Neujahrsempfang 2026 der Stadt Kamenz
„Mit Erfahrung vorangehen“ - Neujahrsempfang der Stadt Kamenz 2026
Ein schöner Abend
OB Michael Preuß begrüßt die Anwesenden im vollen Kamenzer Ratssaal
Zu Beginn des Neujahrsempfangs am 6. Februar im Kamenzer Rathaus wurden die Anwesenden mit einer Art Musikvideo zu dem Titel „Auf nach Kamenz“ von den Puhdys, komponiert anlässlich des Tages der Sachsen in Kamenz 2011, überrascht. Dabei liefen zur Musik Bilder der Ereignisse der Jubiläumsfeierlichkeiten.
Gleich zu Beginn seiner Begrüßung führte Oberbürgermeister Michael Preuß aus, dass für ihn dieser Neujahrsempfang ein ganz besonderer sei, stehe er ihm doch das erste Mal vor. Er freute sich, dass Landrat Udo Witschas seiner Einladung gefolgt sei. Weiterhin begrüßte er die Bundestagsabgeordnete Kathrin Michel und die Landtagsabgeordnete Elaine Jentsch sowie – natürlich – die Stadträte und Ortsvorsteher. Neben weiteren Honoratioren hieß er besonderes die Stadtwehrleitung, die Ortswehrleiter und deren Stellvertreter sowie die Vertreter des THW willkommen. Natürlich setzte er auch ein Zeichen für die einheimische Wirtschaft, indem er den Geschäftsführern der DIW, von SachsenFahnen, der SWG/KDK (auch Flugplatz Kamenz GmbH) sowie dem Vorstandvorsitzenden der ewag kamenz seinen Gruß entbot. In diesen Gruß eingeschlossen war ein Willkommen an die Geschäftsführung der TDDK. In seiner Begrüßung nutzte der Oberbürgermeister die Gelegenheit, um sich bei Landrat Witschas für seine Unterstützung zu bedanken. Ebenfalls bedankte er sich beim Geschäftsführer der KDK, Wulf-Dietrich Schomber, und dessen Belegschaft, die – trotz erhöhtem Krankenstand – gerade Großes, angesichts der Witterungsbedingungen, leisten. Sein Dank tat er auch gegenüber den Kameradinnen und Kameraden der Kamenzer Feuerwehren für ihre Einsätze, besonders in den letzten Tagen, aber auch überhaupt, kund. An den Vorstandsvorsitzenden der ewag kamenz, Tosten Pfuhl, wandte er sich wegen der guten Zusammenarbeit und der gefundenen Lösungen für die Problemlagen der Mieterinnen und Mieter der Kamenz Immobilien GmbH in Kamenz-Ost und sprach seinen Dank aus.
Zum Schluss seiner Begrüßung erwies der Oberbürgermeister zwei Kamenzern eine besondere Referenz: Olaf Böttcher, der sich u.a. bis vor kurzem selbstlos um die Rathausuhr und das Geläut gekümmert hat und mit Hilfe einer besonderen technischen Apparatur für einen sehr genauen Gang der Uhr sorgte. Als zweiten Persönlichkeit bedachte er Dietmar Engelbrecht mit einem Gruß. Dieser hatte sich, auch im Zusammenhang mit dem Jubiläumsjahr in den sozialen Medien dahingehend verdient gemacht, dass er historische Stadtansichten von Kamenz mit ihrem heutigen Pendant kontrastierte und somit auf Entwicklungen sowie Veränderungen aufmerksam machte. Dabei stößt er auch immer wieder Diskussionen um das Selbstverständnis von Kamenz an.
Koloratursopranistin Jennifer Riedel, auf dem Flügel begleitet von Andreas Kühn, wussten die Zuhörerinnen und Zuhörer zu begeistern.
Ehe sich OB Michael Preuß mit seiner Neujahrsrede an die anwesenden Gäste wandte, sang zum ersten Mal die Koloratursopranistin Jennifer Riedel, begleitet vom Korrepetitor Andreas Kühn, ein Stück aus der Operette von Carl Zeller, dem weitere Operettenmelodien an diesem Abend folgen sollten und die vom Publikum mit viel Applaus bedacht wurden.
