30 Jahre Malteserstift St. Monika in Kamenz
Bild 1 Einrichtungsleiterin Andrea Spittank richtet das Wort an die Teilnehmer der Festveranstaltung.
Bild 2 Die Kinder der Kita "Sonnenschein" spielen zur Festveranstaltung auf.
Bild 3 OB Michael Preuß erinnerte – neben dem Dank an das Malteserstift an die Anfänge der Einrichtung.
Bild 4 Lessing-Büste und Rhododendron-Pflanze als Zeichen der Verankerung der Einrichtung in der Stadt Kamenz
30 Jahre Malteserstift St. Monika in Kamenz
Am Donnerstag, dem 2. Juli 2026 beging das Malteserstift St. Monika in Kamenz sein 30-jähriges Bestehens mit einem Festgottesdienst. Dem schloss sich die Festveranstaltung an, die in einem – angesichts der Witterungsverhältnisse – luftigen Festzelt stattfand. Neben der Leiterin der Einrichtung, Andrea Spittank, sprachen der Geschäftsführer der Malteser Wohnen & Pflege gGmbH, Thomas Harazim, sowie den Kuratoriumsvorsitzenden, Friedrich-Leopold Graf zu Stolberg, zu den anwesenden Gästen. Ebenfalls eingeladen war der Oberbürgermeister der Stadt Kamenz, Michael Preuß, verbunden mit der Bitte um ein Grußwort. Eine Bitte, der er gern nachkam.
Während Leiterin, Andrea Spittank, noch einmal den Stolz auf ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kundtat, ohne die das Malteserstift nicht dort stehen würde, wo man heute angekommen sei, zog der Geschäftsführer Thomas Harazim, ausgehend vom Kamenzer Stadtwappen Rückschlüsse auf die Ansprüche der Einrichtung im Bereich der Altenpflege. So zeigen für ihn die Mauern an, dass hier für Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt einen Raum des Schutzes, aber vor allem der Geborgenheit gäbe. Dieser sei aber gegenüber der Umwelt nicht völlig abgeschlossen, was das Tor im Wappen symbolisiere. Insofern sei das Malteserstift ein offenes Haus, das willkommen heiße und in dem menschliche Nähe und Zuwendung maßgebend sind. Kuratoriumsvorsitzender Friedrich-Leopold Graf zu Stolberg führte noch einmal aus, dass der Name des Stifts „St. Monika“ ganz bewusst gewählt worden ist, da er für für ihn als Zeichen der christlichen Hoffnung stehe.
Oberbürgermeister Michael Preuß dankte, wie auch seine Vorredner auch, zuerst ausdrücklich der Leiterin und der Belegschaft: „Sie leisten Tag für Tag eine Arbeit, die hohe fachliche Kompetenz ebenso verlangt wie Geduld, Einfühlungsvermögen und menschliche Wärme. Sie begleiten Menschen in den unterschiedlichsten Lebenssituationen, schenken Zeit, hören zu, trösten, motivieren und geben Halt. Und dies gerade in einer besonders sensiblen Phase des menschlichen Lebens.“ Gerade dieser Einsatz habe dazu geführt, dass das Malteserstift einen sehr guten Ruf in Kamenz und in der Umgebung genießt. Im Weiteren machte er auf die vielfältigen Beziehungen zur Stadt aufmerksam, sei es zum Kamenzer Forstfest, beim Frühlingsseniorenfest oder auch beim Zusammenwirken zwischen dem Stift und der städtischen Kindereinrichtung „Sonnenschein im ESF-Projekt „Uroma gesucht 3.0“. Hier kommen zu vielerlei Gelegenheiten Kinder und Menschen, die vom Alter her ihre Großeltern sein könnten, zusammen und partizipieren von den unterschiedlichen Erfahrungs- und Lebenswelten. Nicht unerwähnt bleiben soll, dass die „Sonnenkinder“ das musikalische Rahmenprogramm der Festveranstaltung gestalteten und u.a. mit dem „Gute Laune“-Song das Festzelt in Bewegung brachten.
Im Weiteren erinnert Michael Preuß noch einmal an die Anfänge des Vorhabens, insbesondere an den damaligen Architekten Heinrich Job. Dieser sei, wie der ehemalige Chef von Jägermeister, Günter Mast, von der Wiedervereinigungseuphorie der 90-er Jahre inspiriert und getragen gewesen. Er zitierte seinen inhaltlich-baulichen Ansatz: „,Ich habe es“, so Heinrich Job, „,Wohnhaus für Pflegebedürftige‘ genannt, wollte damit zum Ausdruck bringen, das das Wohnen für dieses Haus Leitbild ist, nicht das Krankenhaus.‘ Schon aus dieser Leitvorstellung und Charakterisierung wird deutlich, dass hier inhaltlich und architektonisch die letzte Lebensphase von Menschen nicht als unwichtig beiseitegeschoben wird – Stichwort Verwahranstalt. Vielmehr trifft gerade das Gegenteil zu – der Eigenwert und die Würde dieses Lebensabschnittes nach einem arbeitsreichen Leben in einer – wie schon ausgeführt – sensiblen gesundheitlichen Situation sind der Ausgangspunkt.“ Dabei haben sich, führte der Oberbürgermeister aus, die Bedürfnisse und Anforderungen im Pflegebereich in den letzten 30 Jahren sehr geändert – Stichworte wie höhere Lebenserwartung oder Fachkräftemangel mögen als Stichworte genügen. Aber man sollte diesen Herausforderungen nicht hysterisch im Sinne eines nur halbvollen Glases begegnen, sondern konstruktiv, dass das Glas halbvoll sei. Und in dieser Hinsicht sei ihm bei solch einer motivierten Belegschaft und verständnisvollen Partner für die Zukunft des Malteserstifts St. Monika nicht bange.
Geradezu symbolisch überreichte er der Leiterin der Einrichtung zum Abschluss seiner Grußworte eine Rhododendron-Pflanze als Zeichen des Wachsens und Gedeihens. In dieser Hinsicht war auch das abschließende Pflanzen eines Lindenbaumes, insbesondere als Verweis auf die Zweisprachigkeit – Sorbisch-Deutsch – zu sehen. Nochmals herzlichen Glückwunsch zum 30-sten Jubiläum!
Der volle Wortlaut der Rede des Oberbürgermeisters kann hier nachgelesen werden.

