Gutbesuchte Einwohner- versammlung in Kamenz-Ost
Und am Ende steht vielleicht ein Stadtteilbeirat
Ein wichtiger Termin fand am Montag, dem 26. Mai in der Turnhalle der Grundschule am Forst statt. Oberbürgermeister Michael Preuß hatte zu einer Einwohnerversammlung zum Thema „Kamenz-Ost“ eingeladen. Dazu war ganz bewusst ein Ort inmitten dieses Stadtteils gewählt worden. Und es hatte sich als richtig erwiesen, die Turnhalle zu nehmen, da immerhin über 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Veranstaltung zu verzeichnen waren. Der Stadtteil Kamenz-Ost ist aus mehreren Gründen ein wichtiges Lebens- und Wohngebiet von Kamenz. Da es nicht darum gehen kann, dass Lösungs- und Handlungsansätze zur Weiterentwicklung dieses Stadtgebietes vom „grünen Tisch“ verfolgt werden, sollte gerade eine Einwohnerversammlung vor Ort – neben der Vermittlung von aktuellen Informationen – dazu dienen, gemeinsam über dieses besondere Stadtgebiet Kamenz-Ost ins Gespräch zu kommen.
Nach den einführenden Worten des Oberbürgermeisters, die auch den Vorschlag zur Bildung eine Stadtteilbeirates beinhalteten und die deutlich werden ließen, dass Kamenz-Ost im Focus des Stadtrates und der Stadtverwaltung steht, stellten die zwei großen Wohnungsunternehmen – SWG Kamenz und die WBG – ihre Positionen und Vorstellungen auch zur Weiterentwicklung dieses kompakten Stadtteils vor. Dem folgten Ausführungen zu sozialen Aktivitäten im Rahmen der durch die Stadt angeschobenen ESF-Projekte: Projekt "Quartier hier 4.0" (Petra Hoppe), Projekt "Jugend macht"/Haus der Begegnung (Vertreter des Vereins) und Projekt „Uroma gesucht 3.0“ (Kerstin Queißer). Sicher waren auch einige Teilnehmer überrascht, was alles in ihrem Stadtteil stattfindet. Großes Interesse fanden die Ausführungen des Kamenzer Polizei-Revierleiters, Michael Kummer, der sachlich, ohne die bestehenden Problemfelder außen vorzulassen, die Lage aus der Sicht der Polizei schilderte.
Im Weiteren wurden zwei zentrale Vorhaben in der Einwohnerversammlung, die eng mit der Perspektive dieses Stadtviertel verbunden sind, vorgestellt: „Neue Mitte Kamenz-Ost“; gemeint ist der Neubau einer neuen Kindereinrichtung mit Treffpunkt für die Einwohnerinnen und Einwohner von Kamenz-Ost sowie die umfassende Sanierung und Modernisierung eines teilleeren Wohnblocks an der Fichtestraße.
Nach diesem kompakten Informationsteil schloss sich eine Frage- und Gesprächsrunde an, die – anfangs noch zögerlich – aber dann umso reger von den Anwesenden genutzt wurde. Es waren die kleinen und großen Probleme, die zur Sprache kamen. Ein zentraler Punkt war das Für und Wider zur Öffnung der Fichtestraße. Die einen sehen praktisch und symbolisch eine bessere Anbindung in die Stadt überhaupt, andere stellten Sicherheitsüberlegungen dagegen. Die kleineren, aber nicht unwichtigen Themen reichten u.a. von fehlenden Wäschestangen (Hier konnte die SWG beruhigen, dass diese nachgerüstet werden.), über mehr Verkehrskontrollen, defekte Fußwege und zertrümmert Gullys bis hin zur Kritik an einem Versandhändler, dessen Personal und vor allem deren Fahrzeuge, Probleme ins Viertel bringen.
Insgesamt war es ein wichtiger Abend und der Auftakt für weitere Gesprächsrunden. Und sicherlich ist der Vorschlag, einen Stadtteilbeirat zu gründen, ein guter Weg, um eine Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und Stadtrat – ähnlich wie bei den Ortschaftsräten – zu intensivieren.

