Fakten, Fakten, Fakten ... zum Safe Club

„Alles Safe?“ – Aber ja doch. Warum auch nicht?

Der Safe Club in Kamenz

Der Safe Club, getragen von einem Verein, ist ein Club, der u.a. Konzerte und Veranstaltungen ausrichtet, bei dem man sich aber auch außerhalb von Konzerten und Veranstaltungen zwanglos treffen kann, gemeinsam „abhängt“, Musik hört, miteinander quatscht. Auf der Facebook-Seite des Clubs steht als Selbstcharakterisierung: „Von vielen liebevoll ihr "zweites Wohnzimmer" getauft mit regelmäßigen Konzerten in den Bereichen Met.“ Ca. 52 Mitglieder (Stand 10. März 2020) halten den Club am Laufen, darunter 24 aktive Mitglieder, 15 Fördermitglieder sowie 13 Ehrenmitglieder. Damit gehört er zum kulturellen Leben unserer Stadt und ist natürlich auch der Jugendarbeit verpflichtet.

Was war denn Sache?

In der Nacht vom 4. auf den 5. März 2023 wurde gegen 1:50 Uhr durch eine mutwillige Betätigung eines Feuermelders Feueralarm ausgelöst. Drei Feuerwehren mussten ausrücken. Und wenn Sie so wollen, einige Mitarbeiter der Stadtverwaltung ebenso.

Was war passiert?

In den durch die Stadt Kamenz kostenlos bereitgestellten Räumen des Jugendclubs Safe fand ein ganz normaler Clubabend statt. Keine größere Veranstaltung, sondern der normale Alltag mit einer überschaubaren Anzahl von Personen.

Was ist die Folge?

Da die Brandmeldeanlage Alarm ausgelöst hatte, reagierte die Brandmeldeanlage. Daraufhin wurden die Rauchabzugsklappen geöffnet u.v.m. Und selbst für jeden, der vielleicht nicht unbedingt technisch versiert ist, dürfte klar sein, dass dann danach die Benutzung der Räume bis zur Wiederherstellung des Ausgangszustandes der Brandmeldeanlage schlicht und ergreifend brandschutztechnisch nicht möglich ist.

Dies wurde dem Vorstand des Safe Clubs auch so am 6. März 2023 mitgeteilt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung haben sich darüber hinaus noch in den Morgenstunden um erste Maßnahmen der Beseitigung der Folgen gekümmert.

Der Oberlausitzer Kurier titelte „Theater um den Club im Theater“

Und dann stellt sich die Frage, welches „Theater“ ist denn hier entstanden? Wenn dann durch die Fraktion „Die Linke“ des Kamenzer Stadtrates verbreitet wird: „Wir sind erschüttert, dass ein Club, der jahrzehntelang die Jugend in Kamenz positiv geprägt hat und auch in Zukunft prägen sollte, durch einen völlig ungeklärten Anlass wie einen Fehlalarm aus dem Stadtbild gestrichen werden soll.“ Und dies nachdem die Sächsische Zeitung am 11. März 2023 zunächst unter der Überschrift „Stadt Kamenz untersagt Safe Club die Nutzung“ weitestgehend sachgerecht informiert hatte, dann ist dies nicht nachvollziehbar und sachlich falsch. Denn aus der Berichterstattung der Sächsischen Zeitung ging eindeutig der Sachverhalt hervor, der sich im Übrigen auf die Pressenmitteilung der Stadt Kamenz, veröffentlicht auf der Website der Stadt am 6. März 2023 stützte. Wir waren allerdings überrascht, dass in den Nachfolgebeiträgen in der Sächsischen Zeitung, offenbar ohne gründliche journalistische Recherche, die von falschen Sachverhaltsdarstellungen geprägte Auffassung und die damit weitestgehend unberechtigte Kritik der Linksfraktion verbreitet wurde. Wäre es nicht angebracht gewesen, einmal ein kritisches Wort in Richtung desjenigen bzw. derjenigen zu verlieren, die dafür gesorgt haben, dass drei Wehren mit über 30 Kameradinnen und Kameraden ausrücken mussten? Und wenn dann durch die Verlautbarung der Linksfraktion des Kamenzer Stadtrates der Eindruck erweckt wird, dass hier der Jugendclub geschlossen werden soll, wird natürlich absichtsvoll eine Wirkung verfolgt.

