Ort: Lichthof des Kamenzer Rathauses
Erinnern. Nicht vergessen! Fotografische Impressionen
Ausstellungseröffnung durch den Kamenzer Oberbürgermeister am 07.07.2026, 18:00 Uhr im Lichthof des Kamenzer Rathauses. Vor 15 Jahren am 07. Juli 2015 wurde die neugestaltete Gedenkstätte für das in einer ehemaligen Textilfabrik im Kamenzer Herrental am Ende des zweiten Weltkrieges durch die SS eingerichtet KZ-Außenlager im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung eingeweiht. Die Errichtung der Gedenkstätte war und ist ein sichtbarer und mahnender Beitrag für Frieden und Völkerverständigung, gegen Aufrüstung und Krieg. Damals konnte wohl keiner ahnen, dass nur 15 Jahre später insbesondere Kriege in Europa und im Nahen Osten, die nicht die Einzigen auf unserer Erde sind, die reale Gefahr eines dritten Weltkrieges heraufbeschwören. Es geht um Macht, es geht um die Aufteilung von Einflusssphären. Dem hat sich alles unterzuordnen. Die Lehren aus dem zweiten Weltkrieg und dem sogenannten kalten Krieg scheinen vergessen zu sein. Der Russe ist wieder der Feind. Angebliche Sicherheit durch militärische Stärke stehen auf der Tagesordnung der deutschen und der westlichen Politik, nicht Diplomatie und gegenseitige Anerkennung der Sicherheitsinteressen. Wer verdient an Aufrüstung und am Drehen an der Eskalationsspirale? Wer bezahlt dafür am Ende gar mit dem Leben? Die Gedenkstätte ist eine Mahnung am authentischen Ort. Sie fordert uns auf, für Frieden und Völkerverständigung einzutreten.Mit den Fotografischen Impressionen im Lichthof des Kamenzer Rathauses wollen wir an die Entstehung der Gedenkstätte und die vielen Beteiligten erinnern und das Einende für Frieden und Völkerverständigung aktivieren. Erinnern. Nicht vergessen! Erinnern wir uns!
Eine schlichte schwarze Granittafel am Gebäude der ehemaligen Tuchfabrik Noßke erinnerte seit dem Jahr 1952 daran, dass hier von1944 bis 1945 KZ-Häftlinge eingesperrt waren. Die SS richtete im Oktober/November 1944 in dieser stillgelegten Tuchfabrik ein Außenlager des KZ Groß Rosen ein. Als Unterkunft dienten die leergeräumten und mit Stroh ausgelegten Säle des Fabrikgebäudes. Auf dem Dachboden wurden im sogenannten „Krankenrevier“ die erkrankten Häftlinge untergebracht. Die hygienischen Einrichtungen waren völlig unzureichend. Die verstorbenen oder ermordeten Häftlinge wurden in der betriebseigenen Kesselanlage verbrannt. Der Rauch entwich über diesen Schornstein und entsetzte und verängstigte als „Blauer Rauch über den Herrental“ die hier lebenden Menschen.