Die erste Neujahrsrede des Oberbürgermeisters Michael Preuß
Die Neujahrsrede von OB Preuß untergliederte sich in drei Teile und könnte mit dem Motto „Mit Erfahrung vorangehen“ umschrieben werden. Neben einem kurzen Rückblick auf das 800-jährige Stadtjubiläum stellte Preuß fest, dass das Jahr 2025 natürlich nicht nur aus Feierlichkeiten anlässlich des Jubiläums bestand, sondern auch normaler, mitunter harter Arbeitsalltag war. Dabei wolle er sich, so der OB, nicht mit fremden Federn schmücken, sondern nur an Ereignisse und Dinge erinnern, z.B. an den erfolgreichen Kampf für ein neues Feuerwehrgerätehaus in Wiesa oder den Umzug der Firma corporate friends® GmbH, die „im Herz von Kamenz“ verblieb. In diesem Zusammenhang erwähnte er einen Satz, den der Ministerpräsident Michael Kretschmer bei der Eröffnung des neuen Betriebssitzes dieser Firma so oder ähnlich gesagt hatte: „Lassen Sie sich den positiven Geist des Machens nicht nehmen!“ Dieser korrespondierte mit dem Leitgedanken des Abends „Mit Erfahrung vorangehen“ oder etwas volkstümlicher ausgedrückt, dass das halbleere Glas eben auch immer halb voll ist. Mit anderen Worten „tun“ und nicht „vernünfteln“.
Wie immer ein sehr gut besuchter Neujahrsempfang
Für ihn ist in Kamenz „eine aufgeschlossene Öffentlichkeit“ vorhanden, „die sicher bereit ist, unter veränderten Verhältnissen und z.T. komplizierteren Bedingungen, Dinge anders zu denken. Lassen Sie uns mit Respekt, Gelassenheit und Verständnis einander gegenübertreten, um die Dinge zu lösen, die gelöst werden müssen.“ Dabei nannte er sechs wichtige Vorhaben für die Stadtentwicklung, die hier nur stichwortartig aufgeführt werden sollen: Fortführung der Sanierung und des Umbaus des Lessing-Museums, Umgestaltung des Jahnsportplatzes – gemeinsam mit dem Landkreis (Träger) mit dem Ziel eine nach heutigen Maßstäben angemessene Sportstätte für die Schulen und die Öffentlichkeit zu schaffen, das Wiesaer Feuerwehrgerätehaus wurde schon erwähnt, der notwendige Ersatzneubau für die in die Jahre gekommene Kindereinrichtung „Kunterbunt“ in Kamenz-Ost unter Berücksichtigung multifunktionaler Nutzung, das Vorantreiben des Projektes „Hallenbad mit Außenschwimmbecken“ mit der Beantragung des konkreten Fördermittelantrages sowie intensivierte Suche nach einer mittelfristigen Lösung für das Kamenzer Stadtarchiv, das noch auf den großen Wurf wie bei der Stadtbibliothek und beim Lessing-Museum wartet.
Über all den Ausführungen des Oberbürgermeisters stand der Gedanke der Gemeinsamkeit und das Wohl für die Stadt Kamenz, was auch in seinem Schlusswort deutlich wurde: „Suchen wir also zusammen – in kleiner Abwandlung eines Bibelzitats – „der Stadt Bestes“ und verstehen wir dies als Auftrag, sich für das Wohl, den Frieden und die Gemeinschaft an dem Ort einzusetzen, an dem man lebt, hier in Kamenz.“ Das seine erste Neujahrsrede ankam, bewies der nachfolgende lange Beifall. (Die Rede des Oberbürgermeisters kann hier nachgelesen werden.)
OB Michael Preuß und Landrat Udo Witschas: Um das geht es – das Rathaus als Symbol für die Stadt Kamenz.
Landrat Udo Witschas rief zur Zuversicht auf
Landrat Udo Witschas ließ es sich nicht nehmen, ein Grußwort an die Kamenzerinnen und Kamenzer zu richten. Er rief zur Zuversicht auf und zeigte die vielfältigen Erfolge des Landkreises auf.
Ein Höhepunkt des Abends die Auszeichnung mit der „Ehrenmedaille der Stadt Kamenz“.
