Ort: Stadtbibliothek G. E. Lessing

Kamenz nach Palästina: ein sorbischer Journalist als Augenzeuge der Weltpolitik

Ein politischer Mord im Prager Gerichtssaal, ein dubioser Wunderheiler in Belgrad, Haschisch-Schmuggel in Ägypten. Unzählig sind die Erlebnisse, die der aus Kamenz stammende Journalist Jurij Wićaz (1899 bis 1974) vor dem und während des Zweiten Weltkrieges auf seinem Weg durch die Weltgeschichte sammelte. Als Auslandskorrespondent auf dem „Pulverfass“ Balkan lernt er eine spannungsreiche, aber kulturell äußerst reizvolle Gegend Europas kennen. Mit Kriegsbeginn wird der Reporter zum Flüchtling und gelangt über Istanbul nach Palästina. Dort, unter Arabern, Juden, Briten sowie Abertausenden Gestrandeten aus aller Welt, wird er Chronist einer Zeitenwende – unmittelbar vor der Geburtsstunde des Staates Israel. 1946 kehrt er an Bord des Schiffes „Gripsholm“ zurück und sieht nach über 27 Jahren erstmals die Orte seiner Kindheit in der Lausitz wieder. Wićazʼ fesselnde, oft humorvolle Erinnerungen lassen uns fremde Länder und Leute in einer unruhigen Zeit hautnah miterleben.

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