Alle Stadträte sind informiert

Allen Mitgliedern des Stadtrates und der Ausschüsse ist bekannt, dass es Nutzungseinschränkungen für den Safe Club und andere Bereiche im Stadttheater grundsätzlich gibt. So haben wir sehr lange versucht, eine Lösung für den sogenannten 2. Rettungsweg mit der Eigentümerin des Grundstücks Zwingerstraße 20 zu finden. Ich habe auch selbst diesen Lösungsansatz für sehr lange Zeit als vorteilhaft erachtet. Und umso mehr verstehe ich aus heutiger Sicht, dass wir vor ca. zwei Jahren die Entscheidung treffen mussten, den Rettungsweg selbst über das Grundstück Pulsnitzer Straße 11 herzustellen.

Warum ist diese Rückschau vielleicht noch einmal wichtig?

Weil vielleicht genau dieses Ereignis des Vandalismus – das mutwillige Auslösen des Feuermelders – dann dazu geführt hätte, dass auch das private Nachbargrundstück, wenn der Rettungsweg darüber gelaufen wäre, zwangsläufig in Mitleidenschaft gezogen werden würde. Nachdem die angedachte Lösung nicht funktionierte, sind wir also drangeblieben und haben in dem im Februar 2023 beschlossenen Doppelhaushalt 2023/2024 die Vorsorge getroffen, dass es zu einer wirtschaftlich vernünftigen Lösung unter Einbeziehung der Städtebauförderung kommen wird, die die brandschutztechnische Ertüchtigung des Stadttheaterkomplexes gewährleistet.

Es ist erklärte Absicht, …

die durchaus teuren Investitionen umzusetzen und dies ist auch allen Stadträten, darunter auch den Stadträten der Fraktion „Die Linke“ bekannt. Umso erstaunlicher ist es, dass dies in den Veröffentlichungen der Fraktion „Die Linke“ völlig fehlt und weggelassen wird. In den etwa sechs Beratungen des Kamenzer Stadtrates seit September 2022 und in einer öffentlichen Einwohnerversammlung am 23. November 2022 wurden u. a. die brandschutztechnischen Maßnahmen im Stadttheaterkomplex und darüber hinaus auch im Safe Club angesprochen und erläutert.

Erstaunlich ist auch, dass es derartige in den Raum gestellte Mutmaßungen, der Safe Club soll geschlossen werden und der Eindruck, man wisse nicht Bescheid, zum einen durch die Faktenlage in keiner Weise bestätigt werden können und zum anderen von anderen Fraktionen des Kamenzer Stadtrates offensichtlich nicht geteilt werden.

Was bleibt?

Ein Sturm im Wasserglas oder die Frage „Wem nützt es“? – In jedem Falle werden wir mit dem Vorstand des Jugendclubs auch darüber reden, wie man vielleicht doch solche Dinge vermeiden kann, wenngleich sie sich auch nie völlig auszuschließen lassen. Bei einem Schaden von mehreren Tausend Euro einfach darüber hinwegzugehen und so zu tun, als wäre dies einfach normal, verbietet sich unseres Erachtens von selbst und wird auch denjenigen nicht gerecht, die Tag für Tag den Rücken krumm machen.

Auch wenn die Umstände besondere sind, möchte ich mich natürlich auch hier noch einmal bei den Kameradinnen und Kameraden der Wehren Kamenz, Lückersdorf-Gelenau und Wiesa sowie bei meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, insbesondere Herrn Preuß als Baudezernent und der Mitarbeiterin im Stadttheater, Frau Künstler, für deren engagiertes Handeln in den Nachtstunden bzw. frühen Morgenstunden bedanken. Dies gilt auch für das städtischen Gebäudemanagement, hier Herrn Rennau, der in Abstimmung mit seinem Dezernenten, bereits am Sonntag vor Ort die weiteren erforderlichen Maßnahmen festlegte. Sie haben alle ein Lob verdient. Und nichts anderes! In diesen Dank schließe ich die Polizeikräfte selbstverständlich mit ein, die umgehend zur Stelle waren.

 

Roland Dantz

Oberbürgermeister

 

Kamenz, 21. Marz 2023

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