies gipfelt dann in der Frage, ob Lessing heute, wenn er aus der Fremde zurückkehren würde, ein Fremder in diesem Landstrich wäre. Marcel Beyer: „… würde man ihn auf der Straße schneiden, würde man vor seinen Gästen aus der Fremde ausspucken, würde man ihm, wenn unter seinen engsten Freunden Sorben wären, einen Davidstern auf die Haustür schmieren? Würde man auf sein Wohnhaus schießen, ihm das Theater anzünden? Ich weiß es nicht. Doch es gibt mir einen Stich im Herzen, wenn ich mir solche Fragen stelle, hier, wo meine fernen, fernen Vorfahren gelebt haben, in einer Gegend, die mir auf fremde Weise nah ist.“           

Man kann sicherlich, ob solch einer Charakterisierung schockiert sein und ihr in dieser Zuspitzung nicht folgen. Man kann aber auch, die ohne Zweifel ehrenvolle Absicht des Warnens als Impuls aufnehmen, sich Absichten entgegenzustemmen, die Verhältnisse wollen, die genau das Gegenteil von Weltoffenheit sind – und damit ist beileibe nicht das Beharren auf oder Bewahren von Regionalität gemeint. Marcel Beyer ist ein würdiger Lessing-Preisträger, der ein Angebot zur Diskussion gemacht hat, über das sich – ganz im lessingschen Sinne – trefflich streiten lässt.

Der würdige musikalische Rahmen für die Preisverleihung wurde von den drei Schülern des Landesgymnasiums für Musik in Dresden – Nikolaus Branny (Klavier), Charlotte Herold (Violine) und Franziska Griese (Violoncello) mit Stücken von Ludwig van Beethoven und Antonín Dvořák gestaltet.

Th. Käppler

31.01.2019 - 11.02.2019

 

31.01.2019: 27. Januar 2019 - Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

27. Januar 2019 - Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Kamenzer trafen sich am Mahn- und Ehrenmal am Robert-Koch-Platz

 

Es mag nach Routine klingen, nach "Alle Jahre wieder", aber so ist es nicht: Zu nicht gerade schönem Wetter hatten sich Sonntagvormittag über 70 Kamenzerinnen und Kamenzer am Mahn- und Ehrenmal am Robert-Koch-Platz versammelt, um der Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken.

Manche werden vielleicht fragen, ob das denn noch sein muss. Kann man nicht die Vergangenheit ruhen lassen? Andere Nationen haben doch auch sehr schwarze Flecken auf ihrer Geschichtsweste. Das ist sicherlich richtig. Aber entlassen die Verfehlungen und Verbrechen, die in anderen Ländern und durch andere Länder begangen wurden, uns aus unserer Verantwortung? Und damit ist nicht eine wie auch immer geartete heutige Kollektivschuld gemeint. Vielmehr bestimmte – neben der Trauer und dem Gedenken an die Opfer – mehr oder weniger der Blick aus der Gegenwart heraus, den Inhalt der gehaltenen Reden.

 

Nach der Begrüßung durch den Oberbürgermeister legten die Anwesenden, verbunden mit einer Schweigeminute, Blumen, Gebinde sowie Kränze an den drei Säulen nieder.

Danach ergriff Roland Dantz das Wort. Er zog den inhaltlichen Faden von Roger Monty, einem von Dezember 1944 bis Februar 1945 in Kamenz internierten Franzosen, der 2002 in Kamenz weilte und der auch ein Buch ("Ein so tiefe Nacht") über sein Martyrium in Deutschland - nicht nur in Kamenz - schrieb, aus dem der Oberbürgermeister zitierte. In diesem Zusammenhang erwähnte er auch, dass die Stadt Kamenz gern der Anregung von Dr. Hermann Drumm – er hatte die Kontakte zu Roger Monty aufgebaut – nachgekommen sei und eine Übersetzung des Buches ins Deutsche veranlasst hat. Es liegt jetzt in einer Lesefassung vor. Dann schlug er den Bogen zur Rede des Lessing-Preisträgers Marcel Beyer anlässlich der Verleihung des gleichnamigen Preises, der die Bemerkung "Aber wenigstens ist hier der Ausländeranteil ja relativ gering." eines Besuchers des alljährlichen Osterreitens zum Anlass nahm, ein in Fragen gekleidetes, sehr düsteres Bild der Oberlausitz zu zeichnen, in der dem Aufklärer Lessing heute womöglich ein dunkles Schicksal drohen würde.

