Liebe Bürgerinnen und Bürger,

 

Weihnachten steht vor der Tür. Lichterglanz, Weihnachtsmärkte, der Geruch von Stollen und Weihnachtsgebäck künden davon. Der Duft von Räucherkerzen stimmt uns ein und sicher ist schon so mancher Weihnachtsbaum geputzt. Natürlich bestimmen Alltagsstress und Hektik vor Weihnachten und dem zu Ende gehende Jahr unser Leben. Aber selbst diese, wenn sie nicht gar zu sehr Überhang nehmen, tragen zu der besonderen Stimmung zur Weihnachtszeit bei, einer Stimmung, der sich eigentlich auch niemand entziehen kann und will. Denn letztendlich feiern wir Weihnachten gern und begrüßen, so lange es uns vergönnt ist, das neue Jahr mit Zuversicht und Hoffnung.

 

Zu Weihnachten und an den Tagen bis zur Begrüßung des neuen Jahres sollte es aber auch Momente der Besinnung geben. In ruhiger Stunde stellen sich Fragen. Wo gehen wir hin, was ist unser Weg? Was ist wirklich wichtig in meinem Leben? Was ist von meiner vormaligen Kindlichkeit geblieben? Bedarf es der Kraft zu einer grundlegenden Umkehr? Ist diese überhaupt notwendig? Neben dem Schenken und dem Zusammensein im Familienkreis sind es gerade solche Fragen, die in dieser Zeit bewegen oder bewegen sollten.

 

Das Jahr 2019 wird nun bald hinter uns liegen. Es war wieder ereignisreich – in der großen wie in der kleinen Welt. Viele Dinge – auch in Kamenz – haben sich geändert oder sind auch so geblieben, was nicht verkehrt ist.

 

Zunächst möchte ich an dieser Stelle allen danken, die mit ihrem Tun, mit ihren Entscheidungen, mit ihren Überlegungen, Gedanken und Impulsen Kamenz vorangebracht haben und dazu beigetrugen, dass unser Kamenz wieder ein Stück lebens- und liebenswerter geworden bzw. geblieben ist. Gemeinsam mit dem Stadtrat, der Stadtverwaltung und der Bürgerschaft haben wir wieder viel erreicht, auf das wir stolz sein können. Natürlich wird da jeder in seinem persönlichen und beruflichen Bereich schauen und Bilanz ziehen.

 

In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass Kamenz – dank des Beitritts der Gemeinde Schönteichen als Ausdruck des Bürgerwillens – größer geworden ist. Doch mit einer größeren Stadt und einer höheren Einwohnerzahl sind auch die Verantwortung und die Aufgaben gewachsen. Hier soll der erfolgreiche Kurs der vergangenen Jahre, der das innerstädtische Zentrum stärkt, aber auf keinen Fall die peripheren, mehr ländlich geprägten Bereiche vernachlässigt, fortgeführt werden. Drei neugewählte Ortschaftsräte werden sich in die Entscheidungsprozesse einbringen. Gleiches gilt für die neugewählten Vertreter des Kamenzer Stadtrates, der einschließlich meiner Person jetzt über 27 Mitglieder verfügt. Positiv zu bewerten ist dabei, dass es insgesamt über 70 Bewerber für den Stadtrat gab, die sich in dieses entscheidungsreiche Gremium samt seiner Aussschüsse einbringen und Verantwortung für die gesamte Stadt übernehmen wollten. Natürlich ist es nicht nur der Stadtrat oder gar die Verwaltung, es sind vor allem die Menschen unserer Stadt, die Vereine und Initiativen, aber auch die Geschäftsleute, Unternehmer und Dienstleistungsträger, die zu einem gelingenden städtischen Zusammenleben beitragen. Ihnen allen sei der Dank ausgesprochen!   

 

Für Kamenz sind – neben vielen anderen Dingen – mindestens folgende erwähnenswert: Nach wie vor ist Kamenz Standort und Zentrum der Elektromobilität. Vor kurzem wurde die Nordstraße wieder eröffnet, die jetzt über eine Linksabbiegespur ins Werk II der Deutschen Accumotive verfügt. Hinzu kommen drei barrierefreie Bushaltestellen, die ab jetzt durch eine entsprechende Buslinie von Regiobus bedient werden.

 

Natürlich bleibt die Belebung der Innenstadt eine Aufgabe auch im neuen Jahr. Zwar gab es viele attraktive Stadtfeste von den Einkaufsnächten, den Einkaufsssonntagen über den Kamenzer Regional- und Würstchenmarkt bis hin zur Kamenzer Nacht der Kirchen und Museen, aber der Erhalt einer angemessenen innerstädtischen Landschaft von Gewerbetreibenden und Händlern bleibt nach wie vor ein großes Ziel, an welcher die Verwaltung mit der Wirtschaftsförderung und dem Citymanagement arbeiten.

