EFRE-Programm „Nachhaltige Stadtentwicklung“

Allgemeine Infos

Mit dem Programmteil „Integrierte Stadtentwicklung“ besteht für die sächsischen Kommunen (mit mehr als 5.000 Einwohnern) die Möglichkeit, Mittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) für konkrete Problemstellungen der Stadtentwicklung in Anspruch zu nehmen.

Die Förderung zielt auf die wirtschaftliche und soziale Belebung von Stadtteilen, die beispielsweise strukturelle Entwicklungsdefizite aufweisen oder einen demografischen Wandel durchlaufen. Gefördert werden neben baulichen und energetischen Maßnahmen auch Projekte, die darauf zielen, die Wohn- und Lebensbedingungen der Einwohner zu verbessern sowie die Abwanderung aus betroffenen Stadtquartieren einzudämmen. Dazu gehören auch Maßnahmen zum Umweltschutz und zur Armutsbekämpfung.

Förderberechtigte Kommunen erhalten für ihr Vorhaben einen Zuschuss von maximal 80 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben.

Erstes Projekt startet im Juli 2018

Das Projekt „Energetische Sanierung der 2. Oberschule" in der Saarstraße ist im Juli 2018 mit der Unterzeichnung der Finanzierungsverträge zwischen der Stadt Kamenz und dem Landkreis Bautzen (Schulträger) gestartet. Damit beginnen in den Sommerferien die umfassenden Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten am Schulgebäude.  Die energetische Sanierung wird im Programm EFRE gefördert, die restliche Sanierung einschl. Erweiterungsneubau und Außenanlagen über das Programm Stadtumbau. Die Wiedereröffnung des Schulgebäudes ist in den Winterferien 2020 geplant.

2. Oberschule (vor der Sanierung), Bildrechte: Landratsamt Bautzen

Handlungsfelder

Energieeffizienz

Maßnahmen zur Verringerung des CO₂-Ausstoßes

  • Verbesserung der energetischen Bilanz der öffentlichen Gebäude;
  • Ausbau und Nutzung regenerativer Energien im Wärmebereich (Anlagen zur Verwendung und Speicherung erneuerbarer Energien für die Beheizung und Kühlung von Gebäuden);
  • energieeffiziente Wärme- und Kälteversorgung (Aufbau von zukunftsfähigen Energieversorgungsstrukturen auf Basis Kraft-Wärme-Kopplung);
  • Minderung verkehrsbedingter CO2-Emissionen (Verkehrs- und Mobilitätsmanagement);
  • Entgegenwirken von städtischen Überwärmungstendenzen (Schaffung von Grünflächen, Gründächern, begrünten Hinterhöfen und Verkehrsflächen sowie Fassadenbegrünungen);
  • Erstellung von Studien und kommunalen Energiekonzepten sowie die Planung und Begleitung/Koordination der Maßnahmen durch einen Energieberater;
Umwelt

Maßnahmen zum Erhalt und Schutz der Umwelt sowie der Förderung der Ressourceneffizienz

  • Verbesserung des kulturtouristischen Angebots (Erhöhung des touristischen Potenzials und Steigerung der Besucherzahlen der Sehenswürdigkeiten) einschließlich Herstellung der Barrierefreiheit;
  • Nutzbarmachung brachliegender/ungenutzter Flächen einschließlich der Herstellung von Grünanlagen und Renaturierung von Gewässern
Armutsbekämpfung

Maßnahmen, die der Sanierung sowie wirtschaftlichen und sozialen Belebung der geförderten Stadtquartiere dienen und damit zur Reduzierung der Abwanderung beitragen

Fördergebiet

Gebietsabgrenzung EFRE

 

Das EFRE-Gebiet umfasst die Wohnquartiere aus der DDR-Zeit und weite Bereiche der Stadterweiterungsgebiete der Gründerzeit (bis 1918).

Projekte

Energetische Sanierung 2. Oberschule in der Saarstraße

Träger: Landkreis Bautzen

Durchführung: 7/2018 bis 1/2020

 

Energetische Sanierung Bestandsgebäude Lessingschule

Träger: Landkreis Bautzen

Durchführung:  N.N.

