15 Jahre neugestaltete Gedenkstätte im Herrental

Am 7. Juli 2026, 18 Uhr wird im Lichthof des Kamenzer Rathauses durch den Kamenzer Oberbürgermeister, gemeinsam mit Förderverein Gedenkstätte KZ-Außenlager Kamenz-Herrental e.V. die Ausstellung  „Erinnern. Nicht vergessen! – Fotografische Impressionen“ eröffnet.

Vor 15 Jahren am 7. Juli 2011 wurde die neugestaltete Gedenkstätte für das in einer ehemaligen Textilfabrik im Kamenzer Herrental am Ende des zweiten Weltkrieges durch die SS eingerichtet KZ-Außenlager im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung eingeweiht. Die Errichtung der Gedenkstätte war und ist ein sichtbarer und mahnender Beitrag für Frieden und Völkerverständigung, gegen Aufrüstung und Krieg. „Damals“, so der Förderverein, „konnte wohl keiner ahnen, dass nur 15 Jahre später insbesondere Kriege in Europa und im Nahen Osten, die nicht die Einzigen auf unserer Erde sind, die reale Gefahr eines dritten Weltkrieges heraufbeschwören. Es geht um Macht, es geht um die Aufteilung von Einflusssphären. Dem hat sich alles unterzuordnen. Die Lehren aus dem zweiten Weltkrieg und dem sogenannten kalten Krieg scheinen vergessen zu sein.“  

Mit den fotografischen Impressionen im Lichthof des Kamenzer Rathauses soll an die Entstehung der Gedenkstätte und die vielen Beteiligten erinnert und das Einende für Frieden und Völkerverständigung verwiesen werden.

Förderverein lädt an die Gedenkstätte ein

Vor der Ausstellungseröffnung im Rathaus lädt der Förderverein alle interessierten Kamenzerinnen und Kamenz 17 Uhr zu einem Treffen an der Gedenkstätte im Herrental ein. Geplant ist ein kleiner öffentlicher Rundgang und Austausch an der Gedenkstätte, um sich anschließend – so gegen 17.40 Uhr gemeinsam zu der Ausstellungseröffnung im Rathaus zu begeben. Auch hierzu sind die Kamenzer Bürgerinnen und Bürger vom Vorsitzenden des Fördervereins, Andreas Koch, herzlich eingeladen.

8. Juli, der Flaggentag der "Mayors for Peace"

Der 8. Juli ist ein jährliches Ereignis, bei dem Städte unter dem Motto „Mayors for Peace“ (Bürgermeister für den Frieden) weltweit Flaggen hissen, um für nukleare Abrüstung und Frieden zu werben. Er ist damit ein sichtbares Zeichen für eine atomwaffenfreie Welt. Er wird jährlich am 8. Juli begangen, um an das Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofs von 1996 zu erinnern, dass den Einsatz und die Androhung von Atomwaffen als völkerrechtswidrig einstufte. Dieses Datum wurde gewählt, um die internationale Aufmerksamkeit auf die Notwendigkeit der nuklearen Abrüstung zu lenken.

Mit dem Hissen der Flagge des weltweiten Bündnisses Mayors for Peace vor Rathäusern appellieren Bürgermeisterinnen und Bürgermeister an Staaten weltweit, Atomwaffen abzuschaffen und sich für Frieden einzusetzen. Die Aktion soll an die verheerenden Folgen der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki erinnern und die Mahnung der Überlebenden, der Hibakusha, in die Gegenwart tragen. Am 6. und 9. August 1945 hatten die USA die einzigen Atombomben in einem Krieg auf die beiden japanischen Städte abgeworfen. In Deutschland beteiligen sich über 600 Städte am Flaggentag, darunter zahlreiche Kommunen in allen Bundesländern. Weltweit sind aktuell 8.497 Städte in 166 Ländern und Regionen Mitglied des Netzwerks, das sich der Friedensarbeit und atomaren Abrüstung verschrieben hat. Kamenz war und ist in Person des Oberbürgermeisters Mitglied dieser internationalen Städteorganisation und beteiligt sich an dem Flaggentag.

Die Organisation Mayors for Peace wurde 1982 vom damaligen Bürgermeister von Hiroshima, Takeshi Araki, gegründet. Sie entstand aus der Erfahrung der Überlebenden der Atombombenabwürfe und verfolgt das Ziel, die Welt von Atomwaffen zu befreien und die Erinnerung an die Opfer lebendig zu halten.

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