 

Zwei Richtfeste konnten in diesem Jahr begangen werden, die beide auf ihre Weise für eine familien- und kinderfreundliche Stadt stehen: Das eine war das Setzen der Richtkrone am Gebäude der 2. Oberschule in der Saarstraße und beim zweiten Richtfest handelst es sich um den Neubau des Kinderhauses in Wiesa. Beides Anlass zu Freude, denn zum einen schreitet das komplexe Schulprojekt in Kamenz weiter voran, welches die Voraussetzung für die sich später anschließende Schaffung des gymnasialen Standortes an der Henselstraße darstellt. Zum anderen zeigt der Neubau einer neuen Kindereinrichtung an, dass besserer Bedingungen als in der vormaligen Unterbringung geschaffen werden und die Stadt Kamenz auf wachsende Bedarfe reagiert. In diesen Bereich gehören auch der Bolzplatz in Kamenz-Nord, die Ertüchtigung des Wasserspiels am Krabatspielplatz, die Schaffung eines neuen Spielplatzes in Lückersdorf oder auch die private Initiative einer Wohnungsgesellschaft zur Errichtung eines Kinderspielplatzes. Und natürlich dürfen hier nicht die Bestrebungen um den Erhalt bzw. die Ertüchtigung der Grundschule in Brauna vergessen werden.

 

Ebenso ist es gelungen, die Attraktivität des Hutberges weiter zu erhöhen, sei es im Kleinen durch eine von der Stadtverwaltung unterstützte Privatinitiative zur Aufstellung eines Denkmals, die Herstellung von angemessenem Parkraum an der Königsbrücker Straße, was für die Besucher zur Rhododendron- und Azaleenblüte, aber auch zu Konzerten auf der Hutbergbühne von Vorteil sein wird. Damit korrespondiert die Sanierung des Backstagegebäudes an der Bühne, die bessere Bedingungen für den Aufenthalt von nationalen und internationalen Künstlern und Gruppen schafft. Man schaue sich nur die für 2020 geplanten Acts an. Und das Stadttheater feierte seinen 20. Geburtstag nach seinem grundlegenden Umbau.

 

Für einheimische und auswärtige Verkehrsteilnehmer, aber auch die Bewohner von Lückersdorf waren die letzten Monate dieses Jahres keine leichten. Durch ein Brandereignis sowie die Beseitigung maroder Bausubstanz an der Pulsnitzer Straße kam es zu einer Vollsperrung dieser wichtigen Verkehrsader, die nun – bis auf eine Tonnagebegrenzung – wieder nutzbar ist.  Das war besonders mit Beeinträchtigungen und Unannehmlichkeiten für die Bewohner des Ortsteils Lückersdorf  verbunden, die aber jetzt der Vergangenheit angehören, auch wenn einige unkten, die Vollsperrung würde noch den ganzen Dezember andauern. Also auch das wurde geschafft.

 

Anlässlich des bevorstehenden Weihnachtsfestes denken wir auch an jene, denen es nicht vergönnt ist, Weihnachten zu Hause zu verbringen, die aber durch ihre Bereitschaft und Arbeit uns das Fest und die Feiertage in Sicherheit und Frieden verbringen lassen. Und vergessen wir nicht, dass wir in einer Welt leben, die geprägt ist von Krieg, Armut und Elend, von Flucht und Vertreibung. Wir sollten dankbar sein, dass dies – neben vielen Problemen, ob gesellschaftlicher oder persönlicher Natur – für eine Vielzahl von Menschen in unserem Land nicht zutrifft.

 

Doch nun, wenige Tage vor dem Weihnachtsfest sollte der Vorbereitungsstress von uns abgefallen, wollen wir uns freuen, dass wir im Kreis der Familie, aber auch mit anderen Menschen zusammenkommen. In diesem Sinne lassen Sie uns, liebe Bürgerinnen und Bürger, am 24. Dezember beim alljährlichen Hosiannasingen einander begegnen, auch um an diesem Abend auf dem Marktplatz die Kamenzer Gemeinschaft und das Füreinander in besonderer Weise zu spüren.

 

Allen Bürgerinnen und Bürgern sowie den Gästen unserer Stadt wünsche ich – im Namen des Stadtrates und der Stadtverwaltung – ein friedvolles Weihnachtsfest und ein glückliches Neues Jahr 2020.

 

Ihr

Roland Dantz

Oberbürgermeister

der Lessingstadt Kamenz

20.12.2019