Ort: Malzhaus, Sonderausstellungsbereich
Angela Hampel - Malerei und Grafik, Sonderausstellung
Angela Hampel hat eine bis heute andauernde enge Beziehung zu ihrer Heimatstadt Kamenz. So ist es nur folgerichtig, dass das Lessing-Museum der Künstlerin anlässlich ihres 70. Geburtstages im Jahr 2026 wiederum eine Ausstellung ausrichtet und damit die Würdigung des künstlerischen Werks von Angela Hampel in ihrer Heimatstadt fortsetzt. Die Schau bietet einen Querschnitt durch Figurenwelten, Techniken, Themen und Materialien, die Hampels Œuvre prägen. Vor allem zwei Themenkomplexe, die auch in der Ausstellung mit prominenten Arbeiten vertreten sind, gewannen besondere Bedeutung in ihrem Werk: die antike, griechisch-römische Mythologie und die Bibel mit ihren markanten Gestalten besonders des Alten Testaments. Hier ließen sich exemplarisch menschliche Höhe und Tiefen, Leidenschaften und Irrungen, Liebe und Kampf, Tod und Neubeginn ausloten. Zentraler Anknüpfungspunkt für Hampel waren und sind dabei wie auch in ihrem Œuvre generell die Frauengestalten, geheimnisvolle, starke Frauen, aktiv handelnd, auch im Leiden nicht passiv-erduldend. In vielen Arbeiten der Künstlerin spiegeln sich Träume, Sehnsüchte, Ängste, Visionen, Befürchtungen, Grenz- und Verlusterfahrungen, die über die ausdrucksstarken Gesichter erfahrbar werden, ohne dass es umfangreicher Attribute oder detailliert ausgestalteter Umgebungen bedürfte. Die Lieblingsfarbe Rot, leuchtend, intensiv, verleiht dem kongenial, geradezu zeichenhaft Ausdruck, changiert zwischen Wärme, Lebenslust, Aggression und blutiger Bedrohung. Und manchmal blitzt, wenn auch vielfach gebrochen, eine im Œuvre der Künstlerin eher seltene Leichtigkeit des Seins auf. Eine Serie zur Laokoon-Gruppe, die sich in das Themenfeld der Mythologie einordnet, ist extra für diese Schau geschaffen worden, angeregt durch den Kamenzer Abguss dieser Plastik. Ein weiterer Teil der Schau ist den von Hampel gestalteten Künstlerbüchern gewidmet. Neben einem Buch zu einem Werk des spanischen Dichters Federico García Lorca ist ein Künstlerbuch zu Heinrich von Kleists Drama „Penthesilea“ zu sehen. Mit „Am Stein. Neun Ansichten“ schließt sich der Kreis zu Kamenz, wie neben der Ansicht der Kamenzer Hauptkirche St. Marien auf dem Einband schon der Titel des Bandes verrät, der auf den sorbischen Namen der Stadt anspielt.
