Feierliche Übergabe eines faszinierenden Kunstobjekts

Am Mittwoch, dem 4. März war es soweit: In der Galerie im Sakralmuseum St. Annen wurde das Kunstobjekt der Künstlerin Anamaria Avram feierlich den Städtischen Sammlungen der Stadt Kamenz übergeben. Möglich geworden war der Ankauf durch eine großzügige Spende der Ostsächsischen Sparkasse Dresden und durch das finanzielle Zutun des Vereins der Freunde und Förderer der Städtischen Sammlungen Kamenz, dessen Vorsitzender Bernd Asselmann, ebenfalls anwesend war.

Die Leiterin der Städtischen Sammlungen, Dr. Sylke Kaufmann, begrüßte an diesem Abend die Kunstenthusiasten und -enthustiastinnen. Sie skizzierte noch einmal kurz den Werdegang von der ersten Ausstellung im Jahr 2024 von Anamaria Avram in der Klosterkirche St. Annen bis zum Ankauf eines Kunstobjekts durch die Stadt.

Selbstverständlich ergriff auch der neue Oberbürgermeister Michael Preuß das Wort. Er lobte die kluge Entscheidung der Leiterin der Städtischen Sammlungen sowie des damaligen Kurators und Mitarbeiters der Stadtverwaltung, Johannes Schwabe, die damit die Sammlung zum Schwerpunkt „Moderne Sakralkunst“ durch ein attraktives Objekt bereichert hätten. Natürlich bedankte er sich ebenfalls bei den beiden anwesenden Vertretern der Ostsächsischen Sparkasse Dresden – Lars Wätzold, Abteilungsdirektor Firmenkunden, und Claudia Zachow, Referentin für Gesellschaftliches Engagement für den Bereich Kunst und Kultur. „Mit der großzügigen Finanzierung des Ankaufs des Kunstobjektes von Anamaria Avram“, so der Oberbürgermeister, „zeigt sich die Ostsächsische Sparkasse Dresden als langjähriger Unterstützer der Stadt und unterstreicht ihre Kompetenz als wichtiges Kreditinstitut in der Region.“ Die Sparkasse und der Förderverein hätten dafür gesorgt, dass „der Ankauf dieses wunderbaren und eindrucksvollen Kunstwerkes von Anamaria Avram von Erfolg gekrönt war.“ Er verwies dabei darauf, dass er jetzt die Ernte einfährt, deren Aussaat sein Vorgänger, OB a.D. Roland Dantz, veranlasst habe und dankte ihm bei dieser Gelegenheit.

Letzterer ergriff ebenfalls kurz das Wort und freute sich, dass der Ankauf so unproblematisch über die Bühne gegangen sei, was – mit seinen Worten – nur möglich war, weil „die Chemie zwischen allen Beteiligten“ gestimmt habe. Für ihn sei gerade heute das Besondere der Kontrast, aber auch das Miteinander zwischen mittelalterlichem Kunstwollen und moderner sakraler Kunst. Und erwünschte sich noch viele Begegnungen mit und durch Kunst.

Ehe der Kurator der Präsentation zu Wort kam, sprach Lars Wätzold von der Ostsächsischen Sparkasse Dresden. Er betonte noch einmal, dass sich die Sparkasse eben nicht nur als wirtschaftlicher Akteur verstehe, sondern als gesellschaftlicher Partner in der Region. Mit der Entscheidung für das Kunstobjekt der Künstlerin habe sowohl die Stadt als auch die Sparkasse eine Qualitätsentscheidung getroffen. Avram liefere, so Wätzold, Kunst mit Wirkung, Kunst, wo Worte zu kurz greifen.

Sehr interessant waren die Ausführungen von Johannes Schwabe, der entwaffnend zugab, dass es sich bei der heutigen Präsentation um seine bisherige Lieblingsausstellung handelt. Schon die Werke und Installationen in der Ausstellung in der Klosterkirche im September 2024 hätten gezeigt, dass diese Kunst sich im Raum der Kirche behaupten kann. Und dass jetzt der Ankauf gelungen ist, erfülle ihn mit großer Freude. Das von Anamaria Avram konzipierte Kunstobjekt „Epiphany“ ist kein oberflächliches oder eindimensionales Kunstwerk, sondern weise die unterschiedlichsten Bezüge auf: Da sei die Neuinterpretation des Flügelaltars, der Spiegel des eigenen Schaffens der Künstlerin oder die unterschiedlichsten Beziehungen vergangener Kunstepochen und -stile. Darüber hinaus stehe „Epiphany“ (Epiphanie, Erscheinung, Offenbarung) für ihn für die Unplanbarkeit des Kunstwollens, dessen Ausgang an ganz anderen Stellen des Lebens, banalen oder abseitigen, liegen kann oder dessen Resultate sich offenbaren (Geistesblitz). Schwabe wusste sein Publikum zu fesseln, doch war klar, dass er nicht sein ganzes Wissen ausbreiten kann. Deswegen verwies er auf den zur Ausstellung 2024 erschienen Katalog, der noch immer, auch in der Kamenz-Information, erhältlich ist.

Anamaria Avram – die Hauptperson des Abends – hielt ein kleines Schlusswort. Der heutige Abend sei überwältigend und habe viel mehr gebracht als sie erwartet habe. Schon die Ausstellung 2024 in der Klosterkirche sei für sie eine Erfüllung gewesen, zum einen weil sie sich im Studium sehr mit religiöser Kunst beschäftigt habe, zum anderen habe sie danach Ikonenmalerei und Kunst mit religiösen Inhalten geschaffen ehe sie zur modernen Kunst gewechselt sei. Aber die Affinität zur sakralen Kunst sei immer geblieben. Sie sei überglücklich und war voller Lob über die Zusammenarbeit mit den Städtischen Sammlungen – mit ihren Worten: „Ich bin dankbar und happy.“

Es ist Eile geboten, wer die Kunstobjekte jetzt noch sehen möchte

Wer sich die Kunstobjekte im magischen Blau und betörendem Gold ansehen möchte, hat jetzt noch die Möglichkeit bis Sonntag, dem 15. März 2026 zu den Öffnungszeiten der Kamenz-Information. Es lohnt sich!

Ein letzter Hinweis

Mit der Eröffnung der Ausstellung „Ostdeutsche Grafik aus der Sammlung Hochstädt“ enden die diesjährigen Lessing-Akzente. Gezeigt werden Arbeiten der bekanntesten Künstler der DDR wie Lea Grundig, Wolfgang Mattheuer, Willi Sitte und Werner Tübke, daneben sind aber auch viele weitere Grafiker mit eindrucksvollen Werken zu entdecken. Die Eröffnung findet am Mittwoch, 11. März 2026, 19 Uhr im Malzhaus statt.

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