Kamenzer Geburtsabteilung soll schließen

Stellungnahme des Oberbürgermeisters der Stadt Kamenz zur angekündigten Schließung der Geburtsabteilung

Mit großem Bedauern, erheblicher Besorgnis und großem Unverständnis habe ich heute von der unerwarteten und kurzfristigen Schließung der Geburtsabteilung im Kamenzer Krankenhaus St. Johannes erfahren. Es ist geplant, die Geburtsabteilung Ende Mai 2026 zu schließen. Diese Entscheidung trifft unsere Stadt zu einem sensiblen Zeitpunkt und hat weitreichende Auswirkungen für werdende Familien, medizinisches Personal und unter Umständen die gesamte Gesundheitsversorgung vor Ort. Besonders bedauerlich ist der Umstand, da der jetzt angekündigte Schritt im klaren Gegensatz zu den Anfang des Jahres 2026 gegenüber der Presse abgegebenen Statements steht.

Die Geburt eines Kindes ist ein zutiefst persönlicher und bedeutender Moment im Leben – umso wichtiger ist eine wohnortnahe, verlässliche und qualitativ hochwertige Betreuung. Der plötzliche Wegfall dieses Angebots stellt viele werdende Eltern vor große Unsicherheiten und organisatorische Herausforderungen und schwächt den Standort Kamenz in erheblichem Maße an dieser Stelle.

Ich habe am heutigen Tag umgehend das Gespräch mit der Geschäftsführung des Krankenhauses gesucht, um die Hintergründe dieser Entscheidung zu erfahren. Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit hat dabei für mich oberste Priorität. Gleichzeitig setze ich mich mit Nachdruck dafür ein, kurzfristige Lösungen zur Sicherstellung der Versorgung zu finden und mittelfristig eine Wiederaufnahme des Betriebs oder gleichwertige Alternativen zu prüfen. Dazu werde ich bereits heute erste Gespräche im politischen Raum führen.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geburtsabteilung sorgen seit Jahrzehnten mit großem Engagement und hoher fachlicher Kompetenz für das Wohl von Müttern und Kindern. Dafür gilt Ihnen schon jetzt mein besonderer Dank und ich stehe an deren Seite.

Ich sichere allen Bürgerinnen und Bürgern zu: Die Stadt wird alles in ihrer Macht Stehende tun, um die medizinische Versorgung in diesem sensiblen Bereich sicherzustellen und das Vertrauen in unsere Gesundheitsinfrastruktur zu bewahren.

 

Michael Preuß

Oberbürgermeister

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