Ort: Rosa-Luxemburg-Straße 5

Kontrovers vor Ort: Isoliert im Reich – Reichsbürgerbewegung in Sachsen

Die Stadtwerkstatt Kamenz setzt ihre Reihe "Kontrovers vor Ort" mit einem hochaktuellen und gesellschaftlich relevanten Thema fort, der Reichsbürgerbewegung in Sachsen.

Hintergrund und Relevanz

Reichsbürger lehnen die Existenz der Bundesrepublik Deutschland und deren Rechtssystem ab. Seit 2016 wird die Szene vom Verfassungsschutz beobachtet. In seinem Vortrag gibt Sebastian Trept einen fundierten Einblick in eine heterogene Bewegung, deren Mitglieder den Staat nicht anerkennen, eigene „Staatskonstruktionen“ ausrufen und zugleich intensiv den Kontakt zu Behörden suchen. Trept stellt die verfügbaren Erkenntnisse zur Reichsbürgerbewegung vor, darunter Fallbeschreibungen, Mitgliederzahlen und Einsatzberichte, und zeichnet ein differenziertes Bild der Szene in Sachsen und Deutschland. Neben der personellen Entwicklung widmet er sich besonders den historischen und ideologischen Wurzeln der Bewegung: Was kennzeichnet Reichsbürger? Woher stammen ihre Überzeugungen? Welche Argumentationsmuster nutzen sie? Gemeinsam mit dem Publikum sollen typische Strategien und Instrumente der Reichsbürger entschlüsselt werden. Ziel ist es, Handlungssicherheit im Umgang mit Mitgliedern der Szene zu vermitteln – ein Anliegen, das angesichts zunehmender Konfrontationen im Verwaltungsalltag und im öffentlichen Raum besondere Bedeutung hat.

Über den Referenten:

Sebastian Trept, Jahrgang 1986, studierte Politik- und Kommunikationswissenschaft in Trier und Dresden. Von 2014 bis 2018 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Politische Systeme und Systemvergleich der TU Dresden. Seit

2009 engagiert er sich in der politischen Erwachsenenbildung und gilt als ausgewiesener Kenner der Reichsbürgerszene.

Die Stadtwerkstatt Kamenz lädt alle Interessierten herzlich ein, sich mit einem der herausforderndsten Phänomene der politischen Gegenwart auseinanderzusetzen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

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