Er endete – gerade mit Blick auf heutige Auseinandersetzung – mit den Worten, dass wir seien gut beraten, „immer wieder die Frage zu stellen: Was denkt der Andere? Muss der Andere denken genauso wie wir oder wie ich? Und macht es nicht Sinn in der Hinsicht immer wieder einen Schritt aufeinander zuzugehen? Das Diffamieren Andersdenkender, unabhängig davon, ob uns deren Meinungen passen, – und das sehe ich auch am Tage des 27. Januars 2018, respektive zum 27. Januar 1945 – führt letztendlich nur in eine Sackgasse." Man dürfe nicht der Versuchung erliegen, Abneigung mit Abneigung zu begegnen und Hass mit Hass zu beantworten, denn dann würden sich Abneigung und Hass lediglich potenzieren.

 

Im Folgenden führte die Beigeordnete Birgit Weber, die als Vertreterin des Landkreises an der Veranstaltung teilnahm und die sich dafür ausdrücklich bei der Stadt Kamenz bedankte, aus, dass man nicht vergessen darf, was damals in den Jahren 1933 bis 1945 geschehen ist.

Und dabei gehe es nicht nur um bloßes Mitgefühl. Die Generation der Großeltern habe Schuld auf sich geladen, denn man hätte sehen können, was vor sich ging. Und umso mehr geht es heute darum Holocaustleugnern und Geschichtsrevisionisten entgegenzutreten. Denn – mit Blick auf die Gegenwart –, dass „Europa noch einmal eine solch dunkle, entmenschlichte Zeit erleben muss, wie die, die vor 74 Jahren endete, das können wir nur mit einer starken Demokratie verhindern – und, indem wir nicht vergessen.“

 

Dr. Dieter Rostowski sprach für der Initiative „Zur Bewahrung des Gedenkens an die Opfer faschistischer Gewaltherrschaft in Kamenz“ sowie des Vereins „Gedenkstätte KZ-Außenlager Kamenz-Herrental“ e.V.

Er erinnert noch einmal an die Opfer der damaligen Sowjetunion, die 28 Millionen Tote zu beklagen hatte, um dann die gegenwärtige Lage Russlands zu bedenken: „Und wenn die NATO bis in die Gegenwart hinein auf ihrem alten Denken der Konfrontation beharrt, dann könnte es Deutschland als NATO-Staat in einer Konfrontation mit Russland niemals gutgehen.“ Seine Rede endet mit der Schilderung einer Fahrt mit Schülern nach Polen, wo diese u.a. das KZ Auschwitz und das Vernichtungslager Birkenau besuchten und Antworten auf die Frage, wie konnte das geschehen haben wollten. Diese Fragen einer Generation, die sich über 75 Jahre eines friedlichen Lebens in Europa erfreuen durfte, müssen schon in Hinsicht auf ein friedliches Zusammenleben immer wieder ernst genommen und beantwortet werden.

 

Für die Kamenzer Kirchen sprach Pastor i.R. Wilfried Krause. Ausgehend vom Spruch des Propheten Jesaja „Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker“ stellte er Fragen: „Wie und wo zeigt sich die Finsternis heute?“, „Was macht die Lage so ernst?“ und „Was bedeutet das praktisch?“.

