Ein Kulturwochenende im Mai
Ein Kulturwochenende im Mai
Wer sagt, dass in Kamenz nichts los sei, der irrt oder ist ignorant. Und damit ist nicht der berechtigte Wirbel um das Kamenzer Krankenhaus gemeint. Vielmehr geht es um kulturelle Angebote die jede Woche, besonders jedes Wochenende die Kamenzerinnen und Kamenzer sowie ihre Gäste im guten Sinne verführen sollen. So auch am letzten Wochenende (16./17.05). Da rief ein Orgelspaziergang in Kirchen in Kamenz und außerhalb.
Kunstausstellung in der Galerie im Sakralmuseum St. Annen
Arbeiten – Innehalten I und II – von Cvetanka Kirilova Schnorrbusch
Die kleine, aber feine Ausstellung in der Galerie im Sakralmuseum St. Annen „forderte“ mit sehenswerten Steinskulpturen von Cvetanka Kirilova Schnorrbusch zum „Innehalten“ – so der Titel der Ausstellung – auf.
Führung durch das Gründerzeit-Viertel in Kamenz
Seitens der Kamenz-Information wurden am Sonntag, dem 17. Mai gleich zwei Führungen angeboten. Die eine führte auf den Hutberg in den Rhododendronpark (Informationen zur Rhododendronblüte hier), die andere machte Kamenz in der Gründerzeit bekannt, einem Teil örtlicher Geschichte, die wir zwar tagtäglich sehen, aber deren Besonderheit sich in solch einer Führung erschließt.
Jonas Klawitter (rechts im Bild) verweist auf die Gründerzeitarchitektur des ehemaligen kaiserlichen Postgebäudes (rechts im Hintergrund)
Konzipiert hat sie Jonas Klawitter, der, auch fußend auf Funde und geschichtliche Dokumente des Stadtarchivs, die zwanzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer (Die Führung war ausverkauft.) durch seine offene und wissensreiche Art in den Bann dieses wichtigen Teils Kamenzer Geschichte zu ziehen wusste. Deutlich wurde, wie Kamenz, ausgelöst durch den Bahnanschluss 1871 und einem entsprechenden wirtschaftlichen Klima – Stichwort „Industrielle Revolution“ – einen wirtschaftlichen Aufschwung nahm und sich der damit verbunden Fortschritt und der Wohlstand (ohne die Schattenseiten zu verkennen) in der sogenannten Gründerzeitarchitektur, aber auch in Park- sowie Freizeitanlagen (Sport und Schwimmen) niederschlug. Bestimmt wurde diese Architektur durch den Historismus, bei dem Architekten und Künstler vorzugsweise auf Stilrichtungen vergangener Jahrhunderte zurückgriffen. Das Kamenzer Rathaus, wesentlich früher entstanden und damit nicht im Zentrum der Führung, ist auch dafür ein Bespiel, so wie das ehemalige Postgebäude, die Blockrandbebauung am Lessingplatz oder die sich in diesem Gebiet befindlichen Villen. In diesem Zusammenhang sei auf weitere öffentliche Stadtführungen verwiesen.
Im Fabrik-Ambiente heiraten – Die Alten Baderei ist um eine Besonderheit reicher
Ein stimmungsvoller Abend - links das sanierte Fabrikgebäude
Ganz anders gelagert war eine Veranstaltung in der Alten Baderei am 15. Mai, aber durchaus passend zum Tenor der Führung durch einen Teil der Kamenzer Gründerzeitviertel. Anne Hasselhof und Jan Eickhof hatten zu einem lounge-igen Abend in die Alte Baderei bzw. in das angrenzende Gebäude der ehemaligen Motorenwerkstatt eingeladen. Mit einer Modenschau „Re:Fabric“ des Modelabels von Anne Hasselbach wurde die wiederhergestellte Fabrikarchitektur im Loft-Ambiente präsentiert, ein Ort, wo zukünftig gefeiert, aber auch geheiratet werden kann.
Ohne Kultur nichts los – nicht in Kamenz
Um es abschließend noch einmal festzuhalten, in Kamenz ist kulturell viel los, gleich ob es sich um private Initiativen, um Angebote von Vereinen oder städtische Offerten handelt. Man muss nur offen sein, für das, was es alles gibt. Insofern ein großer Dank an alle Akteure, die in Kamenz für ein – nicht zu unterschätzendes – kulturelles Leben sorgen.