 

Umsetzung Quartiersversorgung Henselstraße (Erweiterung Fernwärmenetz) -noch geplant-

 

Studie zur Nutzung der Serverwärme des IT-Zentrum Macherstraße 146 (SID) -noch geplant-

 

keine Maßnahme geplant

Erweiterungsbau Schulstandort Henselstraße (Integration Stadtbibliothek)

noch geplant

 

Aufbau und Betrieb Quartiersstützpunkt Kamenz-Ost

noch geplant

 

Neugestaltung Bolzplatz Chr.-Weißmantel-Straße

noch geplant

 

Erstellung Integriertes Handlungskonzept

abgeschlossen

 

Programmbegleitung (einschl. Öffentlichkeitsarbeit)

in Durchführung

 

Ansprechpartner

Sachgebiet Stadtentwicklung und Bauen

Frau Bobke    

Tel. 03578 379 213

Fax 03578 379 298

friederike.bobke@stadt.kamenz.de

 

EFRE-Programmbegleitung

DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG

Herr Neumann    

Tel. 0341 309 8322

nico.neumann@dsk-gmbh.de

 

Konzeptionelle Grundlagen

 

Die Stadt Kamenz versteht nachhaltige Stadtentwicklung insbesondere auch als Verknüpfung investiver Maßnahmen und nichtinvestiver Projekte. Die Verzahnung der jeweiligen Finanzierungsinstrumente (EFRE/ Städtebauförderung bzw. ESF/ Fachförderung) erfolgt durch eine gemeinsame erarbeitete konzeptionelle Grundlage – das gebietsbezogene integrierte Handlungskonzept (GIHK).

  

Das gebietsbezogene integrierte Handlungskonzept für das EFRE-Fördergebiet „Kamenz – Nachhaltige Stadtentwicklung“ nimmt letztlich drei wesentliche Stadtentwicklungsaspekte der letzten Jahre auf und versucht diese gemeinsam mit den jeweiligen Akteuren zur Umsetzung zu bringen:

  • Initiierung und finanzielle Absicherung der notwendigen Qualifizierung der schulischen Einrichtungen zur Wahrung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit und damit Zukunftsfähigkeit des Bildungsstandortes Kamenz (Etablierung eines zentralen innerstädtischen Gymnasiums am historischen Standort Lessingschule an der Henselstraße sowie Komplexsanierung der 2. Oberschule an der Saarstraße zur Schaffung zeitgemäßer Schulbedingungen) gemeinsam mit dem Schulträger (Landkreis Bautzen)
  • verstärkte Unterstützung nichtinvestiver Bildungs- und Sozialprojekte zur Stärkung der Chancen-gleichheit sowie Integration aller Bevölkerungsschichten in das gesellschaftliche Leben der Stadt in enger Kooperation mit den lokalen Akteuren (investive Begleitung von ESF-Maßnahmen)
  • energetische Optimierung der Stadttechnik sowie der öffentlichen wie privaten Gebäudesubstanz zur Wahrnehmung der kommunalen Verantwortung für den Klimaschutz.

  

Downloads und Informationen

Förderrichtlinie EFRE Nachhaltige Stadtentwicklung (Stand Mai 2015)

 

Beteiligung

In der Phase der Konzepterstellung wurden Workshops für eine breite Mitwirkung organisiert. Diese kooperative  Arbeitsweise zwischen Fachämtern der Stadtverwaltung und „externe“ Akteure wird in der Vorbereitung und Umsetzung der Einzelmaßnahmen weiter fortgesetzt. Die Arbeitsweise ist grundsätzlich offen angelegt – die bisher in die Erarbeitung integrierten Institutionen werden im Prozess als Multiplikatoren wirken und die Mitwirkung weiterer Akteure aktivieren. Die weitere intensive Beteiligung der lokalen Akteure, vor allem auch als potenzielle Projektträger, bildet die Grundlage der Erarbeitung einer erfolgreichen Stadtteilentwicklungsstrategie.