Er zählte Beispiele der Finsternis auf, wie die Angst vor dem Klimawechsel, vor riesigen Flüchtlingsbewegungen, die Angst vor dem Zerfall der EU. Er beschwor den Ernst der Lage, in dem er die Globalisierung als Betätigungsfeld von „egoistischen Machtmenschen“ sieht, die „[z]uerst ich, zuerst wir“ denken. „Beachtlich viele“, so Pastor Krause, „setzen auf die nationalistische Karte. Es werde wieder Gedankengut gesellschaftsfähig, von dem man der Meinung war, dass es der Vergangenheit angehören würde. Aus seinem religiösen Verständnis heraus – was ihm aber nicht die kritische Sicht auf die Verfehlungen der Kirchen verstellt –, sei der mit Namen Jesus verbundene Glauben ein Weg aus der Finsternis, da er auf Begriffen der Liebe, der Gerechtigkeit, der Barmherzigkeit und des Friedens aufbaue. 

 

Einen ganz anderen, aber wiederum ähnlichen Akzent setzte Holger Scheffler von den Zeugen Jehovas. Anhand des konkreten Schicksals von Max Liebster, einem jüdischen Mitbürger, der 1939 von der Gestapo verhaftet wurde und bis Mai 1945 eine Odyssee durch verschiedene Konzentrationslager durchmachte und von dem auch viele Angehörige in den Konzentrationslagern umkamen, schilderte er dessen Begegnung mit Menschen, die man damals gemeinhin auch als Bibelforscher nannte. Er war von deren Drangsalierungen erschüttert, aber vor allem von deren Selbstbewusstsein und friedlichem Widerstand so beeindruckt, dass er sich nach dem Krieg taufen ließ.

Eigentlich, so Holger Scheffler, hätte eine Unterschrift genügt, um dem eigenen Glauben abzuschwören und aus den Lagern entlassen zu werden. Auch solche Fälle, meist nach schlimmsten Folterungen, hat es gegeben, aber es habe eben die Wahl – auch unter schlimmsten Umständen – gegeben, sich zu entscheiden, „sich dagegen zur Wehr zu setzen, sich zu weigern, mitzumachen.“ Dabei habe der Glaube an das biblische Gebot „Liebe Deinen Nächsten wie dich selbst“ sowie weitere Lehren aus der Bibel geholfen und das nicht nur in Worten, sondern auch mit Taten.   

 

Andreas Koch, Stadtrat in der Fraktion „Die Linke“, wurde zum Schluss sehr praktisch. Er verlas den Aufruf der Initiative „abrüsten statt aufrüsten“, zu deren Erstunterzeichnern Persönlichkeiten aus dem Kulturbereich, der Politik, der Gewerkschaften, des Wissenschaftsbereiches und aus vielen anderen Gebieten der Zivilgesellschaft gehörten.

In dem Aufruf heißt es u.a.: „Die Bundesregierung plant, die Rüstungsausgaben nahezu zu verdoppeln, auf zwei Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung (BIP). So wurde es in der NATO vereinbart. Zwei Prozent, das sind mindestens weitere 30 Milliarden Euro, die im zivilen Bereich fehlen, so bei Schulen und Kitas, sozialem Wohnungsbau, Krankenhäusern, öffentlichem Nahverkehr, Kommunaler Infrastruktur, Alterssicherung, ökologischem Umbau, Klimagerechtigkeit und internationaler Hilfe zur Selbsthilfe. (…) Militär löst keine Probleme. Schluss damit. Eine andere Politik muss her.“ Ein Teil der Anwesenden nutzte die Gelegenheit, um im Anschluss an die Gedenkveranstaltung ihre Unterschrift unter den Aufruf zu setzen.

Die Kamenzer Gedenkveranstaltung hat wieder einmal gezeigt, dass Redner der unterschiedlichsten Religions-, Glaubens- und Politikrichtungen gemeinsam den Opfern des Nationalsozialismus gedenken und trauern können und dass es darum geht, gemeinsam Verantwortung für die Gegenwart zu zeigen, gleich welche Richtungsunterschiede in anderen Fragen bestehen.

 31.01.2019 - 08.02.2019