Ehrenamtlich tätige Bürgerinnen und Bürger gewürdigt
Wie seit langem nahm anschließend der Oberbürgermeister, gemeinsam mit Blütenkönigin Lucie I. und der Vertreterin der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, Birgit Lohde, die Ehrung der aus der Bürgerschaft vorgeschlagenen Personen vor. Mit der Finanzierung der Ehrenmedaillen durch die Ostsächsische Sparkasse Dresden plädiert diese für den gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie die Förderung des Ehrenamtes und zeigt ihre Kompetenz als wichtiges Kreditinstitut in der Region auf. Insgesamt wurden wieder zwanzig Bürgerinnen und Bürger, und nicht nur aus Kamenz, mit der „Ehrenmedaille“ geehrt. (Die Veröffentlichung der Namen der Ausgezeichneten erfolgt im Amtsblatt 08/2026 am 21. Februar 2026 sowie auf der Website der Stadt Kamenz ab dem 16. Februar 2026.)
OB a.D. Roland Dantz in ungewohnter Pose
Oberbürgermeister a.D. Roland Dantz trug sich ins „Goldene Buch“ ein
Hatte in der Vergangenheit der jetzige Oberbürgermeister a.D. immer wieder einmal mit einem Überraschungsgast zum Neujahrsempfang aufgewartet, so betraf es ihn dieses Mal selbst. Sein Amtsnachfolger hatte ihm die Ehre angetragen, sich in das „Goldene Buch der Stadt Kamenz“ einzutragen, eine Bitte, der er sehr gern nachkam. Ungewohnt mit wenigen Worten kommentiert, trug er sich in das „Goldene Buch“ mit den Worten ein: „In einer kleinen Stadt – muss man groß denken. Manchmal ist es uns geglückt – und es hat uns auch die Anerkennung von außen eingebracht. Mit Dankbarkeit, Freude u. Demut trage ich mich heute in das Goldene Buch unserer Stadt ein. Seit 37 Jahren im Dienst unserer Stadt, davon 21 als Oberbürgermeister haben mich die Heimatverbundenheit und die Arbeit der Menschen immer wieder beeindruckt. Wir haben vielen zu danken. Roland Dantz Oberbürgermeister a.D.“ Was folgte, waren Standing Ovations.
Die „Jungs“ von der „Kamenzer Braukunst“ und Jan Klawitter von der Gaststätte „Zur Eisenbahn“ leiten den geselligen Teil des Abends ein.
Premiere: Das Glockenbier der Braukunst
Auch dieses Mal kümmerte sich die Gaststätte „Zur Eisenbahn“ aus Wiesa um das leibliche Wohl der Gäste des Neujahrsempfangs. Und nach ca. 2 ½ Stunden Video, Musik, Würdigungen und Reden hatte wohl jeder das „Recht“ auf leibliche Stärkung verdient. Dies machte auch Jan Klawitter von der Gaststätte „Zur Eisenbahn“ noch einmal deutlich. Ein schmackhaftes und vielseitiges Büffet lud, neben dem einen und anderen Glas Wein und Saft zu einem langen Verweilen bei interessanten Gesprächen im immer wieder stimmungsvollen Ambiente des Rathauses ein.
Abschließend darf nicht unerwähnt bleiben, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung sich wieder von ihrer besten Seite zeigten, in dem sie z.B. Wein aus der Partnerstadt Alzey servierten. Und wem es mehr nach einem würzigen Schluck Bier oder einem prickelnden Mineralwasser war, kam ebenfalls auf seine Kosten. Dieses Mal sorgten die fidelen „Jungs“ von Kamenzer Braukunst für das kühle „Nass“, während die OPPACHER Mineralquellen GmbH & Co. KG in bewährter Art das sprudelnde Quellwasser lieferten. Es war wieder ein Abend, an den sicher alle noch lange denken werden.
Kleine Neuerung am Rande
Dieses Mal nahm die Blütenkönigin Lucie I. – im wahren Leben Lucie Mittrach – am Neujahrsempfang teil. Zum einen umrahmte sie die Auszeichnungszeremonie, zum anderen übergab sie in charmanter Art dem Landrat sowie den beiden Musikern eine kleine Blume aus Glas, die sie immer an diesen Abend erinnern soll.

