Ausstellung zur Gedenkstätte im Herrental im Rathaus

Neugestaltung der Gedenkstätte im Herrental jährt sich zum 15. Mal

Dieser Jahrestag wurde am 7. Juli 2026 mit einer Zusammenkunft, organisiert vom Förderverein „Gedenkstätte KZ-Außenlager Kamenz-Herrental“ e.V., in der Gedenkstätte selbst begangen.

 

Hier erinnerte Stadträtin Marion Junge noch einmal an die Anfänge und besonders an die gelungene Einweihungsfeier und Feierstunde am 7. Juli 2011, die dieser würdigen Gedenkstätte mehr als angemessen war. Ergänzt wurde sie durch die Ausführungen der damals vor 15 Jahren zuständigen Gartengestaltungs- und Landschaftsarchitektin Christine Tenne, die die Anwesenden darauf aufmerksam machte, welche Rolle die Begrünung, insbesondere die jetzt groß gewordenen Bäume für die Gedenkstätte spielt. Sie sollen die ehemals vorhandene Kubatur des weggerissenen Fabrikgebäudes andeuten. Außerdem tragen sie zur Atmosphäre der Gedenkstätte bei. Diese wurde in den darauffolgenden Jahren behutsam weiterentwickelt, zum einen durch Aktivitäten des Fördervereins „Gedenkstätte KZ-Außenlager Kamenz-Herrental“ e.V. und der Initiative „Zur Bewahrung des Gedenkens an die Opfer faschistischer Gewaltherrschaft in Kamenz“, in dem u.a. in der Gedenkstätte die damalige Aschegrube symbolisch markiert wurde, in der auf schäbige Weise die „Entsorgung“ der Asche der Verstorbenen erfolgte. Zum anderen sind Informationstafeln hinzugekommen, die in optisch zurückhaltender Weise über das Geschehen in Kamenz informieren und deren Inhalte durch das Engagement einiger Jugendlicher des Lessing-Gymnasiums jetzt auch elektronisch abrufbar sind, um damit gerade junge Menschen ansprechen zu können. Alle Ergänzungen waren dem vor 15 Jahren gewollten und erreichten Eindruck der Gedenkstätte als stiller Ort der Trauer und der Erinnerung untergeordnet.

 

Nach dem Treffen im Herrental begab man sich gemeinsam ins Kamenzer Rathaus, wo eine Fotoausstellung und entsprechende Info-Tafeln das Geschehen vor 15 Jahren zeigten. Möglich geworden war die Rückschau dank der von Reinhard Kärbsch zur Verfügung gestellten Fotos sowie der gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Fördervereins „Gedenkstätte KZ-Außenlager Kamenz-Herrental“ e.V., Andreas Koch, erstellten Ausstellung.

 

Eröffnet wurde die Ausstellung durch Oberbürgermeister Michael Preuß, der noch einmal darauf verwies, wie wichtig es ist, sich der Vergangenheit zu versichern. Dabei dankte er sowohl jenen, die damals mit großem Engagement an der Neugestaltung der Gedenkstätte mitgewirkt hatten, aber auch jenen, die diese heutige Ausstellung erstellen halfen. „Möge sie“, so der Oberbürgermeister, „neben dem Rückblick, mit dazu beitragen, dass die Gedenkstätte im Herrental als Raum des Erinnerns und der Trauer sowie des Lernens und der Mahnung für kommende Generationen wirkt.“

Danach ergriff der Vereinsvorsitzende Andreas Koch das Wort. Auch er bedankte sich bei Reinhard Kärbsch, aber auch bei OB Preuß, dass die Stadtverwaltung den Lichthof für die Ausstellung zur Verfügung gestellt habe. Die Gedenkstätte im Herrental ist für ihn „ein sichtbarer und mahnender Beitrag für Frieden und Völkerverständigung, gegen Aufrüstung und Krieg.“ Er sehe jetzt die Gefahr eines dritten Weltkrieges. Im Weiteren skizzierte er, wie es aus seiner Sicht zu diesem furchtbaren Zweiten Weltkrieg gekommen sei, machte auf Parallelen zur Gegenwart aufmerksam und plädierte für Gespräche mit Russland, für einen friedlichen Umgang miteinander. Mit der Fotoausstellung wolle man „an die Entstehung der Gedenkstätte und die vielen Beteiligten erinnern sowie das Einende für Frieden und Völkerverständigung aktivieren.“

 

Zusehen ist die Fotoausstellung „Erinnern. Nicht vergessen“ zu den öffentlichen Sprechzeiten des Rathauses bis zum 13. August 2026.

 

„Gekrönt“ wurde dieser Tag mit der am Rathaus wehenden Flagge „Mayors for Peace“. Sie war aus Anlass der Ausstellungseröffnung schon einen Tag vor dem 8. Juli, dem eigentlichen Flaggentag“ gehisst worden. Der 8. Juli ist ein jährliches Ereignis, bei dem Städte unter dem Motto „Mayors for Peace“ (Bürgermeister für den Frieden) weltweit Flaggen hissen, um für nukleare Abrüstung und Frieden zu werben. Er ist damit ein sichtbares Zeichen für eine atomwaffenfreie Welt. Er wird jährlich am 8. Juli begangen, um an das Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofs von 1996 zu erinnern, dass den Einsatz und die Androhung von Atomwaffen als völkerrechtswidrig einstufte. Dieses Datum wurde gewählt, um die internationale Aufmerksamkeit auf die Notwendigkeit der nuklearen Abrüstung zu lenken.

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